Aufmarsch der US-Truppen in Osteuropa – über Norddeutschland

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Der Aufmarsch von US-Truppen an der (Nord)Ostflanke der NATO wird konkret. Nachdem die U.S. Army bereits im November die genaueren Pläne für die Verlegung der 3rd Armored Brigade Combat Team, 4th Infantry Division (3/4 ABCT), aus Fort Carson, Colorado, bekanntgegeben hatte, machten US-Truppen und Bundeswehr am (heutigen) Dienstag klar: Deutschland spielt dabei eine ganz wesentliche Rolle – als logistische Drehscheibe. Nach dem Abzug der letzten US-Kampfpanzer aus Europa via Bremerhaven im Jahr 2013 sind die norddeutschen Häfen jetzt wieder das Tor für die Rückkehr des schweren Geräts der US-Truppen. Jeweils eine Kampfbrigade wird rotierend in Osteuropa eingesetzt – als Abschreckung gegenüber Russland.

Dazu gab es in der Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt bei Bremen eine gemeinsame Pressekonferenz des Kommandeurs der U.S. Army Europe, Generalleutnant Ben Hodges, und des stellvertretenden Inspekteurs der Streitkräftebasis, Generalleutnant Peter Bohrer (Foto oben). Garlstedt wird das Nervenzentrum für diese Logistikaufgabe.

Aus der Mitteilung der Streitkräftebasis dazu:

Die Streitkräftebasis übernimmt als militärischer „Servicepartner“ aller befreundeten und alliierten Nationen die Abwicklung einer reibungslosen Verlegung in und durch Deutschland. Die Streitkräftebasis nutzt bei dieser NATO-Operation den norddeutschen Raum als logistische Drehscheibe für den Transport von über 4.000 US-Soldatinnen und Soldaten mit ihren Fahrzeugen und ihrer Ausrüstung.

„Deutschland hat als Drehscheibe eine besondere Bedeutung, diese wollen wir wahrnehmen. Die Streitkräftebasis stellt dafür alle erforderlichen Fähigkeiten bereit“, betonte Generalleutnant Bohrer. Verlegt werden im Januar 2017 Kräfte der 3rd Brigade, 4th Infantry Division von Fort Carson, Colorado, USA nach Europa. Die Truppen dienen der verstärkten militärischen Präsenz in den osteuropäischen Ländern der NATO-Allianz.
Die Streitkräftebasis leistet hierfür den sogenannten „Host Nation Support“, also die Unterstützung befreundeter und alliierter Streitkräfte im eigenen Land. Sie stellt für die US-Armee Lagerkapazität und Betriebsstoffe, Unterkunft und Verpflegung, Instandsetzung, Transport- und Umschlag, Anlagen und Einrichtungen der Bundeswehr, Feldjägerunterstützung sowie die Transportsicherung innerhalb Deutschlands bereit. Die Streitkräftebasis unterstützt auch bei der Routenplanung einschließlich aller Freigaben und Genehmigungen beteiligter Behörden.
Die Operation Atlantic Resolve ist im Zusammenhang mit der verstärkten Präsenz der NATO in den osteuropäischen Partnerländern der Auftakt für eine Reihe weiterer Verlegungen. Noch im Januar wird im Rahmen der Operation „Bison Drawsko“ eine niederländische Brigade durch Deutschland Richtung Polen bewegt. Auch dabei übernimmt die Streitkräftebasis den Host Nation Support.
Etwa 900 Waggons mit militärischem Material werden per Eisenbahn von Bremerhaven nach Polen gebracht. Bildlich gesprochen entspräche dies einer Gesamtzuglänge von zirka zehn Kilometern. Dazu kommen ungefähr 600 Frachtstücke, die vom Truppenübungsplatz Bergen-Hohne ebenfalls per Bahn nach Polen transportiert werden. Knapp 40 Fahrzeuge werden direkt über die Straße von Bremerhaven nach Polen bewegt.

Das Verteidigungsministerium wollte offensichtlich nicht so gerne, dass dieser Termin mit dem US-General vorher bundesweite Aufmerksamkeit erregt, deshalb wurden vorsorglich nur regional Medien zu diesem Termin eingeladen. Allerdings dazu auch die Nachrichtenagenturen und zum Beispiel das ZDF, deshalb bleibt so was dann eben nicht regional:

(Foto: PIZ Streitkräftebasis)

62 Kommentare zu „Aufmarsch der US-Truppen in Osteuropa – über Norddeutschland“

  • persiflo   |   13. Dezember 2016 - 19:38

    Bekommt der „Servicepartner“ für seine Dienstleistungen eigentlich auch Geld? Wenn nicht, ist derlei Nachbarschaftshilfe unter NATO-Partnern die Regel?

  • Christoph v. Gallera   |   13. Dezember 2016 - 20:10

    Ich frage mich, ob irgendjemand das Buch von Christopher Clark über die Schläfer gelesen hat?
    Nun wären also wieder soweit, dass wir einen Keil zwischen den nach Osten erweiterten Westen und den nach Osten verschobenen Osten treiben?
    Was ist das für ein Wahnsinn?
    Sicher, Russlands Putin entspricht nicht den Vorstellungen der meisten Politikakteure in Deutschland. Dass das Baltikum und Polen eingedenk ihrer Erfahrungen mit der Sowjetunion sprichwörtlich Gewehr bei Fuß stehen – verständlich. Aber auch vernünftig?
    Um es geostrategisch einmal auszudrücken: Russland ist ein Teil Europas. Die USA sind es nicht. Von daher wäre es vielleicht doch vernünftiger, wenn Deutschland sich als Mittler und nicht als Parteigänger der noch aus der Nachkriegszeit stammenden Nato und des Pentagons sieht.
    Das Verhältnis zwischen Russland und den übrigen europäischen Staaten ist zu allerst eine europäische Frage, die von Europäern zu lösen ist. Den Verweis auf alte Nachkriegsstrukturen und Nachkriegsdenkweisen mit den USA als dominierendem Partner halte ich für unvernünftig.
    Die aktuelle Situation ist ein unvernünftiges Spiel mit dem Feuer.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   13. Dezember 2016 - 20:13

    Das Vorhaben der US-Streitkräfte ist eindeutig zu begrüßen, die offensive Darstellung, besonders in den norddeutschen Medien, gegenüber landläufig bekannter Bw-Zurückhaltung herausragend. Am heutigen Vormittag machten verschiedene Norddeutsche-Radiosender mit der Nachricht aus Garlstedt auf. – Dank an Gen Hodges -!
    Dennoch ist neben der anzuerkennenden militär-politschen Symbolik die Herausstellung der logistischen Steuerungsleistung der SKB, hier LogSBw GARLSTEDT, ins rechte Licht früherer Verlegeleistungen zu setzen.
    Bei den ReForGer-Übungen von 1969 -93 wurde nicht „nur“ eine ABCT, vgl vstkMechBrig, über die DEU Nordseehäfen bewegt, sondern i.d.R. ein ARMEE-Korps (+), zusätzlich CDN Pers/Mat.
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Return_of_Forces_to_Germany
    Keinesfalls zu vergessen, das U.S.-Großgerät war meist vorstationiert eingelagert, ähnlich verhielt es sich mit CDN. Volltruppe samt Großgerät wurde allerdings durch FRA und GBR zugeführt. Wesentlich zum Erfolg trug, nicht zu vergessen, die HNS-Leistung der Bundeswehr bei, ganz ohne SKB.
    Das Vorhaben der Army darf im Jahre 2017 keinesfalls klein geredet werden. Wesentliche Leistung bleibt aber die Fähigkeitsdemonstration und der politische Wille, übrigens im beginnenden deutschen Wahljahr. Der Landmarsch von B’haven aus wird hoffentlich die wünschenswerte mediale Aufmerksamkeit durch besiedelte (!) Gebiete erzeugen.
    Truppe muss sich zeigen.
    Bei ReForGer waren umfangreiche DEU Stabsrahmen- und Volltruppenübungen Teil der Übung, darf als Chance von Combinedness im kommendenJahr nicht ungenutzt verstreichen.

  • MikeMolto   |   13. Dezember 2016 - 20:28

    Gibt es Gruende warum das deutsche BMVg diese Verlege-Uebeung nicht publik haben wollte?

  • O&A   |   13. Dezember 2016 - 20:39

    Im Sommer 2017 werden ca. 40.000 bis 80.000 russische Soldaten vor allem in Kaliningrad und Pskow, d.h. direkt angrenzend an Estland, Lettland, Litauen und Polen, mehrwöchige scharfe Schieß- und Gefechtsszenarien üben. Es handelt sich um das größte Projekt des westlichen Militärbezirks seit Jahren, genannt „Zapad 2017“. Dafür werden auch Truppen und Material aus ganz Russland eingeflogen bzw. herantransportiert. Die Truppen operieren zusammen mit Panzern und (Jagd-)Bombern. Das ist in der Tat ein „Aufmarsch“ – aber auf russischer Seite.

  • Daniel   |   13. Dezember 2016 - 20:43

    @Christoph v. Gallera,
    wie genau sollten denn die Europäer diese Frage mit den Russen klären? Im Angesicht einer massiven militärischen Überlegenheit Russlands gegenüber Europa ist es schwer, sagen wir, Verhandlungsmasse ins Spiel zu bringen. Sie schreiben so, als würden die USA hier pfeifen und die Europäer/Deutschen springen. Es ist aber so, dass wir die USA als Sicherheitspartner brauchen. Und sollte Trump ernst machen und das Engagement der USA innerhalb der NATO stark zurückfahren, sieht es nicht besonders gut für Europa aus.

  • Fux   |   13. Dezember 2016 - 20:49

    Eine Frage an die Marine- und Logistikexperten hier im Blog:

    Warum fährt man per Schiff nicht direkt bis ans Baltikum? Wenn große Fähren über die Ostsee schippern können (ich entsinne mich da an die Eisenbahn-Fährverbindung Mukran-Klaipeda) oder LKW-Fähren gen Skandinavien, warum das umständliche Umladen auf die Bahn? Ganz davon abgesehen, dass ja hier vor einigen Monaten mal diskutiert wurde, dass die DB AG nur noch begrenzt Wagen für militärische Transporte vorhält.
    Muss zudem bereits an der polnisch-baltischen Grenze auf russische Breitspur umgestellt werden (Relikt aus Sowjetzeiten) oder hat das Baltikum noch europäische Normalspur?

  • Fux   |   13. Dezember 2016 - 20:53

    Ziehe den letzten Teil der Frage zurück, man will ja nur bis Polen per Bahn reisen.

  • Micha   |   13. Dezember 2016 - 21:18

    @MikeMolto: Die notwendige sicherheitspolitische Neuorientierung stößt bei der Bevölkerung auf wenig Gegenliebe. Russland ist weit weg und Bedrohungen sind für die meisten Bürger -obwohl vorhanden- abstrakt.

    Daher wird ein solcher Termin vielleicht als unpopulär betrachtet.

  • Micha   |   13. Dezember 2016 - 21:20

    @Fux: Im Baltikum gibt´s nur die Breitspur.
    Auch wenn Sie die Frage zurückzogen.

    Ich vermute, das man den Ernstfall imitieren möchte. Da fährt man nicht mit einer fetten schwimmenden Zielscheibe an Kaliningrad vorbei. Das wäre zu viel Risiko.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   13. Dezember 2016 - 21:24

    @Fux
    Weder Marine noch Log, aber reichlich Erfahrung zu ReForGer-Zeiten (s. 20:13) und in multinat Verwendung.
    1. Das Thema Breit-/Normalspur ist hier bei AG unsägliche Male durchdiskutiert, es stellt für NATO auf eigenem Territorium keinerlei Problem dar.
    Russland und Weißrussland grundsätzlich Breitspur, bei ehemaligen COMECON- und WP-Mitgliedern nur noch rudimentär vorhanden. Ansonsten gibt es funktionierende Umspurungsanlagen, die bekannteste und größte Umspurungsanlage ist in Brest (Weißrussland).
    In der Ukraine gibt es Anlagen in Jagodin, Przemysl und Tschop.
    Litauen hatte bis vor einigen Jahren eine in Mockava.
    2. Warum also Bremerhaven?
    a. Die Hafen- und Umschlagsogistik ist leistungsfähig, Bw hat mannigfache Erfahrung.
    b. Ein gewisser Aspekt der Sicherheit der Truppen, weil ausreichend Entfernung zum Einsatzraum und somit Zeit und Raum sich zu entfalten, spielt mit.
    c. Die politische Aussage dank medialer Wahrnehmung (BMVg-seitig offenbar wenig gewollt, siehe Aufmacher @T.W. oben): „wir stehen bereit, wir können das“ braucht Raum sich zu entfalten. Der kombinierte E-Transport und Landmarsch bietet von B’haven bis ins Baltikum reichlich Gelegenheit zu gewünschter öffentlicher Beachtung.
    Insgesamt, ebenso gut und zielgerichtet wie „dragoon ride“: Show of Force, Show of Strength

  • aufrger   |   13. Dezember 2016 - 21:36

    Kommentar aus Versehen doppelt gesendet. Ist anscheinden jetzt weg. Okay, ich versuche mich kürzer zu fassen.

    @ Fux 13. Dezember 2016 – 20:49
    Ein Blick auf die englischesprachige Wikipediaseite bezüglich der Baltischen Flotte Russlands, gibt eine Idee davon, dass die russiche Seite im Ostseeraum nicht schlecht aufgestellt ist.
    Zusätzlich ist die Ostsee als Operationsraum relativ klein und die russische Seite hat hier den Vorteil der kürzeren Anmarschwege bzw. ist vor Ort.
    Ein „anmarschierender“ US-Konvoi auf dem Weg ins Baltikum liessen sich – analog zu dem Katz und Mausspiel der Luftfahrzeuge der NATO und Russlands über der Ostsee – könnte also durch geschicktes taktisches Vorgehen der Russen (auch unterhalb der „Schießkriegebene“) deutlich verzögert werden. Politische Implikationen und/oder „Propagandakampagnen“ (Seht, wir haben der US-Aufmarsch auf Russland (gleiche Richtung wie das Baltikum) verzögert, verhindert, erschwert,….) will ich gar nicht erst betrachten.
    M.E. ist es für die USA vor allen Dingen politisch einfacher, die Kräfte auf dem Landweg anmarschieren zu lassen.

  • BAS   |   13. Dezember 2016 - 21:48

    Mal eine leider nur halb polemische Frage in die Runde:
    Gibt es eigentlich eine Widerstandsbewegung gegen den politischen Wahnsinn in der BW?
    Brauchen wir, da wir ja keinen Trump hinbekommen werden, sondern nur die nicht-Wahl zwischen Merkel und einem SPD-Klon haben werden, einen Putsch des Militärs um das Land zu retten?
    Persönlich stellen sich mir inzwischen diese Fragen.

  • Hohenstaufen   |   13. Dezember 2016 - 21:50

    Ich würde mir eine klare Kommunikation der Bundesregierung wünschen.
    Wieso stellen sich Frau Merkel oder Herr Gabriel nicht neben den US-General und halten eine kurze, prägnante Ansprache?
    Die Streitkräfte und die Bündnissverpflichtung der USA sind für Deutschland und Osteuropa schließlich wichtiger denn je durch nichts zu ersetzen.

  • KlausK   |   13. Dezember 2016 - 21:57

    @Gallera
    Wer zunächst unterschwellig deutsche Neutralität wünscht, ist in der Regel mindestens Putin – Freund.

  • closius   |   13. Dezember 2016 - 22:02

    @BAS: Die Bundeswehr ist eine demokratische Armee mit Staatsbürgern in Uniform und die BW wird weder putschen, noch brauchen wir einen Putsch um Deutschland zu retten!

    Und eine Widerstandsbewegung passt nicht zu einer Demokratie!

    Ihr Ton mit SPD-Klon, Putsch der BW passt hier nicht zu AG!

  • Reisender   |   13. Dezember 2016 - 22:03

    @Fux: (kein Experte – nur Laienlogik)
    Im Spannungsfall sollen und müssen noch mehr Brigaden, bzw. ganze Armeekorps über den gleichen Weg nach (Ost)Europa transportiert werden.
    Die Ostsee ist (dann) kein sicheres Operationsgebiet.

  • Reisender   |   13. Dezember 2016 - 22:10

    Zur Sache:
    Dieser symbolische Schritt ist sehr wichtig um ggü. Putin-Russland die Geschlossenheit der NATO und die grundsätzliche Bereitschaft zur Verteidigung des östlichen Bündnisgebiets zu signalisieren.
    Putin-Russland ist die größte sicherheitspolitische Gefahr und Herausforderung für Europa. Dieser Herausforderung kann und muss man sich nur im transatlantischen Bündnis stellen.

    Wie hier schon hingewiesen wurde, üben die russischen Streitkräfte regelmäßig große offensive Militäroperationen zur Eroberung des Baltikums.
    So unwahrscheinlich eine solche Situation uns heute erscheint, so bedeutet verantwortungsvolle Verteidigungspolitik sich genau auf solche Szenarien vorzubereiten.

  • Fussgaenger   |   13. Dezember 2016 - 22:12

    @ Christoph v. Gallera | 13. Dezember 2016 – 20:10

    „Um es geostrategisch einmal auszudrücken: Russland ist ein Teil Europas. Die USA sind es nicht.“

    Sehe ich nicht so – die USA sind im wesentlichen durch europäische Auswanderer aufgebaut und geprägt worden. Entsprechend ist die Verbindung zwischen den USA und Europa nicht auf die rein geographische Kategorie zu verengen.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   13. Dezember 2016 - 23:00

    @closius
    Die Bundeswehr ist KEINE demokratische Armee, Gott bewahre, aber eine Armee in der Demokratie.
    Unterschied:
    In demokratischen Systemen finden Wahlen zur Bestimmung der Führer statt; die Wahlen zu Vertrauenspersonen sind Demokratie genug.
    Chefs und Kdr etc. werden ganz undemokratisch bestimmt, gut so.
    @BAS
    Ihre „halb polemische Frage“ ist polemisch genug. Verdeckte Putschaufforderung? Schon mal ins Strafgesetz geschaut?

    @all
    Soeben in den „Tagesthemen“: USA stellen Waffen-/MunLieferung an die Saudis mit Hinweis auf deren Vorgehen im Jemen ein. Handlungsdruck für BMVg angesichts unserer Lieferentscheidungen, Art-Zünder etc?

  • bernd2002   |   13. Dezember 2016 - 23:21

    @Fux
    Weiterer, bisher noch nicht genannter Grund sind die guten Verbindungen von Bremerhaven. Das ganze Equipment rollt auch als high & heavy auf ganz normalen, zivilen Liniendiensten mit.

  • Zeitzeuge   |   13. Dezember 2016 - 23:26

    @ Christoph v. Gallera | 13. Dezember 2016 – 20:10

    Ihrem nachdenkenswerten Beitrag stimme ich zu und erlaube mir, ihn wie folgt zu ergänzen:

    Bemerkenswert, wie die Deutschen – die einen Haushofer hervorgebracht haben – die Geopolitik immer noch verfemen und dabei verkennen, wie existentiell dieser Wissenschaftszweig gerade für ihre Nation ist.

    Für unser Volk ist das Einvernehmen und die enge Zusammenarbeit mit dem neuen Rußland überlebensnotwendig – wirtschaftlich (Rohstoffreichtum einerseits, Industrieprodukte allerersten Ranges – immer noch – andererseits), aber auch unter dem Aspekt kultureller Nähe.

    @ BAS | 13. Dezember 2016 – 21:48

    Der letzte Putschversuch deutscher Soldaten scheiterte am 20. Juli 1944.

    Die aktuellen deutschen Streitkräfte sind nicht in der Lage, dem jetzigen System ein Ende zu bereiten.

    Im übrigen belehrte Sie @ closius | 13. Dezember 2016 – 22:02 mit folgenden schönen politisch korrekten Sätzen:

    „Die Bundeswehr ist eine demokratische Armee mit Staatsbürgern in Uniform und die BW wird weder putschen, noch brauchen wir einen Putsch um Deutschland zu retten!
    Und eine Widerstandsbewegung passt nicht zu einer Demokratie!“

    Was wollen Sie dieser apodiktischen ex cathedra-Aussage noch entgegnen?

    Im übrigen bleibt abzuwarten, ob der künftige U.S.-Präsident – beraten durch seinen Außenminister Tillerson und seinen Verteidigungsminister „Mad Dog“ Mattis – diesem Zauber sofort nach seinem Amtsantritt nicht ein schnelles Ende bereiten wird.

    Ich bin da ganz zuversichtlich.

  • Hans Schommer   |   14. Dezember 2016 - 0:48

    Zeitzeuge | 13. Dezember 2016 – 23:26:
    “ … Für unser Volk ist das Einvernehmen und die enge Zusammenarbeit mit dem neuen Rußland überlebensnotwendig […] auch unter dem Aspekt kultureller Nähe.“
    Die „kulturelle Nähe“ hat Stalin nachhaltig ausgerottet. Ich hoffe nur, dass wir in DEU von der derzeit in den russischen Gesellschaften gepflegten „Kultur“ verschont bleiben.
    Hans Schommer

  • Hans Schommer   |   14. Dezember 2016 - 0:55

    @ BAS | 13. Dezember 2016 – 21:48
    Ab mit Ihnen ins PolBil-Seminar (einfach mal bei einer Volkshochschule in Ihrer Nähe nachfragen).
    Hans Schommer

  • Edgar Lefgrün   |   14. Dezember 2016 - 1:07

    Natürlich durch Norddeutschland, was sonst machte wohl Sinn? Natürlich BHV, das war schon immer der bevorzugte Anlandepunkt für den grossen Schiffstransport. Und man braucht sich nur die Hafenanlagen ansehen, die Karte mit den Bahnlinie und der Autobahn. An meinen Zug ab BHV waren damals immer US-Waggons mit Ziel Berlin dran. Und unsere FlaRak war im Luftverteidigungsgürtel dort doch dicht konzentriert. Heute ist das deutsche Patriot-Geschwader in S-H und M-V stationoniert.

  • FNU SNU   |   14. Dezember 2016 - 8:19

    Zur Frage wieso man Übt, das Baltikum von Deutschland aus zu verstärken.

    Zum einen heisst es Übung und nicht Könnung. Die Beltischen Staaten und eben auch Polen haben einiges an den Verfahren für die Verlegung von Truppen verbessert, Deutschland ist hier gerade die Schnecke.
    Veränderungen, insbesondere beim Zollrecht (Military-Schengen ist so ion Begriff von General Hodges) erreicht man nicht durch Worte sondern indem man eben Praktisch auch das Ganze durchführt.
    Aus Sicht der Amerikaner versucht man eben 30.000 Soldaten in Europa wie 300.000 aussehen zu lassen, durch Show of Force und permanentes Rotieren.
    Im Ergebnis ist er Erfahrungsgewinn für die Truppe Enorm, ein Bataillon ist da mal Schnell auf 3 Länder verteilt und ein US Captain und Kompaniechef eben mal kurz der Senior Military Representative der US Streitkräfte.

    Und nur durch Übungen stelle ich Mängel fest, gewinne ich Erfahrungen und kann gleichzeitig Präsenz zeigen.

    P.S. Kleine Anmerkung am Rande. Bei der Absetzübung der Fallschirmjäger von der Übung Anaconda vor 2 Jahren sind die Amerikaner nicht etwa in Europa in den Flieger gestiegen sondern aus den USA direkt eingeflogen und ohne Stop abgesetzt worden. Dagegen ist die Strecke Penzing –> Altenstadt dann doch eine andere Hausnummer.

    Fazit, die US Army ist seit der Ukrainekrise permanent eingebunden um Europa präsent zu sichern, es ist Show of Force.

    Gleichzeitig sind, wie oben beschrieben, mehrere Divisionen der Russischen Streitkräfte permanent vor den Baltischen Staaten präsent. Insofern geht aus meiner Sicht die Provokation hier nicht von den USA aus, egal was gewisse Trolle permanent behaupten.

  • TBC   |   14. Dezember 2016 - 8:50

    Ich finde die Diskussion der Verlegung via Ostsee so seltsam… Warum denkt man nicht erst einmal darüber nach, wo das ZIEL der Transporte ist? Baltikum? Grenze zu Russland? Das ich nicht lache…
    http://www.lr-online.de/regionen/spree-neisse/forst/USA-schicken-Panzer-an-polnische-Grenze-bei-Forst;art1052,5688742 – Alle drei Stationierungsorte befinden sich unmittelbar an Oder und Neiße, also an der DEUTSCHEN Grenze, nicht an der russischen. Zagan, das ist 80 km von meiner Wohnung entfernt.
    Ich weiß momentan nicht wirklich, ob ich mich „verteidigt“ oder bedroht fühle…

  • TBC   |   14. Dezember 2016 - 9:08

    @ FNU SNU: „Insofern geht aus meiner Sicht die Provokation hier nicht von den USA aus, egal was gewisse Trolle permanent behaupten.“
    OK, dann bin ich wieder im Troll-Modus, dem mir angedichteten: Im Gegensatz zu US-Streitkräften und sonstigen NATO-Partnern befinden sich die russischen Truppen auf ihrem eigenem, auf dem Territorium Russlands. Ein Unterschied, denke ich…

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   14. Dezember 2016 - 9:14

    @TBC
    ZAGAN, ja, in Teilen als zentrale Basis richtig, ansonsten von Estland bis Bulgarien.
    Detailplanung der Truppen mit starting-/release-point und Vorhaben in Osteuropa bei:
    http://augengeradeaus.net/2016/12/aufmarsch-der-us-truppen-in-osteuropa-ueber-norddeutschland/
    Ziel der Transporte…
    – ZAGAN
    – DRAWSKO POMORKIE
    – SWIETOSZOW
    – SLIERZYNA und
    – BOLESLAWICZ?
    Das sind die AUSLADEBAHNHÖFE von denen aus die Einsätze an den Grenzen zu RUSSLAND/WEIßRUSSLAND, – bis MOLDAU/TRANSNISTRIEN gefahren werden.
    Bedroht fühlen …, die POLEN bitte fragen, sind dichter dran am Towarisch Putin.

  • Fussgaenger   |   14. Dezember 2016 - 9:44

    @TBC | 14. Dezember 2016 – 9:08

    Ich bin mal so frei, die Stationierung von NATO-Truppen auf NATO-Territorium als gleichwertig zu dem von ihnen beschriebenem Satz „russischen Truppen auf ihrem eigenem, auf dem Territorium Russlands“ anzusehen.

    Irgendwie scheint sich hier der allgemeine Wertekompass verstellt zu haben, wenn einige Kommentatoren sich von US-Truppen eher „bedroht“ als verteidigt fühlen…

  • sanjäger   |   14. Dezember 2016 - 9:48

    Russland ist aber groß. Die Truppen müssen nicht an der Westgrenze stationiert werden. Klar ist das die freie Entscheidung Russlands. Aber es muss dann auch mit einer Reaktion rechnen. Dass die nach Georgien und der Ukraine nun mal auch militärisch stattfindet, ist glaube ich der NATO nicht zu verdenken. Und ich glaube niemand hier will sich lächerlich machen und behaupten, dass von den 3 NATO-Battalionen im Baltikum tatsächlich eine Invasionsgefahr für Russland ausgeht.

    Ich denke, es ist in unser aller Interesse, russisches Handeln im Moment eher kritisch und vorsichtig zu bewerten, als von positiven Intentionen auszugehen. Nur eine Inkursion auf NATO-Territorium, auf welche die Gro0ßen nicht reagieren, würde die Glaubwürdigkeit und damit eventuell sogar den Bestand der Militärallianz m’Mn gefährden. Und wo stehen wir dann? Also wer sich nach dem Brexit Gedanken über Verteidigungsfähigkeit der EU gemacht hat, sollte sich bei dieser Aussicht in die Hose machen. Insofern mag es zwar als gemeine Provokation des Westens gesehen werden, wenn er einfach so sowas in der Größenordnugn von einer Division an der russischen/Ukrainischen Grenze rotieren lässt, aus meiner Sicht ist das aber weder zielführend, noch entspricht es den Tatsachen.

  • ede144   |   14. Dezember 2016 - 10:12

    @ TBC
    Truppen in großer Stärke so dicht an der Grenze zu haben, war ein Kriegsgrund. Und das ist nur gut 100 Jahre her. Also wer droht hier wem?

  • der-moench   |   14. Dezember 2016 - 10:22

    Sie stellt für die US-Armee … Instandsetzung … innerhalb Deutschlands bereit.

    Ich lese immer dass die BW nicht mal genügend Kapazitäten hat ihr eigenes Großgerät in Schuss zu halten, aber jetzt sind welche für zusätzliche Truppen vorhanden???

  • weißnix   |   14. Dezember 2016 - 11:09

    Wenn ich das ganze lese, frage ich mich sind die noch normal. Wer hat die Nato erweitert entgegen der Zusagen das nicht zu tun. Wer hat Atomwaffen in der Pfalz entgegen der Verträge von Einzelsprengköpfen auf Mehrfachsprengköpfe umgerüstet. Obama hat jüngst zugegeben, dass sie den Konflikt der Ukraine finanziert haben. Wir sprechen zum Schaden der deutschen Wirtschaft Sanktionen aus, die USA liefert und steigert gewaltig den Umsatz mit Russland. Warum hat nach diesem Geständnis unsere Regierung unsere Soldanten der Nato nicht zurückgezogen, wenn das ganze doch nur ein Lügengebilde unserer Freunde ist.. Wer hat Al quaida und Isis gegründet und den ganzen Nahen Osten destabilisiert, und unsere liebe Frau M… beauftragt die Flüchtlinge in die EU aufzubehmen. Schaltet mal das Hirn ein. Ich bin kein Putin Freund, wäre er aber nicht so vernünftig, hätte es schon längst Krieg gegeben. Und genau das ist was unsere Freunde in Europa wollen. Warum machen die das nicht bei sich zuhause. Das hier geschriebene ist meine Meinung, und ich hoffe damit dass doch einige der Kommentar Schreiber etwas heller werden.

    ,

  • Daniel   |   14. Dezember 2016 - 11:21

    @Zeitzeuge
    Zitat: „Für unser Volk ist das Einvernehmen und die enge Zusammenarbeit mit dem neuen Rußland überlebensnotwendig – wirtschaftlich (Rohstoffreichtum einerseits, Industrieprodukte allerersten Ranges – immer noch – andererseits), aber auch unter dem Aspekt kultureller Nähe.“

    Verbeiten Sie mit Absicht Desinformtion? Hören Sie bitte auf mit der Wiederholung solcher Lügen oder im besten Falle gefährliche Halbwahrheiten. Damit spielen Sie jenen in die Hände, die eine Spaltung unserer Gesellschaft forcieren. Oder tun Sie das im Auftrag?

    Wir exportieren mehr als doppelt soviel in die Schweiz als nach Russland. An erster Stelle unserer Exportpartner stehen die USA, gefolgt von Frankreich und GB. Selbst China steht erst auf Platz 5(!) (Quelle: de.statista.com) Und was genau ausser Gas und Öl sollten wir aus Russland importieren? Wodka? Ladas?

    Und welche kulturelle Nähe meinen Sie?

  • Arty1986   |   14. Dezember 2016 - 11:27

    Die Diskussion, sich lieber nach Osten oder Westen zu orientieren, will ich hier nicht zu sehr vertiefen, bin ich doch auch kein „allumfassender“ US-Freund, ABER: Was dz gelebte Realitaet in RUS ist (wie auch in einigen ehemaligen SSR), kann man kaum als wuenschenswerte Alternative zu „unserem“, ganz sicher und ueberhaupt nicht durchgaengig „gut“ US-gepraegtem Gesellschaftsmodell sehen! Wer „damals“ zum Jahreswechsel 1999-2000 die Rede zum Antritt der ersten Praesidentschaft verfolgt hatte, wundert sich allerdings ueberhaupt nicht, hoechstens ueber die nicht-Reaktion „des Westens“, der weiter „Friede, Freude, Eierkuchen“ proklamiert. Damit kann man ja auch viel besser den Abbruch des VtdgHH zu Gunsten anderer, wichtigerer Dinge realisieren.
    Wenn man ganz „boese“ argumentiert, kann man auch sagen: Warum haben die USofA den gesamten Norden Afrikas in Aufruhr versetzt?
    Was waere die Rolle der USA gegenueber/in einem einigen (EU-)Europa mit funktionierenden wirtsch-pol Beziehungen zu Russland, China und „stabilen“ (wenn auch nicht in „unserem“ Sinne freiheitlichen) Staaten in (Nord-)Afrika und Nah-/Mittelost?

    Die sog „3B“ (Estland. Lettland, Litauen) haben REALE nennen wir es „Bedenken“ angesichts dessen, was sich auf RUS-Seite unmittelbar an deren Grenzen „abspielt“! DA sind nicht nur „Potemkinsche Doerfer“ aufgestellt, das SIND Streitkraefte, die allein aufgrund ihrer zahlenmaessigen Staerke nicht wegdiskutierbar sind und erhebliches Potential auch weiter in Richtung „Westen“ haben!
    Angesichts dessen, was einige „russische Staatsangehoerige leisteten“, die sich halt uniformaehnlich kleideten und mit ein paar militaeraehnlichen Fahrzeugen die Ostukraine derart aufruehrten, dass sie nun vom „Stammlnad“ real abgespalten wurde (und irgendwie waren’s dann doch RUS-Truppen), ist man „hier“ deutlich alarmierter.
    Schliesslich hat man die „real existierende russische Knute“ noch allzu gut in Erinnerung (in D, kaum 27 Jahre „danach“, wollen grosse Teile, auch der ehem. „DDR“-Bevoelkerung ja schon gar nichts mehr davon wissen, dass eine eigene Meinung bereits fuer Verhaftung, Gaengelung der ganzen Familie, Ausschluss von Schule/Studium und die freie Wahl des Aufenthaltsortes schlichtweg mit Erschiessung bzw Toetung durch Minen, Selbstschussanlagen etc in den unendlichen Weiten des „antifaschistischen Schutzwalls“ ausreichte).
    Und daher ist es auch nicht verwunderlich, dass nun mit Blick auf den „NATO-Mitgliedsausweis“ ein wenig Beistand eingefordert wurde.
    Wie war das den in der „alten“ Bundesrepublik? Da standen von „Flensburg – Garmisch“ alliierte Kraefte bereit, um UNSERE FREIHEIT ggf mit dem Leben auch ueberseeischer junger Soldaten zu verteidigen!
    Und haetten die USA „uns“ nicht mittels „Marshallplan“ gehoerig „auf die Fuesse“ geholfen, es haette wahrlich anders und viel weniger schoen kommen koennen (vgl. UdSSR – DDR).

    Realistisch betrachtet werden die „kleinen 3B“ allerdings gerade ein wenig von Engagement „ueberrolt“!
    Eine Uebung nach der anderen mit entsprechenden Verlegungen von Truppe, nun die bevorstehende „rotierende“ (dauerhaft will man aufgrund der „damaligen“ Abmachungen mit der RUS „prae-P-Administration“ tunlichst vermeiden) Stationierung je einer „Battlegroup“ (ungefaehr ein gemischt-verstaerktes Btl) in 2017.
    Litauen hat zB auch flugs die Wehrpflicht wieder eingefuehrt!
    Das muss ein Land mit nicht 3 Mio Bewohnern erst einmal alles stemmen…

    Des Deutschen Wahrnehmung ist natuerlich voellig anders. Und wenn schon der Aussenminister von „Saebelrasseln“ spricht (ok, eine der Uebungen ausgerechnet „Saber Strike“ zu nennen, ist vielleicht militaerisch-markant, aber vielleicht auch etwas zu dick aufgetragen, angesichts dessen, was da TATSAECHLICH passiert, macht es ihm da leicht) und „die Politik“ „dem Volk“ seit nunmehr einem Vierteljahrhundert etwas von „nie mehr Krieg in Europa“, „Friedensdividende“ und „von Freunden umzingelt“ erzaehlt, wie bitte schoen, soll dann dieses Volk nun im „hau-ruck“-Verfahren „kehrt“ machen!?
    Haben wir uns doch so sehr an unser voellig dekadent-hedonistisches Dasein gewoehnt.

    Leider, da bin ich recht zuversichtlich, auch wenn ich mir wirklich eine angenehmere Zeit vorstellen kann, warden wir es erleben, dass „die Erde“ noch weit mehr „aus den Fugen“ geraet, als das jetzt der Fall ist. Auch die Fluechtlings“krise“ ist erst ein kleiner Vorgeschmack auf Kommendes, werden sich die „Spitzen“ der Bevoelkuerungsentwicklung doch noch in einiger, wenn auch absehbarer Zukunft auswirken…

    Der Eisenbahn-Umspurpunkt in Litauen ist uebrigens in Sestokai, aber auch das ist ein Feld, das beackert wird…

  • TBC   |   14. Dezember 2016 - 11:30

    @ ede144 :
    „Truppen in großer Stärke so dicht an der Grenze zu haben, war ein Kriegsgrund. Und das ist nur gut 100 Jahre her. Also wer droht hier wem?“
    Ja, genau das meine ich. Truppen in großer Stärke so dicht an der Grenze…

    Zum „Wertekompass“: Mein Wertekompass entstand in den 80er Jahren, und da prägte ihn vor allem die Angst vor Pershing-2 UND vor SS-20. Insofern empfinde ich es bedrohlich, wenn man Truppen über den großen Teich bringt und sie knapp neben meinem Häuschen stationiert. Der Gedanke, dass mir mal was auf dem Kopf fallen könnte, drängt sich gerade wieder auf.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   14. Dezember 2016 - 11:52

    Bedroht, von wem?
    Dank Krim und Ukraine greift ein messbarer Stimmungswechsel, Berufstrolle außen vor:
    Sozialwissenschaftliches Institut der Bundeswehr führt regelmäßig Untersuchungen zur Einstellung der Bevölkerung hinsichtlich Verteidigung, Bedrohungsempfinden etc. durch.
    In der letzten Erhebung (über Homepage des SOWI abgreifbar) machte die Hälfte der Befragten teilweise überraschend postive Angaben.
    – die Verteidigungsausgaben sollten anwachsen
    – (erstmals seit 2000) die Truppenstärke sollte steigen, aber auch
    – weiterhin kein Bedrohungsempfinden seitens Russland, anders als Polen und Balten
    (Nicht folgerichtig: Truppenstärke steigen, weshalb, wenn Putin ein Guter ist, …oder ist der Wunsch der Vater der Aussage…?)
    – eine Mehrheit befürwortet dennoch Ausbildungs- und „Stabilisierungsoperationen“ (wissen die Befragten; was gemeint ist …?)
    – eine Minderheit befürwortet (wie zu erwarten) Kampfeinsätze.

    Oder gibt es neue Einsichten zur zurecht gelobten Exportleistung, die auch eine logistische Exportabhängigkeit beinhaltet und den Schutz der Seewege erfordert. Die „Stärke Wirtschaftsleistung“ ist damit zugleich eine Schwäche.

  • Mike   |   14. Dezember 2016 - 11:54

    @TBC

    Mein Wertekompass entstand in den 70er/80er Jahren. Und der Ausgang der Geschichte gab einem DEU BK namens Schmidt (aber nicht nur ihm!) Recht: Nur die westl. Aufrüstung (bei gleichzeitiger Gesprächsbereitschaft) hat die Herren in Moskau zur Abrüstung bewegt. Der Beitrag der sog. „Friedensbewegung“, die teilweise von der Stasi finanziert wurde, war es sicher nicht. Der Wunsch nach DEU Wehrlosigkeit macht mir mehr Angst als dass mir was auf den Kopf fällt. Und wie damals DEU haben unsere NATO-Partner ein Anrecht auf Solidarität.

  • Ulenspiegel   |   14. Dezember 2016 - 12:17

    Daniel schrieb: “ Im Angesicht einer massiven militärischen Überlegenheit Russlands gegenüber Europa ist es schwer, sagen wir, Verhandlungsmasse ins Spiel zu bringen.“

    Könnte diese interessante Behauptung auch mit soliden Zahlen untermauert werden?

    Die gesamten russischen Streitkräfte auf beiden Kontinenten besthen nur aus rund 800.000 Mann, davon 250.000 Wherpflichtige mit 12-monatigem Wehrdienst.

  • T.Wiegold   |   14. Dezember 2016 - 12:27

    Hm, schon klar, dass dieses Thema bestimmte Reaktionen provoziert… Ich bitte rundum möglichst darum, bei sachlicher Debatte und Fakten zu bleiben.

  • Edgar Lefgrün   |   14. Dezember 2016 - 12:31

    @TBC

    Können Sie sich noch erinnern? Was war zuerst vorhanden und disloziert, heimlich, die SS20 in Russland? Was folgte der heimlichen Dislozierung der SS20`? Na? Es war der NATO-Doppelbeschluss. Schon mal gehört? Erinnerung daran? Und der Beschluss, auch auch die Jahre spätere Dislozierung von Pershing 2 und Cruise Misslie erfolge nicht heimlich, es war alles öffentlich. Ist der kleine Unterschied erkennbar? Der Kreml hätte sich zurücknehmen können, wollte es aber nicht. Auch jetzt nimmt der Kreml sich nicht zurück, auch wenn der Wolf gelegentlich mal Kreide gefressen haben zu scheint.

  • Zivi a.D.   |   14. Dezember 2016 - 12:49

    @TW: Zu dieser Debatte gehört nun mal, dass der Aggressor zu identifizieren ist.
    Für mich sitzt dieser eindeutig im Kreml. Er gründet sich auf seinen „post-sowjetischen“ Anspruch, dass die ehemaligen Sowjetrepubliken nicht das Recht haben, politische Entscheidungen zu treffen, die den russische Interessen (und dazu zählen angesichts der populistischen Dimension des Putin-Regimes auch simple Befindlichkeiten) zuwider laufen.
    Das ist das ganze Problem.
    Dem Rest der Welt (und den meisten Russen) ginge es besser, wenn sich Putin und seine Gang zunächst darauf beschränken würden, sich die Probleme innerhalb der russischen Grenzen zu kümmern. Stattdessen heizen sie ständig imperialistische Strebungen mit der Aussicht auf Herrschaft über die leider unabhängig gewordenen Nicht-Russen der ex-UdSSR an – nicht zuletzt um das eigene Versagen innerhalb der eigenen Grenzen zu übertünchen. Putins Regime würde ohne dieses Narrativ vom gedemütigten Russland, dem Putin mit seiner aggressiven Politik zu neuem Ansehen verhilft, innenpolitisch gar nicht funktionieren. Und die Putin-Versteher erklären uns dazu, dass wir diese „berechtigten Sicherheitsinteressen“ berücksichtigen müssen.
    Nein. Das müssen wir nicht verstehen. Putin muss verstehen, wo die Grenzen Russlands liegen.

  • csThor   |   14. Dezember 2016 - 12:55

    Was in der öffentlichen Meinung durchscheint ist der eigentlich seit 1945 latent vorhandene und immer wieder mal aufpoppende „Neutralismus“, die Sehnsucht nach der „Großen Schweiz“ und einem biedermeierischen „Frieden“, wo einen die Welt da draußen mit ihren Forderungen in Ruhe läßt und nicht ständig Fragen stellt, denen man sich gar nicht stellen will.

    Das ist an sich erst einmal nicht verwerflich, die selben Impulse sind dieses Jahr ja auch im Vereinigten Königreich und den USA augenscheinlich geworden. Es bliebe aber eine Aufgabe der Politik hier mit Führung und Erklärung überhaupt einen nachvollziehbaren Kurs zu fahren. Aber stattdessen bekommt der Michel hierzulande nur Platitüden und Geschwurbel, und nichtssagendes dazu. Und wenn dann – wie schon seit Sommer erkennbar – hier vieles aus den Medien gehalten werden soll weil politisch nicht opportun, dann ist das für die Demokratie an sich höchst bedenklich.

  • T.Wiegold   |   14. Dezember 2016 - 13:20

    @Zivi a.D.

    Ich bitte lediglich darum, dass diese Debatte hier nicht zusätzlich durch die Schärfe der Formulierungen angeheizt wird.

  • Daniel   |   14. Dezember 2016 - 13:51

    @Ulenspiegel

    ja, diese Behauptung kann mit Zahlen untermauert werden. Ohne die Amerikaner hätte Europa kaum etwas Russland entgegen zu setzen – besonders nicht wir, obwohl wir das bevölkerungsreichste und wohlhabendste Land Europas sind. Ich bin aber bereit das Wort „massiv“ zurückzunehmen. Das bezog sich eher auf die Situation im Baltikum. Sie werden mir sicher zustimmen, dass dort die Lage so ist, dass, selbst mit der Präsenz der Amerikaner, man nur von einer Symbolpolitik der NATO sprechen kann. Es sind genug russische Kräfte vorhanden, um in kürzester Zeit erst grüne Männchen einsickern zu lassen und im Handumdrehen die Verbindung Polen/Litauen zu kappen. Die Stationierung der entsprechenden russischen Raketensysteme in Kaliningrad würde es Russland ebenso ermöglichen, das Baltikum in Handumdrehen abzuriegeln, so dass weder Schiffe noch Flugzeuge durchdringen könnten.

  • Hubi   |   14. Dezember 2016 - 14:25

    Für mich persönlich taucht der Aspekt der Osterweiterung der NATO bis unmittelbar an die Grenzen RUS und die damit zusammenhängende Eskalation zu wenig auf.

  • Ziethen   |   14. Dezember 2016 - 14:30

    @Ullenspiegel

    Man sollte auch nicht die diversen „Schattenheere“ vergessen, die dem Kreml noch zur Verfügung stehen: Nationalgarde und „Innere Truppen“, die beide einen militärischen Charakter haben.

    Außerdem verfügen die RU Streitkräfte ggü. der NATO gegenwärtig und absehbar über diverse organisatorische Vorteile:

    – gemeinsame Sprache
    – einheitliche Ausrüstung und Ausbildung
    – einheitliche Führung
    – personelle Reserven durch die Wehrpflicht
    – materielle Reserven …

  • weißnix   |   14. Dezember 2016 - 14:35

    Hallo Hubi, das alles kann man noch 10 oder 100 mal schreiben. Es gibt eine bestimmte Sorte Menschen die von Geburt an anscheinend einen Tunnelblick haben. Wenn dem nicht so wäre, würden die mal nachdenken welcher Staat in 100 Jahren nahezu jedes Jahr ein zwei Kriege angezettelt hatte. Also Russland war es nicht.

  • Georg   |   14. Dezember 2016 - 14:59

    @ weißnix

    Zitat:
    „Wenn dem nicht so wäre, würden die mal nachdenken welcher Staat in 100 Jahren nahezu jedes Jahr ein zwei Kriege angezettelt hatte. Also Russland war es nicht.“

    Deutschland und die Nato haben aber auch nicht alle ein, zwei Jahre einen Krieg angezettelt. Da sie offensichtliche eine vorgespannte Wahrnehmung in der geschichtlichen Erinnerungen haben, hier ein paar Erinnerungshilfen :

    – 17. Juni 1953, Niederschlagung des Volksaufstandes in der DDR durch die UdSSR
    – Ungarn 1956, Niederschlagung des Volksaufstandes in Ungarn durch die Sowjetunion
    – 1961, Stationierung von Atomraketen auf Kuba durch die UdSSR
    – 1968, Niederschlagung des Öffnungskurses („Prager Frühling“ ) in der Tschechesslowakei durch die UdSSR
    – 1979 Einmarsch der UdSSR in AFG, 10 jährige Besetzung und Krieg gegen AFG
    in der Folge 1989 Beginn der Auflösung der UdSSR
    – 2014 Annektion der Krim
    – 2014 – heute, Krieg in der Ostukraine

    Ab und zu sollte man sein eigenes Weltbild kritisch hinterfragen !