Gipfelbeobachtung: ‚Sea Guardian‘ statt ‚Active Endeavour‘ im Mittelmeer

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Die NATO will mit einer neuen maritimen Sicherheitsmission im Mittelmeer aktiv werden: Sea Guardian (Meereswächter) soll die neue Operation heißen, die die seit mehr als einem Jahrzehnt laufende Operation Active Endeavour (OAE) ersetzen soll. Das kündigte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg auf dem Gipfel des Bündnisses in Warschau am (heutigen) Samstag an:

And third, we will launch a new maritime security operation in the Mediterranean Sea, Operation Sea Guardian. It will have a broad scope, including the situational awareness, counter terrorism and capacity building.
We intend to work closely with the European Union’s Operation Sophia in the Central Mediterranean. Building on our swift and effective cooperation with the EU to cut the lines of international human smuggling in the Aegean.

Mit der neuen Mission setzt die Allianz nicht nur etwas andere Schwerpunkte – sie verabschiedet sich vor allem von einer Operation, die – praktisch als letzte – noch auf der Ausrufung des NATO-Bündnisfalls nach den Angriffen auf New York und Washington am 11. September 2001 beruhte. weiterlesen

Gipfelbeobachtung: Weiter geht’s in Afghanistan

NATO Secretary General meets with the President and the Chief Executive of Afghanistan - NATO Summit Warsaw

Die Staats- und Regierungschefs der NATO haben sich am (heutigen) Samstag beim Gipfeltreffen in Warschau darauf verständigt, die Mission der Allianz in Afghanistan, Resolute Support, über dieses Jahr hinaus wie bisher fortzusetzen und nicht wie geplant ihr Engagement am Hindukusch zu reduzieren. Die Entscheidung war absehbar, spätestens nachdem US-Präsident Barack Obama in dieser Woche angekündigt hatte, die US-Truppenstärke im Land geringer als zunächst vorgesehen zu reduzieren (Instead of going down to 5,500 troops by the end of this year, the United States will maintain approximately 8,400 troops in Afghanistan into next year).

Der wesentliche Grund dafür liegt natürlich darin, dass die afghanischen Sicherheitskräfte zwar formal die Verantwortung für die Sicherheit des Landes haben – aber nach wie vor nicht in der Lage sind, das ohne äußere Hilfe auch sicherzustellen. Im vergangenen Jahr war das unter anderem mit der vorübergehenden Eroberung der nordafghanischen Provinzhaupstadt Kundus durch die Taliban deutlich geworden.

Deshalb sieht die Gipfel-Erklärung von Warschau nicht nur vor, die ausländischen Truppen länger im Land zu lassen. Zugleich wird auch die Unterstützung für die afghanische Armee und Polizei bis 2020 versprochen: weiterlesen