„Operation Counter Daesh“: Erste Tornados für Syrien nicht tauglich

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Die ersten zwei Tornado-Kampfjets der Bundeswehr, die in der vergangenen Woche unter großem öffentlichen Interesse in den deutschen Einsatz gegen die islamistischen ISIS-Milizen gestartet waren, werden keine Aufklärungsmissionen über Syrien fliegen. Die beiden Maschinen des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 Immelmann aus Jagel seien technisch nicht dafür ausgerüstet, die elektronischen Kameras zu tragen, bestätigte ein Luftwaffensprecher am (heutigen) Montag auf Anfrage von Augen geradeaus!. Die beiden Flugzeuge sollten im Januar durch andere Tornados ersetzt werden. Die deutsche Mission hat unterdessen auch einen Namen: Das Verteidigungsministerium entschied sich für die Bezeichnung Counter Daesh.

Dass die zwei Tornados, die am vergangenen Donnerstag in Jagel abhoben, den  Recce Lite Pod mit der Aufklärungstechnik nicht tragen können, hatten Leser von Augen geradeaus! wegen der Kennung der Maschinen und nach genauer Untersuchung der Fotos bereits vermutet. Hintergrund ist die Avionik und Elektronik der Maschinen: Es handelt sich um Tornados in der ECR-Version (Elecronic Combat Reconnaissance). Dieser Typ kann nur dann diese Aufklärungstechnik verwenden, wenn Hard- und Software auf den neuesten Stand  ASSTA 3 aufgerüstet wurden, bislang ist das aber nur bei einem Teil der Flugzeuge des Geschwaders in Jagel der Fall – und eben nicht bei den beiden Maschinen, die vergangene Woche auf die türkische Luftwaffenbasis Incirlik verlegten. weiterlesen

Rüstungsexporte 2014: Deutschland erhöhte gegen den Trend, russische Unternehmen holen deutlich auf

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Der Waffenexport der Rüstungsunternehmen in den USA und Westeuropa ist im vergangenen Jahr erneut leicht zurückgegangen – aber Deutschland ist die Ausnahme: Während die Ausfuhren der westeuropäischen Verteidigungsindustrie 2014 um 7,4 Prozent sanken, legten die Exporte deutscher Firmen um 9,4 Prozent zu, wie aus der neuesten Statistik des schwedischen Friedensforschungsinstitutes SIPRI hervorgeht. Grund dafür ist die Ausfuhr eines U-Bootes für Israel, gebaut von ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS). Insgesamt dominieren weiterhin die US-Firmen den Rüstungsmarkt, gefolgt von den Westeuropäern. Ihre insgesamt leicht zurückgehenden Exporte werden aber zunehmend durch Ausfuhren vor allem aus Russland, aber auch von Unternehmen in asiatischen Ländern ausgeglichen, die ihre Ausfuhren insgesamt erhöht haben.

Der Anstieg der deutschen Exporte – dem finanziellen Volumen nach – kommt nicht überaschend. Bereits im Rüstungsexportbericht für 2014 hatte die Bundesregierung darauf verwiesen, dass das U-Boot für Israel als größter Einzelposten die Summe der tatsächlichen Ausfuhren 2014 auf 1,283 Milliarden Euro erhöht hatte.

Die größten Steigerungen verzeichneten SIPRI zufolge die russischen Unternehmen. Ihr Umsatz stieg von 2013 bis 2014 um fast 50 Prozent; nunmehr sind elf gegenüber zuvor neun Firmen aus Russland unter den 100 größten Rüstungsunternehmen zu finden.

Aus der Mitteilung des schwedischen Institus: weiterlesen