Deutsche MedEvac-Hubschrauber wieder nach Afghanistan

Auf dem militärischen Teil des Flughafens Tegel wird ein für den Afghanistan-Einsatz bestimmter Transporthubschrauber CH 53 in ein russisches Frachtflugzeug Antonov AH-124-100 verladen.©Bundeswehr/S. Wilke Aufnahmedatum:19.01.2011

Die Bundeswehr wird im September erneut Aufgaben der medizinischen Evakuierung (MedEvac) im Norden Afghanistans übernehmen und dafür zusätzliche Hubschrauber an den Hindukusch verlegen. Geplant sei der Einsatz von zwei Helikoptern des Typs CH53 GS mit MedEvac-Einrüstung, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am (heutigen) Freitag auf Anfrage von Augen geradeaus!. Außerdem würden voraussichtlich drei zusätzliche Besatzungen einschließlich Sanitätspersonal nach Masar-i-Scharif geschickt.

Die Aufstockung des deutschen Einsatzes wurde notwendig, nachdem die dänischen Streitkräfte nach einem Parlamentsbeschluss den bisherigen Einsatz von MedEvac-Hubschraubern in der Resolute Support Mission in Afghanistan beenden. Da es sich um eine einsatzkritische Fähigkeit handele, habe sich Deutschland entschlossen, diese Rolle erneut zu zu besetzen und für den Norden des Landes verzugslos die Fähigkeit MedEvac zu übernehmen, sagte der Ministeriumssprecher. Trotz der Aufstockung bleibe die Zahl der deutschen Soldaten in Afghanistan aber unter der vom Mandat vorgegebenen Obergrenze von 850 Soldaten.

Derzeit sind zwei deutsche CH53 GS-Hubschrauber in Afghanistan im Einsatz, eine weitere Maschine steht als technische Reserve bereit. Die Gesamtzahl der Besatzungen wird auf sieben erhöht.

Der Einsatz zusätzlicher Hubschrauber für die MedEvac-Aufgabe war hier in den Kommentaren in den vergangenen Wochen schon mal angesprochen worden; das scheint jetzt die endgültige Weisungslage zu sein. (Und, so höre ich vereinzelt aus der Truppe, die Planung CH53 ein wenig durcheinander zu wirbeln…)

(Archivbild Januar 2011: Auf dem militärischen Teil des Flughafens Tegel wird ein für den Afghanistan-Einsatz bestimmter Transporthubschrauber CH 53 in ein russisches Frachtflugzeug Antonov AH-124-100 verladen – Bundeswehr/S. Wilke)

210 Kommentare zu „Deutsche MedEvac-Hubschrauber wieder nach Afghanistan“

  • SER   |   10. August 2015 - 19:57

    @ Memoria

    Wer bitte arbeitet denn garde an der Umsetzung für das HHJ 2016 ???
    Sollte das wirklich der Durchbruch werden für die TF Drehflügler ???

    Mir fehlt der Glaube das man überhaupt einen Überblick hat wie verfahren die Situation ist …
    Regeneration ? So viele Flugstunden und Hubschrauber kann nicht einmal der Papst ordern ;-)
    Aber die Schätzung von 5 Jahren kann ich in weiten Teilen unterstützen !

  • Memoria   |   10. August 2015 - 20:17

    @SER:
    Wenn der ganze Popanz um die Task Forces auch nur etwas inhaltlichen Sinn haben soll, dann sollte man ja nun in dem jeweiligen Gremium eine Überblick haben und erste Anpassungen im HH 2016 berücksichtigt haben (ob das so angewiesen wurde, weiß ich nicht – das Gegenteil wäre aber sehr bezeichnend).

    Wenn man so manche Äußerung von Mitgliedern der TF hört, dann scheint es teilweise noch an einer Berücksichtigung im HH zu fehlen.

    Nun folgt ja im Herbst die Darstellung der Einsatzbereitschaft und die Haushaltsberatungen im Parlament. Wenn man etwas bewegen will, dann kann man genug politischen (und medialen) Rückenwind organisieren. Dafür bedarf es aber offenbar Verstand, Herzund Mut.

    Ein durchaus positive Rolle könnte ab dem HH 2017 der neue AL FüSK spielen.
    GenMaj Zorn sagte bei seiner Verabschiedung bei der DSK er werde die Erfahrungen aus dem Bereich der DSK mit ins Ministerium nehmen. Insbeondere die unzureichende Einsatzbereitschaft der Hubschrauber: „Die Kurve bei der Einsatzbereitschaft muss weiter nach oben gehen, der aufgebaute Druck bei diesem Thema muss aufrechterhalten werden“.
    (Quelle: op-marburg.de; „Eberhard Zorn geht „auf halbem Wege“ v. 15.07.15).

    Es bedarf genau auf dieser Ebene Leute mit seinem Hintergrund – und seiner zupackenden Art (kombiniert mit seiner Erfahrung im BMVg als Büroleiter des GI).

    Dazu kommen muss aus meiner Sicht aber der Druck aus der Politik, den Interessenverbänden, etc.

    Von alleine wird das nichts.

  • SER   |   10. August 2015 - 20:26

    @ Memoria

    Danke für die Info !!! Sehr gut einerseits, schlecht wenn Mitglieder der TF erklären es fehlt noch die Hinterlegung im HH …
    Und gaaaanz schlecht wenn man noch medial und mit Interessengemeinschaften Druck aufbauen muß, wo doch die Streitkräfte nebst Einsatzbereitschaft nicht einem mehrheitlich abzustimmenden Kegelclub gleichzusetzen sind …

  • Zimdarsen   |   10. August 2015 - 20:30

    @Memoria

    Wie kommt nun die Sache realistisch wieder voran?
    Ab dem Haushaltsjahr 2016.

    „Mehr HHM, mehr Flugstunden, ausgewogene Verteilung der Stunden (Regeneration), mehr BS-Stellen für die Technik, mehr Ersatzteile, Obsoleszenzbeseitigung.“

    Gute Idee

    “ Eine Neuauflage der Stationierungsdebatte erscheint mir dagegen nicht zielführend zu sein.“

    Oh, doch! Terminierung der offenen Schließungen und beantwortung der Frage, woher kommt das Personal für durchhaltefähigen LoA.
    Verteilung der Hubschrauber in kleinen Staffeln auf die Flugplätze der Bw nahe beim Kunden (zB Wunstorf, Lechfeld, Köln, Celle/Fassberg, Calw uvm) zum Grundbetrieb, Werft und Ausbildung (auch Technik) konzentrieren (Bückeburg oder Laupheim) Logistisches System ändern. Nach Holzdorf KdoLw und Flugbereitschaft verlegen :-)

  • CRM-Moderator   |   10. August 2015 - 20:33

    @Memoria: „…aber die Alternative ist ja der Kollaps.“

    Der ist schon da. Ganz alternativlos.
    Der Personalkörper zuckt halt noch ein bißchen.

  • Georg   |   10. August 2015 - 21:00

    @ CRM-Moderator

    Wellcome back in dieser Diskussion um Lfz bzw. HC !

  • Memoria   |   10. August 2015 - 21:17

    @SER:
    „Und gaaaanz schlecht wenn man noch medial und mit Interessengemeinschaften Druck aufbauen muß, wo doch die Streitkräfte nebst Einsatzbereitschaft nicht einem mehrheitlich abzustimmenden Kegelclub gleichzusetzen sind …“

    Das ist in der Theorie sicherlich richtig. Aber in der Praxis zeigt sich immer wieder, dass unterschiedliche Interessengruppen um knappe Güter (insbes. Haushaltsmittel) ringen.
    Dieser Interessenausgleich ist der Kern von Politik.

    Daher kommt es darauf an, dass man seine Belange mit Nachdruck und Substanz vertritt (und ggf. auch mit Chuzpe). Doch genau daran fehlt es in der Bundeswehr.

    Daher kann auch ein Abg. im VertA im Sommer 2015 überrascht sein, wie es um die Einsatzbereitschaft steht.

    Es geht darum für die Belange der Streitkräfte zu werben in der Politik und in den Medien.
    Die Teilstreitkräfte/ OrgBer wiederm werben um den jeweiligen Anteil des EPl.

    Diese Zusammenhänge scheinen jedoch sehr viele in der Generalität nicht verinnerlicht zu haben, stattdessen richtet man sich weiter an den eingeübten Verhaltensmustern (Servilität, Opportunismus) aus. Wenn dann auch noch die Interessenvertretungen übervorsichtig sind, dann wacht weder die Politik noch die Medien auf.

    Man mag diesen Lobbyismus nicht mögen, aber er ist dringend notwendig.

    @CRM-Moderator:
    Der Kollaps ist aus Sicht der höheren Führung eben noch nicht da – es geht ja noch mit MedEvac.

    Es is noch immer jo jegangen… das ist nunmal die Geisteshaltung.
    Nicht nur in Berlin-Mitte, sondern auch in Gatow und Bonn.

  • Georg   |   10. August 2015 - 21:38

    @ memoria

    Zitat. „Es geht darum für die Belange der Streitkräfte zu werben in der Politik und in den Medien. Die Teilstreitkräfte/ OrgBer wiederm werben um den jeweiligen Anteil des EPl.“

    Zustimmung man muss für seine Aufgabe Werbung machen, man darf sich dabei nur nicht auf die handelnden Politiker verlassen, denn diese machen Interessenspolitik für die wehrtechnische Industrie und die Förderung der wirtschaftlichen Situation des heimatlichen Wahlkreises, aber nicht für die Soldaten der Bw.

  • SER   |   10. August 2015 - 22:09

    ZITAT “ Artikel 87a

    (1) Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf. Ihre zahlenmäßige Stärke und die Grundzüge ihrer Organisation müssen sich aus dem Haushaltsplan ergeben.

    (2) Außer zur Verteidigung dürfen die Streitkräfte nur eingesetzt werden, soweit dieses Grundgesetz es ausdrücklich zuläßt.

    (3) Die Streitkräfte haben im Verteidigungsfalle und im Spannungsfalle die Befugnis, zivile Objekte zu schützen und Aufgaben der Verkehrsregelung wahrzunehmen, soweit dies zur Erfüllung ihres Verteidigungsauftrages erforderlich ist. Außerdem kann den Streitkräften im Verteidigungsfalle und im Spannungsfalle der Schutz ziviler Objekte auch zur Unterstützung polizeilicher Maßnahmen übertragen werden; die Streitkräfte wirken dabei mit den zuständigen Behörden zusammen.

    (4) Zur Abwehr einer drohenden Gefahr für den Bestand oder die freiheitliche demokratische Grundordnung des Bundes oder eines Landes kann die Bundesregierung, wenn die Voraussetzungen des Artikels 91 Abs. 2 vorliegen und die Polizeikräfte sowie der Bundesgrenzschutz nicht ausreichen, Streitkräfte zur Unterstützung der Polizei und des Bundesgrenzschutzes beim Schutze von zivilen Objekten und bei der Bekämpfung organisierter und militärisch bewaffneter Aufständischer einsetzen. Der Einsatz von Streitkräften ist einzustellen, wenn der Bundestag oder der Bundesrat es verlangen.“

    Ich sehe hier keine Werbung der Streitkräfte für ihre Belange !!! Ich sehe (wie es sträflich lange durch Weissbuchlage verbummelt wurde) die Verantwortung der Politik zur Definition der Interessen der Bundesrepublik Deutschland !
    DARAN richtet sich aus was und wieviel ich an Streitkraft haben möchte, und daraus leitet sich die Forderung des Haushaltsplans ab ! Aus meiner Sicht nicht so schwer kausal zu verstehen …

    Ich möchte gerne auf mein heute hier früher gepostetes Beispiel mit dem Haus ohne Dach verweisen :-) Glaube das macht es anschaulich …

  • Memoria   |   10. August 2015 - 22:21

    @SER:
    Soweit – wie oben erwähnt – die Theorie.
    Wohin man mit diesem Politikverständnis kommt zeigt das Heer jeden Tag.
    Die Marine hingegen nutzt seit mehr als 100 Jahren die Küstengang (auch nicht immer ideal, aber da bewegt sich zumindest etwas).

    Man ja auc heinfach weiter warten und auf die Politik zeigen – und vorallem vom Weltklaasse reden.

    Daher ist es entscheidendt für das Heer wie sich der neue Inspekteur des Heeres bei der Darstellung der Einsatzbereitschaft einbringt.

    Hoffentlich nicht wieder mit der Betrachtung von einiger weniger Fahrzeuge, sondern Systemverbünden.

  • Thomas Melber   |   10. August 2015 - 22:22

    @SER
    In ein Haus ohne Dach regnet es hinein und wenn dann Schimmel und insbesondere Hausschwamm das Gebäude befällt hilft kein Fertigbauen und keine Renovierung, sondern nur der Abriß.

    Wenn der Keller (das Fundament) noch gut ist entfällt ggf. die Tiefenenttrümmerung.

  • Georg   |   10. August 2015 - 22:36

    @ SER

    „Ich sehe hier keine Werbung der Streitkräfte für ihre Belange !!! Ich sehe (wie es sträflich lange durch Weissbuchlage verbummelt wurde) die Verantwortung der Politik zur Definition der Interessen der Bundesrepublik Deutschland !“

    Dies ist eben nur die eine Hälfte der Wahrheit. Wenn wie in Zeiten großer sicherheitspolitischer Bedrohung, wie im Kalten Krieg, die handelnden Politiker aus eigenen Antrieb versuchen einsatzstarke Streitkräfte aufzubauen. Die andere Seite erleben wir die letzten 20 Jahre als sogenannte „Friedensdividende“ und andauernden Abbau der Fähigkeiten der Bw.

    Um auf ihr Beispiel mit dem Haus ohne Dach zurückzukommen. Dies interessiert die handelnden Politiker nicht, Hauptsache sie werden das nächste Mal in ihrem Wahlkreis wiedergewählt, und auch ausgesprochene „Verteidigungspolitiker“ haben einen Heimatwahlkreis oftmals mit wehrtechnischer Industrie den sie in erste Linie bedienen.

    Das führte soweit, dass Bundestagsabgeordnete der Beschaffung von Eurofightern nicht zustimmen wollten, wenn dabei nichts für die Industrie im Heimatwahlkreis abfällt und ein Münchner SPD-Politiker wollte der Beschaffung von geschützten Fahrzeugen für AFG im Sofortbedarf nur zustimmen, wenn im Gegenzug eine aufzulösende Münchner Kaserne an die Stadt München übertragen wird. Das ist die sicherheitspolitische Realität in Deutschland und nicht die Einsatzfähigkeit von Streitkräften. Deshalb hat m.M.n @Memoria recht wenn er sagt, auch Soldaten, nicht nur die in höchsten Funktionen müssen für die Zustimmung der Öffentlichkeit für die Bundeswehr werben und dies umso mehr nachdem der natürliche Multiplikator, der „Wehrpflichtige“ abgeschafft worden ist.

  • schleppi   |   10. August 2015 - 23:18

    @ Memoria
    Schön, dass General Zorn seine Erfahrungen mitnehmen möchte. Hoffentlich darf er das auch und muss sie nicht wie vielleicht andere am Tor abgeben. Schön auch, dass der General Zorn den Druck aufrechterhalten möchte, den andere aufgebaut haben. (Dank ist nicht erforderlich, kein Tadel ist Lob genug.)
    Aber mal ganz ehrlich, so lange wir Abgeordnete im VA haben, die über 8 Mrd Euro abstimmen, weil der Berichterstatter der Fraktion es empfiehlt, so lange habe ich Zweifel am System.
    Schön aber auch, dass der Abgeordnete Hahn sich über die Einsatzbereitschaft informieren will. Immerhin sitzt er als Vizepräsident der IdLw e.V. bei einer TSK an der Quelle. Als Mitglied des VA und HHA war er glaube ich auch Berichterstatter. Naja. Vielleicht ist der Vorstoß aber auch zu früh. Schließlich ist die Einsatzbereitschaft erst seit drei Jahren nicht mehr gegeben. iro off

    @ all
    Es gibt keine Verschwörungstheorien. Es gibt Entscheidungen, die weder die Einsatzbereitschaft noch die Auswirkungen auf das Personal im Blick hatten und haben. Kritik daran ist von Verschwörungstheorie ziemlich weit weg.

  • SER   |   10. August 2015 - 23:36

    @ Schleppi

    You made my day !!! :-)))
    Aber Einsatzbereitschaft nicht mehr gegeben ? Die Ampeln sind doch alle kirsch-grün ;-)

    @ Thomas Melber

    Siehe meinen Kommentar heute 16:14 ! Denke den hatten sie nicht im Hinterkopf bei ihrem Post …

    @ Georg und Memoria

    Somit sind wir dann nachweislich in den wissenschaftlich belegten „Abrüstungs- und Vernachlässigungsstrudeln“ wie sie in den Mitte 1920er erlebt wurden zur Weimarer Zeit … Aber eben bei den Briten und Franzosen etc. … Das ist wehrgeschichtlicher Fakt und war auch eine Art „Friedensdividende“ nach WK I !!! Wir wissen was danach passierte …

    Ach ja, WELT berichtete heute von einem Vorstoß prorussischer Separatisten (Russen sind es ja nie) unweit Mariupol für den Ukraine-Korridor … als Vtg-Politiker würde ich nur noch arg angetrunken in den Schlaf kommen grade …

  • schleppi   |   10. August 2015 - 23:46

    @ SER
    Das mit der Einsatzbereitschaft war ja auch ironisch. Jeder kann seinen Auftrag erfüllen. Man kann sich 14792 Ausrüstungsgegenstände bei 56 Bundeswehreinheiten ausleihen, hat mir heute der Wehrbeauftragte beigebracht. Die CH und NH Verbände sind einfach nicht kreativ genug. Sollen sie sich halt Hubschrauber und Personal leihen..wie sieht es eigentlich aus, wenn man bei der C 160 Triebwerke und Propeller 90° nach oben dreht…?

  • Thomas Melber   |   10. August 2015 - 23:49

    @Ser
    Doch, ich wollte nur auf die Folgen für die Bausubstanz hinweisen. Da wäre mir sogar das Gerede der Nachbarn egal.

  • falke271   |   11. August 2015 - 0:27

    @ Schleppi: na ja dann hätten Sie sowas ähnliches wie die V22 Osprey xxl.

    Glück Ab

  • Vtg-Amtmann   |   11. August 2015 - 0:33

    Es dürfte jedem hier klar sein, daß das Waffensystem CH53 auf der Kippe steht und dies fürchterlich in die Hose gehen kann, die Generalität in Gatow, Berlin und Bonn einmal in Masse vn dieser Einsicht ausgenommen. Dennoch scheint die Gesamtproblematik doch relatv simpel zu sein, wenn man das CH53-Chaos mit dem wahren Horrorszenario beim NH90TTH und beim SEA LION vergleicht.

    • Man denke mal an IOC, IOC+, IOC++, IOC+-/IOC++-FAM, Retrofit, FOC-Complement, FOC-MR-1 bis MR-5,
    • beim Retrofit an die nicht nachgerüsteten Böden, damit DENTS und ab deren 3 mm Tiefe ist der Boden Schrott, damit besteht für diese 28 Maschinen auch weiterhin das bislang ungelöste Innenlast- und Verzurrproblem,
    • Beim Retrofit der ersten beiden Maschinen sollen zdem en-masse Delaminierungen, Voids & Porosity sowie Korrosionsschäden ebenso aufgetreten sein, wie Schäden am Spant 13 sowie erneut „unsauber“ montierte Heckausleger (Verbund mittels Schrauben statt Nieten samt Überspachtelungen),
    • Ergo dies alles auch an weiteren Maschinen zuemlich sicher erneut auftreten dürfte,
    • per „Ordre de Mufti“ (GenNu) aufgelastete Sitze, Tragen- und Gerätegestelle samt Halterungen,
    • beim Retrofit nicht nachgerüstete Metallstringer für die oberen Hardpoints der Zelle, sodaß die Maschinen alle nochmals ins Werk und zwecks Laminierarbeiten gestrippt werden müßen,
    • daß die erste MR 1-Maschine der TGEE #12 sein soll bzw. die 44te Maschine und diese frühestens im September 2016 ausgeliefert wird,
    • damit auch klar ist daß mit den ursprünglich für 2015 noch auszuliefernden 5 weiteren Maschinen es nichts mehr werden kann, da 39 + 5 eben 44 ergibt,
    • unter Einbezug des ausgewiesenen Risikos für die erste MR-1-Maschine, den TGEE #12, dieser auch erst im März 2017 ausgeliefert werden könnte,
    • MR-2 bis MR 5 folgen, denn jedes FOC-Batch ist wiederum unterschiedlich und erfordert einen individuellen „Maintenance Release (MR)“,
    • Daß derart die ursprünglich geplanten Endlieferungen des 82ten NH90 TTH sowie des 18ten SEA LION per Ende 2021 bereits kräftig wackeln,
    • Der Erstliefertermin für die 18 SEA LION statt bei Ende 2017 mittlerweile bei Ende 2019 liegen soll, also auch der finale Liefertermin für den 18te SEA LION sich bis Ende 2023 nochmals verschieben könnte,
    • Beim SEA LION das ganze technische Elend sich durch den Bordbetrieb verschärft wiederholen könnte,
    • sowie die insgesamt beim NH90TTH und beim SEA LION noch anliegenden Anpassungs- und Optimierungsentwicklungen (z.B. Heckrampe, Fast-Rope-Galgen, Winde, Lasthacken, etc., welche in Masse noch nicht gelöst und/oder evaluiert und zugelassen sind,
    • Das OHCP-Problem sowie die TW-Stagnationen auch noch nicht gelöst sind,
    • und, und, und (!),
    • eine finale Zulassung nach MAWA- und EMAR-Standards und damit EASA-konform bzw-EASA-adäquat des N90TTH und insbesondere des SEA LION in den Sternen steht,
    • sowie mit den frühestens ab 2022++ einsetzenden Lieferungen der 22 Maschinen für den „Wieker-Arnold-FAM-Cluster“ – für die seitens NHI defintiv noch gar keine Produkktionskapazitäten eingeplant sind, sich Vieles nochmals wiederholen dürfte.

    Damit sind vier Dinge m.M.n. absolut sicher:

    • Die Truppe wird mindestens bis 2030 weiterhin „Beta-Tester“ sein,
    • Die Klarstands- und Flugstundenlage wird trotz weiterem Maschinenzulauf nicht wesentlich besser, denn es stehen 28 Retrofits zu 19+ Monaten an und entsprechend kann auch die Personallage nicht besser werden,
    • Das Personal wird bis Zulauf „echter FOC-Maschinen“ verblutet sein,
    • Die „Vollbeschäftigung“ und „Wertschöpfungen“ von AHD sind zumindest bis 2036 gesichert und damit haben die ersten 3 Maschinen ihren Life Cycle erreicht sowie der Rest folgt pro-rata bis ca. 2054++,
    • Entsprechend sind dann die NH90 TTH und SEA LION entwicklungs- und zulassungstechnisch ca. 65 Jahre alt (nur die NH90 sind eben leider keine ansich pflegeleichten CH53!).

    Auch vorgenannte Punkte werden hoffentlich in den kommenden Rüstungsboard einfliesen und der jüngste Spiegelbericht „Melden macht frei“ erscheint mir deshalb nur als Auftakt einer breiten medialen, öffentlichen und politischen Diskussion, welche sich hoffentlich auch synergetisch auf das Sorgenkind CH53 auswirken wird, so daß dieses vielleicht doch noch bis 2025 durchhält.

    Insgesamt hat die Sache nur einen ganz ganz großen Haken: Es gibt m.W. keinen einzigen Abgeordneten in VA und HA sowie im RPA und auch keinen Vertragsrechtler im BMVg und im BAAINBw, der eine Doktorarbeit im „AHD- und NHI-NH90-Vertragsrecht“ geschrieben hat und ohne eine solche dürfte kaum einer von den Verantwortlichen beim NH90 und beim SEA LION noch durchblicken.

    Ergo dürfte auch zukünftig weiter mit „Wahlkreishirn“ und „Fraktionsbauchgefühl“ sowie aus „Lobbyistenperspektive“ entschieden werden. Der German-Deal (samt aller MoU-Varianten) und auch der EuroHawk-Skandal waren die besten Beipiele und diese beweisen auch, daß es offenbar bei Vielen selbst am Kurzzeitgedächtnis und dies quer durch die parlamentarischen und politischen Reihen inklusive BMVg hapert.

  • BS   |   11. August 2015 - 6:59

    @schleppi
    Bei Verschwörungstheorien war nicht die Diskussion über die Problemfelder CH gemeint. Solange die entlang belegbarer Fakten geführt wird.
    Verschwörungstheoretiker war in dem Falle klar auf diejenigen bezogen, die hinter jeder Ansammlung von Lw-Personal automatisch die Planungen für weitere sie benachteiligende Schritte im Rahmen feindliche Übernahme sehen.

  • Memoria   |   11. August 2015 - 11:49

    Ich fasse dann mal für mich zusammen:
    Die Lage ist desatrös, verantwortlich dafür ist aber irgend jemand anderes.
    Eine Lösung ist auch nicht in Sicht, weil dafür auch jemand anderes zuständig ist.

    Na dann…

  • Elahan   |   11. August 2015 - 12:17

    Das Lw Personal sind Insolvenzverwalter, wider Willen.
    Das Problem sind die grundsätzlichen Entscheidungen unter TdM mit der Absicht den Prozess unumkehrbar zu machen.
    Es wurde von oben gedacht ohne Rücksprache mit unten und ohne Erfahrung zu transformieren.
    Auch die Entscheidung mehr SaZ und weniger BS zu halten führte zu einem Verlust von Erfahrung und Personal.
    Ein weiteres Problem ist die Überlastung des Restpersonals mit parallel laufenden Prozessen (D-EMAR, SASPF, Flugverfahren, Log-Verfahren) und einer fehlenden Planungssicherheit (Zeitstrahl ist flexiebel bis zum schwarzen Loch) der Soldaten und Beschäftigten (selbst Personal von sicheren Standorten wurde versetzt).
    Am Ende wird erliegt die Ausbildung einer Kürzung (nicht Optimierung) ohne Aufgabenkritik.

    Da man in der Zukunft nicht mehr durchhaltefähig sein wird und man eh auf ziv Pers angewiesen, sollte man evtl sollte den taktischen Transport via Drehflügler an eine Firma abgeben (siehe Fuhrpark oder Springerausbildung).

  • SER   |   11. August 2015 - 13:07

    @ BS

    Dann sollten sie aber bitte für ihre Theorie Werbung machen bei den höchsten Stellen der TSK Heer, denn irgendeinen Grund sollte es ja geben wenn die Wahl des SAR Hubschraubers als Typ 145 fast vom Tisch gefallen wäre durch den LUH gleichen Typs und einer Befürchtung hier könne es „Optimierungsabsichten durch Vereinnahmung der Lw“ geben …
    Ich selber beteilige mich nicht an diesen Dingen, aber ich weiß darum und offensichtlich gibt es durch die jüngere Vergangenheit ein erhebliches Mistrauen zwischen den TSK !!!
    Der Fisch stinkt eben immer noch am Kopf zuerst ;-)

  • SER   |   11. August 2015 - 13:40

    @ Memoria

    Wenn sie den Beitrag von @ Vtg-Amtmann in aller Ruhe studieren stellen sie fest warum sich ein Kurzfrist Invest im HHJ2016 eingestellt als unwirksam erweisen wird sofern es denn von der TF Drehflügler so geplant ist !
    Der Karren steckt durch die geschlossenen Verträge uvm im Dreck … und zieht plausibel und nachvollziehbar auch die Regeneration und Einsatzbereitschaft weiter unter die Oberfläche …
    Leider ist es nicht so einfach, daß man feststellt wer nun verantwortlich ist und der kriegt etwas Feuer unterm Hintern … Hier ist eine ich sage mal strategische Ebene erreicht …

  • Georg   |   11. August 2015 - 14:03

    @ Memoria

    Zitat von Elahan: „Das Problem sind die grundsätzlichen Entscheidungen unter TdM mit der Absicht den Prozess unumkehrbar zu machen.
    Es wurde von oben gedacht ohne Rücksprache mit unten und ohne Erfahrung zu transformieren.“

    Das ist für mich das grundsätzliche Problem und zusätzlich das egoistische Denken der Verteidigungspolitiker unter Heimatwahlkreisgesichtspunkten.

    Die Truppe kann nur mit den eigenen Mitteln improvisieren. Wenn man aber die Improvisation zielgerichtet unterbindet, z.B. durch Einführung von SAP in der Flugzeuginstandhaltung, mit der Zerschlagung von gewachsenen tragfähigen Personalstrukturen, mit der Aufgabe der eigenen Inst-Fähigkeiten durch Verlagerung der zweiten logistischen Ebene (Lw-Werften) an die Industrie (damit angeblich die wehrtechnischen Kapazitäten gesichert werden, in Wirklichkeit nur eine weitere Industriesubvention ) dann ist irgendwann einfach das Ende der Fahnenstange erreicht.

    Wie weit wir noch von dem Kollaps entfernt sind mögen andere beurteilen, aber die Politik und die Generalität hat alles dafür getan, dass es möglichst nicht funktioniert – entgegen der Ratschläge der Basis.
    Zu guter Letzt gilt das Gleiche wie bei der Kindererziehung: „Wer nicht hören will, der muss es fühlen“.

  • schleppi   |   11. August 2015 - 14:34

    @ BS
    Ja, ok. Das war mir nicht so deutlich. Wichtig ist halt, dass es läuft und da sind TSK Interessen für mich mehr als nebensächlich.

  • klabautermann   |   11. August 2015 - 14:36

    Tja, letztendlich stecken insbesondere die Drehflügler der BW in einer Fehlerkaskade drin, die mittlerweile lawinenartig zu verlaufen droht. Wer – trotz Einsatzverpflichtung bei gleichzeitiger struktureller Verschlankung und „Kommerzialisierung“ – weiterhin alles können will (Breite vor Tiefe), der kann am Ende vielleicht goar nix mehr so richtig robust und durchhaltefähig. Und eine erfolgreiche Improvisation durch die Chirurgen-Truppe setzt einen soliden „Operations-Plan“ voraus, und genau den hat es bei diesem Herzpatienten“Neuausrichtung der BW im Einsatz“ nie gegeben, denn „der Plan“ wurde unter TdM mit der heißen Nadel top-down gestrickt, mit aus den vorangegangenen „Reformen“ stark belasteter Wolle auf Strickmaschinen, Marke „Automatisierter Unsinn“ wie SAP und PPP und und und…..
    Dann hat man diesen sogenannten Plan und die Streitkräfte in einen Sack gesteckt und lautstark verkündet, dass dieser Sack nun „zu“ sei. Es hat also keinen Sinn auf diesen Sack einzudreschen, denn man trifft garantiert den oder die Falschen….die politischen Strickmeister stecken ja nicht in dem Sack drin.

  • Memoria   |   11. August 2015 - 14:44

    @SER und Georg:
    Natürlich ist da sehr viel nicht sofort lösbar, vieles ist sicherlich in umkehrbar (Personal). Trotzdem müsste bei ernsthafter Arbeit in den TF spätestens im HH 2016 eine Änderung einstellen.
    Im Herbst letzte Jahres wurde bspw. dauernd darauf verwiesen, dass 2010 keine Ersatzteile mehr gekauft wurden.
    Hat man denn mittlerweile welche bestellt? Oder tut das 2016?
    Genau da sind wir beim HH 2016.

    Natürlich löst das nicht alle Probleme, aber ich Frage mich mittlerwele, ob man überhaupt schon begonnen hat die Bereiche zu verbessern, die verbessert werden können.

    @klabautermann:
    In dem Sack sind auch noch genug Mitentscheider und Jasager.

  • klabautermann   |   11. August 2015 - 15:07

    @Memoria

    Ich habe ja bewußt „Streitkräfte“ geschrieben und nicht BW, bzw. BMVg/BW ;-)
    Die Zahl der „Mitentscheider und Jasager (sofern die überhaupt gefragt werden)“ ist in den SK ziemlich „übersichtlich“ mittlerweile …….siehe Praxis des Dresdner Erlasses….

  • Memoria   |   11. August 2015 - 15:42

    @klabautermann:
    Die künstliche Trennung von Truppe und BMVg ist doch ab A15 eine Mär.

    Zudem sind die höheren KdoBeh außerhalb des BMVg ja auch ein Bollwerk von Truppennähe, Wahrhaftigkeit und Durchsetzungsbereitschaft. Siehe die Vorträge zur Einsatzbereitschaft im letzten Jahr.

    So braucht man sich dann auch nicht wundern, wenn es nicht mehr voran geht. Das Organisationsversagen ist eben nicht nur auf die Politik und 87b begrenzt.

    Aber zu einem echten Umdenken ist man wohl an keiner Stelle bereit bzw. in der Lage. Stattdessen zeigt man weiter auf andere.

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  • Zimdarsen   |   11. August 2015 - 15:42

    Gen Schütz ist durch die Interessengemeinschaften (Zielgruppentagung Luftwaffe mit großer Resonanz AERO 2015) der Lw bestens über die Lage der CH 53/Lfz Bw informiert und wird mit Sicherheit den InspLw entsprechend briefen und entsprechende, wirksame Maßnahmen ergreifen.

  • klabautermann   |   11. August 2015 - 16:05

    @Memoria

    Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich beschränke meine Kritik nicht nur auf die Poltik und 87b.
    Ich selber lege zwar die Grenze nicht bei A15 sondern bei B6 an, denn spätestens ab dann ist der Uniform- oder Anzugsträger zu besonderer politischer Loyalität verpflichtet. However, die Praxis des Dresdner Erlasses ist nunmal in Sachen „Mitentscheiden der SK/Truppe“ eine ganz andere als zu Zeiten des Blankeneser und selbst des Berliner Erlasses. War schon ein clever move, die Inspekteure in den Sack zu stecken ohne jede Pers-,Org- oder Mat-Kompetenz ;-)

  • Memoria   |   11. August 2015 - 16:23

    @Klabautermann:
    Meinen sie nun die TSK oder die SK?
    Denn im BMVg hat der GI ja mehrere Abteilungen und im CPM nov. an mehreren Stellen entscheidende Bedeutung.

    Aber über die selbst herbei geredete Einflusslosigkeit hatten wir es hier ja schon mehrfach.

    Ich kann nur nochmal auf die Einsatzbereitschaftsdaratelllungen der Inspekteure vor dem VA verweisen.

    Wer sich so verhält ist eh eine Fehlbesetzung egal ob nach Blakeneser oder Dresdner oder sonstnem Erlass.

    Die Verantwortungslosigkeit der militärischen Führung gehört wohl zur gelebten Inneren Führung.

    Das Ergebnis sieht man nun bei der CH-53.
    Denn auch TdM hat sich all das nicht allein ausgedacht, sondern dahinter standen Bürokraten – gerade auch in Uniform.

    Allen Bereichen ist gemein: Einsatzbereitschaft ist eigentlich kein Thema.

    Daher kann in diesem Land auch ein Mitglied des VA im Sommer 2015 in der BamS zu Protokoll geben, dass er von längst bekannten Mängeln keine Ahnung hatte und dies nun prüfen will.

    Da gibt es bisher nicht einmal ansatzweise eine politische oder mediale Reaktion.

    Interessiert hält nicht. Die Wähler sind genug eingelullt, das Wetter ist gut, der EURO auch irgendwie.

    Da stimme ich @SER zu mich erinnert das immer mehr an Frankreich jedoch in den 1930 Jahren:
    pazifistische Grundstimmung und eine überhebliche, bürokratische, selbst beschäftigte, inkompetente und ignoranten Armee.

  • klabautermann   |   11. August 2015 - 16:38

    @Memoria

    Wir sollten das nicht vertiefen, nur noch eine Anmerkung:
    In der Ausplanungsphase der TdM’schen Reform – und da war ich noch aktiver Zeitzeuge – waren die FüTSK/Insp nicht RPT nicht eingebunden, bzw. beteiligt. Das geschah alles in – fast schon konspirativ anmutenden – ministeriellen AG unter „Oberaufsicht“ eines Sts…..und damals waren die Insp noch Teil des BMVg…….und ich erinnere mich noch gut an viele „geschockte“ B7plus Gesichter in Berlin/Julius-Leber-Kaserne, als TdM das Ergebnis dieser Ausplanungen verkündete, alle zur Loyalität vergatterte und der „Sack ist zu“ verkündete……

  • Memoria   |   11. August 2015 - 16:56

    @klabautermann:
    Sie reden weiterhin von den TSK…

    Um den Bogen zurück zum Thema zu kriegen:
    Entgegen des Dresdner Erlasses waren die Vorsitzenden der TF ja 2 Inspekteure.

    Da konnten die ja zeigen wie sehr sie etwas für die Truppe tun.
    Ich bin auf die Ergebnisse auch deswegen gespannt (angeblich gibt es bereits Abschlussberichte).

    @Zimdarsen:
    Gut zu wissen.
    Dann bin ich mal gespannt, wann es Anzeichen für eine Trendwende gibt.
    Hat man die gleichen Vorschläge für Maßnahmen auch mit der TF Drehflügler diskutiert?

  • Elahan   |   11. August 2015 - 23:02

    @Memoria

    TF Drehflügler ist leider nicht in der Verantwortung der Lw :-)))

  • Elahan   |   11. August 2015 - 23:06

    ……und luftfahrzeugtechnische Ausbildung wurde Durch die TSKs zerschlagen und nun geht es ihr in der Lw wie mit der Neuausrichtung der Bw => vorgaben ohne Aufgabenkritik und sachliche Rückmeldung der Erfahrungsträger. Es geht nicht mehr um Optimierung, sondern um Reduzierung.

  • Memoria   |   11. August 2015 - 23:16

    @Elahan:
    Schon klar, dass der Vorsitz beim Insp M liegt bzw. lag.
    Hindert die Lw jedoch nicht daran die eigenen Belange – gerade der Arbeitsebene – einzubringen.

    Gilt auch für die luftfahrttechnische Ausbildung.

    Wa mich in der Diskussion hier nur nervt, ist das andauernde verweisen auf andere.
    So wird es sicher nichts. Wie in jeder Großorganisation kann man entweder resignieren oder die Handlungspielräume nutzen. Zumal wenn diese gerade auf politischer Ebene relativ groß sind (siehe TF Drehflügler).

    Stattdessn ist man wohl weiter vorallem damit beschäftigt intern darzustellen wer in den letzten Jahren was falsch gemacht hat.

    Ich versteh durchaus, dass mit de Neuausrichtung sehr viel Expertise zerschlagen wurde, aber mir fehlt es auch hier an genug Blick nach vorne:

    Was kann man jetzt besser machen? Und das nicht mit engem Blickwinkel (politisch nicht gewollt, kein Geld, etc), sondern gemessen an der Aufgabe (LoA).

    Aber das werde ich wohl nicht mehr erleben, dafür hängt man offenbar zu tief in bürokratischen Lagern und Denkweisen (Zuständigkeiten!)…

  • Elahan   |   12. August 2015 - 10:54

    @Memoria

    „Wa mich in der Diskussion hier nur nervt, ist das andauernde verweisen auf andere.
    So wird es sicher nichts.“

    Ok, dann mach ich es :-)))
    Leider sind wir hier (Annahme) nicht die Entscheidungsträger und haben wenn überhaup nur eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten.

    „Wie in jeder Großorganisation kann man entweder resignieren oder die Handlungspielräume nutzen. Zumal wenn diese gerade auf politischer Ebene relativ groß sind (siehe TF Drehflügler).“

    Das tun wir durch die Nutzung von AG, Dienstweg, Beteiligungsgremien, Interessenverbände, Parteien und Gespräche.

    „Stattdessn ist man wohl weiter vorallem damit beschäftigt intern darzustellen wer in den letzten Jahren was falsch gemacht hat.“

    Ja, weil es um Verantwortlichkeit geht und sie müssen sich ver-ANTWORTEN und die jetzigen Verantwortlichen können sich nicht mit dem Argument -der Sack ist zu- aus der Verantwortung stehlen. Deshalb ist es wichtig aufzuzeigen welche Entscheidung falsch war und wer für sie verantwortlich ist. Wenn eine Entscheidung falsch war, dann muss es dafür auch Alternativen geben (gegeben haben).

    „Ich versteh durchaus, dass mit de Neuausrichtung sehr viel Expertise zerschlagen wurde, aber mir fehlt es auch hier an genug Blick nach vorne:“

    Expertiese halten!

    Was kann man jetzt besser machen? Und das nicht mit engem Blickwinkel (politisch nicht gewollt, kein Geld, etc), sondern gemessen an der Aufgabe (LoA).

    Werften (einschl Ausbildung) halten und bei Betrieb von nur (GA) zusammenlegen (zB in Laubheim mit Kooperation AH), Ausbildung anpassen/optimieren und nicht sinnlos kürzen.
    Für den täglichen Flugbetrieb die Lfz nahe beim Kunden stationieren und mit ausreichend Umrüstsätzen (auch der ADAC hat seine Hubis nicht an zwei Flugpätzen der Republik stationiert). Vorhandene Infra nutzen (Lechfeld, Celle, ziv Flugplätze uvm). Überfällige TAs durchführen, ein Muster (zB GA bis 2018) durchhaltefähig versorgen und betreiben. Mehr BS Stellen. D-EMAR und SASPF nur im Rahmen freier Kapazitäten für CH einführen.
    Mehr Techniker/ Prüfer ausbilden und deren Laufbahn attraktiver machen (siehe BuPol), einschl Verbeamtung/BS.

    „Aber das werde ich wohl nicht mehr erleben, dafür hängt man offenbar zu tief in bürokratischen Lagern und Denkweisen (Zuständigkeiten!)…“

    Ggf sucht der InspeLw ja Lösungsmöglichkeiten, nur seine Berater und Vorgesetzten haben bessere Ideen. Im Gegensatz zu diesen verhält sich der InspLw transparent.

    P.S.: Er bat in Laupheim um Vorschläge zur Lösung der Probleme per Mail na ihn.
    Evtl kann man ja in Erfahrung bringen was ankam? Schätze: bitte mehr Stellen für OStFw, A12 (FD), OTL und genau dafür sind ihm die Hände gebunden, denn die muss er an anderer Stelle einsparen.

  • SER   |   12. August 2015 - 12:22

    Nach meiner Überzeugung sind wir noch nicht tief genug im Desaster um Änderungen erhoffen zu können ! Beibehaltung Expertise etc. sehe ich keine nennenswerten Ansätze … Auch das Bewußtsein „wie machen wir das denn jetzt noch gangbar“ ist ein Indiz dafür …

    Es haben genug Experten hier in der Vergangenheit gesprochen, man kann nicht durch Fingerschnipsen eine Regenration mal eben so hinbekommen und Fähigkeitsverluste ausgleichen ! Es scheint wie gesagt noch nicht überall angekommen zu sein wie tief wir drin stecken … Und da reden wir noch nicht einmal von „Einsatzbereitschaft“ …

  • Georg   |   12. August 2015 - 13:25

    @ Elahan

    Volle Zustimmung,
    wobei ich allerdings das „Erfahrungswissen halten“ nicht nur an der Anzahl der Spitzendienstposten (OStFw, A12(FD) und OTL) festmachen will.

    Für mich ist die Erhöhung der BS-Stellen der erste Schritt, damit der gut ausgebildete Lfz-Mechaniker, Avioniker nach 12 Jahren nicht die Bw verlassen muss und sich bei Airbus auf der anderen Seite des Flugplatzes in Laupheim bewirbt !

    Gleichzeitig zeigt dieses einfache Beispiel auch wieder die grundsätzliche Problematik der jetzt stattfindenen Bw-Reform auf. Danach wird ja der Anteil der BS-Stellen zugunsten SaZ 12 – 25 (neu) drastisch reduziert. Der Minister wollte ja einen „atmenden Personalkörper“ für die Bw, d.h. Leute gehen raus und kommen wieder rein in die Bw, so die Theorie.
    Diese Erweiterung auf SaZ 25 ist natürlich vor allen Dingen für diejenigen Soldaten interessant, die in der freien Wirtschaft keine Stelle finden können. Deren Probleme ergeben sich dann eben ab dem 45. Lebensjahr. Der gut ausgebildete Lfz-Techniker mit 32 Jahren (SaZ 12) findet aber in der freien Wirtschaft in Süddeutschland eine Stelle, obwohl er bereit wäre BS zu werden, wenn man es ihm anbieten würde.

    Was der General Müllner (InspLw) in Laupheim gesagt hat, kenne ich nicht. Die Lfz-technische Ausbildung betrachtet er jedoch wie sein Vorgänger als keine Kernaufgabe der Lw, d.h. er strebt weiterhin eine Privatisierung der Ausbildung in Kaufbeuren an, um Soldaten in Ausbildungsfunktionen einzusparen.

  • Georg   |   12. August 2015 - 13:36

    PS: Nachsatz für den Standort Holzdorf

    Die Verlagerung, bzw. Schaffung des HSG 64 in Holzdorf hat natürlich einen anderen Effekt auf die Personallage. Neu angeworbene, heimische Soldaten, die zum Lfz-Techniker ausgebildet werden, haben nicht die Altenative „Airbus“ in ihrer Region nach 12 Jahren Dienstzeit. Auch die würden liebend gerne BS werden in Holzdorf, wenn man sie denn ließe. Jedoch müssen die erstmal auf CH 53 ausgebildet werden (ca. 12 – 18 Monate mit Lehrgangspausen, als Umschüler NH-90) und wenn sie dann Erfahrung am Fluggerät gesammelt haben (2 – 3 Jahre) dürften ihre 12 Jahre Verpflichtungszeit vorbei sein.

    Dann steht die Entscheidung an aus der Bw auszuscheiden und gleich eine Stelle in Süd- oder Norddeutschland in der Lfz-technischen Industrie zu suchen, oder das Problem auf das 45. Lebensjahr zu verschieben (SaZ 25).

  • Zimdarsen   |   12. August 2015 - 14:33

    @Georg

    Gut beschrieben und SaZ 25 ist das Gegenteil von Fürsorge, sondern das Ausnutzen von Treue und Fleiß.

  • Georg   |   12. August 2015 - 14:38

    @ Zimdarsen

    „Commercial approach“ auch bei den Soldaten der Bw !

  • Georg   |   12. August 2015 - 14:45

    In der freien Wirtschaft unbegründete Zeitarbeitsverträge maximal 24 Monate, maximal 2 Verlängerungen möglich, danach muss die Übernahme in einen unbefristeten Arbeitsvertrag erfolgen.
    Alternative: „Zeitarbeitsfirmen“ und ausleihen der Mitarbeiter an den Bedarfsträger – im Bereich Soldaten dürften man mit diesem Modell eher im Bereich „Söldner“ angelangt sein.

  • Elahan   |   12. August 2015 - 18:10

    Es gibt wenige Firmen im, Besonderen im Hubschrauberbereich, welchen ihren Beschäftigten die Kündigung mit einer Vorlaufzeit von 12 oder 20 Jahren anküdigen.
    SaZ sollte in jedem Fall im LfzT Bereich ein Auslaufmodell werden.
    Atmenden Personalkörper gibt es im Moment nur durch den Hintern :-)

  • Georg   |   12. August 2015 - 18:25

    @ Elahan

    Zitat: „Atmenden Personalkörper gibt es im Moment nur durch den Hintern :-)“

    Auch wenn die Situation absolut frustrierend ist, nicht zum Zyniker werden ;-)

  • CRM-Moderator   |   12. August 2015 - 21:42

    http://augengeradeaus.net/2015/04/der-drehfluegler-april-2015/comment-page-1/#comment-190423

    Damals im April bzgl. Lawine.
    Bezog sich natürlich auf den gesamten FlgDst.

    Es mag bitter klingen ist aber von Herzen (ohne Groll) gemeint:
    Das Thema ist durch. 10 Jahre von heute an, sollte jemand ernsthaft den Startknopf drücken, kann man warten.

    P.S.: Der neue Staka in Nörvenich bringt wieviele Jetstunden mit?
    Wieviele Stunden auf EF-2000?

  • Memoria   |   13. August 2015 - 9:39

    @Elahan:
    Danke für Rückmeldung.
    “ Er bat in Laupheim um Vorschläge zur Lösung der Probleme per Mail na ihn.
    Evtl kann man ja in Erfahrung bringen was ankam? Schätze: bitte mehr Stellen für OStFw, A12 (FD), OTL und genau dafür sind ihm die Hände gebunden, denn die muss er an anderer Stelle einsparen.“

    Genau dies meine ich mit Selbstblockade.
    Wenn man hiermit kurz- und mittelfristig die Einsatzbereitschaft des HSG 64 steigern könnte, dann muss man mal in die recht große Spitzengliederung der Luftwaffe schauen. Oder Personal neu beantragen.

    So bindet man sich eben selbt die Hände.
    Wer etwas ändern will sucht Lösungen, wer etwas nicht will sucht Gründe.

    In unserer Generalität gibt es eben zu viele Gründesucher.

    Nun warte ich mal ab, wie die hier angesprochene Herren nach Lösungen suchen.

    Die Zeit dafür ist überfällig, aber ich habe weiterhin den Eindruck, dass man an vielen Stellen die Größe des Problems noch nicht erkannt hat und andererseits in sehr kleinen Lösungen gedacht wird.

    Aber lasse mich sehr gern positiv überraschen – nur leider ist es wohl schon nach zwölf Uhr…

  • Elahan   |   13. August 2015 - 10:31

    @Memoria

    Genau das ist Problem -fünf nach zwölf-.

    Alle wissen, dass man die Probleme nicht lösen kann und schieben es auf die vorgegebenen Rahmenbedingungen und die Entscheidungsträger wissen, dass sie die Problem nicht kurzfristig lösen können und kurzfristik ist die Amtszeit in der Verantwortung der meisten. Also konzentriert man sich auf Flickschustern. Auch da ist der Insp Lw eher eine Ausnahme, kurzfristig ist CH nicht von Interesse (da nicht lösbar), langfristig kümmert er sich um die Nachfolger der CH, Trall, EH, Heron, Bell, TAZ, OSLw, Holloman, Tegel, Köln-Wahn, Patriot uvm.

    Die TF Drehflügler hat mW nicht den Auftrag die Probleme langfristig zu lösen, sondern die Verfügbarkeit von Flugstunden kurzfristig zu erhöhen.

    Laut BMVg:
    „Diese haben die Aufgabe, „ein dezidiertes Lagebild über die gesamte materielle Einsatzlage aller fliegenden Hauptwaffensysteme der Bundeswehr zu gewinnen, Stellgrößen und Lösungsvorschläge zur Verbesserung der materiellen Einsatzbereitschaft zu identifizieren und dafür notwendige Maßnahmen“ umzusetzen.“

  • Memoria   |   13. August 2015 - 10:43

    @Elahan:
    Ja auch ich bin der Ansicht – im Gegensatz zu manchen hier – das die TF kurzfristig die materielle Einsatzbereitschaft (also Klarstand) verbessern sollen. Schon die personelle Dimension scheint nicht im Fokus zu stehen.

    Die Auswirkungen sollten sich jedoch so langsam mal haushalterisch abbilden (d.h. 2016). Mehr erwarte ich ja gar nicht.

    Ich erwarte aber von Inspekteuren, dass sie auch hier für kurzfristige Belange einsetzen. Sie sind für die Einsatzbereitschaft ihrer TSK VERANTWORTLICH.

    Und wenn es bspw. bei Ersatzteilen und Obsoleszenzbeseiitigungen haushalterisch hakt, muss ein Insp hier Druck machen.

    Das ist in der Vergangenheit allzuoft nicht erfolgt, da man sich lieber mit Esoterik, Politik und Zukunft beschäftigt hat.

    Hier noch etwas aus der Meta-Ebene:
    http://blog.usni.org/2015/08/11/can-do-generation