Bundeswehr und Social Media: Wer ist drinnen, wer ist draußen?

Radio_andernach_FB_Abmeldung

Die Redaktion hat eine Fangemeinde, von der andere Radiomacher in Deutschland nur träumen können. Verläßlich schalten sich Zuhörer in aller Welt ins Programm ein, die Reaktionen auf die Sendungen sind zahlreich, und über die Zielgruppe hinaus melden sich auch viele Menschen aus Deutschland bei den Redakteuren, die das Radioprogramm gar nicht hören können. Radio Andernach, der Truppenbetreuungssender der Bundeswehr, ist quasi die amtliche Brücke aus der Heimat in die Auslandseinsätze der deutschen Streitkräfte.

Um die erfolgreiche Außenwirkung dieses Senders ist allerdings seit dem Jahresende ein interner Streit in der Truppe entbrannt. Denn pünktlich zum 31. Dezember musste die Redaktion, angesiedelt beim Zentrum Operative Kommunikation in Mayen in der Eifel, einen für die Radiomacher in Uniform wichtigen Kanal einstellen: Auf dem weltweiten Netzwerk Facebook darf Radio Andernach nicht mehr für sein Programm Werbung machen und nicht mehr mit Hörern, aber vor allem nicht mehr mit der Öffentlichkeit in Kontakt treten. Im Dezember verabschiedete sich die Mannschaft von ihren Facebook-Fans (siehe Screenshot oben).

Die Weisung dazu kam aus dem Bundesministerium der Verteidigung in Berlin, und sie hat sehr prinzipielle Gründe. Der Sender sei ein internes Medium der Betreuungskommunikation, heißt es aus dem zuständigen Presse- und Informationsstab im Berliner Bendlerblock. Im Klartext: Das Radioprogramm ist, anders als zum Beispiel die auch in Deutschland hörbaren Sender der Truppen aus den USA oder Großbritannien, ohnehin nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Da sei es weder sinnvoll noch angezeigt, sich über ein öffentliches Netzwerk wie Facebook an die Öffentlichkeit außerhalb der Bundeswehr zu wenden.

Redaktion wie auch Leser der zum Jahresende eingestellten Facebook-Seite sehen das naturgemäß anders. 12.000 Likes und die rege Kommentartätigkeit hätten doch belegt, wie sinnvoll dieser Kommunikationskanal gewesen sei, hieß es in den – inzwischen wie die Seite selbst nicht mehr sichtbaren – Kommentaren: Wer digitale Medien kennt, weiß, wie wichtig dieser Auftritt von Radio Andernach für alle Kameradinnen/Kameraden im Einsatz oder daheim ist, die nicht on-air mit dabei sein können, beschwerte sich ein Nutzer. Damit, kritisiert ein anderer Kommentator, sind 12.000 Likes und ein ausgezeichneter Ruf für die Tonne.

Auch wenn die Radiomacher in Mayen offensichtlich insgeheim noch hoffen, dass die Entscheidung noch einmal überdacht wird – die Äußerungen aus dem Bendlerblock lassen das kaum erwarten. Die grundsätzliche Entscheidung sei aus grundlegenden und konzeptionellen Erwägungen getroffen worden und stehe damit. Und außerdem gebe es doch die Webseite von Radio Andernach. Die ist allerdings für den Dialog mit den Hörern wie mit den Angehörigen von Soldaten im Einsatz nur, sagen wir begrenzt geeignet: Die Dialogfunktion beschränkt sich auf ein Formular, auf dem Grüße an die Truppe im Einsatz eingetragen werden können.

Nachtrag: Das Ganze könnte auch noch den Verteidigungsausschuss beschäftigen; einige Details dazu bei tagesschau.de.

Ein bisschen kann die Öffentlichkeit dann aber doch noch an dem Programm teilhaben: Auf audioboo.fm, einem Youtube-ähnlichen Portal für Audios, lässt sich das eine oder andere nachhören. Zum Beispiel das Interview mit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen aus der Weihnachtszeit 2015.

(Direktlink: https://audioboom.com/boos/3959328-personliche-einblicke-die-ministerin-ganz-privat)

42 Kommentare zu „Bundeswehr und Social Media: Wer ist drinnen, wer ist draußen?“

  • Voodoo   |   10. Januar 2016 - 14:18

    Manchmal kann man aus prinzipiellen und konzeptionellen Gründen nur noch mit dem Kopf schütteln. Der Sender WAR mal ein internes Medium der Betreuungskommunikation. Inzwischen hat die „normative Kraft des Faktischen“ aber dafür gesorgt, dass daraus ein weiteres, gut laufendes Mittel der Öffentlichkeitsarbeit entstanden ist. Aber was nicht sein darf, kann eben auch nicht sein, weswegen man nicht adaptiert, sondern reduziert.

    #Neuland …

  • Anubiswaechter   |   10. Januar 2016 - 14:29

    Nach Abschaffung der Wehrpflicht wurde diskutiert, ob die Truppe noch hinreichend in der Mitte der Bevölkerung stehe. Und dann schafft man effektive Maßnahmen dafür ab?

    Könnte mir das jemand prinzipiell begreifbar machen?!

  • cosmo   |   10. Januar 2016 - 14:35

    Radio Andernach kann ich im Einsatz eigentlich nur in der Betreuungseinrichtung oder im Container vor dem eigenen Laptop hören. Wenn man viel draussen unterwegs ist findet das eher nicht statt. Die Kameraden von Radio Andernach wissen das denn sie haben ja auch vor Ort schon mal nachgefaßt. (Ohne Funkmasten nutzt auch die App auf dem Smartphone nichts)
    Ergo: irgendwann bekam ich mitgeteilt das man (Frage: „Wer“ – Antwort: „Weiß ich nicht“) mich mit einem Lied gegrüßt wurde…

    Ich frage mich nur ob der letztendlich für die Abschaltung verantwortliche Offizier selbst schon mal 7 Monate am Stück im Einsatz war … ich denke aber, eher nicht, denn er ist unabkömmlich da er an seiner Karriere feilen muß :) (SCNR)

    Das sind mal wieder Zustände wie in der deutschen Marketenderei: 14 Tage alte Zeitschriften und Armbanduhren !!! ( Da geht man dann auch lieber in den PX der US Army, da stimmt das Warenangebot)

  • klabautermann   |   10. Januar 2016 - 14:35

    Ein weiteres Beispiel für den Zentralisierungswahnsinn in Berlin. Das erfolgreichste Führungsprinzip aller Zeiten „Zentrale Planung, dezentrale Durchführung“ ist wohl völlig in Vergessenheit geraten. Diese „moderne“ Führungs(mono)kultur läßt mich nur noch schaudern.

  • Closius   |   10. Januar 2016 - 14:42

    @T.Wiegold: Wer hat denn den Befehl zur Einstellung der Facebook-Seite unterschrieben und weiß die Ministerin überhaupt davon?

    Vielleicht würde es ja helfen, in der Bundespressekonferenz da nachzubohren, weil eine solche Entscheidung passt nicht in die heutige Medienlandschaft und schafft höchstens die Gefahr von einem Staat im Staate, wenn die BW so von der Öffentlichkeit abgeschottet wird.

    Ich kann sowieso nicht verstehen, warum Radio Andernach nicht für alle Bürger, wenigstens per Internet empfangbar ist? Die Soldatensender der anderen Länder sind für alle empfangbar und deshalb sollte Radio Andernach frei zu empfangen sein für alle Bürger per Internet oder durch Kabelnetze.

    Mit so einer Bürger- und Soldatenfeindlichen Entscheidung wird man nicht mehr Soldaten für Auslandseinsätze begeistern können.

    Ein nur internes Medium kann auf Dauer nicht erfolgreich sein und ist für die Soldaten langweilig.

  • Vader   |   10. Januar 2016 - 15:24

    Falls es in den letzten Jahren keine Gesetzesänderung gab, ist staatlicher Rundfunk nach wie vor verboten. Sollte dies noch so sein, ist es aus rein juristischer Sicht vermutlich völlig in Ordnung, da jeder auf Radio Andernach Facebook zugreifen kann. Bin kein Jurist, kann mir aber schon vorstellen das man rechtliche Bedenken hat.

    Sinnvoll? Nein, natürlich nicht. Man nimmt sich eine sehr gute Möglichkeit der Öffentlichkeitsarbeit.

    Ich sehe drei mögliche Ursachen / Gründe für die Verbannung:

    1. rechtliche Gründe (Auch wenn es FB ist bleibt RA staatlicher Rundfunk)

    2. die Kommentarmöglichkeit (Anzahl der Plattformen für mögliche negative / kritische Kommentare so gering wie möglich halten)

    3. Langfristig dem Projekt BwTV mehr Aufwind zu verschaffen

    @Closius
    Ihrem letzten Satz stimme ich 100% zu

  • Dan November   |   10. Januar 2016 - 16:01

    Ich würde mal raten, dass die nicht freie Verbreitung in Deutschland zuallererst mit den dann aufkommenden Gema-Gebühren zu tun hat, sodann mit Kosten für Internetbandbreit, Sendefrequenzen für den Rundfunk, etc. und zu guter Letzt mit dem vorgeschobenen Argument, dass es nur für die interne Nutzung gedacht ist

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   10. Januar 2016 - 16:11

    @T.W
    Vielleicht können Sie tatsächlich in BPK nachfragen, welche Erkenntnis hinter dieser Entscheidung steckt? – CIMIC, bzw ZMZ ist dass tatsächlich nicht -.
    Ggf mag es rundfunkrechtliche Vorbehalte geben, die eine deutschlandweite Ausstrahlung nicht zulassen. Als konsumenten-, und damit in erster Linie soldatenfreundlich erweist sich der vorliegende Entschluss erwartbar keinesfalls.
    Beispiel richtig ist für mich in diesem Zusammenhang immer noch BFBS für die britischen SK und jeden Anderen, an aktuellen news and music Interessierten!

  • Blutze   |   10. Januar 2016 - 16:14

    Was der @Klabautermann sagt.

  • Frank   |   10. Januar 2016 - 16:30

    Das Verteidigungsministerium hat nun festgestellt, dass ein Social Media Angebot durchaus der Truppenbetreuung zuträglich sein kann. Schließlich ist die Bundeswehr gemäß Dekret von UvdL nun vor allem : „Attraktiv, Modern UND :) Anders“.
    Aus diesem Grund betrachtet man den Lösungsvorschlag eines deutsch/französischen Unternehmens. Das Unternehmen möchte Facebook jetzt exklusiv für die Bundeswehr in Lizenz fertigen. Name: AIRbuk. Zugang hätten ausschließlich Bundeswehrangehörige. Zur Anmeldung ist die Übermittlung einer beglaubigten Kopie des Dienstausweises, des Personalausweises, des polizeilichen Führungszeugnisses und ein Motivations-Schreiben ( 2 DIN A4 , Arial 10 Punkt ) notwendig. Eine speziell geschulte Teilzeitkraft prüft die Unterlagen.
    Kosten betragen gerade mal 49,99 € pro Jahr und Nutzer.
    Damit die Truppenbetreuung in den nächsten 5 Jahren reibungslos funktioniert, hat das BMVg eine 25 mio. Vorlage vorbereitet.
    Das Angebot für AIRbuk steht in dem besagten Zeitraum für gerade einmal 43.928.712,50 € für bis zu 185.000,00 Nutzer inkl. 5 % Rabatt.

    Dies sei im Verhältnis zu den sonstigen Personalkosten von 11 Mrd. € vernachlässigbar , außerdem handelte es sich um erprobte Technik.
    Teil des Angebotes ist auch eine Option auf 129.500 Stück „integriertes Bedien- und Kontrollgerät unkritische Sozialkommunikation“ (i BUS). Auch hier würde nur Technik „of the Shelf“ von einem Kalifornischen Unternehmen angeboten.
    Die Heeresführung zeigt sich äußerst interessiert. So könne das „i BUS“ gem. Angabe des Unternehmen auch in das FüWES integriert werden und als Human-Machine Interface zum System IDZ 2 genutzt werden.
    Die Zusätzlichen Kosten für ein „i BUS“ betragen gerade : 1.199,00€/ 24 Mo/ Pers. , excl. MwSt.
    Das BMVg steht derweil in Verhandlungen mit der Telekom, es soll geklärt werden wie die notwendige terrestrische vollverschlüsselte Breitbandkommunikation zur Verfügung gestellt wird. Hier sieht das BMVg nicht die Möglichkeit etablierte Technik wie etwa LTE zu nutzen, derzeit wird um weitere Partner zur Entwicklung eines neuen Standard geworben. Von Anfang an, soll die expertise des neu geschaffenen CIRK in dieses Technologieprogramm einfließen.

    Mit Inbetriebnahme von AIRbuk und i BUS könne schon 1.Q 2019 gerechnet werden, falls schnell Vorschritte beim neuen Kommunikationsstandart erzielt werden.
    Die volle Einsatzbereitschaft wird für 2021-2025 angestrebt.

  • Ex-HG jetzt Student   |   10. Januar 2016 - 17:04

    Zum Glück studiere ich mittlerweile was in die Richtung und kann sagen: „Oh, shit! Offiziere die keine Ahnung von der Bedeutung von Social Media haben!“ Wenn solche LEute Karrieregeil sind ist es leicht, irgendwas halbsinnvolles über die Klippe springen zu lassen.
    Und das die Generale kein Plan von FB und Co haben und deswegen auch nicht auf die jüngeren Soldaten hören, ist mir schon klar. Was nicht passt, wird passend gemacht. Querdenkerei ist da völlig ausen vor.

  • Schwermetaller   |   10. Januar 2016 - 17:08

    Der Bundeswehr und dem BMVg muss es schon sehr gut gehen, wenn man solch einen etablierten Kanal einfach abschalten kann.

    Wer sich erinnern kann: Das hochgelobte und inzwischen mit ziviler B3 vergütete Onlinegeschäft bundeswehr.de ist einst mit der Initiative und dem privaten T-Online-Konto eines Oberstleutnants der Pioniertruppe entstanden. Und hat sich dann „irgendwie“ weiterentwickelt.

    Struktur und einheitliche Kommunikation sind schon sinnvoll. Aber ich habe bei Radio Andernach nie den Eindruck gehabt, dass dort ein Problem bestand. OpKomm insgesamt ist da schon eine ganz andere Sache. Aber jetzt gehört RA ja zur InfoArbeit.

    Insgesamt: Bedenklich, Schade.

  • Neugieriger   |   10. Januar 2016 - 17:28

    @T.W.
    Ja, bitte in der BPK nachfragen, bin sehr gespannt auf die Antwort … der Ministerin / des Generalinspekteurs.

    Und auch bitte fragen, wie es sich in diesem Zusammenhang mit dem Facebook-Auftritt der Bundeswehr vehält.

    https://www.facebook.com/Bundeswehr

    Ach ja, ist eigentlich dann der YouTube-Kanal der Bundeswehr nicht auch Staatsfernsehen und müsste abgeschaltet werden? Hm…

  • TomTom   |   10. Januar 2016 - 17:31

    Abseits von Überlegungen in Richtung staatlichem Rundfunk:
    Vielleicht hätte man mit etwas Überlegungen auch den anderen Weg gehen können.
    Weg von einem vermeintlich internen Medium hin zu einem Radioprogramm von der Truppe für die Welt, abgestuft zwischen Einsatzgebieten und im Heimatland, analog zu AFN oder BFBS.
    Irgendwo im Digitalfunk sollte doch noch Platz sein. Und Interesse besteht offensichtlich.

    Aber das wäre wohl zu „ANDERS“.

  • Frank   |   10. Januar 2016 - 18:25

    Das traurige ist doch vor Allem eins:
    Das BMVg stellt sich so sehr vor Ihre Soldaten, das es in Wahrheit wieder hinter Ihnen steht.

    Sehr traurig das Ganze.

    Ich könnte ja verstehen, dass man diesen Schritt gegangen wäre, wenn sich aus der Opposition oder aus den Medien massive Kritik am „militaristischen Staatsfunk Andernach“ gegeben hätte. Aber da war nichts! Die meisten abrüstungspolitischen Sprecher und Beauftragten der Partei „die Linke“ wissen wahrscheinlich noch nicht mal was das ist, Radio Andernach.

  • Vader   |   10. Januar 2016 - 18:43

    Noch eine andere Möglichkeit ist das Sachgebiet 2 , gerade bei Facebook.

    Frau grüßt Mann mit Lied und dem netten Kommentar: Lieben Gruß nach Einsatzland, pass auf Dich auf und komm gesund wieder.

    Tage später bekommt Frau Nachrichten via Facebook…

    Ich denke jeder weiß auf was ich hinaus möchte, scheint auch nicht so ganz aus der Luft gegriffen zu sein, habe es vor nicht langer Zeit in einem Briefing durch den MAD so erzählt bekommen. Dort wurden genau solche Beispiele genannt.

  • Ralf   |   10. Januar 2016 - 18:51

    Und wieder mal ein Rückschritt, ist inzwischen gefühlt nur noch einer von vielen.
    Wer weiß, vielleicht hatte jemand mit höheren Weihen auch Angst, dass etwas in den Posts am „Offiziellen Filter“ vorbeiläuft…
    Die Hoffnung stirbt zuletzt

  • Fux   |   10. Januar 2016 - 19:47

    Zu Info für alle hier etwas „aufgeregten“ Kommentatoren:

    Nicht Radio Andernach oder gar sein Programm für die im Einsatz befindlichen Soldaten wurde zum 31.12.2015 eingestellt sondern NUR dessen separater, durch das Zentrum Operative Kommunikation der Bw in Mayen betriebene/betreute Facebook-Auftritt von Radio Andernach.

    Hintergrund ist die seitens BMVg gewünschte Harmonisierung aller Online/SocialMedia-Aktivitäten zwecks „InfoArbeit aus einer Hand“ auf die in Berlin ansässige Redaktion Bundeswehr, welche zum Zentrum Informationsarbeit Bundeswehr in Strausberg gehört.

  • klabautermann   |   10. Januar 2016 - 21:05

    “ Harmonisierung“ und “ ……aus einer Hand“…….Würg, ich kanns nicht mehr hören. ;-(

  • Mäcki   |   10. Januar 2016 - 21:05

    @ Vader: Grüße liefen nie über die Facebookseite von Radio ANDERNACH sondern nur im Radio-Programm und dieses ist bekanntlich nicht für jeden hörbar.

    Zudem ist es viel fraglicher was einige Soldaten auf ihren Facebook Seiten posten hinsichtlich des Sachgebietes 2

  • Fux   |   10. Januar 2016 - 21:19

    @klabauter… das tägliche Bullsh**-Bingo-Blatt muss doch gefüllt werden können ;-)

  • Stephan L.   |   10. Januar 2016 - 22:59

    Sehr schade, das war nämlich eine sehr sympathische Seite. Ich kann mir vorstellen, dass die beteiligten Soldaten ziemlich enttäuscht sein werden.

  • Wolfgang R.   |   10. Januar 2016 - 23:57

    Liebe Leute, ihr glaubt doch nicht wirklich, dass ein SOLDAT eine solche Entscheidung vorbereitet oder abnickt… Für sowas sind zivile Mitarbeiter (Verwaltungsjuristen etc.) zuständig.

  • Uwe   |   11. Januar 2016 - 9:23

    So schön das auch war: Es war auch ein Sicherheitsrisiko. Ich kann das aus der Sicht nachvollziehen.

  • Peter Münch   |   11. Januar 2016 - 9:36

    Rechtliche Gründe mag es vielleicht geben, aber anstatt sich auf das geltende Gestz zu berufen (ist ja auch am einfachsten, wenn man nichts tun will) könnte man dieses auch ändern, wenn es nicht mehr in die Zeit passt. Die Steuergestzgebung konnte manz. B. schnell ändern, als man den Hotels einen Vorteil bei der Umsatzsteuer verschaffen wollte. (Aber Soldaten sind ja nicht so wichtig – oder fehlt nur die geignete Lobby?)

  • Pham Nuwen   |   11. Januar 2016 - 10:16

    Erschreckend rückwärtsgewandte Entscheidung. Schlimm genug, dass schon auf die Außenwirkung durch freien Radioempfang verzichtet wird – die positiven Beispiele aus dem englischsprachigen Raum wurden ja schon genannt (und da wird btw auch namentlich gegrüßt und agiert, offensichtlich ohne das Soldaten und deren Angehörige deswegen Angst haben).

    Nein, mit der noch harmloseren Facebook-Abschaltung werden selbst noch die Fans verprellt, die dem Image der Truppe helfen. Eine gewachsene Gemeinschaft von Multiplikatoren wird also aus undurchsichtigen Gründen zerschlagen. Wer glaubt, die lassen sich einfach so auf eine „harmonisierte“ Plattform kommandieren, der träumt auch von der Wiederauftstellung der Kavallerie.

  • Chuck   |   11. Januar 2016 - 21:53

    Der Club der alten Männer wollte mal wieder im #Neuland rumfuchteln und sich von jungen A9 – A10lern nix sagen lassen. Schließlich weiß man ja was im World Wide Web abgeht, man hat ja einen Rechner vor der Nase und kann Wikipedia lesen. Okaaaaay der OSG weist einen zwar immer noch ein wie man die PKI Karte einsteckt, und Druckerpapier kommt in welches Fach? Aber heeey. Wir.Dienen.Deutschland.Irgendwie

    Aber Wolfgang, ihr Kommentar ist der Beste. Ich habe schon Soldaten gesehen, die gestern noch für jemanden eingestanden haben, und am nächsten Tag für die höhere Besoldung einen das Messer in den Rücken gestochen haben.

    Das war BESTIMMT! kein Soldat, NIEMALS!

    Wenn man sich aus sämtlichen Kanälen zurückzieht, in denen sich die jungen Menschen aufhalten. Muss man sich nicht wundern das keiner mehr kommt.

    Ich habe ja den Verdacht, dass man bewusst schauen will, wie weit man gehen kann, bis die Arbeitsebene das revoluzzen beginnt. Aber da sind alle gleich. Für die Karriere nimmt man alles in Kauf, kann ja nur besser werden.
    Daher sag ich mir:
    Wer jetzt noch im Boot sitzt, muss sich gefallen lassen gefragt zu werden, ob ihm bei der Einstellung das Rückrat entnommen wurde. Die, die in meiner Zeit noch eins hatten, haben das Boot nämlich frühzeitig verlassen.

    So, genug emotionales Offtopic.

    2 Schlagwörter noch:

    ISSO
    Weitermachen!

  • Hunter   |   12. Januar 2016 - 0:18

    Mal was zum Thema „aus einer Hand“:
    Was soll dann ein offizieller FB-Auftritt einzelner Landeskommandos?

    https://www.facebook.com/Bundeswehr.Niedersachsen/info/?tab=overview

    https://de-de.facebook.com/Bundeswehr.Sachsen/info/?tab=page_info

    Reservisten bei Landesmeisterschaften im Tauziehen neben Gulaschkanonen abbilden???

  • Rote Litze   |   12. Januar 2016 - 7:58

    Es ist schon bitter: Das gelingt der Bw mal in der Öffentlichkeitsarbeit etwas gut. Dann findet das das Mysterium nicht gut und das Vorhaben wird eingestellt :(
    Herr, wirf Hirn vom Himmel!

  • Sachlicher   |   12. Januar 2016 - 14:51

    Redaktion wie auch Leser der zum Jahresende eingestellten Facebook-Seite sehen das naturgemäß anders.
    Ein deutlicher Hinweis, dass das FGG 2 nicht dahintersteckt -was ohne Umschweife zu akzeptieren gewesen wäre- sonst hätten die Reaktionen anders ausgesehen.

    1. Verboten ist den Mayenern Propaganda und folglich betreiben diese auch keine. Unterrichtungen, auch per Rundfunk/auch ggü der „eigenen“ Bevölkerung, sind der Bw auch mit angeschlossenen Facebookkanal erlaubt. Juristische Gründe sehe ich also keinen.

    2. Wenn das FGG 2 Einwand gehabt hätte, dann hätte man das sauber kommuniziert (Stichwort: Führen durch Einsicht), jeder hätte verstanden und alles wäre gut. „Dummerweise“ war die Facebookseite eine opensource-Infos publizierende Sekundärquelle-wenngleich eine sehr gut gemachte natürlich. Militärische Gründe sehe ich also auch nicht.

    3. … Bendlerblock lassen das kaum erwarten. Die grundsätzliche Entscheidung sei aus grundlegenden und konzeptionellen Erwägungen getroffen worden

    Ich hätte auch den Wunsch, dass Sie fragen, was ominöses das denn sein soll.

  • Heiko Kamann   |   12. Januar 2016 - 15:47

    Chuck | 11. Januar 2016 – 21:53
    Könnten Kommentare dieser Art (in Duktus, Ton und Inhalt) nicht unterbleiben?
    Ich bin auch Pensionär und seid Jahrzehnten online.
    Wenn die Bundeswehrführung bzw. die politische Führung eine Entscheidung trifft, die Soldaten nicht gefällt, gibt es dafür Möglichkeiten, dieses intern kund zu tun. Als Beispiel sei der Wehrbeauftragte genannt oder eine entsprechende Meldung „auf dem Dienstweg“.
    Peinlich finde ich es, wenn sich (scheinbar) aktive Soldaten der Bundeswehr so gehen lassen und dabei auch noch ältere Kameraden beleidigen.

  • Closius   |   12. Januar 2016 - 23:03

    Gut ist, daß das Thema jetzt auch von Tagesschau.de aufgegriffen wird und vom SPD-Bundestagsabgeordneten Thomas Hitschler.

    http://www.tagesschau.de/inland/bundeswehr-social-media-101.html

    Da können wir mal gespannt sein, ob die Ministerin, welche sich so gerne neben startenden Flugzeugen fotografieren lässt, sich für die Öffentlichkeit und Radio Andernach entscheidet oder sich hinter dem Unsinn aus ihrem Ministerium verschanzen wird im Verteidigungsausschuss.

  • kato   |   13. Januar 2016 - 2:26

    Zum Thema „aus einer Hand“:

    Zumindest auf Landesebene gibt es für Bedienstete im Regelfall klare Richtlinien (meist in Form von mehrseitigen Handreichungen direkt von Staatssekretär-Ebene oder höher) zur Social-Media-Nutzung, die oft auch Sicherheitsaspekte anschneiden und im Bezug auf „dienstliche Äußerungen“ die Aufgabenzuständigkeit recht klar in Richtung offizieller Abteilungen für Presse-/Öffentlichkeitsarbeit der jeweiligen Einrichtung schieben.

    Gibts dazu bei der Bundeswehr keine Vorgaben?

  • T.Wiegold   |   13. Januar 2016 - 12:43

    Das Thema ist jetzt auch bei Spiegel Online angekommen, incl. Link hierher. Expect delays.

  • Heiko Kamann   |   13. Januar 2016 - 13:07

    kato | 13. Januar 2016 – 2:26
    Doch, doch, diese Vorgaben gibt es natürlich … wie in jedem Unternehmen auch.
    In diesem Fall wird wohl (ich kann nur vermuten), nicht (wie schon erwähnt) das FGG 2, sondern eher der IT-SiBe der Bundeswehr im Einklang mit Presse-/Infostab reagiert haben.
    Die Bundeswehr mag Foren nicht (zu recht!), in denen anonym, also mit irgendeinem Namen kommentiert werden kann. Für interne Foren innerhalb der Bundeswehr-Netzwerke, war das immer unerwünscht bzw. verboten. Ich gehe davon aus, dass das heute auch noch so ist.

  • mil FKr   |   13. Januar 2016 - 13:51

    Ich habe Radio Andernach im Einsatz als professionell moderiertes und aufgemachtes Radio wahrgenommen. Kein improvisierter Schmuh, wie man ihn manchmal erlebt, sondern wirklich gut! Davon kann manch ziviler Radiosender noch was lernen, was die Programmgestaltung angeht.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Radioprofis ihren Facebookauftritt zu etwas anderem genutzt haben, als dazu, die Kommunikation zwischen denen im Einsatz und deren Angehörigen, Verwandten und Kameraden daheim auszubauen und zu intensivieren unter Einhaltung dessen, was für die Bw in der öffentlichen Kommunikation als angebracht gilt.

    Die Abschaltung der Facebookpräsenz ist eine Abwertung des professionellen Einsatzes dieser Soldaten und ihres hochwertigen Anteils an der Betreuungskommunikation.

  • csThor   |   13. Januar 2016 - 14:12

    Hat man da Angst vor Meinungsäußerungen seitens der Truppe? Also entweder man hat den viel beschriebenen „Staatsbürger in Uniform“ – auch und ganz explizit unter Einbeziehung der Möglichkeit einer von der ministeriellen Denkvorgabe abweichenden Meinung – oder man hat den politisch zuverlässigen Befehlsempfänger. Und wollte man genau den eben nicht?

  • Heiko Kamann   |   13. Januar 2016 - 16:45

    csThor | 13. Januar 2016 – 14:12
    Der (aktive) Soldat hat ja Möglichkeiten, sich zu äußern. Mittel und Wege stehen ihm frei; aber mit offenen Visier. „Nörgeleien und Beschimpfungen“ als „Mr. Anonym“ hat mit „Staatsbürger in Uniform“ nichts zu tun … wobei ich das jetzt nicht auf Radio andernach beziehe, da ich den Facebook-Auftritt nicht angesehen habe.

  • csThor   |   13. Januar 2016 - 19:44

    @ Heiko Kamann

    Ich bezog mich jetzt nicht speziell auf den FB Auftritt von Radio Andernach, aber das Gebaren und verschiedene Aktionen des Ministeriums in punkto Kommunikation nach außen drängen mir das Bild eines Ministeriums auf, das eine Sch***angst vor der Öffentlichkeit hat und am liebsten jeden Pieps selber kontrollieren würde, der aus der BW nach außen dringt. Und das auf eine verklemmte, hochpeinliche und handwerklich unterirdisch schlechte Art, die die ganze Institution Bundeswehr einfach nur der Lächerlichkeit preisgibt.

  • Heiko Kamann   |   13. Januar 2016 - 21:44

    csThor | 13. Januar 2016 – 19:44
    Jedes Ministerium möchte „jeden Pieps selber kontrollieren“; jedes Unternehmen möchte „jeden Pieps selber kontrollieren“. Die Aussage immer bezogen auf ein Ministerium bzw. Unternehmen. Was ist denn daran jetzt ungewöhnlich oder hat mit einer „Sch***angst vor der Öffentlichkeit“ zu tun?
    Die Aussenkommunikation obliegt doch immer der Leitung des Hauses und nicht dem Arbeiter am Band. Soll denn jeder „Obergefreite“ oder „Leutnant“ seine Meinung über die Ministerin oder die Bundeswehrführung herausplärren? Das wäre doch tatsächlich ein verhehrend blamables Bild in der Öffentlichkeit.

  • csThor   |   14. Januar 2016 - 6:20

    @ Heiko Kamann

    Sie wollen mich nicht verstehen. Man kann „Corporate Design“ und „Corporate Identity“ positiv (förderlich) oder negativ (einschränkend-kontrollierend) leben. Die Herangehensweise des Ministeriums lief und läuft in zu vielen mir bekannten Fällen nach der Marke „Schotten dicht“. Die Werbekampagnen der Vergangenheit, die vielen BPKs mit sich wie ein Korb Aale um Formulierungen windenden Pressesprechern, die offensichtlich unkritische Selbstdarstellung auf eigenen Websites und in eigenen Medien bei gleichzeitigem dauerhaften Herumreiten auf „Innerer Führung“ und dem Begriff „Staatsbürger in Uniform“; all das drängt mir den Eindruck auf, daß das Ministerium nicht aus „Corporate Identity“ Gedanken heraus solche Schritte unternimmt, sondern aus Angst vor Kritik und einer kritischen Öffentlichkeit und daß es die eigenen Leute eher als Gefahr denn als „Humankapital“ ansieht. Wer einen Staatsbürger in Uniform steckt der sollte auch kritische Denker im eigenen Hause aushalten. Nur habe ich den Eindruck nicht und solche Aktionen wie die Schließung einer an sich harmlosen FB-Präsenz eines eh nicht frei empfangbaren BW-Radios passen einfach in das Bild eines ängstlich um totale Kontrolle bemühten Ministeriums, das offensichtlich Panik vor einer kritisch hinterfragenden Öffentlichkeit hat.

  • kar_arsch   |   14. Januar 2016 - 16:16

    @csThor
    +1 besser kann man es nicht ausdrücken. Auch das mit der „Corporate Identity“ stimmt voll und ganz. Wird total unterschätzt dieser Bereich.
    Und wer glaubt, dass man heutzutage bei einem 180.000 Mitarbeiter Unternehmen alles kontrollieren kann, der lebt wohl im Jahre 1984.
    Statt dann mit öffentlicher Kritik auf dem Facebookkanal ordentlich umzugehen (wenn es sie überhaupt auf diesem Kanal geben würde), wird lieber komplett dicht gemacht. Und Sicherheitskritisches kann gelöscht werden und wurde sowieso nicht gepostet. Siehe Kommentar „was Soldaten auf ihrem Profil posten ist schlimmer“.
    Aber solche Blogs/Webseiten wie Augengeradeaus wird es weitergeben und außer der Schönfärbereiseite Bundeswehr.de (und Bundeswehr.TV) wo alles nur Gold ist was glänzt, gibt es doch kein Bundeswehr-Medium indem man ein wenig kritisch was lesen kann.

    Und so merkt man ja auch (mein persönliches Empfinden/Einschätzung), dass immer mehr Soldaten das Soldatsein als Job/Beruf ansehen und weniger als Berufung und sich weniger identifizieren mit dem „Unternehmen“ Bundeswehr.
    Folgen bei solchem Schwinden sind auch immer Einbuße bei der Produktivität, das sieht man auch in öffentlich Verwaltungen sehr oft.