Bällebad März 2017/I

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So richtig glücklich bin ich nicht über die Mentalität, mit der einige hier darauf bestehen, ihre Gedanken irgendwo reinzuwerfen, möglichst unpassend bei einem anderen Thema. Auch das neue Bällebad für den März ist keine Müllhalde für alles und jedes, sondern die Möglichkeit, thematisch schon passende, aber Off-Topic-Themen anzuschneiden. Ich bitte einfach noch mal darum, vor dem Posten kurz nachzudenken.

165 Gedanken zu „Bällebad März 2017/I

  1. Bei der Munitionsnachbeschaffung scheint es wohl ein bisschen voranzugehen. Laut der Welt wurden vor kurzem in einem 1. Schritt für das G36 und MG4 rund 25 Mio Schuss des Kalibers 5,56 Millimeter x 45, Weichkern geordert. Es handelt sich um schadstoffarme Munition mit schadstoffarmen Anzündhütchen (ohne Blei und Barium) und vollkommen gekapseltem Weichkerngeschoss aus Blei, sogenannte Ökomunition. Lieferung bis November 2017.
    Ein vergleichbarer Auftrag der Polizei in NRW in 2016 über 1,5 Mio € Schuss lag bei 823 TEUR. Somit dürfte der BW-Auftragswert bei rund 14 Mio € liegen

  2. Für die Einordnung durch Nicht-Spezialisten:
    „Schadstoffarm“ soll den Ausstoß von Schwermetall (Anzündsatz und Blei-Abschmelzung am Geschossboden) in die von Schützen und Aufsichten geatmete Luft vermeiden, insbesondere bei geschlossenen Schießständen. Die Bw beschafft schon seit etlichen Jahren nur noch solche Handwaffenmunition.
    „Weichkern“ ist nicht besonders weich sondern bedeutet bloß: kein gehärteter Kern, also Abwesenheit von Hartkern.

  3. @ JPeelen | 05. März 2017 – 16:42

    Zitat:“[…]sondern bedeutet bloß: kein gehärteter Kern, also Abwesenheit von Hartkern.“

    Darin liegt auch die Krux – sofern die Beschaffung im Zuge der gefühlten Bedrohung durch den russischen Bären geschieht. Russische Soldaten sind querschnitllich geschützt. Somit ist die Beschaffung von Hartkernmunition angemahnt. Vielleicht handelt es sich aber auch schlicht um die lange ersehnte Austattung für eine adequate Durchführung der Schießausbildung.

  4. @Bang50

    Querschnitllich sind russische Soldaten max SK1 geschützt und nur eine Minderheit ist SK3 und besser geschützt.

    Genau wie die BW auch nicht für jeden eine SK4 Weste hat und für viele nur abgelaufene Splitterschutzwesten hätte.

  5. @ chris | 05. März 2017 – 19:44

    Da haben Sie sicher Recht. Jedoch kann selbst eine quasi SK1 für eine 5.56 Weichkern zu einer Hürde werden – wenn die Entfernung größer wird. Im Fall der Fälle wird man aber zuerst auf besser ausgerüstete Truppen treffen – dann hoffentlich mit ausreichend Hartkern. Am Ende macht es wahrscheinlich nicht den großen Unterschied. Aber es sollte zumindest darauf hingewiesen werden.

  6. [Warnschuss. Hier ist nicht der Ort für Rants, und schon gar nicht der Ort, seine Meinung zu allen Schlechtigkeiten dieser Welt abzulassen. Sobald das, was Sie beschreiben, sicherheitspolitisch relevant wird, wird es hier ein Thema. T.W.]

    Herr Erdogan poltert gerade wieder richtig um sich.
    Jetzt fängt er schon an dem deutschen Staat zu drohen.

    [Gelöscht.]

  7. @Chuck: Ignorieren. Der liebe Herr Yücksel soll erklären, dass er die türkische Staatsbürgerschaft aufgibt und dann holen wir ihn Heim.

    Leider sind die Verteidigungsinstinkte der BRD bei Bürgern mit Migrationshintergrund wenn sie im Ausland von Staaten misshandelt werden eher schwach ausgeprägt – auch wenn nur einfache Staatsbürgerschaft vorliegt und der Migrationshintergrund in zweiter Generation liegt.

    @BuKa’in: Zeit ein Paket in Ankara abzuholen, meine Meinung.

    [Hatte ich Stopp gesagt? T.W.]

  8. Nur mal zur of Top Frage . Es sind ja immernoch soldaten in Incilic stationiert. In wieweit ist die Planung diese nach Jordanien auszulagern ausgereift? Es wird ja doch jetzt aussenpolitisch etwas dreckig. Tw würde sagen „der Ton Leute, der Ton“!?

  9. @Dante & all

    Den Punkt habe ich schon sehr genau im Auge – aber es gibt nicht eine „Planung, diese nach Jordanien auszulagern“. Sondern nur eine Untersuchung der möglichen Alternativen zu Incirlik, die nach meinen Informationen in der Tat Jordanien favorisiert.

    Mir scheint, BMVg und Bundeswehr sind derzeit sehr bemüht, den Kopf unten zu halten und niemanden dran zu erinnern, dass es da was in der Türkei gibt, also abgekoppelt zu bleiben von dem aktuellen politischen Streit.

    Sollte sich daran was ändern, wird das hier natürlich Thema. Bis dahin schlage ich dringend vor, diese Diskussion auf den zahlreichen anderen Plattformen dafür zu führen.

  10. In der Washington Post wird die „Debatte“ über das Militär in Deutschland aufgegriffen (http://wapo.st/2mssh5i) … Ich muß sagen ich bin ehrlich irritiert über solch unreflektierte Wiederholung von PR Spin und noch mehr über das offensichtliche Fehlen jedweden Versuchs, auch mal hinter die „Kulisse der hehren Worte“ zu blicken und die Realität denen gegenüber zu stellen.

    Aber ganz besonders schmerzhaft sind die „Kommentare“ unter dem Artikel. Also wenn das das intellektuelle Niveau in den Staaten ist, wird einem Angst und Bange.

  11. @ csThor

    Jetzt erst? Was glauben Sie wie so eine Entwicklung in den letzten 40 Jahren von Ronald Reagan über Dan Quayle, George W. Bush, Sarah Palin und der Tea Party bis letztendlich zu Donald Trump in den Vereinigten Staaten möglich war? Machen Sie sich keine Illusionen, wenn es etwas gibt worauf man sich in den USA verlassen kann, dann ist es die Ignoranz und intellektuelle Unbedarftheit von nicht gerade geringen Teilen der Bevölkerung, und sowas sage ich als geborener US-Amerikaner …

  12. @csThor
    Angst und Bange ist mir schon lange angesichts des intellektuellen Niveau insbesondere neuerdings in Washington – aber schlimmer geht immer ;-(

  13. csThor | 06. März 2017 – 13:07
    „In der Washington Post wird die „Debatte“ über das Militär in Deutschland aufgegriffen“

    in der Tat ein erstaunlich platter Artikel. Für mich als halbwegs modernen Deutscher auch immer wieder erstaunlich, dass die Referenz auf die WK2 & Wehrmacht den Autoren solcher Artikel als Erstes einfällt. Die Herrschaften wären vermutlich auch noch bitter entttäuscht, wenn sie wüssten, dass die Form des Kochgeschirrs und das MG3 die einzigen Relikte dieser Zeit im Deutschen Heer sind (oder habe ich etwas vergessen?). Manchmal denke ich, dass unsere verzweifelten Versuche der Distanzierung ein per definition vergeblicher Kampf gegen Windmühlenflügel ist.

    Das Lesen der Kommentare ist übrigens Zeitverschwendung. Zum intellektuellen Niveau hat sich emdeema bereits treffend geäußert.

  14. @emdeema: Geringer als sie vermuten lassen. Republikaner passieren immer dann, wenn die Wahlbeteiligung niedrig ist (z.B Trumpsche 48%). Und die popular Vote ging immer noch an Hillary, therefore the moral base is well and alive.

  15. @klabautermann: Nö, ne Menge Kontakt zu SiPo-Amis. Und vergessen wir nicht – fern jeden Urteils – macht diese USperium einen Job, den die menschliche Zivilisation so noch nicht erlebt hat. Oft sind derartige Kommentare auch Zeichen von Frust.

    Wo liegt die Chance? Ein deutsches OpEd auf Seite 3 der WaPo z.B…

  16. @AoR

    Ja ja, die Strategic Community mit ihrer letztlich seit über 70 Jahren immer gleichen Transatlantische Mantra in jeweils trendy Sprachform: Keep the Germans down, the Russians out and the US in. Roosevelt und Churchill haben 1941 auf der HMS Prince of Wales die Ur-Mantra formuliert – waren wohl beide seekrank, wenn mich einer fragt. ;-)

  17. Wenn hier schon „platte“ Artikel angesprochen werden: Für mich ist der Bericht in Stern-online über die „Resterampe Bundeswehr“ auch platt. Man nehme die altbekannten Probleme wie A 400, Hubschrauber und Ausrüstungsmängel, würze ein wenig G 36 Geschichte dazu, und haue zum Schluß noch die Marder Besenstiel Blamage drüber. Alles nichts Neues. Heraus kommt wieder die „schlechte Bundeswehr“. Mir wäre es schon mal recht, wenn dies von einem Medium gründlich aufgearbeitet werden würde. Verantwortlich für diese bedauerliche Lage sind hauptsächlich die Entscheider in Politik, Beschaffungswesen und militärischer Planung, am wenigstens die Soldaten, die mit dem Mangel täglich leben müssen. Aber was will man von Autoren erwarten, die sich nur sehr oberflächlich mit der Thematik befassen und einen populistischen Treffer landen wollen. Deutlich wird diese Distanz zur inhaltlichen Thematik auch an ganz elementaren Dingen. Man kennt nicht mal die richtige Schreibweise des Begriffes „Bataillon“.

  18. @ klabautermann | 06. März 2017 – 14:20

    ‚Roosevelt und Churchill haben 1941 auf der HMS Prince of Wales die Ur-Mantra formuliert – waren wohl beide seekrank,… ‚

    Wohl kaum, USS Augusta und HMS Price of Wales lagen vor der US Station Argentia in NFL laengsseits ruhig vor Anker, so ruhig, dass Roosevelt von der A. zur PoW im Rollstuhl getragen werden konnte.
    Da waren auf US Seite eher der Berater Mr. Hopkins und auf der brit. Seite Churchill federfuehrend.

  19. @ f28 | 06. März 2017 – 13:46
    „. Für mich als halbwegs modernen Deutscher auch immer wieder erstaunlich, dass die Referenz auf die WK2 & Wehrmacht den Autoren solcher Artikel als Erstes einfällt.“

    1. Zu der ‚folklore‘ (man koennte fast sagen zum Unterbewusstsein) der Siegermaechte des WWII gehoert es zum Selbstverstaensnis den letzte eigenen, allgemein akzeptierten Sieg und dessen Bedingungen zu repetieren.

    2. Nicht nur in den USofA sondern auch in Russland, Israel, Polen, im Balkan und natuerlich auch im Baltikum wurde und wird die deutsche Vergangenheit je nach Bedarf hervorgeholt wenn die deutsche Politik nicht sofort den Erwartungen und Wuenschen der Vordenker oder Regierenden nachgibt oder entspricht.

    Damit muss Deutschland sicherlich noch mehrere Generationen leben.

  20. @pst
    Mag sein daß der Stern Artikel oberflächlich ist. Ein Bundeswehr bashing kann ich aber nicht erkennen. Im Gegenteil, ich sehe es durchaus als hilfreich an, wenn anhand drastischer Beispiele (Besenstielbatallion etc.), dem Durchschnittsbürger die Folgen jahrzehntelanger Sparpolitik klargemacht werden.

  21. Kann ebenfalls bei der Washington Post ein bashing entdecken? Klar, man hat wieder die „Nazi-Leier“, aber im Ernst, ist es bei uns denn anders? Auch in den offziellen Verlautbarungen hierzulande wird darauf verwiesen, dass man erstmals seit dem 2.WK mit Truppen im Baltikum unterwegs ist…

  22. Auch im Zusammenhang Baltikum berichtet die WaPo mit entsprechendem Verweis auf unsere NS-Vergangenheit. Mit dem Stigma werden wir leben müssen. Ich sehe darin eine Verantwortung. Die Opfer der NS-Gewaltherrschaft zu ehren und mit ihrem Opfer die Bedeutung und Unbezahlbarkeit des Tempels der Humanité hervorzuheben.

    Man kann auch sagen, dass die BRD ein Land fortgeschrittener Humanität ist. Gerade die jetzige Regierung trägt hierzu bei.

    Natürlich dank der FDP-APO und den Grünen und der türkischstämmigen Linken da. /SCNR

  23. Mea culpa – streiche in meinem Beitrag von 18:36:

    „Kann ebenfalls bei der Washington Post ein bashing“ entdecken

    setze stattdessen

    kein bashing …“

  24. @closius: Barzani steht evtl. vor dem innenpolitischen Kollaps. Er forciert eine kurdische Unabhängigkeit in Norden bei maximaler territorialer Ausdehnung. Gedeckt wird er von Erdogan. Bizarr wenn man bedenkt, dass dies eben das darstellt, was die Türkei in Nordsyrien zu unterbinden sucht.

    Die Jesiden würden sich nun an die Ypg/SDF und die Zentralregierung sowie westliche Unterstützer wenden. Welche Freiheit kann ihnen Barzani oder die PKK bieten?

    Man wird derartige Eskalationen zu unterbinden suchen, bis sich Erdogan im Korsett regionaler Isolation zurecht gefunden hat.

  25. gem. Tagesschau läuft heute GETEX ( Gemeinsame Terrorismusabwehr-Exercise ) an. Im Kommentarbereich überschlagen sich die Aussagen von „Verstoß gegen das GG“ bis „wurde auch Zeit“ ist alles dabei.
    Durchaus lesenswert.

    Anmerkung meinerseits, der Longtitel der Übung ist zum weinen und lachen gleichzeitig, keine Ahnung ob diese Zwangsanglizismen Weltoffenheit zeigen sollen oder was der Sinn dabei ist….

  26. Laut der Süddeutschen Zeitung soll der Generalinspekteur entschieden haben, daß die BW drei Drohnen vom Typ Triton als Nachfolger des gescheiterten EuroHawk Projektes erhält. Der Zulauf der 3 Drohnen soll 2025 beginnen. Die BW glaubt, daß sie diesmal die Zulassungshürde schaffen wird, weil die US Navy mehr Daten rausgibt als bei Eurohawk der Hersteller damals.

    Zusätzlich zum Eurohawk sollen die Drohnen auch eine Enteisungsanlage und Schutz gegen Vogelschlag, Hagel und Blitz haben.

    Nicht erwähnt wird in dem Artikel, ob die Triton Drohne auch über ein Anti-Kollisionsgerät verfügt oder nicht?

  27. Bewertung von Möglichkeiten und Absichten Daesh nach dem Verlust von Mossul angesichts schwindender finanzieller Ressourcen, territorialer Rückzugsräume sowie dem Wegbrechen europäischer Freiwilliger.
    http://www.defenseone.com/ideas/2017/03/what-isis-will-do-after-mosul/135930/?oref=d-river
    Die Vorstufe jeder Guerilla, bevor sie reguläre Gegner offen angeht, ist der Untergrundkampf. In diese Phase wird Daesh in Ermangelung ausreichender Kampfkraft und schwindenden Rückhalts in der sunnitischen Umgebungsbevölkerung zurückfallen.
    Nicht wenige dürften aber auch eine rein kriminelle Richtung einschlagen, Handlungsfelder bei Flüchtlingsschleusung, Drogen und Waffen bestehen zu Hauf.

  28. Wie Luftwaffe.de heute berichtet, sollen bereits im April Teile des stationären Luftabwehrsystems MANTIS nach Mali zum verbesserten Schutz des Camp Castor verlegt werden.

    http://bit.ly/2miu4aW

    Es handelt sich dabei nur um die Sensoranteile (und vermutlich dann auch die Bedien- und Feuerleitzentrale, denn ohne diese machen die Sensoren keinen Sinn), nicht jedoch die Kanonen selbst.

    Aus meiner persönlichen Sicht: Mal wieder ein halbherziger Versuch, MANTIS nun endlich in den Einsatz zu bringen, um dessen Daseinsberechtigung zu begründen. Ohne aber Gefahr zu laufen, die Probleme, welche das Gesamtsystem (z.B. Herunterregnen der Zerlegemunitionsteilchen über bewohntem Gebiet bzw. dem eigenen Feldlager) mit sich bringt, live aufzuzeigen zu müssen. Ja, eine Vorwarnung ein paar Sekunden vor Geschosseinschlag ist besser als keine Vorwarnung, aber es bleibt eben dann ein jaulender zahnloser Tiger.

  29. @Fux: Da kann man ihnen nur Recht geben. Eine Mantis Verlegung nach Mali, ohne die Geschütze, ist ein schlechter Witz. Ich glaube kaum, daß es in Mali Bunker gibt, in welche sich die Soldaten, nach einem Mantis Alarm flüchten könnten in ein paar Sekunden bis zum Einschlag.

    Nötigenfalls müsste man ein eigenes Lager aufbauen, genau konzipiert für den Mantis Einsatz, wenn das bestehende zu groß wäre, um eine Eigengefährdung durch Geschossteile auszuschließen.

  30. https://mobile.twitter.com/compose/tweet
    Greywolf 6‏ @jambwoodward
    Feuerunterstützung durch M-109 A6 Paladin vor Mossul durch 2nd “Steel Dragons” Battalion, 82nd Field Artillery Regiment, 3rd Brigade Combat Team, 1st Cavalry Division.
    Bei der Rohrerhöhung auf nahe Kampfentfernung.

  31. Nach Informationen von SPON wird gegen OTL (Status mir unklar) Uwe Junge ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Junge wird – im Wehrbeauftragtenbericht ebenfalls dargestellt – vorgeworfen, sich sexistisch und diskriminierend gegenüber einer Soldatin geäußert zu haben. (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/109/1810900.pdf, S. 34)

    Ungeachtet irgendwelcher Befindlichkeiten, die in unserer Gesellschaft vorhanden sind, scheint mir der Fall signifikant für ein überholtes Rollenbild beim Betroffenen. Dass sich daraus ein schwerwiegender Verstoß gegen sämtliche Prinzipien ableiten lässt, steht für mich außer Frage.
    Erschreckend finde ich nur, dass – wie der WB festhielt – anfänglich die Einleitung eines Disziplinarverfahrens wegen der bevorstehenden Ausscheidens aus dem Dienst anfänglich angestrengt wurde. Möglicherweise hat der Bericht des WB dieses Fass noch mal auf gemacht und der im Bericht gemeinte Soldat hat offensichtliche Defizite im zeitgemäßen Umgang mit anderen Soldaten, die nicht seinem Weltbild entsprechen.
    Es bleibt abzuwarten, was als Bestrafung folgt.

    [Da hat sich wohl ein Schreibfehler eingeschlichen – Sie meinten vermutlich, dass
    von der Einleitung eines gerichtlichen Disziplinarverfahrens (…) wegen der Freistellung des Vorgesetzten vom Dienst zur Wahrnehmung eines politischen Amtes und seines baldigen Ausscheidens aus der Bundeswehr abgesehen wurde.
    Zu diesem Thema aber die dringende Bitte, das jetzt nicht zur Debatte über die betreffende Partei und deren Politik zu machen. Danke. T.W.]

  32. Sorry – Denken, drücken, sprechen – ich meinte:
    „Erschreckend finde ich nur, dass – wie der WB festhielt – anfänglich die Einleitung eines Disziplinarverfahrens wegen der bevorstehenden Ausscheidens aus dem Dienst nicht in Betracht gezogen wurde.“
    Das ist der eigentliche Skandal an der Sache: Aus den Augen aus dem Sinn.

  33. @Heinrich von Senden | 08. März 2017 – 17:33
    „Erschreckend finde ich nur, dass – wie der WB festhielt – anfänglich die Einleitung eines Disziplinarverfahrens wegen der bevorstehenden Ausscheidens aus dem Dienst nicht in Betracht gezogen wurde.
    Das ist der eigentliche Skandal an der Sache: Aus den Augen aus dem Sinn.“

    Nein, das ist nicht erschreckend, sondern absolut gesetzeskonform!

    Das Disziplinarrecht soll in erster Linie eine erziehende Wirkung ggü. der betroffenen Person haben und in zweiter Linie zur Aufrechterhaltung der allgemeinen Disziplin und Ordnung dienen. Wenn also jemand den aktiven Dienst verlässt, dann sind „leichte“ Disziplinarvergehen nicht mehr zwingend zu verfolgen, da die Erziehungswirkung nicht mehr zu erwarten ist und auch nicht mehr benötigt wird.

    Die gem. SPON vorgefallene Beleidigungen der Bundeskanzlerin könnten allerdings in eine andere Kategorie fallen, da hier möglicherweise auch eine generalpräventive Wirkung ggü. anderen notwendig wird („Erhalt von Disziplin und Ordnung“). Diese Vorwürfe wurden aber (wenn man dem SPON Artikel glauben darf) erst kürzlich bekannt und konnten deswegen im ursprünglichen Verfahren nicht berücksichtigt werden.

    Also: vorne kürzer und Skandale nicht herbei reden. Dafür eignet sich das Disziplinarrecht nicht ;)

  34. @Koffer
    Nein, so sehe ich das nicht.
    Gleichgültig, ob jemand ggf. die Bw verlässt und dann seinen Dienstgrad als Reservist oder a.D. mit nimmt, scheint mir eine disziplinare Würdigung allein durch den Sachverhalt/den Vorwurf begründet. Es stellt m.E. ein Dienstvergehen dar – sofern der WB-Bericht stimmt.

    Und ich denke Sie sind mit mir einig, dass – wenn er das so gesagt hat – diese verbale Verunglimpfung schwer wiegender ist, als das man sie nicht weiter verfolgt.
    Anders betrachtet: Auch bei einem OTL a.D. kann man dann – in Ihrem Sinne – auf Besserung hoffen, oder? Ich würde das als Disziplinarvorgesetzter nie durchgehen lassen, dass einer meiner Soldaten einen anderen auf diese Art und Weise in seiner grundgesetzlich geschützten Menschenwürde herabsetzt.

  35. @Heinrich von Senden | 08. März 2017 – 18:48
    „Gleichgültig, ob jemand ggf. die Bw verlässt und dann seinen Dienstgrad als Reservist oder a.D. mit nimmt, scheint mir eine disziplinare Würdigung allein durch den Sachverhalt/den Vorwurf begründet.“

    Da stehen Sie nun aber im Widerspruch zur stehenden Rechtsprechung und allen Kommentaren zum Diszplinarrecht…

    „Es stellt m.E. ein Dienstvergehen dar – sofern der WB-Bericht stimmt.“

    Das wurde ja auch (wenn man dem Bericht SPON glauben kann) durch den zuständigen Vorgesetzten festgestellt. Aber die Feststellung des Dienstvergehens ist nur dann in Verbindung mit einer Diszplinarmaßnahme zulässig, wenn diese Maßnahme auch dem Zweck des Diszplinarrechts folgt.

    Disziplinarrecht ist kein Strafrecht! Darüber hinaus sind bei Maßnahmen gegen bereits pensionierte Soldaten die Stufen besonders hoch, weil eine einfache Disziplinarmaßnahme dort gar nicht mehr zulässig ist. D.h. es müßte eine gerichtliche Disziplinarmaßnahme sein und hier dann sogar so schwerwiegend, dass es nicht bei der Feststellung des Dienstvergehens bleibt (was ja wohl bereits erfolgt ist), sondern sogar eine tatsächlich gegen Ehemalige verhängbare Maßnahme dabei herauskommt (das sind bei leibe nicht alle Maßnahmen! gerade die „niedrigen“ gehen gegen Ehemalige nicht).

    Anders ist der Fall wohlmöglich bei der Beleidigung der Bundeskanzlerin. Hier könnte die Beleidigungsschwelle überschritten sein und zudem wegen der besonderen Treuepflicht von Soldaten und Beamten ggü. dem Dienstherren eine disziplinare Würdigung trotz der Pensionierung geboten sein.

    Aber das sind alles Spekulation zwischen Ihnen und mir. Zur Entscheidung sind hier die zuständigen Offiziere berufen. Diese (und allein diese) sind hierfür zuständig. Das Disziplinarrecht ist nicht für allgemeine, politische Diskussionen gedacht und deswegen entzieht es sich m.E.n. der weiteren Wertung durch uns nicht mit den Details des Falls vertrauten Personen.

    Nur um es nochmals klarzustellen: nach den bisher bekannt gewordenen Tatsachen haben die zuständigen Vorgesetzten (bisher) alles richtig gemacht…

  36. @ Heinrich von Senden | 08. März 2017 – 18:48
    Offensichtlich hat der zuständige Disziplinarvorgesetzte mit einem Rechtsberater bzw. der Einleitungsbehörde gesprochen. Ferner führt der WB aus, dass von einer gerichtlichen Diesziplinarmaßnahme abgesehen wurde, und nur die Einleitungsbehörde kann von einer Einleitung absehen.

    Wir waren nicht dabei, wie und in welchem Umfang Rücksprache gehalten wurde und warum exakt die Einleitungsbehörde zu dieser Feststellung kam. Vielleicht mangels Erfolgsaussichten? Vielleicht weil eine einfache Disziplinarmaßnahme als ausreichend angesehen wurde? (vgl. § 15 Abs 2 WDO Der zuständige Disziplinarvorgesetzte bestimmt nach pflichtmäßigem Ermessen, ob und wie wegen eines Dienstvergehens nach diesem Gesetz einzuschreiten ist; er hat dabei auch das gesamte dienstliche und außerdienstliche Verhalten zu berücksichtigen.

    Wir wissen es nicht und das müssen wir auch einmal akzeptieren können.

    „Es wurde allerdings ein Verstoß gegen die Grundsätze der Inneren Führung und die Fürsorgepflicht festgestellt“, so hält es der WB fest. Selbstverständlich äußert sich „die Bundewehr“ nicht umfassender. Aussagen zu Disziplinarverfahren dürfen nur nach § 9 WDO gegeben werden. Das Informationsfreiheitsgesetz zieht hier nicht.

    Fazit: Es ist ganz offensichtlich, dass der zuständige Disziplinarvorgesetzte die ehrabschneidenden, unangemessenen und unzeitgemäßen Äußerungen gegenüber der Kameradin eben nicht duldete. Mehr noch: er stellte fest!

    Für einen Skandal taugt das nicht, da bin ich bei @ Koffer.

  37. Stimmt, siehe 15:26/16:28 von heute.

    [Was hat Ihr Link zu den Fotos vor Mossul in Irak mit diesen Informationen bzgl. Raqqa in Syrien zu tun, außer dass es in beiden Fällen gegen ISIS geht? T.W.]

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