Deutsche Tornados gegen ISIS: Bisher 74 Einsatzflüge

Counter-Daesh_logo-Bw

Die deutschen Tornado-Jets, die Aufklärungseinsätze im Kampf gegen die ISIS-Terrormilizen in Syrien und im Irak fliegen, sind bislang zu 74 Einsatzflügen gestartet. Zwei davon fanden nachts statt, teilte der stellvertretende Sprecher des Verteidigungsministeriums, Oberst Boris Nannt, am (heutigen) Montag in Berlin mit. Das Tankflugzeug, das Kampfjets der Anti-ISIS-Koalition mit Treibstoff versorgt, sei zu 70 Einsätzen gestartet.

Die deutschen Flugzeuge sind auf der türkischen Luftwaffenbasis Incirlik bei Adana stationiert. Den ersten Einsatzflug hatte der Tanker, ein Airbus A310MRTT, Mitte Dezember vergangenen Jahres absolviert. Die Tornados waren am 8. Januar zu den ersten Aufklärungsflügen gestartet.

(Bitte diesen Thread als Start eines neuen Sammlers zum Thema ISIS/Daesh verstehen.)

77 Gedanken zu „Deutsche Tornados gegen ISIS: Bisher 74 Einsatzflüge

  1. Entscheidend ist auch hier die Frage nach der Wirkung, d.h. danach, wieviele IS-Ziele in Folge des deutschen Beitrags bekämpft und vernichtet wurden.

    [Der Nick „Mitleser“ ist hier schon belegt; ich hab‘ Ihren mal etwas verändert, rate aber dazu, einen anderen zu wählen. T.W.]

  2. Und die WWS fliegen etwa 70 sorties pro Tag zum Vergleich. Was bekommt die Koalition in die Luft?

  3. @Sommerbiwak

    Allianz: 180 (Kampf)Flugzeuge, 20 Einsätze pro Tag, nach aktuellen Angaben des Fokus online am 05.03.

  4. fragen:
    + wieviele DE TOR (typ?) stehen eigentlch dort, neben dem einen -1- tanker ?
    + was bitte ist wws?
    s f

  5. @beobachter

    Wurde breit kommuniziert. 6x TORNADO.

    @Sommerbiwak

    Da könnte man ruhig das NATO wording nutzen.

    RuAF = Russian Air Force
    RAG = Russian Air Group

    pi

  6. Der Artikel im Focus mit dem Titel „Nato-Geheimpapier: Russland ist Nato-Kräften in Syrien überlegen“ vom 5.3.2016 ist bekannt?

    Link:

    [Zum einen wurde bereits im Bällebad darauf verwiesen. Zum zweiten gibt es bislang außer Focus keinerlei andere Quelle dafür… und zum dritten ist es zwar kreativ, diese Art von Google-Link hier einzubringen, aber im Endeffekt genau so eine Verlinkung wie sie hier nicht gewünscht ist… T.W.]

  7. @Kortaffel:
    Die unterschiedliche Effektivität beider Ansätze würde hier ja schon mehrfach diskutiert.

    Mit Blick auf die NATO:
    Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung?

    Wir würden ja schon so ne Studie nicht hinkriegen – könnte ja rauskommen…

  8. Und war war nun die militärische Wirkung dieses Flugbetriebs, vom Verbrauch von Steuergeldern einmal abgesehen? Nach diversen Erfahrungen im Einsatz wage ich zu behaupten, dass solche vagen Angaben nur verschleiern sollen, dass es keine militärische Wirkung gab, und dass diese auch aus Angst vor negativen Reaktionen der Medien in Deutschland nie vorgesehen war, weshalb es sich auch bei diesem Einsatz im wahrsten Sinne des Wortes nur um eine wirkungslose Luftnummer handelt. Das unterstreicht auch die Tatsache, dass die Bundesregierung bis heute kein Zerschlagungskonzept bzgl. der Aktivitäten des IS gegen deutsche Interessen im In- und Ausland vorgelegt hat.

  9. @Kortaffel

    Genauer gesagt wurde der Fokus-Artikel vom Hausherren bereits im Syrienthread „Westen verlangt Stop russischer Luftangriffe“ kommentiert.

  10. Mal eine Frage an alle Luftwaffen Freunde hier:
    Kann man die hohe Zahl der russischen Angriffe dadurch erklären das die Russen close Air Support für die Assadtruppen fliegen und auch Kräfte am Boden haben die die Flugzeuge einweisen? Das hat die Allianz ja meines Wissens nicht bzw. nicht in dem Ausmaß

  11. PHOENIX-TV:

    PK NATO/TÜR Treffen 07.03.2016
    Stoltenberg
    – Verstärkte Aufklärung und Überwachung durch NATO entlang SYR/TÜR Grenze, AWACS ist Teil davon
    – Schlepperbekämpfung auch innerhalb GRI/TÜR Hoheitsgewässer
    Davotuglo
    – Leben in historischen Zeiten
    – SNMG2 Einsatz stellt humanitären Einsatz gemeinsam mit GRI/TÜR dar
    – werden GRI/TÜR-Gipfel zur Koordinierung der Flottenaktivitäten durchführen
    Nebenbei wurde aus dem EU/TÜR Flüchtlingsgipfel bekannt, dass TÜR weitere drei Mrd € fordert und im Gegenzug bereit wäre, alle Illegalen aus GRI zurückzunehmen.
    Der Ansatz eines GRI/TÜR-Gipfels stellt ein Novum dar der geeignet ist, die Effizienz des Flotteneinsatzes tatsächlich zu erhöhen.

  12. @Carlo

    Rußland hat natürlich den Vorteil kurzer Wege von Latakia aus. Von Incirlik ist es aber auch nicht sehr viel weiter nach Ostyrien, ein wenig mehr in den Irak. Das allierte Kontingent dort ist aber nur ein kleiner Teil der Allierten Kräfte. Die RAF muß von Zypern aus dann schon wieder um „Regierungssyrien“ herumfliegen, was den Weg verlängert. Dazu hat sie das Problem des niedrigen Klarstandes ihrer Tornados. Mehr als 4 von den 8 dort bekommt sie nicht in die Luft. Ein großer Teil der allierten Flieger kommt von Flugplätzen am Golf und hat damit den weitesten Weg und braucht teilweise Luftbetankung.

    Das sind erstmal die Fakten. Ab hier begründete Vermutungen:
    – Prioritäten. Im Vergleich zum Kräfteeinsatz in vorangegangenen NATO-Lufteinsätzen sind die Fliegerkräfte sehr viel geringer. Vergleiche Kosovo, Golfkriege, Libyen. Der Allianz-Einsatz ist demgegenüber recht begrenzt. Rußland mißt dagegen seinem Syrien-Einsatz höchste Priorität zu und engagiert sich auch logistisch maximal.
    – Zielfindung. Die Allianz hat seit geraumer Zeit Probleme, ISIS am Boden zu finden. Man sieht es an den Einsatz“erfolgen“: da werden einzelne Bulldozer bombardiert, und ein ISIS-Checkpoint oder eine Mörserstellung sind bereits ein Highlight. Rußland hat es leichter, weil sie nicht die Einteilung in „moderate= unterstützen wir“ und „ISIS= bombardieren wir“ machen, sondern jeden Insurgenten, egal ob ISIS, AQ, FSA, und die zig anderen islamistischen Gruppierungen bekämpft. Damit haben sie einfach mehr Ziele. Außerdem arbeitet Rußland mit der syrischen Regierung zusammen, und man kann davon ausgehen, daß die ihr Land kennt. Aka weiß, wo schon vor dem Bürgerkrieg Lager, Stützpunkte, Verstecke und sonstige militärisch relevante Infrastruktur jeder Art ist, und sie hat auch den Vergleich, was sich verändert hat, also wo die Insurgenten sich Strukturen geschaffen haben.
    – „Boots on the ground“ haben beide Kräfte, die Russen ihre Speznaz und die syrische Intelligenz, die Allianz die Kurden, „ihre“ „moderaten Rebellen“ und eigene Spezialkräfte. Plus beide ihre ELINT, SIGINT, RECCE und was sonst so durch die Luft fliegt. Der Part sollte relativ ausgeglischen sein, vermutlich mit Informationsvorteil für Rußland in Syrien, für die Allianz im Irak.
    – Rules of Engagement. Außerhalb des ISIS-Gebietes operiert die Allianz sehr vorsichtig. Nicht-Freigabe der Bekämpfung von den Piloten vor Ort gesichteter Feindkräfte soll üblich sein. Rußland greift ermittelte Ziele ohne besondere Vorsicht an, im Rahmen der recht großzügigen Vorgaben des Völkerrechts.

    Dazu muß man noch die politischen Ziele der beiden Allianzen betrachten. Die westliche Allianz möchte ISIS eindämmen. Direkte oder indirekte Unterstützung für Assad steht nicht in ihrer Agenda. Rußland möchte die syrische Regierung sichern und als Verbündeten erhalten. Damit ist ein sehr entschiedeneres Vorgehen nötig, und es gibt mehr Gegner zu bekämpfen. Außerdem vermittelt der Einsatz den russischen Streitkräften wichtige Einsatzerfahrungen, die sie im letzen Jahrzehnt nicht machen konnte, mangels militärischer Konflikte außer Georgien. Die NATO war dagegen unbestreitbar militärisch sehr viel aktiver im Ausland. Außerdem bietet sich hier für Rußland die Gelegenheit, neue und auch schon länger vorhandene Waffen im echten Einsatz zu testen, was sowohl für Rußland selber wchtig ist (für Militär, Konstruktionsbüros und Hersteller) als auch der neuen russischen Technik das verkaufsfördernde Prädikat „einsatzerprobt“ verleiht.

    Gibt vermutlich noch ein paar andere Aspekte, die andere Teilnehmer beitragen werden.

  13. @ Carlo

    Klar hat man bei Close Air Support mit eigenen Bodentruppen mehr Ziele zur Verfügung als bei einem reinen Luftkrieg. Auf der anderen Seite unterstützt die OIR auch die Bodentruppen der Peschmerga.

    Die Beantwortung der gestellten Fragen ist auch mit der jeweiligen Zielauswahl begründet. Krankenhäuser und ganze Stadteile mit Clusterbomben zu belegen geht in der Zielauswahl wesentlich einfacher als den einzelnen Pickup mit montieren Maschinengewehr zu finden, oder einzelne Bagger, die zum Verschanzen benutzt werden ausfindig zu machen und zu bekämpfen.

    Wer mit ungelenkten Bomben großflächig Ziele bekämpft, bekommt im Prinzip die gleiche Wirkung wie die praktizierte Städtebombardierung im II. WK. Dies sind Terrorangriffe zum Brechen des Kriegswillens der Aufständischen und zur Vertreibung der Einwohner aus ihren angestammten Gebieten. Unterbrechung des Nachschubweges ( Interdiction) auf den Straßen könnte ein weiteres Ziel der relativ ungesteuerten, großflächigen Bombardierung mit ungelenkten Bomben sein.

  14. Kriege zunehmend Meldungen, dass Daesh die Grenze zu Saudi Arabien überschritten hat.

    Zudem interessant, die New Syrian Army ringt Daesh zunehmend Territorium im Süden Syriens ab.

    @Ein Leser: Danke nochmal das klappt großartig :)

  15. @AoR
    Sofern die Info zum KSA zutrifft, bleibt lediglich übrig feststellen, Torschlusspanik unter operativer Hektik militärischer Analphabeten.
    Oder glaubt der „Kalif“ eigenen Prophezeiungen und gibt sich dem Wahn hin, die Urgemeinde von vor 1400 Jahren wieder herstellen zu können? Zumindest bliebe er in der Kontinuität des „Propheten“ der seine Nachbarn mit Krieg überzog durch Kooperation mit organisierter Kriminalität der arabischen Stämme.

  16. @KPK: Kanns net beurteilen, wir werden sehen. Für Daesh siehts net gut aus mit der SDF kurz vor Deir Ezzor, dem SAA Vorstoß gen Al-Tabqa und nun auch, der NIMR Tiger, einer der berüchtigten SAA Kommandanten, ist bei Palmyra eingetroffen.

    Und in KSA bräuchten wir jetzt eine vernünftige Einschätzung der Volksmeinung, Wasserstand, repräsentative Meinungsumfragen oder gar die letzten Wahlergebnisse ( /scnr), um die Aussichten DAESH auf saudischem Boden wirklich einschätzen zu können.

  17. @AoR
    KSA spielt Game of Thrones live.
    Der amtierende König ist alt und krank. Dem designierten jungen Kronprinzen und Verteidigungsminister fehlt Erfahrung. Im Süden hat er einen Krieg zu laufen (s. u.), der nicht gut geht für KSA, ob er eine ausreichende Hausmacht hat ist fraglich. ISIS kehrt gerade heim zu den heiligen Stätten. AQ ist eh schon da, incognito, und südlich der Grenze auch. Die KSA-Regierung hat große Angst vor einem Terroranschlag, wie wir seit dem Massenunfall in Mekka wissen. Im Süden verschleißen die Houthis die KSA-Armee und haben KSA-Grenzbezirke besetzt. Mit dem Iran hat KSA einen Todfeind, der jeden unterstützt, der gegen KSA wühlt. Um Mekka und Medina herum gibt es übrigens eine starke schiitische Population. Zufällig ist das auch die Gegend, wo KSA die guten Ölfelder hat…

    Guter Kandidat für irakische Zustände, würde ich meinen. Zum Glück hält unser Außenminister Steinmeier KSA für einen wichtigen Partner, egal was der BND sagt. Wenn dort der Bürgerkrieg ausbricht, wird er dann wohl kommen und KSA retten, so wie er schon die Ukraine und Syrien gerettet hat. OK, der letzte Satz war wohl Sarkasmus.

  18. also 74 sorties mit den 6 alten dingern ist doch was. unfallfrei und verlustfrei ist schon ne leistung. chapeau. hoffe es bleibt so. müssen wohl bald die lfz tauschen , wurde schon getauscht ? s f

  19. @Mitleser:

    Schauen wir uns Deutschland nochmal an, wenn das europäische Projekt als Wertegemeinschaft an die Türkei verkauft wurde. Allein die Begriffe Visafreiheit und EU-Beitritt in Angesicht der Politik einer AKP in den Mund zu nehmen zerstört den Glauben an die Werthaltigkeit europäischer Einigung in den Augen so vieler.

    Man hätte in den letzten Monaten erkennen müssen, dass die Türkei einer AKP sich selbst als „Ausschließlich“ und „Unersetzbar/Indispensable“ sieht. Eigenschaften, welche sich die USA hart erarbeiten musste, Andere glauben das viele vom Himmel. Hier noch zu versuchen mit Anreizen zu agieren grenzt an Realitätsverlust. Die Heuchelei ist eine orientalische Kunst, hier Verwerfliches.

    Wir sind mit der Ukraine, Ungarn und der Türkei in der Peripherie unserer abendländischen Wertekultur angekommen. Scholl-Latour hatte uns mit seinem letzten Atmenzug gewarnt.

    Und Saudi Arabien, ein überdimensioniertes Bankkonto, welches mit der Macht von Petrodollar eine Tittikakka-Kultur exportiert. „Incognito“? Sie haben das Problem nicht verstanden!

  20. @AoR

    Man sollte nicht den Fehler machen, AQ, die eine eigenständige Terrororganisation ist, und sich dabei auch einer gewissen Unterstützung durch saudische Kreise erfreut, mit dem vom Königshaus als Staatsreligion beförderten Wahabismus bzw. dem Salafismus als dessen „Exportvariante“ sowie der saudischen Unterstützung für Islamistengruppierungen außerhalb KSA zu verwechseln bzw. zu vermengen, nur weil es beide Varianten des Dschihad zur Ausweitung des Islams und seiner Herrschaft sind. KSA legt durchaus Wert darauf, daß islamistische Aktivitäten, insbesondere auch militärische, außerhalb von KSA und nicht in deren Inland stattfinden.

  21. @ AoR

    Was soll an der Aussage falsch sein, dass Saudi-Arabien, die Türkei und Quatar Daesh in Syrien massiv unterstützt haben ?

  22. Breaking: Sehr wahrscheinlicher Chemiewaffenangriff durch von der Türkei unterstützte Rebellen/Jihadisten auf kurdische zivile Wohngebiete im Norden Aleppos.

    Das Statement der YPG benennt die Gruppierungen, welche zur Hälfte von der Türkei unterstützte turkmenische Gruppierungen und zur Hälfte von der Türkei unterstützte dschihadistische Gruppierungen inklusive Al-Nurah (Al-Kaida in Syrien) nennt.

    Dieser Vorfall steht im Mittelpunkt mehrerer Übergriffe auf die kurdischstämmige Bevölkerung Aleppos besonders durch die sogenannte Sultan Murad Brigade . Hier beispilhaft aufgeführt, ein Übergriff eines FSA Offiziers benannter Brigade auf einen kurdischen Familienvater .

    P.S: Ich wähle bewusst den Tweet eines syrischen Kommandanten, um aufzuzeigen, dass eine sich Anbahnende Entscheidung kurdischer Parteien zum Verbleib der Rojava als föderale Entität in Syrien und unter dem Schutz Russlands dem physischen Wohl der eigenen Menschen vor der Türkei dient.

    @Den Haag!

  23. @AoR

    Pardon, bei der Quellenlage wäre ich aber ein wenig vorsichtiger… Und würde das noch nicht so als Fakt hinstellen, mit der Aussage, dass „sehr wahrscheinlich“ von der Türkei unterstützte Gruppierungen Chemiewaffen einsetzen.

  24. @T.Wiegold: Mit Verlaub, ich stelle es als „sehr wahrscheinlich“ hin. Denn ca. eine Stunde nach der Aufnahme des gelben Rauches/Wolke stellt die Sultan Murad Brigade fest, man habe ihr Waffen geklaut . Demnach unter 95%.

    Hat also sehr wahrscheinlich die Wache eines Offiziers geschlafen, welcher den Kurden sinngemäß den Genozid androht, weil man einen Staat möchte? (vgl. Video oben)

    P.S: Welche der genannten belagernden Gruppierungen werden von der Türkei nicht unterstützt? Per Ausschlussverfahren hatte ich von „Wahrscheinlich“ auf „sehr Wahrscheinlich“ erhöht.

  25. Und die geklauten Waffen sind ein Beleg für einen Chemiewaffeneinsatz?!

    Sie treffen hier die Aussage: Sehr wahrscheinlich hat eine Gruppe, die von der Türkei unterstützt wird, in Aleppo chemische Waffen eingesetzt. Und die Belege für diese Aussage halte ich bislang für recht dünn.

  26. @T.Wiegold: Dann ziehe ich hiermit meine Aussage zurück. Mal sehen wer für den gelben Phosphor verantwortlich ist?

    Passt Grad alles wie die Faust aufs Auge! Bin natürlich emotional nicht unvorbelastet, da sekundäre Schicksalsgemeinschaft betroffen.

  27. Strike-update CJTF OIR für 07.03.2016
    http://www.centcom.mil/en/news/articles/march-8-military-airstrikes-continue-against-isil-terrorists-in-syria-and-i

    The following is a summary of the strikes conducted against ISIL since the last press release:

    Syria
    * Near Ayn Isa, one strike destroyed an ISIL house borne improvised explosive device (HBIED).
    * Near Dayr Az Zawr, two strikes struck a large ISIL tactical unit and an ISIL gas and oil separation plant modular refinery, and destroyed an ISIL vehicle.
    * Near Mar’a, four strikes struck three ISIL tactical units and an ISIL facility, and destroyed an ISIL vehicle, an ISIL heavy machine gun position, and an ISIL building.

    Iraq
    * Near Al Baghdadi, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL weapons cache, an ISIL staging area, and an ISIL rocket position.
    * Near Bayji, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL heavy machine gun position.
    * Near Fallujah, one strike destroyed an ISIL vehicle borne improvised explosive device (VBIED).
    * Near Habbaniya, one strike destroyed an ISIL tunnel.
    * Near Haditha, one strike destroyed an ISIL supply cache.
    * Near Kisik, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL assembly area.
    * Near Mosul, three strikes struck two ISIL headquarters and destroyed an ISIL assembly area.
    * Near Qayyarah, one strike struck an ISIL used bridge.
    * Near Ramadi, two strikes struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL mortar position, and two ISIL supply caches.
    * Near Sinjar, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL fighting position.
    * Near Sultan Abdallah, three strikes struck two separate ISIL tactical units and destroyed two ISIL vehicles, and an ISIL artillery piece.
    * Near Waleed, one strike struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL supply cache.

    Strike assessments are based on initial reports. All aircraft returned to base safely.

  28. Wer garantiert eigentlich, dass die Türkei bei dem jetzt vorgeschlagenen Deal in Brüssel nicht wieder ein doppeltes Spiel spielt (so wie bei der öffentlichen Wahrnehmung und der tatsächlichen Unterstützung von Daesh durch die Türkei) ?

    Das Pokerspiel lautet Visafreiheit für türkische Bürger, damit die kurdischen Bürgerkriegsfllüchtlinge aus der Süd-Ost Türkei problemlos nach Europa, z.B. nach Berlin umsiedeln können.
    Im Gegenzug nimmt die Türkei die syrisch, sunnitischen Bürgerkriegsflüchtlinge auf und siedelt sie in den entvölkerten türkischen Kurdengebiete mit finanzieller Unterstützung der EU an ?

    Des Weiteren berichtet das ARD-Magazin „Kontraste“, dass die Banken von Raqqa immer noch am „Swift“-System in Belgien hängen, also immer noch bargeldlos Geld nach Raqqa rein und raus befördert werden kann. Also kann Assad mit ISIS weiterhin Ölgeschäfte betreiben und umgekehrt können reiche saudische Bürger Geld an ISIS überweisen.

    Die Netzwerkverbindung von Swift – Belgien geht über Damaskus nach Raqqa. Solange Assad sich weigert, den Stecker in Richtung Raqqa zu ziehen, gibt es einen weiteren Grund, warum Daesh finanziell nicht ausgetrocknet werden kann. Zur Not fließen eben ein paar hundert Millionen Dollar an Hilfszahlungen aus den Golfstaaten an den IS.

  29. Manchmal frage ich mich, ob ich bewusst nicht verstanden werde oder ob die Leute austesten, ob ich ihre Kommentare noch lese…

  30. @KSK
    „…one strike struck an isil used bridge…“
    bitte hallo , über die brücke gingen nur isil foot soldier, oder wie !? sorry, aber das ist das papier nicht wert… ein wenig genauer, gilt auch für die 74 einsätze TOR, sollte schon drin sein, und würde m.e. die glaubwürdigkeit der coalition forces schon erhöhen, denke ich?
    s f

  31. @ beobachter
    Bitte ohne Hallo.
    Es ist nicht meine Art Ziel-Treffermeldungen des HQ CENTCOM zu kommentieren. Ich nehme diese zur Kenntnis.
    Dass die Nutzung von Brücken jeder Kriegspartei je nach Vermögen offen steht liegt bin der Natur der Dinge.

  32. 74 Flüge in (wenn ich richtig gezählt habe) 62 Tagen halte ich für einen recht ordentlichen Schnitt, sowohl für die Besatzungen als auch für das Bodenpersonal. Interessant wäre jetzt auch eine Angabe, wie lange ein so Aufklärungsflug im Durchschnitt dauert.

  33. @Georg:

    Türkei Perspektive: Lesen Sie das Buch Davutoglu zu Strategie, erkennen Sie in welcher Opferrolle sich die AKP wähnt nach jahrzehntelanger Säkularisierung mit dem Stiefel. Brutalität ist das Gebot der Stunde, Stärke nach Außen um Schwächen nach innen zu über mahlen.

    Schultz, das EU-Parlament vordert jetzt von Erdogan, die Friedensverhandlungen mit der PKK wieder aufzunehmen. Er rückt so die HDP in das Licht eines möglichen Vermittlers. Ankara wird sich den Zerstörungen im Südosten hoch offiziell stellen müssen.

    Swift: Klar sind die Banken in Raqqa am Swift, da leben Menschen. Was können die dafür, dass sie von einer Terrormiliz überrannt wurden? Das Regime betreibt in Raqqa ein Krankenhaus. Es entsteht Wiederstand von Innen. Sanktionen sind ein Erziehungsmechanismus und Daesh wird nicht erzogen, sondern vollständig ausgelöscht werden.

  34. @ AoR

    Bezüglich „Swift“ bzw. Teilnahme am internationalen Zahlungsverkehr, das sehe ich anders.
    Die IS-Kämpfer haben sunnitische Gebiete überrannt. Die Bevölkerung kooperiert mehr oder weniger mit den IS-Kämpfern. Eine echte Alternative haben sie auch nicht, wenn sie nicht hingerichtet werden wollen. Folglich muss IS da bekämpft werden, wo es wehtut. Also keine Geldtransfers mehr, keine Geschäfte mit dem Assad Regime, strikte Unterbindung des Ölhandels usw.
    Wenn man die dazu notwendigen Taten anschaut, dann muss man feststellen, dass Russland in dieser Hinsicht effektiver agiert. Zwar moralisch bedenklich aber effektiv. Russland hat Getreidesilos, Banken und vor allen die Tanklaster mit dem Öl auf den Schmuggelrouten bekämpft. Eine Guerilla, und als solche betrachte ich die IS immer noch, bzw. als eine plündernde Armee in der Bewegung, muss von der Unterstützung durch die Bevölkerung abgeschnitten werden und dies geht nur indem man der Bevölkerung die Möglichkeit diese Armee zu unterstützen von außen nimmt.

    Also eine Guerilla hat keinen Widerstand von innen, entweder die Bevölkerung kooperiert oder wird hingerichtet.

  35. @ AoR

    Zitat:“Sanktionen sind ein Erziehungsmechanismus und Daesh wird nicht erzogen, sondern vollständig ausgelöscht werden.“

    Das wird aber nicht gehen, solange Daesh wie „ein Fisch im Wasser schwimmt“ und die Bevölkerung in den besetzten Gebieten ist nicht nur „Mitläufer“ sondern auch stellenweise Profiteure des neuen Regimes.

  36. @Georg: Vehementer Widerspruch. Daesh versteht sich als Staat und benimmt sich so, hat sich eingegraben wegen Luftangriffen. Es gibt beinahe keine Berichte von Ärger mit der Zivilbevölkerung nach Befreiung von Daesh z.B durch den SDF.

    Klar der SDF hat die Binnenflüchtlinge bewaffnet, und die sind sehr froh wieder in ihre Dörfer zu kommen. Geben Sie den Menschen nicht das Gefühl, die Welt hätte sie vergessen.

    Gerade im Irak war Daesh zu Beginn die least bad option in den Augen vieler sunnitischer Stämme, welche den Machtverlust der Baath-Partei nicht verkraften wollten. Dennoch der Fall Ramadis hat bewiesen, es geht. Jetzt ist Mossul dran.

    Jedes mal, wenn die Menschen in Raqqa zur Bank gehen, ins Krankenhaus, verbotene Sender einschalten, sehen die eine andere Welt. #Winningheartsandminds #Wizardofoz

    P.S: Nochmal, Daesh ist keine Guerilla, sondern regulär organisiert auf Basis der Ausrüstung der irakischen Armee.

  37. @ AoR

    Zitat: „Nochmal, Daesh ist keine Guerilla, sondern regulär organisiert auf Basis der Ausrüstung der irakischen Armee.“

    .. und kämpft mit Unterstützung der sunnitischen Bevölkerung gegen Assad und andere Rebellengruppierungen. Natürlich versteht sich Daesh als Staat, aber ohne die Kooperation der Bevölkerung wäre er Besatzer und ich habe nicht den Eindruck, dass die Bevölkerung gegen Daesh aufsteht (was ja auch mit Risiko für Leib und Leben verbunden wäre).
    Wenn Daesh sich als Staat versteht, müsste er auch wie ein Staat bekämpft werden, also Zerstörung der vorhandenen Infrastruktur, Brücken, Wege, Industrieeinrichtungen (Erdölinfrastruktur), Versorgung der Zivilbevölkerung und vor allen Dingen die Unterbindung des aus unserer Sicht illegalen Handels unterbinden sowie ihn von den Geldflüssen ausländischer Herkunft abzuschneiden. Ein Baustein dazu ist, den internationalen Zahlungsverkehr zu kappen. Mit anderen Worten ihn wirtschaftlich zu zerstören. Beim Iran hat dieses Instrument erstaunlich gut gewirkt.

  38. @Georg: Und niemand wollte den Iran vernichten. Daesh wird einer regulär-militärischen Vernichtung zugeführt. Der Rückschlag ist nur, dass Qatar, Saudi Arabien und die Türkei Daesh offen dulden und unterstützen, anstatt einzugreifen.

    Mit dieser bitteren Pille müssen wir leben. Unsere einzigen Allierten gegen die wahabitische Ausprägung des politischen Islam sind die Kurden, die syrisch-arabische Armee, Russland und der schiitisch-revolutionäre politische Islam. Dies gilt übrigens in der langen Frist.

    V.V.Putin hat die Pille nochmal mit Salz versehen, indem er unter unseren Augen die FSA der frühen Stunde zerlegte. Da können wir noch so heulen, den es war der Preis für sein eingreifen. Schauen Sie die Liste der Gruppierungen unter dem Waffenstillstand an.

    Warum wird Daesh geduldet und unterstützt? Wegen dem inneren Streit unter den Milieus des politischen Islams welche sich wiederum geografisch erklären lassen.

    Der 30 jährige Krieg des Islams wurde durch den arabischen Frühling losgetreten. Der selbsternannte Khalif zum Wallenstein des inquisitären Riad.

    Die wahren Opfer? Die Christen und anderen Minderheiten, wie einst die Juden Europas.

    P.S: Erdogan sagte einst, es gebe keinen liberalen oder extremistischen Islam, sondern nur den Islam. Bitte, die Russen nehmen ihn schon beim Wort und bomben alles was nach Sharia ruft. /cyn

  39. @ AoR

    Dies sind alles sehr interessante Aspekte, die Sie in ihrem letzten Post ausführen.

    Leider erklärt sich für mich immer noch nicht, wenn der Westen (und die Swift-Zentrale sitzt als eingetragener Verein in Belgien) will, dass Daesh besiegt wird, warum dann nicht der internationale Zahlungsverkehr nach Syrien gestoppt wird.

    Daesh hat ja schon überlegt eine eigene Währung einzuführen auf Goldbasis. Damit wären sie von ausländischen Währungen unabhängig. Die Befürchtung war nur, dass diese Goldmünze ähnlich dem Maria-Theresien-Taler während des Osmanischen Reiches nicht ausgegeben und genutzt wird sondern von der Bevölkerung gehortet wird und damit für den Wirtschaftskreislauf faktisch nicht zur Verfügung stünde.

    Gerade weil Daesh von der Türkei, Saudi Arabien und Quatar unterstützt wird, sollte man es vom offiziellen Welthandelssystem, sprich dem bargeldlosen Geldtransfersystem abschneiden, vorausgesetzt man will ihn wirklich effektiv bekämpfen.

  40. @Georg: Sie wollen ganz Syrien abschneiden? Na dann kommen auch die syrischen Binnenflüchtlinge zu uns… Also alles was geeignet ist den letzten Hauch zivilisierter Strukturen zu zerstören, meine ich konterkariert unsere Ziele.

    Ich überlege gerade ernsthaft was Swift bringen soll. Haben die Filialen in Raqqa noch Bargeldreserven, bekommen die noch Geld von der syrischen/irakischen Zentralbank? Sind die Filialen in Syrien z.B überhaupt noch aufgeschaltet?
    Welche Währungen sind bei Daesh im Umlauf? Dollar, Euro, Türkischer Lira, Rial etc… ? Lohnt die Maßnahme noch? Wie lange soll Daesh noch existieren?

  41. @ Stephan L.

    Wirklich?
    Wenn ein Flug gleich eine sortie ist, dann wäre nur an 37 Tagen wirklich geflogen worden, da nur Flüge in zweierformation durchgeführt werden. Versprochen hat die Luftwaffe aber ein Modul TAR, sechs Tornado mit vier sorties am Tag.
    Die Korrektheit und die Wahrhaftigkeit der Zahlen darf also auch hier wieder in frage gestellt werden.

    Die Flüge dürften im Schnitt drei bis vier Stunden lang sein. Die Strecke Incirlik-Mosul ist z.B. etwa 400NM. Also eine Stunde hin, eine Stunde zurück plus tanken und Bilder machen. Ziele in Syrien vielleicht etwas kürzer. Ziele im irak aber auch gerne deutlich länger.

  42. Zur Klarstellung: BMVg sprach von 148 Einsatzflügen der Tornados. Auf Nachfrage wurde dann präzisiert, dass damit jeweils Sorties von zwei Maschinen gemeint sind.

  43. @ AoR

    Zitat: „Ich überlege gerade ernsthaft was Swift bringen soll. Haben die Filialen in Raqqa noch Bargeldreserven, bekommen die noch Geld von der syrischen/irakischen Zentralbank? Sind die Filialen in Syrien z.B überhaupt noch aufgeschaltet?“

    Swift bzw. die Kappung des internationalen Zahlungsverkehr wird auch als die „Atombombenoption“ bei Sanktionen bezeichnet, weil sie so wirkungsvoll ist.
    Nach dem von mir zitiierten ARD-Kontraste Bericht betreibt Assad Ölhandel mit Daesh und deshalb benötigt er die Zahlungsverbindung und trennt Raqqa nicht von der Zentralbank in Damaskus ab.
    Die Hilfszahlungen von Saudi Arabien, Quatar und der Türkei werden ja wohl kaum per Kurier als Bargeld geliefert werden. Daesh bezahlt seine Kämpfer, seine Söldner gut und dazu braucht er jeden Monat große Bargeldreservern. Bei 250 – 400 Dollar pro Monat und Kämpfer sowie einer Zahl von sicherlich noch 10000 Kämpfern kann man das Bargeldvolumen pro Monat berechnen. Die geschätzen Öleinnahmen von Daesh von 1,5 Mio Dollar pro Tag werden wahrscheinlich auch nicht als Bargeldzahlung an der türkischen Grenze und den anderweitig belieferten Gebieten abgewickelt werden.

    Ich wil es damit belassen und das Thema nicht weiter ausweiten. Für mich persönlich stelle ich jedoch fest, dass die westliche Allianz sowohl bei der Unterbindung des Ölhandels von Daesh als auch bei den Geldreserven der Organisation nicht wirklich tabula rasa gemacht hat. Dagegen einen Aufwand von 120 Kampfjets zu betreiben ohne die essentiellen Ziele des Staates Daesh auszuschalten, erscheint mir nicht besonders folgerichtig zu sein.

  44. @Georg: Ich finde das Thema wichtig, haben sie einen Mediatheklink?

    Weil, nicht Atombombe, eher biologische Kriegsführung um in der Metapher zu bleiben. Ist als würden Sie in nem Aquarium den Sauerstoff zum Teil entziehen. Sie reden mit nem Ökonomen, daher. ;)

    Ich sag mir einfach don’t talk the talk, walk the walk. Daesh wird jetzt seit keinen sechs Monaten am Boden effektiv bekämpft. Ziel ist die totale Zerstörung, nicht Erziehung.

    Der Grenzbereich zwischen einer anti-Daesh lastigen Entscheidung auf den Sanktionsprozess Swift zu verzichten kann nur daran liegen, das man evtl. möchte, dass Daesh-linge nicht die Koffer packen. Den Rest überlasse ich dem SiPo-Begabten und seiner Kreativität.

    Das schlimmste ist in meinen Augen, dass die Kurden bei Jarabalus nicht den Sack zu machen konnten trotz der Tatsache, dass unter der Kriegsbeute der SDF hunderte internationale Pässe mit multientry-Visa für die Türkei sind.

    Was soll das? Abenteuerurlaub für Pierre Vogels Schlägertrupp? / SCNR

  45. @ ksk: agreed; und danke für ihre immer sachlichen inputs (mein hallo ging nicht an sie sondern centcom, sorry)
    nun zu TOR: 148 sorties erfolgreich in nur 62 tagen („mit den alten mühlen“) : good job und chapeau an die luftwaffe!
    …. bitte mehr davon !
    semper fortis

Kommentare sind geschlossen.