Heeresinspekteur rechnet mit zehn Jahren Aufbauarbeit

Allied Forces take part in Armed Forces and Public Unity Day in Lithuania

Angesichts der weltpolitischen Lage will das Deutsche Heer die Landes- und Bündnisverteidigung wieder in den Mittelpunkt seiner Fähigkeiten stellen – erwartet aber erst in einem Jahrzehnt, dass das nötige Gerät dafür auch vorhanden ist. Es dauere bestimmt zehn Jahre, um auf einen Stand zu kommen, der unserem Bedarf entspricht, sagte Heeresinspekteur Jörg Vollmer bei einem Gespräch mit Journalisten am (gestrigen) Donnerstagabend. Der Generalleutnant kündigte zugleich an, dass das Heer sich darauf einstelle, bei der geplanten rotierenden Bereitstellung eines Bataillons zur Unterstützung des NATO-Partners Litauen bis zur Hälfte der insgesamt 1.200 Soldaten zu entsenden.

Bei der nötigen neuen Ausrüstung nach Jahren der Reduzierung und Außerdienststellung von Material seit dem Ende des Kalten Krieges gehe es darum, all das wieder zu beschaffen, was wir aus nachvollziehbaren Gründen einmal reduziert hatten, sagte Vollmer. Dabei sei viel Geduld gefordert. Inhaltlich schließt der Inspekteur da an seinen Vorgänger an, der schon vor gut einem Jahr die Materiallage des Heeres als Hautproblem genannt hatte.

Exemplarisch für das fehlende Gerät nannte Vollmer Schnellbrücken, die auch die modernen Kampfpanzer tragen könnten, die Technik zum Verlegen von Panzerabwehrminen und vor allem eine moderne Funkausstattung für das Gefechtsfeld.

Gerade bei den Funkgeräten müsse die dringend notwendige Entscheidung für die Nachfolgegeneration getroffen werden, mahnte der Heeresinspekteur. Für die vorhandenen analogen Funksysteme seien ab 2020 und spätestens 2025 keine Ersatzteile mehr zu bekommen, außerdem würden neben Sprechfunk auch immer mehr (digitale) Kommunikationsmöglichkeiten zur Übertragung von Daten gebraucht. Die künftigen Systeme müssten auch mit denen der Verbündeten kompatibel sein. Eine finanzielle Größenordnung für die Neubeschaffung wollte Vollmer nicht nennen; zudem sei bei dieser Neuausrüstung nicht nur das Heer betroffen. Entscheidend sei aber, dass bald Klarheit über das neue System herrsche: Was am meisten drückt, ist das Thema Kommunikation.

Die Bundeswehr prüft seit längerem die Beschaffung von so genanntem Software Defined Radio, digitalen Funkgeräten (die in Deutschland unter der Bezeichnung Streitkräftegemeinsame Verbundfähige Funkgeräteausstattung, SVFuA, laufen). Neben der Beschaffung der Systeme wird die Einrüstung der Systeme in die zahlreichen verschiedenen Transport- und Gefechtsfahrzeuge des Heeres einen Großteil der Kosten ausmachen.

Bei den so genannten Panzerschnellbrücken, die als Faltbrücke kurzfristig über Gewässer und andere Hindernisse gelegt werden können, fehlt dem Heer bislang ein System, dass auch den Kampfpanzer Leopard in der modernen Version 2A6 oder höher tragen kann. Aus finanziellen Gründen wurde die Beschaffung dieser Leguan-Brückensysteme geschoben: Benötigt würden nach Angaben von Vollmer 31 Systeme, eingeplant seien bislang ein solches System für das kommende Jahr sowie zwei weitere für die geplante deutsche Beteiligung an der NATO-Speerspitze, der Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) in den Jahren 2018 bis 2020.

Ebenfalls in den vergangenen Jahren ausgemustert wurden Systeme zur Verlegung von Panzerminen – die Sperrfähigkeit haben wir komplett aufgegeben, sagte Vollmer. Geplant sei deshalb, ein altes System auf Lastkraftwagen wieder zu reaktivieren (Details nannte der Inspekteur nicht; gemeint ist vermutlich das Minenverlegesystem 85 aus dem Jahr 1985).  Das Minenwurfsystem Skorpion könne dagegen realistischerweise nicht mehr reaktiviert werden, eventuell müsse über ein Nachfolgesystem nachgedacht werden.

Der Bedarf für diese und andere Geräte sei durchgerechnet, betonte Vollmer. Nach der erklärten Absicht, das Heer wieder vollständig mit dem Gerät auszustatten, das es für seine Aufgaben brauche, müsse jetzt mit der Umsetzung begonnen werden – auch wenn dieser strukturierte Prozess nun Schritt für Schritt angegangen werden müsse. Der Heeresinspekteur lehnte es aber ab, wie sein Vorgänger eine finanzielle Größenordnung für den Bedarf des Heeres zu nennen. Er halte es für kontraproduktiv, mit Einzelzahlen an die Öffentlichkeit zu gehen, sagte Vollmer. Solche Berechnungen seien immer nur in Abstimmung mit der Streitkräftebasis und dem Sanitätsdienst sinnvoll, weil diese Bereiche in das Vorgehen des Heeres mit einbezogen werden müssten.

Mehr Beteiligung an NATO-Präsenz in Litauen möglich

Über eine stärkere ständige Präsenz von NATO-Staaten an der Ostflanke des Bündnisses, also praktisch an der russischen Grenze, wird zwar erst auf dem bevorstehenden NATO-Gipfel im Juli in Warschau entschieden. Allerdings ist bereits jetzt ziemlich klar, dass Deutschland im Rahmen dieser enhanced forward presence ein – ständig rotierendes – Bataillon in Litauen organisieren dürfte. So hatten sich auch der Generalsekretär der Allianz. Jens Stoltenberg, und Bundeskanzlerin Angela Merkel nach ihren jüngsten Gesprächen in Berlin geäußert.

Der deutsche Beitrag dazu wird nach Vollmers Worten mindestens die Führung dieses Verbandes und eine Kampfkompanie umfassen, möglicherweise aber auch eine weitere Kampfkompanie – so dass das Deutsche Heer am Ende rund 600 der insgesamt etwa 1.200 Soldaten stellen könnte. Soldaten aus anderen Bündnisländern sollen hinzukommen.

Geplant sei ein einsatzbereiter Gefechtsverband, der dann auch übt, sagte der Generalleutnant. Allerdings werde es keine dauerhafte Stationierung geben, sondern ein rotierender Einsatz, nach dem die jeweilige Truppe mit ihrem gesamten Material auch wieder abziehe und durch andere Einheiten ersetzt werde. Das eröffne die Möglichkeit, die Truppengattung zu tauschen – und biete für das Heer den großen Vorteil, das lange nicht mehr geübte Verfahren der kompletten Verlegung eines Verbandes immer wieder durchzuspielen.

Insgesamt will die NATO in Warschau vier solcher Bataillone als vorgeschobene Präsenz des Bündnisses zur Unterstützung der östlichen Mitglieder beschließen. Für drei davon sind bereits die truppenstellenden Nationen, quasi die Paten, gefunden: Neben Deutschland die USA und Großbritannien, die in den baltischen Ländern Estland, Lettland und Litauen aktiv werden. Für das vierte Battaillon in Polen gibt es allerdings noch keine Zusage einer Nation, die den Rahmen dafür stellen könnte.

(Archivbild: A young man looks through the sight of a Panzerfaust 3 anti-tank weapon used by the German Army during Armed Forces and Public Unity Day May 14, 2016 in Vilnius, Lithuania – U.S. Army photo by Staff Sgt. Michael Behlin)

85 Gedanken zu „Heeresinspekteur rechnet mit zehn Jahren Aufbauarbeit

  1. 600 Mann – voll einsatzfähig aka combat ready als Verband – in einer (vmtl.) 6-Monate-Verbands-Rotation nach Litauen. Faktor 5 ergibt eine dauerhafte strukturelle Bindung von Pers und Mat (Heer, SKB, San) in der Größenordnung 3000 – das schaue ich mir an.
    Wie schnabelt denn eigentlich nun das EFP-Konzept mit dem VJTF-Konzept ? Sind diese 4 EFP-Btl jetzt quasi die Speerspitze der neuen NRF ? Oder läuft hier etwas parallel ? Dann hat Deutschland ja richtig die Arschkarte gezogen /SCNR
    Kein Wunder, dass Vollmer das Heer neu erfindet.
    Aber bei EU (BattleGroup Konzept), bei VN (Mali etc.) und bei NATO-Out-of-Area (Afghanistan, Kosovo) machen wir weiter ungebremst mit ? Haben die in Berlin eine neue Mathematik erfunden ?

  2. @klabautermann

    Diese Beteiligung an der Enhanced Forward Presence ist, so verstehe ich das, neben (!) den zugesagten Kräften für die VJTF geplant.

  3. @T.W.

    “ Für die vorhandenen analogen Funksysteme seien ab 2020 und spätestens 2015 keine Ersatzteile mehr zu bekommen“
    Wohl eher spätestens 2025?

    @all

    Finde das Btl in LTU eine gute Sache, eben auch um sich selbst zu beüben und den eigenen Anspruch in kleinem Maßstab an der Wirklichkeit zu testen.
    Aber 1200 Soldaten für ein Btl klingt ja schon eher nach Taskforce?

    Und interessant wird es, wenn das „System Brigade“ wieder reaktiviert werden soll, auch wo dann die Artillerie herkommt. Ich wette dass dann auch bald dort wieder Btl reaktiviert (bzw. leider: neuaufgestellt) werden…

  4. @T.W.

    Na, das kann ja dann „heiter“ werden insbesondere wenn ich mir den LoA der VJTF in Sachen Readiness und Mobility anschaue. Das soll funktionieren ? Und das alles unter OPCON SACEUR ?
    Dann können wir ja davon ausgehen, dass Putin drei Tage nach dem Gipfel den INF einseitig aufkündigt.

  5. Geht alles eigentlich nur noch unter Aufgabe der EUBG-Beteiligung. Gibt es Kandidaten für die Juniorpartner in Litauen? NLD?

    Ab 2018 wird es mit VJTF, EFP und den Einsätzen dann tatsächlich eng.

    pi

  6. Den Umgang mit den Minenverlegesystemen finde ich erfrischend pragmatisch. Gleiches gilt für die Fortnutzung der Marder. Ein funktionierendes altes System ist deutlich wirksamer, als ein Goldrandsystem, das noch Jahre von der Einführung entfernt ist oder nur in homöopathischen Dosen eingeführt wird. Zumal ein möglicher Feind eventuell nicht mit Hightech, aber mit altem Gerät in hohen Stückzahlen auf der Matte stehen könnte.

    Beim Skorpion denke ich mal, dass das Problem vor allem beim Trägersystem liegt, oder?

  7. Hallo
    10 Jahre ??
    Ich bin aktiver Reservist seit 12 Jahren mittlerweile habe ich mich vom Ofw (Dienstgrad bei beginn BFD) zum OStFw und KpFw SK hochgedient.
    Und ich kenne etliche ehemalige SaZ und Reservisten, die gut ausgebildet und immer noch in der Truppe aktiv dienen und gerne zurück möchten.
    Die sind in allen Altersgruppen, Dienstgraden und Verwendungen
    Vom Fahrlehrer bis KpFw SK.
    Aber da die Karrierecenter der Bw so unterschiedlich arbeiten und den Weg als Wiedereinsteller versperren, wird gutes hochmotiviertes angagiertes ausgebildetes Personal nicht genutzt.
    Ich könnte Beispiele nennen und Fakten benennen, aus dem Erlebnis Karrierecenter

    Mit kameradschaftlichen Gruß Sinken

  8. Nichts die Fähigkeit zur Landes- und Bündnisverteidigung, sondern simpel die Fähigkeit zum Gefecht der verbundenen Waffen für mehr als eine Brigade wird wiederherstellt, nachdem man diese in den letzten 15 Jahren sträflichst vernachlässigt hat, weil in zukünftigen Einsätzen ja alles anders laufen würde und zukünftige Einsätze offenbar primär von der Logistiktruppe und der Führungsunterstützungstruppe bestritten und die Joint Fires alles regeln würden – zumindest könnte man diesen Eindruck bekommen, wenn man sich die letzten Strukturreformen angeschaut hat…

  9. @ Guido Sinken

    Und ich kenne etliche ehemalige SaZ und Reservisten, die gut ausgebildet und immer noch in der Truppe aktiv dienen und gerne zurück möchten.
    Die sind in allen Altersgruppen, Dienstgraden und Verwendungen
    Vom Fahrlehrer bis KpFw SK.

    Bei allem Respekt und Hochachtung für die von Reserrvisten permanent erbrachten Leistungen zum Funktionieren der Bundeswehr. Hier geht es aber weniger um Manpower in den von Ihnen dargestellten Bereichen, sondern mehr um funtionsfähige und zu 100% vorhandene Ausstattung der Truppenteile der Landstreitkräfte und einen nachhaltigen Aufwuchs der Streitkräfte in Mangelverwendungen.

  10. Nur mal als Hinweis: Hier geht’s um Material, nicht um Personal – und es wäre nett, wenn dieser Eintrag nicht für eine Personaldebatte gehijacked würde.

  11. @klabautermann @Hans

    GebJgBtl233 hatte bei TRJE15 ca. 750 PAX als TF, ohne Ari und ohne große LogKomponente.

    D/F Brigade hat ein vollwertiges – gemischtes – ArtBtl (295), von denen ja auch Tle vor Ort sind (mit JgBtl 291 aus ILLKIRCH).

  12. Ich frag mich ernsthaft wie sich die „Strategen“ in Brüssel diese EFP-Btl vorstellen.
    Mir kommt das so vor als ob man da den Polen und Balten einen „kräftigen“ Cocktail verspricht, in der Realität wird das aber ein Cocktail-Shaker sein, dessen Inhalt alle 6 Monate zusammen mit dem Shaker ausgetauscht wird.
    Der multi-nationale Btl-Cocktail im ewig deutschen Shaker in Litauen z.Bsp.
    OK, make mine a double Martini, aber geschüttelt, nicht gerührt.

  13. Joint Fires ist hübsch, so man was zum „Feuern“ hat, aber die Artillerie gehört ja nun einmal zu den „Bösen“ und erfuhr somit die wohl einschneidendste „Schrumpfung“.
    Wenn dann noch einige „Herrschaften“ den Inf/PzGren „ihre“ Mörser wegnimmt (was ja nun wohl doch nicht passiert), hat die KAMPFtruppe grds KEINE FU! Alles nur nach „Bitten und Betteln“ der JFST bei MINDESTENS der Brigade oder dem „GefVbd“.
    Läuft super…
    Sperrfähigkeiten waren angesichts einer „Prinzessin im Minenfeld“ auch nicht mehr tolerabel. Blöd nur, daß man auch ganz schnell verlernt, was man nicht übt.
    Und was man nicht HAT, ist schwierig zu üben!
    Die jetzt „angedachten“ Maßnahmen lessen sich so erst einmal gut, was davon umgesetzt warden kann, wird sich zeigen.
    Schließlich ist das mit SEHR VIEL Geld verbunden, und da gibt es ja reichlichst andere Begehrlichkeiten.
    Ob wir das noch – wie – erleben warden…

  14. Die Bundeswehr prüft seit längerem die Beschaffung von so genanntem Software Defined Radio, digitalen Funkgeräten (die in Deutschland unter der Bezeichnung Streitkräftegemeinsame Verbundfähige Funkgeräteausstattung, SVFuA, laufen). Neben der Beschaffung der Systeme wird die Einrüstung der Systeme in die zahlreichen verschiedenen Transport- und Gefechtsfahrzeuge des Heeres einen Großteil der Kosten ausmachen.

    Die Krux an der Sache ist, dass wir mit der Entwicklung dieses „Alleskönner“-Funkgerätes mehr als 10 Jahre hinterherhinken, weil man u.a. wieder einmal versucht hat, ein Gerät fur alle Zwecke zu entwickeln. Da hat Generationen von Weiterentwicklern um den Schlaf / Verstand gebracht und herauskommen wird ein Gerät, das schwer wie ein Klotz, nur noch in Pz verbaut werden kann, diese dann aber je nach Waveform und Sendeleistung auf Saunatemperaturen mit seiner Abwärme sicher beheizt. Von einem vernünftigen und durchgängigen Funkgerätesystem vom Handfunkgerät bis zum Einbaugerät in KFz/ gepFz sind wir heute wie vor 20 Jahren meilenweit entfernt. SvFuA wird die nächste „Erfolgsgeschichte“ nach NH90, TIGER und A400M. Aber zumindest hat die Heeresführung erkannt:

    Was am meisten drückt, ist das Thema Kommunikation.

    und nach 23 Jahren nach Erfindung der Auslandseinsätze bei der Bw:

    Die künftigen Systeme müssten auch mit denen der Verbündeten kompatibel sein.

    Hat ganz schön lange gedauert, bis sich diese Erkenntnis durchgesetzt hat. Interoperabilität ist aber auch bei der für die NATO C4ISR zuständigen NCI Agency auch erst wieder seit kurzem auf der Tagesordnung.

  15. Immerhin ist dem Inspekteur die riesige Lücke in Sachen Führungsfähigkeit bewusst! Das betrifft nicht nur die Funkgeräte (i.e. Kommunikationsnetz), sondern vor allem auch die informationsverarbeitende Software (i.e. Führungsinformationssystem). Hier gibt es mobil nichts und verlegbar nur Stückwerk… Bin gespannt, ob man hier der Truppe zeitnah (2017?) hilft!

  16. @Bin_dabei

    Sehr guter Kommentar. Und wenn man nun im Rahmen NATO die multinationalen Führungs-/Fm-Schnittstellen strukturell auf die Kompanieebene, vielleicht sogar die Zugebene verlegt, dann wird es ein Tollhaus, denn die müssen ja combines/joint sein.
    Das wird ähnlich lustig wie Link 11/16/22 over IP ;-)

  17. @Arty:

    Alles nur nach “Bitten und Betteln” der JFST bei MINDESTENS der Brigade oder dem “GefVbd”.
    Läuft super…

    Das ist ja ein eher deutsches hausgemachtes Problem des fragwürdigen JFS-Konzeptes. Wenn man fröhlich bei den Marines klaut, die das alles innerhalb einer TSK abbacken und sich dann wundert, warum es sich für andere so schwer anwenden lässt…

    Ohne JFST und JFSSG lief das deutlich direkter und unbürokratischer, aber eben die besagte Ari wollte ja mit dem Konzept diverse Stabsposten begründen und hat sich da überall in die Struktur reingeschrieben. Da habe ich dann echt kein Mitleid…

  18. @Kerveros

    Haben Sie mal versucht mit einem „Traditionalisten“ des Heeres den Unterschied zwischen Verband und Verbund zu diskutieren ? Vergessen Sie es ;-)
    Aber na ja, die Luftwaffe ist da auch nicht viel besser, die waren schon in den 60ern der Meinung, dass der SM-1 auf den Z-103ern eigentlich zur Integrated Air Defence der Lw gehört…..und auf die F-124 schielen die auch immer wieder ganz neidisch.
    Wenn die F-125 in Dienst ist wird das Heer wahrscheinlich einen Antrag stellen, dass zumindest eine F-125 als Panzerhaubitze-Afloat in Kleipeda stationiert wird /SCNR

  19. @Klabautermann

    ..und auf die F-124 schielen die auch immer wieder ganz neidisch.

    Jain, der Keks ist eh seit Jahren gegessen. Es gibt einen regen Austausch zwischen EinsFüDst in der Luftwaffe und den Kollegen auf den 124ern… einen Maritime Pool in Erndtebrück (EInsFüBer 2) und umgekehrt des öfteren LUTs auf den 124ern… scheint im Sinne der Sache zu funktionieren. Die Anbindung der Fregatten an das LV Netz wurde ja schon seit 2004 (Common Arrangement) regelmäßig erprobt.

    Wenn die F-125 in Dienst ist wird das Heer wahrscheinlich einen Antrag stellen, dass zumindest eine F-125 als Panzerhaubitze-Afloat in Kleipeda stationiert wird /SCNR

    Und auch hier wieder: der Keks ist gegessen.

    In das JFS hat die Ari nämlich reingeschrieben, dass sich die Marine als Wirkmittel in dem Fall der JFS Struktur unterordnen muss und über diese gesteuert wird. Sie darf dann in die JFSCG einen Experten abstellen oder so…
    Das war ja der running Gag in Afghanistan… kleine aufgeblasene Artilleriestabsoffziere, die der Meinung waren, das sich die Amerikaner ihrer JFSCG unterordnen müssten. Immerhin – zumindest im Unterhaltungswert waren die unschlagbar…

  20. Woran scheitert eigentlich eine Wiedereinführung der Skorpione?
    Es gibt ja noch NATO-Staaten, die sie verwenden. Ist die Neufertigung nicht mehr möglich?

  21. Henner | 10. Juni 2016 – 12:02
    „Den Umgang mit den Minenverlegesystemen finde ich erfrischend pragmatisch. Gleiches gilt für die Fortnutzung der Marder. Ein funktionierendes altes System ist deutlich wirksamer, als ein Goldrandsystem, das noch Jahre von der Einführung entfernt ist oder nur in homöopathischen Dosen eingeführt wird….“
    Minenverlegesystem 85 – unglaublich. Also ich kann mir das nicht mal vorstellen. Haben wir die alten Druckzünderminen überhaupt noch im Bestand? Vielleicht bei den Verbündeten?
    „Beim Skorpion denke ich mal, dass das Problem vor allem beim Trägersystem liegt, oder?“
    Ich glaube eher, dass die Geräte verkauft sind und dies nicht mehr zurückzudrehen ist.
    Trennung
    GenLt Vollmer: „… die Sperrfähigkeit haben wir komplett aufgegeben“.
    Klar, denn die Taliban haben ja keine Flieger – äh Panzer.
    Hans Schommer

  22. @Kerveros

    Ist schon traurig für diese Marine. Wir fahren nur noch für Heer und Luftwaffe zur See (seufz)
    ;-)

  23. @klabautermann

    Nein, die Luftwaffe ist ja auch nur noch Erfüllungsgehilfe des deutschen Heeres nach STF… ergo: nur fürs Heer :D

    Das einzige, was ich an der ganzen Situation wirklich zutiefst traurig finde, ist, dass man durch das Schrumpfen der Bundeswehr und die Einsätze wirklich die Möglichkeit hatte vom Truppengattungs- und TSK-Denken weg zu kommen – und statt dessen nun demnächst 6 immer weiter auseinander driftende Org-Bereiche hat.

    Aber: die Führung der Bundeswehr hat es offensichtlich so gewollt, ergo kann man die Politik dafür nunmal nicht angreifen ;)

  24. Minensperren, moderne Kampfpanzer und Flussübergänge müssen vor Bedrohung aus der Luft geschützt werden, was ist mit der mobilen Flugabwehr???

  25. axel_f | 10. Juni 2016 – 16:30:
    „Minensperren, moderne Kampfpanzer und Flussübergänge müssen vor Bedrohung aus der Luft geschützt werden, was ist mit der mobilen Flugabwehr???“
    Das macht doch die Luftwaffe. Jedenfalls gemäß „Vertrach mit den Heer“.
    Spaß beiseite – mich würde auch mal interessieren, wer im Worst Case dann Meier heißt.
    Wer angemeiert ist – das ist klar – eben das Heer. M.E. aber im wahrsten Sinne des Wortes „selber schuld“.
    Hans Schommer

  26. Seit wann sind die Skorpione denn nicht mehr im Dienst? Ich war in der Annahme, dass unsere PzPiBtl nach wie vor noch damit ausgestattet wären?

  27. axel_f | 10. Juni 2016 – 16:30

    Es währe alles kein Problem ein DINGO mit FlRak System und auf den Puma mit C-Ram zu bauen

    aber man will nicht das

  28. Führungsfähigkeit?

    Das SEM52 heißt doch vor allem so, weil man auf 52m sieht, dass einer mit dem Funkgerät winkt. Und man den dann mal auf dem Handy anruft…

    Es ist ja nicht nur das ganze fehl an Großgerät.
    Sondern auch der Grundbetrieb der einfach mehr Geld braucht, Ersatzteile, Betriebsstoff etc…

  29. @Privateer
    Ja die gibt es noch die frage ist nur wie viel?

    In Schullagen hat ein Btl im Schwerpunkt ja so 2-3 Sperren zur Verfügung. In der Realität sind das dann wohl eher eine für das Btl im SP und die anderen gehen leer aus.

    Aber wenigstens haben die wenigen MARS die wir haben ja sonst nicht mehr zu tun außer zu warten das sie mal AT2 schießen oder mal eine GMLRS auf einen aufgeklärten Gefechtsstand oder Brigade Nachschubpunkt aber wie oft kommt das vor?

  30. GenLt Vollmer bereits im Januar bei – …hartpunkt.de -, aber brandaktuell. (20.J anuar 2016)
    – Zwei von drei Brig der PzDiv mit voll geschützten Fahrzeugen (werden) ausgestattet. Die jeweils dritte zum Teil mit ungeschützten Fahrzeugen,
    – acht bis zehn Jahre bis der SPz Puma vollständig in der Truppe eingeführt sein wird. Daher bleiben vier PzGrenBtl mit dem Marder ausgestattet, fünf erhalten den Puma. Gemischte Btl aus Mardern und Puma wird es nicht geben,
    – TPz Fuchs noch länger im Einsatz, da es noch nicht genug Boxer verfügbar,
    – Bei den zukünftig sechs aktiven PzBtl nur zwei mit dem KPz Leopard 2 A7 ausgestattet sein. Für die Umrüstung der von der Industrie zurückzukaufenden Leoparden auf diesen Stand sind etwa drei Jahre veranschlagt,
    – Beschaffung Panzerbrücken des Typs Leguan „erforderlich“ (Gewicht Leo 2A7),
    – zusätzliche Joint-Fire-Support-Teams (JFSCT) in den Brig „erforderlich“,
    – Sperrfähigkeit, hier ist zumindest die Verschrottung von Minenwerfern des Typs Skorpion und anderer Minenleger „gestoppt“. Eine Reaktivierung bedarf zusätzliche Finanzmittel.
    Also bereits im Januar recht deutlich, damals allerdings noch nichts zu HFla, was mittlerweile einsichtiger zu lesen ist (Bällebad). Aussagen zur mangelhaften Sperrfähigkeit lassen hoffen, beim MiVerlSys 85 sieht es sechs Monate später zuversichtlicher aus. Da die taktische Beweglichkeit der Brig ihr „Pfund“ bei zu erwartender Unterzahl sein muss, geht an einem System Skorpion nichts vorbei. Eine Reaktivierung erfüllt dabei das Merkmal „Schritt in die richtige Richtung“, angesichts des Alters der M 548 A1 G/M-113- Basis muss aber eine Neuentwicklung, geschützt, das Ziel für Panzerpioniere sein.

  31. Klaus-Peter Kaikowsky | 10. Juni 2016 – 18:40

    und wieder eine AK ohne Zähne
    Kein Zusätzliche ARI Btl auf Brig ebene
    Keine Mörser in den PzGren Btl

    Eine AK das nicht mal Fähig ist in der Verteidigung der Eigene Kräfte
    damit ist Landesverteidigung schon gar nicht mehr möglich

    und schon gar nicht in der Lage auf den Markt das zu Kaufen was an flak zu verfügbar ist

  32. Ist das Minenwurfsystem Skorpion wirklich komplett ausgemustert worden?

    Auf der Internetpräsenz des Heeres wird das System nämlich noch aufgeführt und normalerweise müssten die Panzerpionierbataillone über diese noch verfügen? Kann mir auch nicht vorstellen, dass man ein System, welches die immer noch aktuelle AT2 verlegen kann, einfach so aufgibt.

  33. @Thomas Melber
    Sofern der gute @Alarich tatsächlich ein Armeekorps ansprechen wollte, muss gefragt werden, ob er die Jahrtausendwende und und parallele Veränderungen in DEU und europäischen Streitkräften verschlafen hat.

  34. Nichts neues, der durch V. Rühe geschasste ehm. DivKdr der 1. PD schrieb bereits 2003 in „Wozu noch tapfer sein“ in Friedenszeiten muß man 10 Jahre für die Reorganisation und den Wiederaufbau größerer Streitkräfte einkalkulieren. Div. Politiker ob von CDU oder SPD, FDP, Grünen dieses Landes haben sich jahrzehntelang an der Bundeswehr vergangen, Sipo in dilettantischer Weise betrieben!

  35. Es geht doch nichts über einen gemeinsamen Zeichenvorrat und verständliche Abkürzungen sowie präzise Ausdrucksweise. ,-)

  36. @XYZ
    Eine herausragende Beschreibung und Ableitung erforderlicher Fähigkeiten der Deutschen Pioniertruppe findet sich in „Europäische Sicherheit und Technik, Juni 2014“.
    Titel: Ausgewählte Fähigkeiten der Pioniertruppe des Heeres (Oberstleutnant Jochen Gumprich)“zu der Zeit DezLtr im HA.
    Bei „Weiterentwicklung der Sperrfähigkeit“ ist neben anderem ausgesagt,
    „… Zweck von Sperren ist es, die Wirkung eigener Maßnahmen zu erhöhen und Kräfte zu sparen, zum Beispiel, um den Gegner durch das Stauen seiner Kräfte unter Ausnutzung der Reichweite eigener Waffen zu bekämpfen. … Die Fakten der Ausplanung der Struktur der Pioniertruppe im HEER2011 scheinen in diese Richtung zu deuten: Es sind keinerlei Fähigkeiten zum Anlegen von Minensperren, mit Ausnahme von Richtminensperren, mehr in der Struktur der Pioniertruppe abgebildet. Lediglich die Artillerietruppe verfügt mit der durch das Mittlere Artillerie Raketenwerfersystem (MARS) zu verschießenden Wurfmine AT-2 über Fähigkeiten zum Anlegen großflächiger Sperren.
    Diesen Feststellungen folgte Ende 2014 der Verzicht auf die „Sperrfähigkeit des Heeres – HEER2011“.
    Den Ankündigungen des InspH zufolge ist dieser Irrweg zumindest inzwischen gestoppt.

  37. Von den ca. 30000 Minenmagazinen für den Skorpion wurden bis 2010 schon 15000 ausgesondert und der Verwertung zugeführt. Ein weiterer Teil wurde verkauft und der Rest damals eingelagert. Was daraus wurde müsste ich nächste Woche mal erfragen. Die PzAbwMinen DM21 sind schon ewig aus der Nutzung. Es gibt noch ein paar ohne Zünder als Sprengkörper.
    Die DM31 ist meines Wissens auch nicht mehr vorhanden. Evtl. gibt es noch einen homöopathischen Rest. Die ganze Minenfähigkeit des Heeres bestand nur noch aus der PzAbwRichtmine und ein paar MARS Raketen mit AT-2

  38. @KPK
    Aus heutiger Sicht ist die Entscheidung abwegig. Ich interessiert, wie man sie damals begründet hat.

  39. @Thomas Melber
    Das war auch vor zwei Jahren schon wider besseres Wissen. Die verantwortlichen Pioniere im HA argumentierten sich die Seelen wund, dagegen.
    Der EP-14 und die Mittel, die unser Staat hinein packte, bestimmte stimmten das Geschehen.
    Sperrfähigkeit bildet DAS Mittel der ersten Stunde in der Defensive, wer die resultierende Konsequenz nicht zieht, dem ist nicht zu helfen.

  40. @Thomas Melber
    Das war auch vor zwei Jahren schon wider besseres Wissen. Die verantwortlichen Pioniere im HA argumentierten sich die Seelen wund, dagegen.
    Der EP-14 und die Mittel, die unser Staat hinein packte, bestimmten das Geschehen.
    Sperrfähigkeit bildet DAS Mittel der ersten Stunde in der Defensive, wer die resultierende Konsequenz nicht zieht, dem ist nicht zu helfen.

  41. @Thomas Melber
    Aus heuter Sicht ist das abwegig. Aber zumindest ich habe mich schon damals massiv darüber aufgeregt als ob man auf einmal alles wüsste was in der Zukunft passieren kann und dabei so sicher ist, dass man eine Fähigkeit nicht nur auf einen Grundstock reduziert sondern fast komplett abschafft ist einfach traurig.
    Selbst den US Streitkräften ist aufgefallen, dass man zukünftige Konflikte nicht voraussagen kann.

    Begründet wurde es damit, dass man Mittel und Personal in das deutsche RCP stecken will. Passen kurz vor dem Abzug aus Afg womit der Bedarf auch fast weggefallen ist auch wenn man sowas natürlich in gewissem Umfang vorhalten sollte.

  42. @chris @KPK
    Die Systeme sind doch eher „low tech“ und kosten im Betrieb doch eigentlich nicht viel, oder? Man hätte sie auch einfach einmotten und zwei bis vier Systeme für die Ausbildung bereithalten können.

    Wirklich teuer sind nur die Wirkmittel.

  43. @Thomas Melber
    Genau mit diesen Aussagen habe ich ab damals 2011 bis vor knapp einem Jahr meine Kameraden, Bekannten und Familie genervt.
    Die Sperrfähigkeit ist zwar nur ein Beispiel von vielen aber ein sehr gutes.

    Leider macht es einen auch nicht glücklicher wenn solche Fehler dann 5 Jahre später erkannt werden; dann ist es leider zuspät.

  44. Viele schöne Ideen vom Inspekteur und den Kommentatoren.
    Aber die müssen bezahlt werden.

    Der 50. Finanzplan gibt da – entgegen der geschickten Medienarbeit der Ministerin – keine echten Spielräume.

    Wie war das noch mit der Vorlage von HC, die das BMVg nicht mehr finden will…?

    Allein für die VJTF wird man viele Probleme bis 2018 nicht lösen können.

    Bezeichnenderweise will der Insp H gar keinen Finanzbedarf nennen.

    „Wünsch dir was“ ist keine Planung.

  45. Thomas Melber | 10. Juni 2016 – 21:27.
    „@KPK – Aus heutiger Sicht ist die Entscheidung abwegig. Mich interessiert, wie man sie damals begründet hat.“
    Der selbe Schwachsinn wie bei der HFla: „Die Taliban haben keine Panzer“ – oder wie es in den Vorlagen etwas pseudo-professioneller ausgedrückt war : „Da in den derzeitigen wie auch den zukünftig zu erwartendenden Szenarien … keine Bedrohung … bla,bla,bla..“
    Hans Schommer

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