Das Heer macht Schluss mit 50 Shades of Grey

Heeresgrau

Knapp ein Jahr nach Amtsantritt muss Johannes Poeppel der Geduldsfaden gerissen sein. Der frühere Wehrmachtsoffizier, Artillerist und seit April 1979 Inspekteur des Heeres der Bundeswehr, wies die Männer – damals gab es Frauen nur im Sanitätsdienst – seiner Truppe im April 1980 darauf hin, dass nun Schluss sein müsse mit den vielen unterschiedlichen Grautönen, in denen die Heeressoldaten die Jacke ihres Dienstanzugs trugen.

Im Heer werden von Selbst- und Teilselbsteinkleidern Dienstanzugjacken/Skiblusen in unterschiedlichen Grautönen getragen. Bei Anlässen, zu denen Truppenteile in geschlossener Formation im Dienstanzug antreten, fällt dieses unterschiedliche Erscheinungsbild negativ auf. Es muss sichergestellt werden, daß bei geschlossenem Antreten ein einheitliches äußeres Erscheinungsbild gewährleistet ist.

befahl Poeppel mit Datum vom 30. April 1980 unter dem Aktenzeichen Fü H I 3 – Az 49-01-00. Und er setzte konkrete Daten:

Alle Selbsteinkleider, verfügen spätestens am 01.04.192 – 1. GebDiv ab 01.01.1983 – mit Ablauf der Tragezeiten für Dienstanzugjacken/Skiblusen über eine Dienstanzugjacke/Skibluse, in dem dienstlich festgelegten Heeresgrau, das dem der am 1968 dienstlich gelieferten Dienstanzugjacken/Skiblusen entspricht.

Allerdings war dem Erlass des Generalleutnants wenig Erfolg beschieden. Jahrzehnte später treten die Offiziere des Deutschen Heeres, die sich als Selbsteinkleider ihren Dienstanzug selber kaufen, weiterhin mit einer breiten Palette von Grautönen an – vom Lichtgrau bis zu dunklem Jackett in Anthrazit. An der Präsentation der 50 Shades of Grey beteiligen sich fast alle, bis hin zum Vier-Sterne General.

Jetzt unternimmt Poeppels Nachfolger Bruno Kasdorf, knapp zwei Monate vor Dienstende, einen neuen Anlauf. Mit Datum vom 27. April erließ der Generalleutnant die Weisung zum Tragen des Dienstanzuges im Heer. Darin steht unter anderem:

Meine Absicht ist, dass sich die Professionalität des Heeres auch in seinem sichtbaren Auftreten widerspiegelt und dazu alle Angehörigen des Heeres so zeitnah wie möglich dazu beitragen, indem sie den Dienstanzug anlassbezogen vermehrt tragen und dabei in geschlossenen Formationen in einem einheitlichen „Heeresgrau“ antreten. (…)
Alle Angehörigen des Heeres verfügen spätestens ab 01. Juli 2016 über eine Dienstanzugjacke/Schibluse, die sie zu den genannten Anlässen [davor steht eine Liste mit grundsätzlicher Verpflichtung für den Dienstanzug, u.a. Dienstreisen im In- und Ausland; T.W.] tragen und deren Farbton „heeresgrau“ (wie „basaltgrau“ gemäß RAL 7012) den Vorgaben der ZDV 37/10, Ziffer 229 und den Bildern 207/1-2 und 208/10 entspricht. Teil- und Selbsteinkleider stellen sicher, dass auch beim Erwerb über LHD Group GmbH oder andere Anbieter diese Farbanforderung für mindestes eine Uniformjacke erfüllt wird.

Und Kasdorf geht sogar über den Erlass seines Vorgängers 1980 hinaus. Poeppel hatte damals noch das Zugeständnis gemacht: Die Beschaffung zusätzlicher Dienstanzugjacken/Skiblusen in geringfügig abweichenden Farbtönen bleibt unbenommen. Damit kommt man bei Kasdorf nicht durch:

Ab 01. Januar 2019 ist nur noch die Dienstjacke, basaltgrau (RAL 7012) zu tragen.

Zu diesem Farbton hat Wikipedia in der Anmerkung zur Farbtabelle noch einen interessanten Hinweis: Basaltgrau, RAL 7012, ist die Unterwasser-Tarnfarbe der Deutschen Marine. Vielleicht wurde deshalb die Weisung der Streitkräftebasis vom 11. Juni, mit der der Befehl für die Heeresuniformträger in der Streitkräftebasis weitergegeben wird, von einem Flotillenadmiral unterschrieben.

Nachtrag: Von Heeresuniformträgern wurde ich darauf hingewiesen, dass der Erlass von 1980, der bislang ja unverändert galt, in den meisten Dienststellen nicht mehr auffindbar sein dürfte. Da helfe ich gerne aus, zumal die damalige Weisung nicht eingestuft war/ist:

Weisung_1980_Tuchfarbe_Heer

 

 

204 Kommentare zu „Das Heer macht Schluss mit 50 Shades of Grey“

  • A.bandit   |   14. Juni 2015 - 8:03

    @koffer ja das ist meine qualifizierte Meinung. Qualifiziert deshalb weil ich an der Basis jeden Tag live vieles mit erlebe und einfach nur noch den Kopf schütteln kann . Was da seit über 20 Jahren in meiner Dienstzeit passiert ist. Man hat uns kaputt gespart. Jahre lang lebten wir von der vorhanden Substanz , welche jetzt langsam auch weg ist. Gleichzeitig Werden Aufträge und Auflagen immer mehr . Die linke Hand weis nicht mehr was die Rechte tut. Führungsposition? Wenn sie damit einen kp-Chef aufwärts meinen nein. Weil ab da aufwärts wird alles schön geredet es muss doch alles nach außen immer gut aus sehen und dazu zählt ja Jacke in basaltgrau. Das sind wirkliche Probleme .

  • audio001   |   14. Juni 2015 - 9:24

    Ich verstehe das schon!- Nachdem es ja sonst keine Probleme (mehr) im Heer gibt, kann man sich jetzt endlich mal um die Dinge kümmern, um die man sich sonst einfach nicht kümmern konnte …

  • Zimdarsen   |   14. Juni 2015 - 9:33

    Wer trägt eigentlich die Kosten für die schon Beschafften Stoffe mit der falschen Farbe?
    Übernahm nicht die LHD die Gewähr, dass die Kleidung den Lieferbedingungen entsprach?

    Entspricht die Jacke der LHD den Bedingungen des Heeres?

    https://www.lhd-shop.de/webapp/wcs/stores/servlet/ProductDisplay?langId=-3&storeId=12201&catalogId=11551&productId=76153&masterId=16153&pageView=&categoryId=27511&topCategory=16153#errorAnchor

  • Stubenviech   |   14. Juni 2015 - 10:10

    Hm, was ist eigentlich mit dem Mantel (Heer)? Ich habe noch das Modell „Leichensack“ ohne Knöpfe. Wenn der noch vorschriftenkonform ist, weiß ich auch nicht weiter…

  • Koffer   |   14. Juni 2015 - 10:38

    @A.bandit
    „Wir haben fast keine radfahrzeuge mehr, da alles ausgesondert wird , und das unabhängig vom Zustand der Fahrzeuge . Schutzwesten gibt’s auch keine, die Helme sind unsicher, das g36 trifft bei starker Erwärmung nicht mehr usw. “

    Soso und das ist ihre „qualifizierte“ Meinung nach über 20 Jahren Dienstzeit?

    Und Sie sind also z.B. der Meinung, dass das angeblich problematische G36 und einige lockere Schrauben an einigen wenigen Helmen für unseres Einsatzwert entscheidend ist?

    Na, dann soll das mal Ihre „qualifizierte“ Meinung bleiben.

    „Führungsposition? Wenn sie damit einen kp-Chef aufwärts meinen nein. Weil ab da aufwärts wird alles schön geredet…“

    Jaja, alle Vorgesetzten sind also entweder dumm oder rückgratlos.

    Ich fasse also zusammen: Material schlecht, Vorgesetzte schlecht und Armee schlecht.

    Warum haben Sie dann eigentlich nicht schon lange Ihren Abschied genommen?

    Ach ich vergass: die Pension. Da könnte man ja fast mit Käuflichkeit argumentieren…

    @Zimdarsen
    Die Stoffe, die für die LHBw beschafft wurden entsprechen alle der TL.

    Die Stoffe die für den LHD-Shop beschafft wurden, gibt es in zwei Qualitäten von denen eine den TL entspricht. Bei ihrem Link ist das der Link gemäß TL.

    Nicht mehr zulässig ab 2019 wird dann dieser Stoff sein:
    https://www.lhd-shop.de/webapp/wcs/stores/servlet/ProductDisplay?langId=-3&storeId=12202&catalogId=11552&productId=76125&masterId=16803&pageView=&categoryId=19005&topCategory=16912&parent_category_rn=16803#errorAnchor

    @Stubenviech | 14. Juni 2015 – 10:10
    „Hm, was ist eigentlich mit dem Mantel (Heer)?“

    Der sog. „GeStaPo“ Mantel durfte noch aufgetragen werden. Man müsste einfach mal in die Vorschrift reinschauen ob diese „Auftragezeit“ noch läuft oder ob er vor zwei oder drei Jahren endgültig rausgeflogen ist.

  • Ulenspiegel   |   14. Juni 2015 - 10:54

    K.P. Kaikowski schrieb: „Formale Disziplin und Gefechts(Einsatz)wert waren immer die beiden Seiten ein und derselben Medaille. Wer das leugnet, verleugnet unsere Kriegsgeschichte und ist nur unfähig und unwillig, Disziplin zu leben.“

    Formale Disziplin zum falschen Zeitpunkt ist kontraproduktiv und deutet in vielen Fällen auf geistige Beschränktheit des Vorgesetzten hin. Es gabe genügend Beschwerden von fronterfahrenen Offizieren in WWI und WWII, dass das Ersatzheeer zu viel Wert auf friedensmäßige Disziplin legt, zu wenig Wert auf sinnvolle Ausbildung. Das ist auch Kriegsgeschichte.

    „Einem Spieß auf dem GefStd, 5 Km ostw der Absetzzone, läuft ein OGefr entgegen, dem an der Bruststasche ein Knopf abgerissen war. Befehl des Spieß, „annähen, anschließend bei mir melden“. Was ist das? Disziplin und Gehorsam die Einsatzwert verkörpern!“

    Nur sinnvoll, wenn der OG Zeichen von Panik zeigt und durch friedenmäßige Beschäftigung beruhigt werden kann, wenn keine Unsicherheit beim OG beobachtet wird, ist das Ganze in meinen Augen Blödsinn, wenn jeden Augenblick feindliche Fallschirmjäger auftauchen können.

    (Wie würde es aussehen, wenn Gefechtsstand überrannt wird und am nächsten Tag ein toter Verteidiger mit Nähnadel in der rechten und Knopf in der linken Hand gefunden wird?)

    Bitte auch mal deutsche Eliteeinheiten Winter 1943/44 an der Ostfront hinsichtlich ihrer Uniformität ansehen. :-)

  • Koffer   |   14. Juni 2015 - 11:13

    @Ulenspiegel | 14. Juni 2015 – 10:54
    „Formale Disziplin zum falschen Zeitpunkt ist kontraproduktiv und deutet in vielen Fällen auf geistige Beschränktheit des Vorgesetzten hin.“

    Zu viel und zur falschen Zeit ist natürlich immer schlecht. Aber die grundsätzliche Verbindung zwischen formaler Disziplin, funktionaler Disziplin und Kampfkraft in Landstreitkräften ist nicht von der Hand zu weisen und sowohl historisch als auch empirisch hinreichend belegt.

    „Bitte auch mal deutsche Eliteeinheiten Winter 1943/44 an der Ostfront hinsichtlich ihrer Uniformität ansehen.“

    Es gibt gerade für den Winterkrieg im Osten ein einschlägiges Beispiel, welches das genaue Gegenteil beweist. Im Bereich einer Division kam es vermehrt zu ungenehmigten Absetzbewegungen von Teileinheiten und Einheiten.

    Daraufhin lies der Befehlshaber innerhalb dieser Division den Anzug-, den Haar-/Barterlass (so würden wir es heute nennen) und die Grußpflicht wieder mit strengem Maßstab umsetzten.

    Und oh Wunder, oh Wunder es funktionierte: weniger Flucht, mehr (erfolgreicher) Kampf.

  • Hans   |   14. Juni 2015 - 11:16

    @Ulenspiegel

    Zustimmung, das schließt sich aber mit dem von @KPK gesagten mMn nicht aus. Im Krieg (Ostfront etc) gibt es wichtigeres als formale Disziplin und aus der Zeit findet man ja auch kein Foto einer Gruppe mit einheitlichem Anzug.
    Bis es soweit kommt muss jedoch auf formale Disziplin Wert gelegt werden und das schaffen jede ordentliche Truppe und auch unsere Verbündeten. Und die BW hatte in ihren 60 Jahren des Bestehens (glücklicherweise) noch nicht die Notwendigkeit, diese Disziplin zugunsten dem Gefechtswert zu vernachlässigen (OP North, QRF und ASB sind vllt diskutabel, alles andere nicht).
    Und meiner Erfahrung nach waren es immer die Schreibtischhelden die irgendwelche kommandomäßige Kleidung hatten, der GeZi-Soldat und der stellv ZgFhr (HFw) ohne Einsatzerfahrung aber mit Smock etc Marschüberwachung fahren.

  • klabautermann   |   14. Juni 2015 - 11:40

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43020082.html

    „Die Mehrzahl der Offiziere hält jedoch die Unterscheidung zwischen formaler und funktionaler Disziplin für unpraktikabel. Führungsakademiker Schulenburg: „Wer immer diese Trennung erfunden hat: Die Disziplin ist zu bewerten. Wenn sie formal nicht in Ordnung ist, dann auch nicht funktional.“ Für den furchtlosen Rechtsaußen ist Maizières Differenzierung nur ein Trick, um die Ratlosigkeit der Bundeswehr-Spitze gegenüber militärischem Sittenverfall zu kaschieren: „Nur dazu ist diese Trennung erfunden worden.“

    „…..Ein Soldat wollte den Standort-Gottesdienst in den hinteren Bankreihen absolvieren. Weil er einem Befehl, sich nach vorne zu setzen, nur unter Widerspruch folgte, strich ihm der Vorgesetzte den Wochenendurlaub. Als der Hinterbänkler sich beim Bataillonskommandeur beschwerte, wurde er abgewiesen. Die Strafe sei zulässig, „da eine Zusammenfassung der Soldaten in wenigen Bankreihen einer besseren Disziplin in der Kirche dienlich sei“.

    Dieser Streit über formale und funktionale Disziplin scheint ja mittlerweile gute Tradition zu sein ;-)

  • Koffer   |   14. Juni 2015 - 12:01

    @Klabautermann
    „Dieser Streit über formale und funktionale Disziplin scheint ja mittlerweile gute Tradition zu sein ;-)“

    Im Heer eigentlich nicht, da formale Disziplin bei uns immer auch die funktionale Disziplin umfasste.

    Diese Trennung war ja nur der Versuch die in Lw und M vertretenen „anderen“ Strömungen unter den Hut der „gleichen“ InFü zu bekommen.

    Das Problem ist, dass auch im Heer immer mehr das sich-zurück-ziehen auf die funktionale Disziplin die formale Disziplin zusammenbrechen lässt und das damit im Endergebnis dann auch die funktionale Disziplin leidet.

    Der Unfug, den ich hier im Forum über die vermeintlich eigenen Rechte lese (mimimi, mumumu, was soll ich denn jetzt mit meinem teuren, hellen Uniformrock machen, ist das überhaupt rechtmäßig, ich will aber ein Pony), zeigt mir das ja deutlich. Hier geht es nicht um das treue Dienen und die Pflichterfüllung, sondern nur um die eigenen Rechte… :(

    Und dennoch ich bin immer noch der Meinung, dass der Befehl des InspH falsch ist, da er das Kind mit dem Bade ausschüttet! Obwohl ich langsam beginne zu zweifeln…

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   14. Juni 2015 - 12:13

    @Ulenspiegel und andere
    Bei meinem Beispiel mit dem OGefr bezog ich mich auf das zuvor zitierte Buch des britischen Autors Robert J. Kershaw, der intensiv zur Gefechtsührung in Arnheim, insbesondere auf deutscher Seite geforscht und geschrieben hat. Er dürfte als unverdächtig gelten, der Deutschtümelei anheim gefallen zu sein
    Natürlich führt die beschriebene Szene, „Knopf annähen“, angesichts fdl Luftlandung zu kopfschüttelndem Unverständnis in Anbetracht der Bedrohung.
    Absicht des Autors war jedoch herauszustellen, Zitat: „Warum kämpften die deutschen Soldaten in Holland so verbissen, wo der Krieg doch unzweifelhaft verloren war?
    Er führt das neben Professionalität, in erster Linie, auf die Disziplin der Truppe zurück, die mit der angeführten Tatsachenbeschreibung belegt werden sollte.
    Es ist nämlich in der Tat kaum nachvollziehbar, dass beim Unternehmen „Market Garden“, im bis dahin größten alliierten Luftlandeunternehmen während des II. WK drei alliierte Luftlandedivisionen bei absoluter Luftherrschaft zwei abgekämpfte SS-PzDiv nicht niederringen konnten.

  • klabautermann   |   14. Juni 2015 - 12:19

    @Koffer

    Ich hab da noch einen Artikel für Sie:
    http://www.zeit.de/1972/13/besser-als-ihr-ruf

    Da kann man schön nachvollziehen, dass auch im Heer dieser „Streit“ ausgetragen wurde und auch heute noch wird, wenn ich so an das eine oder andere Gespräch mit Heereskameraden zurück denke.
    Und „Diese Trennung war ja nur der Versuch die in Lw und M vertretenen „anderen“ Strömungen unter den Hut der „gleichen“ InFü zu bekommen.“ kann ich auch nicht zustimmen, denn der „Erfinder“ dieser Trennung oder besser Differenzierung war der Vater von TdM, der in erster Linie den Streit innerhalb des Heeres in Sachen moderne InFü im Auge hatte…..der ja heftig tobte zwischen den „Kriegsgedienten“ und den „jungen Wildfängen“.

  • Voodoo   |   14. Juni 2015 - 12:34

    @ K.-P. Kaikowsky

    Ihre Schlußfolgerungen in allen Ehren, aber die alliierten Fallschirmjäger sind genau in die Arme einer kampferfahrenen, gepanzerten Truppe am Boden gesprungen, die eben nicht mehr vom Überraschungsmoment gelähmt war und zudem nicht aus „handelsüblichen“ Wehrmachtseinheiten, sondern Waffen-SS bestand. Insofern hinkt ihr Vergleich bezüglich der Disziplin auf der „ideologischen Achse.“

    Angelsächsische Autoren, vor allem aus den USA, sind gelegentlich doch mit Vorsicht zu lesen, nur als Randbemerkung – Kershaw ist aber nicht unbedingt „verdächtig“, das stimmt schon.

  • Koffer   |   14. Juni 2015 - 12:38

    @klabautermann | 14. Juni 2015 – 12:19
    „denn der „Erfinder“ dieser Trennung oder besser Differenzierung war der Vater von TdM, der in erster Linie den Streit innerhalb des Heeres in Sachen moderne InFü im Auge hatte…..der ja heftig tobte zwischen den „Kriegsgedienten“ und den „jungen Wildfängen“.“

    Bei allem Respekt für Gen dM, aber Sie glaube doch nicht ernsthaft, dass er ein typischer Vertreter des Heeres in Bezug auf Tradition, Inneres Gefüge, Korpsgeist und Disziplin war?

    Bei seinem sicherlich tadellosen Wirken in anderen Bereichen, aber hier hat er uns (dem Heer) nur Ungemach beschert :(

    Die langfristigen Auswirkungen können wir ja in diesem Faden erkennen!

  • Alf   |   14. Juni 2015 - 12:41

    @klabautermann

    Ein lesenswerter Artikel, Danke

  • klabautermann   |   14. Juni 2015 - 12:49

    @Koffer

    Tja, diese GI haben dem Heer immer nur Ärger bereitet……..

    Heutzutage entscheidet der GI sogar welchen Panzer das Heer bekommt, da muß man als InspH wenigstens noch die Jackenfarbe des Heeres in Reih und Glied bekommen bevor die Disziplin endgültig zum Teufel geht ;-)

  • Zyniker   |   14. Juni 2015 - 12:52

    Ist eigentlich schon jemandem aufgefallen, dass die CIELab Farbwerte des Befohlenen RAL 7012 (44,34; -1,77; -1,71) nicht den Werten der TL-8305-0185 für den Anzugstoff (43,9; -0,3; -2,0) der Jacken des Heeres entsprechen?

    Die Abweichung des L*-Wertes (des 1. Wertes) bewegt sich dabei noch im zulässigen Bereich von -1,0 bis +0,5, aber die a* und b*-Werte weichen deutlich über -0,2 bis +0,2 ab!

    Siehe: http://tl.baainbw.de/AG-Bund/TL/Daten/83050185.pdf

    RAL 7012 war bisher lediglich die Farbe des Innenfutters der Jacken des Heeres gemäß TL 8305-0238. (http://tl.baainbw.de/AG-Bund/TL/Daten/83050238.pdf)

  • Koffer   |   14. Juni 2015 - 12:58

    @klabautermann | 14. Juni 2015 – 12:49
    „Tja, diese GI haben dem Heer immer nur Ärger bereitet……..“
    Tatsächlich ist es leider so…

    „Heutzutage entscheidet der GI sogar welchen Panzer das Heer bekommt,“
    Brrr :(

    „da muß man als InspH wenigstens noch die Jackenfarbe des Heeres in Reih und Glied bekommen“
    ;)

    „bevor die Disziplin endgültig zum Teufel geht“
    Ist sie häufig leider schon, die Frage ist, wie wir (das Heer) sie wieder zurück bekommen!

    @Zyniker | 14. Juni 2015 – 12:52
    Hihi, das ist lustig! Dann scheitert der Befehl ja vielleicht doch an „objektiver Undurchführbarkeit“.

    Na, da bin ich ja mal gespannt…

  • Zimdarsen   |   14. Juni 2015 - 13:26

    @Zyniker

    Dass RAL auf Stoffe unterschiedlicher Bahnen anwendbar ist, wäre mir neu, doch ich bin kein Färber.

  • A.bandit   |   14. Juni 2015 - 13:48

    Ich glaub ich hab’s hier mit Journalisten zu tun die einem das Wort im Mund rum drehen sich Teile von Zitaten so zusammen basteln wies ihnen grad passt und alles aus dem tusammengang reißen . Aber es ist wie es ist 20 Jahre und einsatzetfahrung ist nichts wert . Leider aber immer weiter so die lieben Herrn Theoretiker . Lasst uns bitte die Diskussion beenden hier treffen Welten aufeinander f einander von denen viele nichts verstehen oder aber denken sie würden es verstehen . Manche können auch klug schreiben.

  • T.Wiegold   |   14. Juni 2015 - 14:19

    @A.bandit

    Der einzige Journalist, der sich hier äußert, bin ich. Und wenn Sie mit den Kommentaren anderer Leser hier nicht zufrieden sind, würde ich das bitte nicht auf den Journalisten schieben. Danke.

  • Closius   |   14. Juni 2015 - 14:29

    Allein an der Uniformität einer Truppe lässt sich die Kampfkraft nicht festmachen. Da braucht man sich nur die Fotos vom Deutschen Afrikakorps anschauen. Da die deutschen Tropenuniformen nichts taugten, trugen die Soldaten des DAK lieber Uniformteile der Briten oder Italiener, so daß ihre Uniformen völlig uneinheitlich waren und dies galt ja selbst für die Generale. Mangelnde Kampfkraft hat aber wohl noch niemanden den DAK-Divisionen nachgesagt, die sogar besser motorisiert und bewaffnet waren, als die Divisionen für die Ostfront.

    Und die Italien-Armee von Napoleon war schlecht ausgerüstet, als er diese übernommen hat, trotzdem eilte diese von Sieg zu Sieg. So daß die Moral der Truppe wichtiger sein kann als die Uniform oder die Disziplin.

  • Zyniker   |   14. Juni 2015 - 14:50

    Zimdarsen, ich habe mich auch erst jetzt in die Thematik eingelesen. Aber Fakt ist doch, dass der InspH einen Farbton vorgibt, für den es eine Definition gibt (RAL). Und die Definition dieses Farbtons entspricht nicht der Definition der Farbe (CIELab) gemäß den Technischen Lieferbedingungen des dienstlich gelieferten Stoffes. Und dann geht es noch weiter: Der vom InspH geforderte Farbton taucht an anderer Stelle der TL auf: Als Farbe des Innenfutters der dienstlich gelieferten Jacken. Vielleicht kann ein Heeressoldat hier bestätigen, dass die Farben des Innenfutters und des Stoffes der Heeresjacken sich deutlich unterscheiden?

  • audio001   |   14. Juni 2015 - 15:25

    re: Zyniker

    Das ist jetzt aber schon fast Erbsenzählerei!- Ein paar Abweichungen sind verkraftbar und dann nehmen wir jetzt halt die Farbe des „Leib- und Innenfutterstoffs“ auch für das „Anzugtuch“!

    Man/Frau muss Verbesserungen auch mal ohne Mäkelei annehmen können!- Und ein Farbgleichheit von Innenstoff und Anzugtuch gibt auch in der Garderobe ein wesentlich geschlosseneres Bild ab, als eine Zweitönigkeit von Innenstoff und Anzugtuch!- Quasi ab jetzt „Ton in Ton“ auch in der Garderobe,- das hat doch was!

    Na gut, der aufmerksame kritische Soldat könnte einwerfen, dass „hellgrau“ nicht unbedingt der RAL 7012 entspricht!- Und da hätte der aufmerksame kritische Soldat vermutlich sogar recht!

    Dem interessierten Leser lege ich daher noch einmal ein Blick auf die „Grau-Farbtabelle“ ans Herz (siehe unter http://www.r9005.de/wissen/farben-ral-hex.php?Farbbereich=7000%20%3E%20Grau ) Dto. dem Vorzimmer des Inspekteur des Heeres!

    Und wenn man sich bei der Farbzuweisung in der „Weisung zum Tragen des Dienstanzuges im Heer“ vertan haben sollte (meist entstehen solche Fehler ja durch „Flüchtigkeit“), ist das ja auch kein Problem (siehe praktizierte Fehlerkultur im BMVg zu den Rüstungsprojekten!);- da könnte man die Weisung jetzt ja noch einmal überarbeiten …

    PS: Und ist die RAL 7012 doch richtig, dann kann man ja glücklich sein das man sich mit der RAL 7012 (basaltgrau) für die „Unterwasser-Tarnfarbe der Deutschen Marine“ entschieden hat und nicht für RAL 7000 (fehgrau) der „Überwasser-Tarnfarbe der Deutschen Marine“;- man wäre ja als Heeressoldat im Hafen vor Schiffen oder auf Schiffen der Deutschen Marine gar nicht mehr zu sehen gewesen!

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   14. Juni 2015 - 16:13

    @Closius
    Der Italienfeldzug im Rahmen des 1. Koalitionskrieges war Napoleons erste Visitenkarte.
    Mit stets qua Zahl unterlegen Truppen schlug er Österreicher und Piemontesen überzeugend. Dies ist in der Tat keine Frage von Uniformität, jedoch schon von Disziplin und Gefechtswert und, keinesfalls mit heute vergleichbar.
    Warum?
    1. Napoleon war DER brillante Truppenführer seiner Zeit
    2. Seine Armeen entstammten den ehemals entrechteten, unterdrückten niederen Volksmassen der absoluten Monarchie.
    3. Als ‚levée en masse‘ kämpften sie – seelenverwandt – für ihren Führer und
    4. Seine Gegner waren gefangen im Denken der Kabinettskriege mit gedungenen Soldaten.
    5. Es kämpften also zum Dienst gezwungene gegen solche, die ihre Befreiung von eben diesem Zwang in Napoleon verkörpert sahen. Auf ihre Art waren seine Truppen sogar sehr diszipliniert.

  • T.Wiegold   |   14. Juni 2015 - 16:15

    Mir war ja schon von Anfang an klar, dass so ein Thema für alles mögliche herhalten muss. Wie wir jetzt im Piemont gelandet sind… ist mir dennoch etwas schwer verständlich.

  • Zyniker   |   14. Juni 2015 - 16:16

    Der Erlass dient ja dazu Abweichungen zu unterbinden. Daher ist Erbsenzählerei aus meiner Sicht angebracht.

  • Hans Dampf   |   14. Juni 2015 - 16:55

    Als ich im Jahre des Heils 2005 Leutnant wurde, hatte ich die Möglichkeit, die mir bei der Einkleidung zur Verfügung gestellte Dienstanzugsjacke – grau gemäß TL – zu übernehmen – was ich auch tat. Insofern hatte ich nie das Problem, „die falsche Jacke“ zu haben.
    Fazit: Ein Selbsteinkleider hatte und hat die Möglichkeit, eine Jacke gemäß TL zu übernehmen, unabhängig davon, was seinerzeit bei der KKBw/LHD angeboten wurde. Wer also heute keine Jacke gemäß TL hat, ist schlichtweg selbst schuld. Seit ~ 1980 (!) ist es bekannt, dass man eine Jacke gem. TL vorzuhalten hat.

    @ Closius:

    Wir bekommen es vielerorts nicht mal mehr im normalen 08/15 Kasernendienst hin, dass ein einheitlicher Anzug getragen wird, von anderen Selbstverständlichkeiten wie Gruß u.ä. ganz zu schweigen. Da brauchen Sie nicht mit irgendwelchen Defiziten bei Anzug und Ausrüstung anzufangen.
    Es wurde ja bereits beschrieben: Es fängt mit Kleinigkeiten an (kein Gruß mehr, lausiger Anzug) und endet bei ungenehmigten Absetzbewegungen. Wer sich im tiefsten Frieden nicht mal an die grundlegendsten Dinge halten will oder kann, wird er dann im Gefecht einen Befehl ausführen, bei dem er ernsthaft davon ausgehen muss, dass die Befolgung desselben eine latente Gefahr für Leib und Leben bedeuten wird? Ich stelle dies massiv infrage.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   14. Juni 2015 - 17:13

    Wurde das mit den „Kleinigkeiten, die Preußen groß gemacht haben“ nicht schon irgendwo thematisiert?
    Oder war’s die „Broken Windows Theorie“?
    Geht so:
    Knopf ab (egal) – kein Gruß (egal) – selektiver Gehorsam ( na und) – Ungehorsam ( ???)

  • wacaffe   |   14. Juni 2015 - 17:25

    @ KPK

    durchaus passende anwendung des broken windows phänomens

    das äußere gepräge ist eben immer manifestation der inneren geisteshaltung.

    das gilt übrigens neben der von ihnen thematisierten perspektive der befehlsempfänger auch für die der befehlsgeber.

    wer institutionell nicht in der lage ist petitessen wie einheitliche unifomierung von gehorsamsverpflichteten zu befehlen und durchzusetzen wird an tatsächlichen militärischen herausforderungen erstrecht scheitern.

    das beginnt beim durchsetzen körperlicher mindeststandards und endet bei befehldgebung im gefecht mit sicheren eigenverlusten.

    militrärische disziplin auf dem „kasernenhof“ war eben nie selbstzweck sondern konditionierung des soldaten im frieden auf die verhaltensmaximen des erfolgreichen gefechts.

    ordnung,selbstdisziplin,gehorsam,gewisse härte gegen sich selbst.

    in der heutigen laissez faire armee scheinen diese prinzipien immer mehr zu erodieren und durch zeitgeistige beliebigkeit ersertzt zu werden.

    die quittung zahlt man irgendwann wenn mal tatsächlich in größerem maße wieder militrärische leistungen gefordert sein sollten.

    dann allerding in blut und nicht in schweiß oder geld

  • Nikom   |   14. Juni 2015 - 17:47

    Und die „zeitgeistige beliebigkeit“ beginnt oft schon beim Ignorieren von Groß- und Kleinschreibung ;-)

  • wacaffe   |   14. Juni 2015 - 17:52

    touche‘

    ;-)

  • SER   |   14. Juni 2015 - 18:12

    Solange sich die Soldaten im Felde funktionale Ausrüstung privat beschaffen müssen, damit sie ihren Auftrag erfüllen können, solange schüttel ich mitleidig den Kopf und verstehe den „Grauton“ des feinen Zwirns als Ausgeburt eines Sesselwärmers fernab von den echten Fakten !!!
    Der liebe InspH ist deutlich fern, das konnte man in der Vergangenheit immer schön erleben wenn er mal seine Truppen sehen durfte und mitunter recht dusselige Fragen stellte die seine Unkenntnis nur allzu offen zutage treten ließen !!!

  • ThoDan   |   14. Juni 2015 - 19:15

    @Klabautermann

    Weder Kompaniechef noch sein Bataillonskommandeur scheinen das Konzept des Freedom of Faith verstanden zu haben, von der Tatsache mal ganz abgesehen das da doch was nicht so ganz stimmen kann wenn der Kompaniechef diese „Erleichterung“ der Disziplinsaufsich für nötig hält, bei Personen die regulär mit Waffen hantieren sollen.

    wWren die dazu mental/psychologisch nicht geeignet, der Kompaniechef nicht für seinen Posten, war das einfaches Kommißdenken und eine Beleidigung der Wehrpflichtigen oder was?
    Bei Strafdienst für Soldaten, die nicht zur Kirche gehen wollten frage ich mich wie es da mit der Einstellung der Vorgesetzten zu FDGO und Grundgesetz, Meinungs und Religionsfreiheit aussah?

    Liest sich für mich irgendwie nach there are no bad soldiers, only bad officers

  • Stephan L.   |   14. Juni 2015 - 19:39

    @ SER

    Die Problematik ist m.E. folgende: Teile der oberen Führung sehen bereits im bloßen Beschaffen von privater Ausrüstung oder dem verändern des vorgeschriebenen (Gefechts-)Anzuges (z.B. Herausnehmen von Hosengummis im Tagesdienst vs. Herausnehmen von Hosengummis im Gefechtsdienst) die Ansätze eines disziplin- und damit wehrkraftzersetzenden Defätismus – eine Entwicklung, die sie im Ansatz stoppen wollen. Positiver Nebeneffekt: Man muss nicht mehr hinterfragen, ob die gelieferte Ausrüstung den Anforderungen gerecht wird (man selber ist ja früher auch prima damit zurechtgekommen und hätte nicht mal im Traum daran gedacht, irgendetwas anderes zu wünschen), sondern man kann es einfach auf den „Individualisierungsdrang“ des Soldaten schieben. Diesen gibt es zweifellos, mit all seinen Auswüchsen, erfasst aber mMn nicht die gesamte Realität.
    Beim Dienstanzug ist es ähnlich. Ob General Kasdorf bewusst ist, dass das individuelle „Anpassen“ der Dienstanzüge auch in seiner Dienstgradgruppe (die ja eigentlich im Fokus der Öffentlichkeit besonders uniform und vorbildhaft auftraten sollte) beiweitem keine Seltenheit ist? Es verwundert nicht, dass der junge Leutnant seinen Wunsch nach ein wenig Individualität oder Abgrenzung von der „Masse“ ausleben will, wenn ihm beim Auftreten seiner Vorgesetzen der Eindruck vermittelt wird, bei der Anzugsordnung würde in diesem Bereich mal fünfe gerade gelassen. Ich habe noch nie in meiner Dienstzeit so viele Dienstanzugsvarianten gleichzeitig gesehen wie an der OSH – und das nicht von den Lehrgangsteilnehmern. Daher bin ich mal gespannt, in welchem Bereich und bis zu welcher Besoldungsstufe dieser Erlass tatsächlich umgesetzt wird…

  • Hans Dampf   |   14. Juni 2015 - 20:49

    Wäre es so, dass man sich privat Ausrüstungsgegenstände in Ermangelung entsprechender dienstlich gelieferter Ausrüstung kaufte, wäre das ganze ja noch halbwegs nachvollziehbar. Oftmals stehen wesentlich andere Dinge hinter einem Kauf als die viel beschworene, als Totschlag-Argument genutzte „Zweckmäßigkeit“.
    Man kann es drehen und wenden wie man will – und wo auch immer der Grund dafür liegen mag: Es haben sich Dinge in diesen Streitkräften eingebürgert, die der Beschreibung spotten. Und wenn ein General dies feststellt, hat er die Pflicht, dies abzustellen. Ich bleibe dabei, dass es überhaupt soweit gekommen ist, stellt ein Armutszeugnis dar, sowohl von Führern und Geführten.

  • klabautermann   |   14. Juni 2015 - 21:05

    @ThoDan

    Als ich 1972 als W18-Jäger regelmäßig durchs Fulda-Gap marschieren durfte (einmal pro Woche 20-40 km/Tag war da normal) um meine Duz-Bekanntschaft mit den Maulwürfen aufrecht zu erhalten, da achtete mein Gruppenführer immer darauf, dass wir im Sommer mit offenem Hosenlatz marschiert sind – damit man sich keinen Wolf läuft. Allerdings nur außerhalb geschlossener Ortschaften ;-)

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   14. Juni 2015 - 21:12

    @klabautermann, guter Kerl Ihr GrpFhr. Zweck war aber in erster Linie Frischluft, Ganzkörperbelüftung von unten nach oben. Hab’s genauso gemacht.

  • ThoDan   |   14. Juni 2015 - 21:18

    @Klabautermann

    inzwischen ist die BW ja anscheinend was Bekleidung betrifft bei der Technologie von 1965 angekommen.

    Ich habe gehört vor einigen Jahren soll sogar die Raumfahrttechnologie , gefriergetrockneter Fertiggerichte als Feldverpflegung eingeführt haben, echte Science Fiction nicht wahr

    @Hans Dampf

    Vor gut 20 Jahren, war das einzige Stück persönlicher Ausrüstung das etwas Taugte die Wintermütze!
    Moment, wie konnte ich die Taschentücher vergessen

  • klabautermann   |   14. Juni 2015 - 21:32

    @Klaus-Peter Kaikowsky

    Tja, meinen Gruppenführer fand ich auch ziemlich prima – der gute StUffz R. hoppelte immer mit einer Machete am Koppel durch die Botanik….unglaublich praktisch für das Biwak-/Lagerfeuer ;-)

    @ThoDan

    Mein Ausrüstungsfavorit war immer der Esbit Taschenkocher:
    https://www.youtube.com/watch?v=2w-X4AEAWmw

    Echte HighTech ;-)

  • Hans Dampf   |   14. Juni 2015 - 21:35

    Vor gut 20 Jahren war ich noch nicht „dabei“ ;-)!
    Was die Wintermütze anbetrifft: Da druckst dann plötzlich die „Zweckmäßigkeits-Fraktion“ ‚rum, weil die Wintermütze definitiv zweckmäßig ist, man aber irgendwie Argumente finden muss, warum man sie dann doch nicht tragen kann/möchte, wohingegen man die neuen Strickmützen am liebsten noch bei 18 Grad über Null tragen will…
    Ich kann mich nur wiederholen: Unsere persönliche Ausrüstung ist mit Sicherheit nicht state-of-the-art und ich kann es persönlich nicht nachvollziehen, weshalb es nicht möglich sein soll, neue Bekleidung und Ausrüstung auszugeben, man sich aber für abermilliarden von Euro sogenannte Flugzeuge beschafft. Da ist etwas faul.
    Auf der anderen Seite gibt es Kameraden, die zwar neue Ausrüstung haben, aber mit der Feldbluse in den Gefechtsdienst gehen wollen. Da beisst sich dann auch etwas…

  • T.Wiegold   |   14. Juni 2015 - 21:42

    @klabautermann et al.

    Es mäandert hier ohnehin schon ziemlich… aber Esbit-Kocher sind definitiv arg weit ab vom Thema.

  • Koffer   |   14. Juni 2015 - 22:05

    @A.bandit | 14. Juni 2015 – 13:48
    „Aber es ist wie es ist 20 Jahre und einsatzetfahrung ist nichts wert . Leider aber immer weiter so die lieben Herrn Theoretiker. Lasst uns bitte die Diskussion beenden hier treffen Welten aufeinander f einander von denen viele nichts verstehen oder aber denken sie würden es verstehen.“

    Soso und Sie denken also, dass nur Sie Einsatzerfahrung haben?

    Lustig, lustig…

    @SER | 14. Juni 2015 – 18:12
    „Solange sich die Soldaten im Felde funktionale Ausrüstung privat beschaffen müssen, damit sie ihren Auftrag erfüllen können, solange schüttel ich mitleidig den Kopf und verstehe den „Grauton“ des feinen Zwirns als Ausgeburt eines Sesselwärmers fernab von den echten Fakten !!!“

    Welche Ausrüstung muss sich im Jahr 2015 der durchschnittlich DEU KpfTrSdt beschaffen um seinen Auftrag erfüllen zu können?

    Jetzt bin ich ja mal gespannt!

    Denn im Gegensatz dazu, was den Besuchern (gleich ob Journalisten oder MdB) gerne erzählt wird, sind fast alle kritischen Fragen der persönlichen Ausrüstung in den letzten 10 Jahren gelöst worden.

    Wir sind jetzt zwar in vielen Dingen immer noch nicht „state of the art“, aber im Vergleich zu den aller-aller-allermeisten Nationen (und übrigens auch zu den mit mehr Kampferfahrung als wir) stehen wir gut da.

    Ich rede jetzt nicht von Nachtsichtgeräten und Funkgeräten (obwohl auch da sind wir im Vergleich ja nicht so schlecht), sondern von der persönlichen Ausrüstung, also der, die man sich als Landser so leisten kann!

    Also los: Feuer frei (und bitte immer die Nation mit angeben, die es querschnittlicht besser beschafft hat!).

    Sein wir doch mal ganz ehrlich, hier hat ein Inspekteur etwas getan, was eindeutig in seinen Befugnissen liegt. Er hat die Einheitlichkeit der Uniform befohlen.

    Das mag einem ja nicht schmecken (ich finde es im Ergebnis z.B. auch sehr ärgerlich, dass man eine 160jährige Tradition zerstört, nur weil Kommandeure zu schwach waren Befehle durchzusetzen), aber es ist nun einmal sein gutes Recht.

    Und jetzt mit der Leier zu kommen: „AAAABER im OP-North…“

    Erstens stimmt das nicht und zweitens, selbst wenn es stimmen würde, A hat mit B schlicht nichts zu tun!

  • Koffer   |   14. Juni 2015 - 22:41

    „Welche Ausrüstung muss sich im Jahr 2015 der durchschnittlich DEU KpfTrSdt beschaffen um seinen Auftrag erfüllen zu können?“

    Naja, hier muss ich mich selbst kurz korrigieren: unsere IdZ Schutzweste ist für einen KpfTrSdt natürlich viel zu sehr vom Schutzgedanken und viel zu wenig von der Gewährung von Beweglichkeit geprägt. Da kauft man sich natürlich (mit Recht) gerne einen vernünftigen Plattenträger und nutzt die Platten aus der IdZ Weste als Einsatz für den Plattenträger.

    Da wäre eine bessere Weste natürlich schon gut. Aber die bekommen wir eh nicht durch, denn „Schutz“ gewinnt ja sowohl bei unserer Generalität, als auch bei unseren Politikern leider immer vor „Wirksamkeit“.

    Aber auch da muss man sagen: auch mit IdZ geht es! Ist nicht „state of the art“ für einen KpfTrSdt, aber es geeeeeht (gerade so).

    @T.W. hat zwar nichts mit dem Faden zu tun, aber ich wollte meine eigenen, absolute Aussage so nicht stehen lassen ;)

  • Memoria   |   14. Juni 2015 - 22:47

    @Koffer:
    „Da wäre eine bessere Weste natürlich schon gut. Aber die bekommen wir eh nicht durch, denn „Schutz“ gewinnt ja sowohl bei unserer Generalität, als auch bei unseren Politikern leider immer vor „Wirksamkeit“.“

    Sie meinen sicher die Weste beim IdZ-BS?

    Die Weste bei IdZ-2 kommt jedoch gut an – da man die genannten Defizite weitgehend ausgeräumt hat. Nur leider steht das Material oftmals in der Einsatzvorbereitung nicht frühzeitig genug vorhanden.

    Geplant ist jedoch diese Weste als neue Standardweste – auch außerhalb von IdZ-2 – zu beschaffen.

    Für mich durchaus ein Beispiel für eine sehr positive Entwicklung.

    Nur muss das noch in der Fläche ankommen.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   14. Juni 2015 - 22:58

    @Koffer, gefällt mir, stimme zu.
    Habe insgesamt 6,5 Jahre in ausl Verwendungen zubringen dürfen. In puncto Bekleidung&Ausr wollten andere meist von mir etwas haben, „besorgt“ bekommen. Galt interessanterweise sehr oft für Stiefel. Wer’s nicht glaubt, einmal NLD, BEL oder FRA-Stiefel nutzen. Danke.

  • Koffer   |   14. Juni 2015 - 23:04

    @Memoria
    Ich bin tatsächlich der Meinung, dass wir mit IdZ-ES einen Quantensprung machen. Fast schon „state of the art“ sein werden (außer natürlich bei den schwachsinnigen elektronischen Bestandteilen, die immer noch kein Mensch braucht ;) )

    Aber mit der Weste bin ich allerdings immer noch nicht gaaanz zufrieden. Meiner Meinung nach immer noch zu viel Material an der Schulter und an den Seiten/Hüfte

    Aber die persönliche Ausrüstung ist ganzen wirklich gut geworden und wird mit ES sogar noch besser.

    Einziges Problem ist (und das ist ein heftiges Problem), dass es konzeptionell nicht für eine Dauernutzung auch im Ausbildungsbetrieb der KpfTr vorgesehen ist (so von wegen train as you fight und so)! Und erst wenn das der Fall werden wird, erst dann sind wir dort angekommen wo wir hin wollen.

    Und das ist jetzt mein letzter Punkt hierzu, den IdZ-2 (oder wie wir es auch immer nennen wollen) hat ja wirklich nichts mit dem Dienstanzug zu tun ;)

  • Hubi   |   15. Juni 2015 - 12:03

    Ein wirklich gutes Führungsverhalten:
    „…so zeitnah wie möglich…“ Dazu gibt es konkrete Datumsangaben. Mich erinnert das an ein „ganz bestimmtes vielleicht“!

  • SER   |   15. Juni 2015 - 18:28

    Wir kennen doch die Vokabeln mit „angedacht, eingetütet und im Zulauf“ , oder ?
    JA, einer der Punkte ist die Nicht-Verfügbarkeit in der Breite und somit auch in der vorbereitenden Ausbildung !
    Andererseits mal zum grauen Tuch, WARUM ÜBERHAUPT kann das so falsche GRAU bei allen RAL und sonstwas Definitionen überhaupt quasi „falsch“ bei der LHD gekauft werden ?

    Ich kenne keinen Soldaten der das gerne bei privaten Events anziehen wollte .. Letztlich darf er auch für sein LHD-Konto die Monatspauschale als Selbsteinkleider vom Gehalt abgezogen sehen weil ist eben so … Doch irgendwie unlogisch , oder ?

    Wir reden von der LHD als Austatter für Berufsbekleidung und nicht vom neuesten Trend bei H&M !!!

  • Hans Dampf   |   15. Juni 2015 - 20:23

    Warum es das gab? Soweit ich weiß war es bereits „bei Preußens“ so, dass die Offiziere „privat“ ein helleres Uniformtuch tragen durften. Im Rahmen der großen Gleichmacherei bei der Bundeswehr (es grüßt nicht mehr jeder Offizier in der Formation, Offiziere tragen neuerdings bei Antreten mit Waffe Gewehr, bis hin zum Dienstgrad Oberst usw.) wurde dies dann auch für Teilselbsteinkleider eingeführt. Folgerichtig wurde das helle Uniformtuch bei der Kleiderkasse der Bundeswehr dem Selbsteinkleider bzw. Teilselbsteinkleider zum Kauf angeboten – und dies wurde von der LHD fortgeführt, also nicht von Lion-Hellmann „erfunden“.
    Gleichzeitig gilt seit ~ 1980 der Befehl des InspH, dass bei geschlossenen Antreten der Dienstanzug gem. TL zu tragen ist. Da es offenkundig weder Selbsteinkleider, noch Teilselbsteinkleider (was noch merkwürdiger ist, da diese ja in jedem Falle eine Jacke gem. TL haben) hinbekommen, diesem Befehl Folge zu leisten, kam nun die Radikallösung, das helle Uniformtuch ganz aus dem Angebot zu nehmen. Insofern gilt hier: Selbst Schuld!