Austausch-Planung beim A400M: Beseitigung der Risse dauert sieben Monate

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Der neue Transportflieger der Bundeswehr und anderer europäischer Streitkräfte, der Airbus A400M, hat zwar vor allem Probleme mit dem Propellergetriebe – aber auch andere Schwierigkeiten bei den Maschinen der Airbus Defence&Space wirken sich nun massiv auf die geplante Auslieferung der Flugzeuge aus. Das Verteidigungsministerium informierte die Abgeordneten des Bundestages am (heutigen) Freitag, dass allein die Beseitigung aufgetretener Risse im Rumpf bis zu sieben Monate dauern könne. Denn dafür bedarf es des Austauschs großer Teile bereits ausgelieferter Maschinen.

Das habe  das Unternehmen bei einem Treffen mit der Rüstungsagentur OCCAR eingeräumt, die im Auftrag mehrerer Nationen das Projekt koordiniert, berichtete der Leiter der Abteilung Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung, Generalleutnant Benedikt Zimmer:

Dabei schlug die Firma vor, im Rahmen des Retrofits der Luftfahrzeuge auch die Bauteile auszutauschen, die von der Rissbildung aufgrund von Wasserstoffversprödung betroffen sein könnten. Dieser Austauschvorgang – isoliert betrachtet – könnte nach Angaben der Forma bis zu sieben Monate dauern.

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Lesestoff fürs Wochenende: „Closing NATO’s Baltic Gap“

Marines in Estonia

Ehe wir alle ins lange Pfingstwochenende gehen (und hoffentlich alle ein bisschen low ops machen können), hier noch ein Lesetipp:

Closing NATO’s Baltic Gap

vom estnischen International Centre for Defence and Security in Tallin. Das fiel mir nicht nur wegen der Thematik auf, sondern auch, weil neben anderen hochrangigen Generalen a.D. der frühere deutsche NATO-General Egon Ramms, zuletzt Befehlshaber Joint Forces Command in Brunssum, einer der Mitautoren ist.

(Ich werde es auch mal übers Wochenende lesen – und die Debatte darüber ist hier natürlich willkommen.)

Schöne Pfingsttage!

Nachtrag: Diesen Text hätte ich natürlich gleich dazu verlinken sollen – danke für die Leserhinweise:

Fixing NATO Deterrence in the East or: How I Learned to Stop Worrying and Love NATO’s Crushing Defeat by Russia

(Archivbild: Estonian soldiers wade ashore during a combined U.S. and Estonia amphibious assault training exercise during Baltic Operations 2010 – U.S. Marine Corps photo by Sgt. Rocco DeFilippis)

Operation Sophia vor Libyen: Humanitär erfolgreich, Ziel nicht erreicht

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Die EU-Marinemission im Mittelmeer vor der Küste Libyens, an der auch Kriegsschiffe der Deutschen Marine beteiligt sind, ist mit ihrer Seenotrettung von Flüchtlingen humanitär sinnvoll – als Militäreinsatz aber bislang erfolglos. Zu dieser Einschätzung kommt ein Bericht des EU-Ausschusses im britischen Parlament, der am (heutigen) Freitag veröffentlicht wurde. Vor allem das Ziel, die Netzwerke der Schleuser zu unterbrechen, könne unter den derzeitigen Bedingungen der Operation Sophia wie der Beschränkung auf internationale Gewässer nicht erreicht werden.

Aus der Zusammenfassung des Berichts:

Critics suggested that search and rescue activity by Operation Sophia would act as a magnet to migrants and ease the task of smugglers, who would only need their vessels to reach the high seas; these propositions have some validity. On the other hand, search and rescue are, in our view, vital humanitarian obligations. We commend Operation Sophia for its success in this task.
The mission does not, however, in any meaningful way deter the flow of migrants, disrupt the smugglers’ networks, or impede the business of people smuggling on the central Mediterranean route. weiterlesen