Deutsche Milan-Panzerabwehrwaffen in Syrien?

Da ist (mal wieder) die Hilfe der Kenner gefragt: Im Internet kursieren (vom gestrigen Samstag) Bilder, die Milan-Panzerabwehrsysteme in den Händen kurdischer YPG-Kämpfer zeigen sollen – in Syrien.

Das wäre, wenn sich das bestätigt, natürlich von politischer Brisanz, denn die deutschen Waffen wurden an die kurdischen Peshmerga-Kämpfer im Irak geliefert. Mit der Auflage, sie nicht ohne Genehmigung weiterzugeben.

Leser weisen mich jetzt darauf hin, dass die oben gezeigte Waffe aus deutschen Beständen stammen müsse und nicht eine (bereits früher) aus Frankreich in die Region gelieferte Waffe sein könne, weil die Kühlung des MIRA-Wärmebildgeräts nach den Bundeswehr-Systemen aussehe (vergleiche dazu die Fotos bei Wikipedia).

Bei aller Vorsicht (wer weiß schon, wo das Bild wann aufgenommen wurde): Handelt es sich nun vermutlich um eine deutsche Waffe oder eher nicht?

54 Kommentare zu „Deutsche Milan-Panzerabwehrwaffen in Syrien?“

  • AoR   |   27. Juni 2016 - 17:06

    @KPK, @Eric Hagen: Das einzige starke Argument im Artikel ist, dass es eine Menge Geld und Anstrengungen kosten wird, einen Rechtsstaat zu implementieren. Will sich Deutschland, respsktive die EU, um den Job bewerben?

    DIe Aussagen zum Welt- und Mienungsbild der syrischen Zivilbevölkerung stehen, als hätte man Studien und Umfragen vorliegen, was ich bezweifle. Sowohl Russen wie auch die USA sind der Auffassung, dass ein zentralistisches Syrien nicht mehr funktionieren wird. Wer sind wir, wer ist die Bundesakademie für Sicherheit?

    Alaviten, Kurden? Die sind raus, wer traut in der Region seinem Nachbarn noch über den Weg?

    Selbes Spiel im Irak. Und ganz ehrlich, die meinung der arabischen Potentaten kann uns doch ziemlich egal sein, oder?

  • Eric Hagen   |   30. Juni 2016 - 18:22

    @AoR
    Sehr lesenswerter Link, der die ganze Komplexitaet, Fragilitaet und die politische Sprengkraft des coaltion warfare in SYR aufzeigt.
    Jabhat al Nusra (JaN) ist zwar loyaler AQ offshoot, kaempft aber bislang ausschliesslich in SYR. Mehrheitlich gehoeren ihm Syrer und wenige Auslaender ( recht viele Tschetschenen ) an. Hat erheblich durch IS an Einfluss verloren und besitzt nicht mehr die Kampfkraft von 2012/13. Eigentlich kein vorrangiges Ziel mehr, ausser fuer Assad.
    Eine gemeinsame Bekaempfung von JaN durch RUS und US – Op Inherent Resolve hat kein Mandat dazu, daher auch fuer DEU ohne Relevanz- nutzt daher nur Assad.
    Warum schlagen die Russen also nicht vor, gemeinsam gg. den IS vorzugehen?- –

    Lehnen die Amerikaner ab, scheitert ein muehsamer Dialog ueber taktischen Fragen mit allerdings weittragenden Folgen.
    Beteiligen sich die Amerikaner und gehen auf die Russen zu, waere es die zynische Quadratur der Kreise.
    Da man ganz praktisch die OIR Organisation nicht noch effektiv splitten kann zwischen Operationen gg JaN, IS bzw. Russen, Iraner und Syrer gegen jene und alle anderen, einschl. Kurden, sind Friktionen wahrscheinlich.
    Sie koennten einige TCN zum Verlassen der Koalition veranlassen.
    Ist das das russische Kalkuel?
    Insgesamt eine hoechst interessante Entwicklung mit reichlich Fehlerpotenzial.

  • AoR   |   30. Juni 2016 - 20:51

    Nun die Zielaufklärung machen mitunter unsere Tornados. Ich dachte da an ein gemeinsames Analyse- und Zielkoordinierungszentrum (z.B in Erbil / SCNR)