„Operation Counter Daesh“: Erste Tornados für Syrien nicht tauglich

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Die ersten zwei Tornado-Kampfjets der Bundeswehr, die in der vergangenen Woche unter großem öffentlichen Interesse in den deutschen Einsatz gegen die islamistischen ISIS-Milizen gestartet waren, werden keine Aufklärungsmissionen über Syrien fliegen. Die beiden Maschinen des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 Immelmann aus Jagel seien technisch nicht dafür ausgerüstet, die elektronischen Kameras zu tragen, bestätigte ein Luftwaffensprecher am (heutigen) Montag auf Anfrage von Augen geradeaus!. Die beiden Flugzeuge sollten im Januar durch andere Tornados ersetzt werden. Die deutsche Mission hat unterdessen auch einen Namen: Das Verteidigungsministerium entschied sich für die Bezeichnung Counter Daesh.

Dass die zwei Tornados, die am vergangenen Donnerstag in Jagel abhoben, den  Recce Lite Pod mit der Aufklärungstechnik nicht tragen können, hatten Leser von Augen geradeaus! wegen der Kennung der Maschinen und nach genauer Untersuchung der Fotos bereits vermutet. Hintergrund ist die Avionik und Elektronik der Maschinen: Es handelt sich um Tornados in der ECR-Version (Elecronic Combat Reconnaissance). Dieser Typ kann nur dann diese Aufklärungstechnik verwenden, wenn Hard- und Software auf den neuesten Stand  ASSTA 3 aufgerüstet wurden, bislang ist das aber nur bei einem Teil der Flugzeuge des Geschwaders in Jagel der Fall – und eben nicht bei den beiden Maschinen, die vergangene Woche auf die türkische Luftwaffenbasis Incirlik verlegten.

Allerdings gehe es zunächst darum, die fliegerischen Verfahren in der Türkei abzustimmen und zu erproben, sagte der Luftwaffensprecher. Dafür sei unerheblich, ob die Maschinen bereits die für den Einsatz nötige Konfiguration hätten. Erst bei den für später im Januar geplanten Einsätzen über Syrien würden Tornados gebraucht, die auch tatsächlich mit der Aufklärungstechnik fliegen könnten. Neben entsprechend aufgerüsteten ECR-Tornados aus Jagel sollen dazu auch Jagdbomber des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33 aus Büchel nach Incirlik verlegt werden.

Die Bezeichnung des deutschen Einsatzes als Operation Counter Daesh ist für Deutschland etwas Neues: erstmals wird damit im offiziellen Sprachgebrauch der  in der Arabisch sprechenden Welt gebräuchliche Name Daesh für ISIS verwendet. Frankreich bezeichnet den selbst ernannten Islamischen Staat schon länger mit diesem Begriff, während in englischsprachigen Ländern die Bezeichnung ISIL (bisweilen auch ISIS) üblich ist. Im Mandat des Bundestages ist dagegen noch vom Einsatz bewaffneter deutscher Streitkräfte zur Verhütung und Unterbindung terroristischer Handlungen durch die Terrororganisation IS die Rede. Mit der Bezeichnung will die Bundesregierung möglicherweise auch die formale Abgrenzung zu den Luftangriffen der US-geführten Anti-ISIS-Koalition deutlich machen: Die trägt den Namen Operation Inherent Resolve (OIR) – aber die Anforderungen des  gemeinsamen OIR-Oberkommandos an deutsche Aufklärungsflüge müssen erst von einem Bundeswehroffizier auf Vereinbarkeit mit dem deutschen Mandat geprüft und gebilligt werden, ehe die Bundeswehr-Maschinen starten.

(Zur Ergänzung, auch wenn es hier nur mittelbar hingehört: Die Webseite airwars.org liefert interessante Übersichten über die Luftschläge gegen ISIS – unter anderem den Hinweis, dass es bei diesen Missionen, verglichen mit Afghanistan, an Aufklärungsmitteln mangelt.)

(Foto: Ein Tornado des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 Immelmann startet am 10.12.2015 vom Fliegerhorst Jagel in den Syrien-Einsatz, am 10.12.2015 – Bundeswehr/Jane Schmidt)

 

169 Kommentare zu „„Operation Counter Daesh“: Erste Tornados für Syrien nicht tauglich“

  • Les Grossmann   |   14. Dezember 2015 - 13:23

    Wichtig, Verfahren zu proben. äh ja – man mein bestimmt Aufbau Sozialcontainer oder?
    Wenn erst ab Januar alles wichtig wird, warum die Hektik, feiert daesh weihnachten?
    Ich versteh gar nichts mehr.

  • klabautermann   |   14. Dezember 2015 - 13:40

    „die fliegerischen Verfahren in der Türkei abzustimmen und zu erproben….“ Kicher.
    Die werden versuchen so viel „Fingerprints“ als möglich der dort operierenden Radarsysteme zu erfassen und so die „bordeigenen Gefährdungsdateien“ für den Tornado Self Protection Jammer auf möglichst aktuellen Stand zu bringen……würde ich mal vermuten ;-)

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   14. Dezember 2015 - 13:40

    Dann wird es höchste Zeit, dass von Daesh auch hier bei AG gesprochen wird. Die basierende Logik hatte Ich in einem der Nachbarthreads dargestellt.
    Alles andere spielt Daesh in die Djihad – Karten.

  • Georg   |   14. Dezember 2015 - 13:45

    Mal folgender Gedanke.

    Die zwei ECR-Tornados machen Einweisungsflüge entlang der türkisch-syrischen Grenze. Dabei werden sie mit ihrem Emitter-Locater-System auch die genauen Stellungen der russischen S-300 / S-400 FlaRak-Radarstellungen vermessen. Vielleicht werden die Empfangsdaten auch aufgezeichnet und später ausgewertet. Falls dies alles sehr schnell geht, könnten die analysierten Systemparameter der russichen Radarbetriebsarten auch in die Bedrohungsdatenbank des Radarwarnempfängers der ab Januar folgenden Tornado-Flugzeuge aufgenommen werden.
    Es wäre für die echten Aufklärungsmissionen sicherlich ein enormer Vorteil, wenn der Tornadopilot auf seinem Display in der Maschine erkennt, ob und in welcher Betriebsart er von einem russichen FlaRak-Radar aufgefasst wurde.

  • JuliettFoxtrott   |   14. Dezember 2015 - 13:47

    Hauptsache mal wieder schnell gehandelt und ein „Zeichen“ gesetzt. Das sind ähnliche „Zeichen“ wie in „the life of Brian“: jeder nur ein Kreuz…..

  • Ulrich Plate   |   14. Dezember 2015 - 13:52

    Die Abkürzung für „Operation Counter Daesh“ wird bei einigen NATO-Kumpels zu albernem Gekicher führen…

  • SR   |   14. Dezember 2015 - 13:54

    Ob sich das „die fliegerischen Verfahren in der Türkei abzustimmen und zu erproben“ auch in Flugstunden vor Ort bemessen lässt. Wenn ja, wäre es spannend, diese Summe bei Übergabe an die ASSTA 3 Tornados zu erfahren. Zu vermuten ist, dass mit dem wunderbar zelebrierten, koordinierten und kommunizierten Lw Einsatzbeginn (Tornados starten, A400M transportiert und Tanker überfliegt) in erster Linie Einsatzbereitschaft politisch und medial verkauft wurde; allerdings mit erheblichem Aufwand. Denn die wahre Einsatzbereitschaft treibt einem die Tränen in die Augen. .

  • Alfred S.   |   14. Dezember 2015 - 13:56

    Nichts überrascht mich mehr.
    ich weiss mein Beitrag hat nichts konstruktives zu bringen, ich kann in dem fall leider nur Empörung zeigen.
    Und wie sollen die Leute überhaupt uns ernst nehmen? Wenn selbst blog Leser (wie schon vorbemerkt ) den technischen Ausfall des Tornados prophetzierten, wie kann von der Leyens Kabinett diesen Fehler übersehen haben?

  • Closius   |   14. Dezember 2015 - 14:01

    Man hat den Eindruck erweckt in der Öffentlichkeit, daß der Einsatz gegen ISIS mit der Entsendung der beiden Flugzeuge in die Türkei beginnt, auch wenn erklärt wurde, daß die richtigen Einsätze erst im Januar beginnen, und damit die Öffentlichkeit getäuscht, nachdem jetzt rauskommt, daß man Maschinen verlegt hat, die zu diesem Einsatz gar nicht in der Lage sind.

    Die frühe Verlegung sollte doch vermutlich davon ablenken, daß man wegen der Abhängigkeit von der fragwürdigen SAP Software den Einsatz nicht vor Januar beginnen kann wegen dem SAP Update. Denn hier hätten Schlagzeilen drohen können, wegen Software ist Deutschland verteidigungsunfähig usw.. Deshalb dieser Showflug in den Einsatz ohne Sinn. Denn wenn ich schon Probeflüge machen, dann wäre es doch sinnvoll, auch mit dem RECCE Lite Pod zu fliegen und dessen Einsatz gleich mit zu erproben noch in der Türkei.

    Das fliegerische Verfahren dürfte oft genug in der Nato geprobt werden, so daß mir dies nur eine Ausrede zu sein scheint.

    Die BW macht sich mit der Entsendung der falschen Flugzeuge mal wieder lächerlich. Da hätte eben notfalls lieber IDS Tornados aus Büchel zuerst entsenden sollen!

  • FNU SNU   |   14. Dezember 2015 - 14:09

    Ich musste ja mal nachsehen, ob ich nicht bei der Feltpost gelandet bin.
    Hoffentlich hat das irgendeinen Sinn, außer sich selbst vermarkten.
    Aber das konnte die Lw schon immer am besten….

  • klabautermann   |   14. Dezember 2015 - 14:10

    Obsessive Compulsive Disorder ? /SCNR

  • Perikles   |   14. Dezember 2015 - 14:17

    @KPK:

    Können sie nochmal genauer schreiben, wo sie den Begriff „Daesh“ erläutert haben? So weit ich das aus den Medien beurteilen kann (zB Zeit-online „Den IS lächerlich machen“ vom 11.12) scheint „Daesh“ ja nur das arabische Akronym für ISIS zu sein, womit eine solche Bennenung im Westen eigentlich wenig Sinn macht.

    Ansonsten würde es mich sehr interessieren, ob die beiden ECR-Tornados wirklich zur Ausmessung der russischen Radarstationen benutzt werden, wie es hier beschrieben wurden. Dieses Vorgehen erscheint mir tatsächlich sinnvoll, allerdings befürchte ich, dass das ganze nur eine Show war um schnelle Einsatzbereitschaft vorzugaukeln und keine ASSTA 3-Tornados einsatzbereit waren.

  • Christian   |   14. Dezember 2015 - 14:34

    „Technischer Ausfall“ des Tornados? Habe ich etwas verpasst?

    Hauptsache mal wieder etwas „dagegen“ geschrieben, auch wenn man null Plan von der Materie hat.

    Ja, es ist alles ganz grausam und man ist nur von Idioten umgeben – wir haben es jetzt so langsam verstanden. Zeit, mal wieder konstruktiv und sachlich zu werden, anstatt immer wieder in die gleichen Automatismen zu verfallen. Viele hier versuchen sich ja nur noch dabei zu überbieten, wer zynischer und „witziger“ über die Bundeswehr und die Bundesregierung herziehen kann – ob nun im Einzelfall verdient oder unverdient. Soll wohl ganz doll „kritisch“ und „abgeklärt“ wirken, dieser Stil.

    Das, was hier so in den Kommentaren steht, bleibt oftmals unter dem Niveau dieser Seite, die meiner Meinung nach eine der wenigen, professionellen Quellen für Militär-Nachrichten aus deutscher Perspektive darstellt.

  • Fussgaenger   |   14. Dezember 2015 - 14:45

    Hmm, ist das jetzt wirklich ein „Ausfall“ der beiden Maschinen oder, wie Georg vermutet, ein teil der Einsatzvorbereitung (Vermessung der potentiellen Gefahrenstellen)?

  • Hans Dampf   |   14. Dezember 2015 - 14:48

    „Das war der große Augenblick der deutschen Luftwaffe!“ Traurig traurig, an sechs einsatzbereiten/-tauglichen Maschinen scheitert diese Armee. Über das Prädikat „bedingt abwehrbereit“ könnten wir uns heute freuen.

  • Zimdarsen   |   14. Dezember 2015 - 15:00

    @Christian

    Wir freuen uns über jeden Beitrag.
    Nicht alle treffen Zielmitte aber einiges wurde hier schon herausgearbeitet und das Ministerium musste Zurückrudern oder ihre Kommunikation nachbessern.
    Ob die ECR wirklich in der Türkei die nächsten Tage fliegen werde, wird sich bestimmt zeigen. Das SAP Problem, haben in jedem Fall alle und ohne ausreichend W und I wird es mit der Fliegereich auch wenn es nur zur Vermessung ist, schnell vorbei sein.

    Egal was ist, mehr gute Beiträge ohne VSNfd zu verletzen schadet nie.
    Auch dieser Blog lebt vom Mitmachen ;-)

  • Zimdarsen   |   14. Dezember 2015 - 15:29

    @Fussgaenger

    „…..Vermessung der potentiellen Gefahrenstellen….“

    Das würde bedeuten, dass die ECR diese anfliegen müssten.
    Was würden wohl die Russen davon halten?
    Wollen wir Daesh aufklären oder RUS/Assad?
    Sind die Einsatzgebiete räumlich getrennt?
    Werden die Tornados auch im Westen von Syrien eingesetzt?

  • JCR   |   14. Dezember 2015 - 15:32

    @Hans Dampf

    Pips Priller in „der Längste Tag“ :D

    Verfügt der ECR eigentlich (nach heutigem Stand der Technik) über irgendeine Technik, die dem, was bereits vorhanden ist, überlegen ist?
    Macht es einen Sinn, da mit nem ECR auf und ab zu fliegen oder kann man das auch vom Boden aus oder von dort bereits vorhandenen Plattformen?
    Da sind doch bestimmt bereits EC-135 im Dauereinsatz und saugen jeden Emission aus grober Richtung Latakia begierig auf.

  • Peter Popel   |   14. Dezember 2015 - 15:32

    Zu den Tornados gehört ja auch der Tanker. Dieser soll wohl recht zügig eingesetzt werden. Insgesamt scheint es sich bei den Tornados um ein Vorauskommando zu handeln. Und ein solches kuckt eben erstmal, was so los ist. Danach folgen dann die eigentlichen und geeigneten Kräfte und Mittel für den jeweiligen Raum und Auftrag.

  • Navy   |   14. Dezember 2015 - 15:59

    Hmmm…
    Ich kann mich dunkel daran erinnern, dass ein „Mischflugbetrieb“ mit verschiedenen Softwareständen nicht erlaubt ist.
    …IDS-Tornado konnte auch mit den „herkömmlichen“ Recce-Teilen fliegen.
    Nichts desto Trotz ist diese ganze Show-Veranstaltung reichlich peinlich!

  • QuiGon   |   14. Dezember 2015 - 15:59

    Die bereits geäußerte Vermutung der elektronischen Aufklärung klingt schlüssig. Immerhin handelt es sich bei den beiden Maschinen um ECR-Tornados und das ist deren Spezialität. Und bevor man anfängt dort mit Kameras rumzufliegen sollte man sich über die dort lauerneden Gefahren im Bilde sein.

  • leie   |   14. Dezember 2015 - 16:05

    @ Closius:
    „Die frühe Verlegung sollte doch vermutlich davon ablenken, daß man wegen der Abhängigkeit von der fragwürdigen SAP Software den Einsatz nicht vor Januar beginnen kann wegen dem SAP Update.“ –
    Wait what? SAP wird auf Leib und Leben losgelassen? Wow, hey man. Tut mir leid sowas zu hören. Welcher Knallkörper ist denn auf die Idee gekommen? Ich wusste ja, dass die wohl auch ne Abteilung AeroSpace&Defense haben… Aber das ist doch nur Marketing dachte ich – oder höchstens MarsRoverBildchenVerwaltung. Doch nicht irgendwas mit Tornados steuern. … Was genau macht denn die Software da?

  • Les Grossmann   |   14. Dezember 2015 - 16:13

    @klabautermann
    mein Kommentar ist leider weg, ksa?
    Ob man die RUS Emitter zur Beherrschung des Luftraumes hat oder nicht, spielt wohl nicht wirklich eine Rolle. Falls diese Systeme können was sie sollen – und ganz sicher weiss das auch jemand außerhalb RUS- wird ohne Not gar kein Flugzeug oder sonstwas in den „nicht freigegebenen Luftraum“ kurven- vermutet eine russische Brieffreundin, muss zwar nicht stimmen, aber wer will es rausfinden, die TUR sicher nicht.
    Und wenn ich dann ein bischen weiter spinne, werden diese Systeme sich wohl eher wenig von „Alustreifen“ und „Phospor“ beeinflussen lassen. Manch einer sagt, meine Brieffreundin z.B. das diese Teile wohl mit Hilfe eines Fotoelementes zwischen „ich mach jetzt bum oder flieg nochmal ne Runde“ unterscheiden können.
    Aber, wer weiss das schon außer meine Freundin?

  • Jens Schneider   |   14. Dezember 2015 - 16:17

    Es ist aus meiner Sicht wieder erst mal eine Show, was die Luftwaffe angeblich noch kann.
    Eine Ver…….g der eigenen Bevölkerung und unserer wirklich kämpfenden Partner in diesem Krieg ( oder nicht Krieg lt. Berlin ) gegen Daesh.

    Insgesamt mehr als enttäuschend und armselig, was Deutschland sich zum wiederholten Mal im Bereich SIPO leistet.
    Zumindestens in Gatow sollte doch Hr. Müllner einen Überblick haben was wirklich mit welchen paar einsatzbereiten Tornados geht.
    Anstatt mal jetzt endlich einige Forderungen zu stellen, was die Lw dringend braucht wird weiter schön gemeldet und der Politik in den A…. gekrochen. Einfach nur erbärmlich.

    Es spiegelt die heutigen Aussagen des Hr. Bartels wider :

    DER BUNDESWEHR FEHLT ES AN ALLEM !!!

    Aber für die Flüchtlingskrise sind immer noch 8000 Soldaten im Einsatz, obwohl darunter auch schon die miltärische Ausbildung leidet.

    Wachen die Politiker in diesem Land überhaupt noch auf, wenn es um unsere Parlamentsarmee geht?

  • Les Grossmann   |   14. Dezember 2015 - 16:18

    @Christian
    um sarkastisch zu bleiben- danke für den großartigen Beitrag – hier bin ich damit wieder raus!

  • Les Grossmann   |   14. Dezember 2015 - 16:28

    P.S.
    Ich halte den „Tornado“ für eines der weltbesten „alten“ Flugzeuge, die Leute die da drin sitzen eh.
    Nur er ist wohl ziemlich teuer geworden im Unterhalt und in manch einer hier „bejubelten“ Ausstattung wohl nicht? mehr zeitgemäß.
    Wenn man mal Radarsystemen und HARM gockelt, hat sich ein System weiterentwickelt.
    Welches?
    Ich frag mal meine Freundin?

  • dot tilde dot   |   14. Dezember 2015 - 16:51

    zum thema is versus daesh ist dieser (englischsprachige) artikel möglicherweise hilfreich:

    https://www.freewordcentre.com/blog/2015/02/daesh-isis-media-alice-guthrie/

    .~.

  • Closius   |   14. Dezember 2015 - 16:57

    @Christian: Wir freuen uns alle hier über positives aus der BW, aber bei der Realität hilft nur noch böse oder zynisch zu kommentieren, um nicht zu verzweifeln….

    Die BW hat auf ihre Seite z.B. geschrieben: „Ab heute sind wird im Einsatz“ oder „Luftwaffe kann schnell“ und jetzt stellt sich raus, daß die Luftwaffe nicht schnell kann, daß diese Aussagen der Luftwaffe selbst unrichtig/unwahr sind, weil die Luftwaffe eben doch nicht schnell kann und die entsandten Maschinen keine Aufklärungsflüge durchführen können.

  • Majestic   |   14. Dezember 2015 - 17:52

    Der Grund warum zunächst lediglich Tornados ohne ASSTA 3/3.1 Update dorthin verlegt wurden dürfte vielmehr sein, das es sich erstmal „nur“ um reine Orientierungsflüge handeln wird bei denen vermutlich tatsächlich auch erstmal weitere elektronische Signale für die Selbstschutzsysteme ermittelt werden.
    Da es nach meinem Stand der Dinge bisher erst ca. 16 Tornados mit ASSTA 3/3.1 Upgrade gibt, sind diese Maschinen natürlich Aufgrund der bisher geringen Stückzahl sehr wertvoll und sicherlich auch nicht alle Einsatzbereit (Instandsetzung etc.). Desweiteren hat die Tornadoflotte auch schon ein gewisses Alter erreicht und ggfs. auch nicht mehr so viele Flugstunden pro Luftfahrtzeugzelle übrig. Deshalb auch meine Vermutung das man für diese Orientierungsflüge erstmal nur die älteren Tornados heranzieht die eventuell das ASSTA-Programm nicht mehr durchlaufen und später ausgemustert werden.

  • greenarcher   |   14. Dezember 2015 - 17:52

    Wir stellen folgendes fest:

    1) In der Türkei stehen jetzt zwei Tornado rum, die weder Bombenangriffe noch Aufklärung fliegen können.

    2) Dafür stimmen sie fliegerische Verfahren mit den Türken ab.

    3) Massive Schäden hat der IS also nicht zu befürchten, da die Tornados so gefährlich sind wie ein Heißluftballon mit Werbeaufschrift.

    4) In Deutschland steigt die Anschlagsgefahr.

  • Tobias   |   14. Dezember 2015 - 18:53

    @Perikles @all

    Daesch ist eine arabische Abkürzung für den „Islamischen Staat“ allerdings hat es wohl eine phonetische Ähnlichkeit zu anderen Wörtern:

    „Das Akronym wird abwertend verwendet, es erinnert an andere arabische Begriffe, die etwa für „Zwietracht säen“ oder „zertreten“ stehen.“
    Quelle: Drach, Markus C. Schulte von: Warum der Name „Daesch“ den Islamischen Staat ärgert, Süddeutsche Online.

    Um der Kommunikationsstrategie von Daesch nicht entgegen zukommen, macht es durchaus Sinn auf die Abkürzungen IS, ISIS zu verzichten. (Sie sind von Daesch selbst gewählt um den Anspruch zu untermauern ein eigenständiger und legitimer Staat zu sein)

  • MisterHell   |   14. Dezember 2015 - 19:08

    Ganz großes Kino Augen Geradeaus! Von nix ne AHnung haben und auf Bild-Zeitung machen… *kopfschüttel*

    Die Truppe bekommt seit 2014 sukzessive die ASSTA 3A (ECR+IDS), die auch mit HW-Änderungen verbunden ist. Einige fliegen bereits sehr gut in der Truppe und sind u.a. an den RecceLite angepasst (basiert auf der IDS Konfiguration).

    Die neue 3.1 ist derzeit nur mit zwei Maschinen im neuen HW(!)-Serienstand seit Oktober in Jagel, hat jedoch noch lange keine geplante Serien-SW!
    Die erste der zwei Serien-SW-Loads 3.1 kommt erst Mitte 2016 und ist somit derzeit noch nicht operationell einsetzbar und wird nur von speziellen (Test-)Piloten geflogen. So ist es und war immer so geplant… mit etwas Verzug, ja – aber sie kommt.

    Somit könnten selbst „alte“ => „aktuelle“ 3A Recce IDS in Syrien fliegen (die 3.1 KANN/DARF noch nicht)! Jetzt sind erst mal zwei „aktuelle“ ECR unten aus mehrfach bereits genannten Gründen…

  • Michael   |   14. Dezember 2015 - 19:13

    Gut dass daran gedacht wurde mal aktuelle „Footprints“ der FlaRak-Systeme in der Region zu besorgen. Die Strategen haben nur eines vergessen: Die „Signalwirkung“, die die Entsendung nicht für die eigentliche Mission taugliche A/C haben. Das hätte man besser kommunizieren können und müssen.

  • T.Wiegold   |   14. Dezember 2015 - 19:31

    Na, @MisterHell,

    wer mir hier Bild-Zeitung-Stil vorwirft… sollte vielleicht in seiner eigenen Argumentation bisschen sattelfest sein.

    Ihre Aussage:

    Somit könnten selbst „alte“ => „aktuelle“ 3A Recce IDS in Syrien fliegen (die 3.1 KANN/DARF noch nicht)! Jetzt sind erst mal zwei „aktuelle“ ECR unten aus mehrfach bereits genannten Gründen…

    Mit anderen Worten: die zwei aktuellen ECR, die derzeit in Inçirlik sind, könnten mit Recce Lite eingesetzt werden.

    Aussage Luftwaffe: Die zwei ECR, die derzeit in Inçirlik sind, können nicht mit Recce Lite eingesetzt werden.

    Eine der beiden Aussagen ist gelogen. Und ich habe keinen Grund , anzunehmen, dass der Luftwaffensprecher mich angelogen hat.

    /edit: Sorry. harsche Wortwahl. Revidiere das und frage, was Sie eigentlich genau meinen mit Bildzeitungsstil?

  • Zimdarsen   |   14. Dezember 2015 - 19:52

    @Les Grossmann

    „Nur er ist wohl ziemlich teuer geworden im Unterhalt und in manch einer hier „bejubelten“ Ausstattung wohl nicht? mehr zeitgemäß.“

    Das ist mehrfach falsch, die Flugstunde kostet nur ein Bruchteil eines EF und die Ausstattung ist nach Aktualisierung mit ASSTA 3 auf Höhe der Zeit.
    Zelle und TWK sind top, Avionik immer aktualisiert.
    Welcher Jabo ist in seinem Flugprofil effektiver?

    “ Wenn man mal Radarsystemen und HARM gockelt, hat sich ein System weiterentwickelt.“

    Was kann das Radarsystem nicht, was der Tornado für seine Aufgabe benötigt?

    HARM ist eine Waffe, welche unabhängig vom Tornado entwickelt wurde und für den Kampf in Syrien nicht benötigt wird.

  • Edgar Lefgrün   |   14. Dezember 2015 - 20:03

    Ich lese hier von SAP-Software und Entsetzen darüber im Kontext mit dem zukünftigen Tornadoeinsatz. Ich muss es gestehen, ich hab keine Ahnung, kann das nicht deuten. Kann jemand mir das bitte einmal erläutern?

    Dank & Gruß

  • MisterHell   |   14. Dezember 2015 - 20:25

    @T Wiegold

    Wer lesen kann…

    ECR können kein RECCE! Da hat die Lw Recht! Daher sind sie zu anderen Gründen unten…

    Die aktuellen 3A IDS/Recce können somit fliegen, aber die kommen später. Wo ist also der Widerspruch in meiner ersten Aussage?

    (Der Bericht im Zusammenhang mit RTL News vorhin war sachlich falsch, somit quasi BILD! Um die ASSTA 3.1 kann es noch nicht gehen, da sie faktisch nur testweise existiert!)

  • Fishman53   |   14. Dezember 2015 - 20:35

    @Majestic hat die Sachlage mit seinem post, wie ich meine, sachlich vernünftig dargestellt. Imho ist die Vorgehensweise der LW vernünftig, schlecht ist lediglich die Informationspolitik.Hätte man gleich kommuniziert, dass zunächst fam flights auf dem Programm stehen (was völlig normal ist) waere das sicher verstanden worden. Ich meine es muss doch auch einleuchtend sein das man Kampfflugzeuge und vor allem deren Crews nicht am quasi am Folgetag der Verlegung in den scharfen Einsatz schicken kann.

  • Der Beobachter   |   14. Dezember 2015 - 20:41

    Servus,

    der Hinweis auf SAP bezieht sich nicht darauf, dass die Maschinen mit der SAP-Software ausgestattet werden, sondern vielmehr darauf, dass die Ersatzteilversorgung (Stichwort Lagerhaltung) über diese Software dargestellt, umgestellt und durchgeführt werden soll/wird.

  • Flip   |   14. Dezember 2015 - 20:42

    @Edgar lefgrün und andere bzgl SASPF/SAP

    http://augengeradeaus.net/2015/12/auch-ohne-rote-ampel-viel-fliegendes-geraet-bleibt-am-boden/comment-page-1/#comment-219187

    Den MRTT wird dieses Update allerdings nicht betreffen, da die Flugbereitschaft so wie ich es verstanden habe immer noch mit AMPS-NetLog führt.

    Frage an die Aktiven, wird das Vorauskommando dann offline mit SASPF weiter arbeiten oder geht dann der Flugbetrieb/ technische Einsatzsteuerung etc mit Papier, Stift/Fettstift und Acrylboard?

    Cheers
    Flip

  • Georg   |   14. Dezember 2015 - 20:50

    @ Edgar Lefgrün

    Dieser Kommentar und die restlichen Kommentare in dem Diskussionsfaden sollten die Frage beantworten, was der Einsatz der SAP-Software bei der Bw mit dem Tornadoeinsatz zu tun hat.

    http://augengeradeaus.net/2015/12/auch-ohne-rote-ampel-viel-fliegendes-geraet-bleibt-am-boden/comment-page-1/#comment-219187

  • Zimdarsen   |   14. Dezember 2015 - 20:54

    @Edgar Lefgrün

    Siehe Beispiel bei Google unter – Ohne SASPF fliegt der NH90 nicht-

  • leie   |   14. Dezember 2015 - 21:10

    @Edgar

    Es ist so, das SAP-Software nicht den aller besten Ruf in der IT-Szene geniesst, ( http://blog.fefe.de/?ts=aadf683a ) vor allem in puncto Performance, Engineering, Support.
    Es ist nunmal proprietäre Software in eigenem Sprachbiotop. Insofern bleiben in diesem Kontext wichtige Aspekte wie Robustheit und Ausreifungsgrad allein dem Hersteller und oftmals zweifelhaft befähigten (Dritt)Dienstleistern oder gar völlig naiven Kunden überlassen.
    Ich arbeite permanent in diesem Umfeld und habe meine Erfahrungen mal auf SAPs A&D-Modul interpoliert und hoffe einfach, dass das falsch ist.
    Es ist nicht schlimm, wenn im betriebswirtschaftlichem Umfeld mal wieder die LogistikLogik wegbricht, aber ich dachte im Zusammenhang mit „Kampfflugzeug“ wäre man irgendwie weiter oder hätte was Eigenes in einer vernünftigen Umgebung…

    wait4SAP-Update klingt nicht so…

    Aber genaues hätte ich auch gern von
    @Closius
    erfahren.

  • Chris   |   14. Dezember 2015 - 21:18

    @T.Wiegold / Misterhell: Verlegt wurden die 46+24 und 46+35, und meiner Meinung ist auf den Bildern vom Flyout ziemlich eindeutig zu erkennen, dass es sich um ECR Maschinen ohne irgendein ASSTA update handelt.

  • Ehemaliger   |   14. Dezember 2015 - 21:59

    SASPF wurde für extrem teures Geld in die Bw eingeführt. Warum, weiß ich nicht.
    ( Der Anfang allen Übels war m.E. ‚KLV‘ ) .
    Meine Erfahrung als CH 53 Betroffener ( Heer ) : Die Flexibilität, die trotz insgesamt desolater Lage nicht zuletzt noch aufgrund verbliebenem guten Willens der Beteiligten übriggeblieben war, und vieles im Restflugbetrieb trotz allem noch möglicht gemacht hatte, wurde durch SASPF ( SAP ), endgültig auf einen ‚Nullpunkt‘ gebachht.t.
    Aber die deutlich höher bezahlte Einsicht ( heute wieder auf dem Parteitag frenetisch bejubelt ) kann das sicher besser erklären als ich, aus der ‚Schlammzone‘ kommend.

    Interessant demnach für mich ( ätsch … ! ) : Die 2 Eurofighter, die in einem früheren Kommentar erwähnt wurden und wegen SASPF am Boden stehen …. .

    Darf ich mich damit abmelden, ohne zu k…. ?

  • jungchen   |   14. Dezember 2015 - 22:12
  • Closius   |   14. Dezember 2015 - 22:17

    @Edgar Lefgrün: Weil der Verteidigungsetat – Einzelplan 14 des Bundeshaushaltes in die die SAP Softeware integriert werden soll ist ein Update über Weihnachten nötig, was ca. drei Wochen dauern soll und solange nur ein Notbetrieb der Tornados möglich ist, weil die Ersatzteilsteuerung usw. über die SAP Software läuft.

    Dies hat „der sich immer wundernde“ hier am 2. Dezember schon ausführlich erklärt:

    http://augengeradeaus.net/2015/12/auch-ohne-rote-ampel-viel-fliegendes-geraet-bleibt-am-boden/comment-page-1/#comment-219187

    Das Ganze kann man nur als Schildbügerstreich ansehen über den der Rest der Welt lachen wird, falls er es mitbekommt!

  • Heiko Kamann   |   14. Dezember 2015 - 22:32

    MisterHell | 14. Dezember 2015 – 19:08
    T.Wiegold | 14. Dezember 2015 – 19:31
    Das waren ja schon interessante Einlassungen, es wäre nett, wenn „MisterHell“ sich nochmal äussern würde.
    Auch ein: „Da habe ich mich geirrt“ wird gerne gesehen und gibt Punkte für die Zukunft.

  • Heiko Kamann   |   14. Dezember 2015 - 22:37

    Edgar Lefgrün | 14. Dezember 2015 – 20:03
    SAP ist ein Großprojekt der Bundeswehr
    https://de.wikipedia.org/wiki/SASPF (hier kann man sich einlesen).