DroneWatch: Luna am Boden

MARIENBERG/SACHSEN 10MAR2015 - Medientag beim Deutschen Gefechtsverband fŸr die NATO Response Force (NRF) und Interim Very High Readiness Response Force (VJTF) beim Panzergrenadierbataillon 371 in Marienberg/Sachsen Im Bild: Drohne LUNA (Foto Thomas Wiegold)

Ein Merkposten, damit es über das lange Wochenende nicht untergeht: Die Bundeswehr hat alle ihre Drohnen vom Typ Luna (Foto oben) vorerst gegroundet. In den vergangenen Tagen hatten die unbemannten Systeme bei Übungsflügen über Deutschland das Navigationssignal vom Satelliten verloren. Passiert ist nichts, die Drohnen gingen wie programmiert auf Truppenübungsplätzen nieder, wie das Heer mitteilte:

Einschränkung des Flugbetriebs der Nahaufklärungs-Ausstattung „LUNA“

Am 21. Mai 2015 hat der Leitende Ingenieur Luftfahrzeuge beim Amt für Heeresentwicklung auf Empfehlung des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) den Flugbetrieb UAS (unmanned aircraft system) LUNA bis auf weiteres eingeschränkt.
Grund hierfür waren sechs Sicherheitslandungen aufgrund eines systemseitigen Verlustes des GPS-Signals im Zeitraum 18.- 21. Mai 2015. Alle Luftfahrzeuge dieses Typs landeten planmäßig innerhalb von Truppenübungsplätzen.
Schäden an Personen oder Sachen sind nicht entstanden.
Derzeit führt BAAINBw mit der Herstellerfirma eine Untersuchung zu den Ursachen der Zwischenfälle durch. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor.

Wenn innerhalb von drei Tagen gleich sechs Mal die Drohne das GPS-Signal verliert… dann ist es wohl kein Einzelfall mehr.

Die praktischen Auswirkungen sind mir nicht so ganz klar – wie viele dieser Drohnen derzeit in Afghanistan und im Kosovo tatsächlich genutzt werden, habe ich nicht vorliegen. Auswirkungen hat das allerdings auf den deutschen Anteil an der NATO-Speerspitze, der neuen superschnellen Eingreiftruppe: Zu dem deutschen Gefechtsverband gehört auch ein Aufklärungszug mit Luna.

(Die Meldung dürfte bei den meisten wohl untergegangen sein, vielen Dank für den Leserhinweis!)

Nachtrag 12. Juni: Nach einem Software-Update des GPS-Empfängers dürfen die Drohnen seit 11. Juni wieder fliegen.

(Foto: Luna des deutschen Gefechtsverbandes NATO Response Force im März in Marienberg)

69 Kommentare zu „DroneWatch: Luna am Boden“

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   23. Mai 2015 - 10:37

    Frage an die UAS-Fachwelt, kann das Signal durch externe Beeinflussung, auch Friedensbetrieb zum Verlust des Systems führen?

  • T.Wiegold   |   23. Mai 2015 - 10:49

    Theoretisch ja. Allerdings scheint hier das nicht der Fall, sondern die Aussage ist, das System hat das Signal verloren – nicht etwa, dass es GPS-Jamming gab.

  • Kerveros   |   23. Mai 2015 - 11:39

    GPS-jamming würde in Deutschland relativ schnell auffallen… dafür ist das System zu stark in Nutzung in Europa.

    Andererseits: Einfluss durch Weltraumwetter wäre ebenso eigentlich bekannt.

    Dann bliebe nur die Frage, ob man an den Drohnen etwas verändert hat, was die Ausfälle begründen könnte.

    Den letzten Punkt sollte die Nutzungsleitung beantworten können, den zweiten das Weltraumlagezentrum oder das DLR.

  • LTC08/15   |   23. Mai 2015 - 12:00

    Derzeit sind keine LUNA (oder KZO)-Systeme im Auslandseinsatz. Daher ist die temporäre Sperrung wohl eher unkritisch und als Vorsichtsmaßnahme für den Flugbetrieb in Deutschland zu sehen.
    Wenn vermutet wird, dass mehrere Zwischenfälle zu einer Fehlerursache deuten, dann wird die Ursache genau untersucht und dann erst wieder der Flugbetrieb freigegeben. Ist bei allen fliegenden Systemen so.
    Und für die neue schnelle Eingreiftruppe ist auch noch kein Verband benannt, der die entsprechend hohe Einsatzbereitschaft und Notice to move-Zeiten erfüllen kann.

  • Zimdarsen   |   23. Mai 2015 - 12:53

    Was wiederum beweist wie untauglich diese System im Einsatz gegen einen Feind außerhalb AFG ist.

    Die Abhängigkeit von SAT und deren Störbarkeit im kalten Krieg dazu geführt unabhängige UAV und bemannte Systeme im Mix nutzen.

    Im rein mili Bereich bleibt der Datenaustausch (auch nur der Empfang) die Achillesferse der RPA.

    UAV autonom, OPV und bemannt ist die Zukunft im Militär (wohl nicht in DEU).

  • klabautermann   |   23. Mai 2015 - 12:57

    Immer dieser Ärger mit dem P/Y- und C/A-Code beim Umschalten……..;-)
    Welche Übung lief denn im Zeitraum 18.- 21. Mai in Süddeutschland ?…..oder ist da jemand in Bad Aibling really pissed ?

  • CRM-Moderator   |   23. Mai 2015 - 13:46

    Da auch bemannte Lfz GPS nutzen aber keine Klagen zu hören sind liegt der Fehler bei
    a) LUNA
    b) Übungsgebiet
    c) a)+b)

  • politisch inkorrekt   |   23. Mai 2015 - 14:06

    LUNA ist derzeit nicht mehr im Kosovo und Afghanistan vorhanden. Neben NRF gibt es ein weiteres Problem für die immer noch bereitgehaltene OSZE-Truppe für die Ostukraine. Obwohl der Einsatz eh Blödsinn ist und derzeit unwahrscheinlich ist, dass er je beginnt bleibt zu notieren, dass damit das Hauptwaffensystem dieser StandbyTruppe erstmal nicht verfügbar ist.

    GPS-Jamming ist es hier nicht. Allerdings durften die Schiebeldrohnen in der Ostukraine bereits mehrfach Bekanntschaft mit der russischen ELOKA machen. Ergebnis war immer Sicherheitslaundung und damit Missionsende.

    pi

  • Rolf Lauer   |   23. Mai 2015 - 14:16

    Ach was! Die Rache der NSA!

  • T.Wiegold   |   23. Mai 2015 - 17:31

    @LTC08/15

    Hm, da scheinen Sie was verpasst zu haben?

    Und für die neue schnelle Eingreiftruppe ist auch noch kein Verband benannt, der die entsprechend hohe Einsatzbereitschaft und Notice to move-Zeiten erfüllen kann.

    Die div. Berichte (auch hier) zu Speerspitze, Very High Readiness Joint Task Force, deutscher Gefechtsverband NRF etc. haben Sie vermutlich übersehen. Fünf Tage NTM, und dazu gehört auch, zumindest nach den Angaben des Deutschen Heeres, auch eine Luna-Komponente. Oder wissen Sie mehr?

  • Alarich   |   23. Mai 2015 - 17:47

    Vielleicht geht es alles um schneller das Nachfolger System zu bekommen

    man hat ja in Lunna nicht mehr viel getan ,weil das neue ja kommen soll

  • der_andere   |   23. Mai 2015 - 18:01

    Kann LUNA nur mit GPS-Signal fliegen, oder darf LUNA (im Friedensflugbetrieb) nur mit GPS-Signal fliegen?
    Normalerweise ist im ’scharfen‘ Einsatz mehr erlaubt als im Rahmen des normalen Ausbildungsflugbetriebs auf Übungsplätzen.

    Technisch dürfte auch man auch mittels Rho-Theta den Standort des Fluggeräts in Relation zur Antenne bestimmen können…

  • Roman   |   23. Mai 2015 - 21:57

    Geht m.W.n. auch ohne GPS, aber dann steigt der Bedienaufwand schon erheblich und bestimmte Sicherungsfunktionen werden dann wirkungslos. Friedensflugbetrieb ist dann erstmal nicht so damit möglich.

  • Vtg-Amtmann   |   23. Mai 2015 - 22:03

    @Roman, @der_andere: Grau, grau ist leider die Theorie in der Praxis. Bei allen Rho-Theta-Verfahren wird die Position des Fluggeräts (X-,Y-, Z-Koordinaten) durch Triangulation aus Line of Position (LOP), Höhe über der Meßstation (relativ Altitude) und Schrägentfernung (Slant Range) ermittelt. Die Genauigkeit liegt bei Prazisionsanlagen bei ca. 50m, ansonsten bei ca. 100 m. Also „Tonne marsch“ für jeglichen sinnvollen „scharfen UAV-Einsatz“, denn es fehlt deutlich an „Schärfe“ und i.d.R auch fast immer an der Präzisionsanlage!

    Nur mal zum aktuellen Stand der Technik bei Geo-Referenzierung mittels (Differential- und Multikanal-) GPS: Präzision der X-,Y-Achsen < 5 cm, der Y-Achse < 50 – 70 cm und das bei Geschwindigkeiten bis zu ca. 200 km/h!

  • Rubus   |   23. Mai 2015 - 23:52

    Frage an die Experten: fliegt die LUNA mit dem militärischen (P/Y) oder dem zivilen (C/A) Signal? Das ist nicht so trivial wie es klingt, und ebenso ist es nicht selbstverständlich, dass alle militärischen Anwender auch das kryptierte Signal auslesen können.

  • Topper Harley   |   24. Mai 2015 - 13:31

    Zum Rho Theta: Ist möglich und auch implementiert, aber für den Kunden Bw nicht zugelassen und wird daher auch nicht ausgebildet. Der Aufwand ist minimal, da lediglich am Computer eine andere Einstellung gewählt werden muss. Trotzdem benötigt man vor dem take-off gültige GPS Koordinaten und eine kurze Flugzeit um die Entfernung mittels Range tone zu ermitteln. Die höhe wird dabei barometrisch ermittelt. Internationale Nutzer haben dieses Verfahren als gültige Notfall Prozedur in ihren Notfallchecklisten.
    Zum Signal: Das System nutzt die zivilen C/A Signale.
    Die Genauigkeit während der Radio Navigation ist natürlich nicht vergleichbar mit GPS genauigkeit, da mit dem System aber keine Zielortung durchgeführt wird und der Bediener immer noch den Vergleich mit der digitalen Karte hat, fällt das aus meiner Sicht nicht so ins Gewicht.

  • ht_   |   24. Mai 2015 - 13:57

    Zimdarsen | 23. Mai 2015 – 12:53
    Was wiederum beweist wie untauglich diese System im Einsatz gegen einen Feind außerhalb AFG ist.

    Vollkommen richtig. Aber das wird ja gerne ausgeklammert. Schließlich rechnet man in Zukunft ja eher mit Konflikten ala AFG und hat fast die ganze BW darauf ausgerichtet. Erhöhung Inf, Verringerung Pz (wenn auch leicht rückläufig).

    Da muss man natürlich fragen wann in Bezug auf Boko Haram, ISIS in Irak, Syrien und vor allem Libyen die Truppe zu Einsatz kommen soll. Weil schlimmer als es jetzt schon ist kann es ja fast nicht werden…

    @LUNA: Neben PzGren 371 sind auch Aufklärer in Bergen und ich meine 13 aus Gotha gesehen zu haben.

  • Roman   |   24. Mai 2015 - 13:59

    @ Amtmann / Topper Harley

    Ja. Man muss halt abwägen, ob die Ungenauigkeiten für den Auftrag noch tragbar sind und den möglichen Verlust des Fluggeräts rechtfertigen. Und der Aufwand ergibt sich neben den geänderten Startbedingungen auch durch die deutlich erschwerte Ausbildung. Beim Übungsplatz vor Ort fällt die Zuordnung sicherlich leicht, beim Flug über die „Arbeiterviertel“ von Kabul eher schwer.

    Wird das jetzt gar nicht mehr ausgebildet? Ich hatte das jedenfalls noch und meine Vorgänger/Nachfolger auch noch. Ok, ist ein Weilchen her, aber selbst das Fliegen mit „grauer Karte“ wurde am Simulator ausgebildet. Sollte man aber auch mal wieder in der Praxis machen, müsste in Todendorf etc. doch möglich sein.

  • klabautermann   |   24. Mai 2015 - 14:19

    @Topper Harley

    gem Datenblatt LUNA benutzt das System Differential GPS, was imho darauf hindeutet, dass die Korrektursignale für den C/A-GPS-Empfänger in dem Vogel von der Bodenstation kommen. Diese Korrekturen sind vor allem in Sachen Höheninformation wichtig. Die Boden-/Referenzstation (DGPS-Sendeanlage) für die LUNA benutzt sicherlich den P/Y-Code, denn im Einsatzfall kann man ja nicht davon ausgehen, dass da im Einsatzgebiet ungestörte zivile Referenzstationen/-dienste (wie z.Bsp SAPOS) in der Botanik herumstehen. Falls nun die Korrektursignale aus irgendeinem Grund gestört sind oder ausfallen, dann schaltet die LUNA-Empfangsanlage von DGPS in den normalen GPS-Mode um und was passiert dann ? Ich denke mal, der Vogel geht in den autonomen Rückkehrmodus, denn bei einer gestörten/ausgefallenen DGPS-Korrektursignal-Funkstrecke kann man davon ausgehen, dass Rho Theta auch nicht mehr „so richtig“ funktioniert.

  • Topper Harley   |   24. Mai 2015 - 14:41

    @Klabautermann: Leider falsch. Radio Navigation ist unabhängig von GPS, wenn einmal eingemessen.

  • klabautermann   |   24. Mai 2015 - 14:51

    @Topper Harley

    Tja, wie ist es denn richtig ???? Welches Zeitsignal benutzt denn die Radionavigation beim range tuning ??? Doch nicht etwa das GPS-Zeitsignal ????

    ;-)

  • Topper Harley   |   24. Mai 2015 - 15:55

    Der Name Range Tone sagt es doch schon. Ich möchte jetzt nicht zu tief in die Technik eintauchen, die Navigation mit Richtung und Entfernung funktioniert aber, mit gewissen Abweichungen, sehr gut.

  • Zimdarsen   |   24. Mai 2015 - 16:53

    @ht_

    „Da muss man natürlich fragen wann in Bezug auf Boko Haram, ISIS in Irak, Syrien und vor allem Libyen die Truppe zu Einsatz kommen soll. Weil schlimmer als es jetzt schon ist kann es ja fast nicht werden…“

    Welche Truppen, unsere?

    Mit welcher Begründung ohne UN -Mandat oder Bündnisfall.
    Evtl wird Bundestag keine weitere Ausnahme wie im Kosovo machen.

  • Zimdarsen   |   24. Mai 2015 - 16:59

    Die Aufklärung der Koalition gegen ISIS scheint im Moment auch nicht optimal zu funktionieren!?

    Evtl hat ISIS ja entsprechende Möglichkeiten ihr zu entgehen!?

  • Georg   |   24. Mai 2015 - 17:20

    @ Klabautermann

    Lt. Firmenprospekt schaut die Steuerung so aus:
    Zitat:
    „Steuerung: Automatikflug (3D Wegpunktliste)
    und/oder ferngesteuert. Flugprogramme können
    während des Fluges geändert werden. Navigation
    über differential GPS oder über Entfernung und
    Azimutdaten der Richtfunkstrecke

    Ich könnte mir vorstellen das die ähnlich wie beim Sekundärradar mit einem Monopulsverfahren und der Laufzeitmesssung eines „Pings“ (Puls von Bodenstations ausgesendet, von Luna aufgenommen, definierter Zeitraum verzögert und wieder an Bodenstation zurückgesendet) arbeiten.
    Damit lässt sich je nach Antenne von der Bodenstation aus eine Azimuthgenauigkeit von +- 0.5 – 1 Grad von Boresight (Antennenachse) erreichen und die Entfernungsmessung über die Laufzeitmessung des Pulses ist sehr genau (ähnlich Radarmessung).

    Beispiel II.WK. Die Laufzeitmessung eines Pulses von Bodenstation (England) zu Flugzeug über Deutschland zurück zu Bodenstation England und manuelle Funksignalantwort an die Bomberbesatzung wenn der Bomber auf Radius war, nutzen die Engländer für die Präzisionsbombardierung mittels hochfliegenden und schnellen Mosquito-Bomber im II. WK gegen Punktziele (U-Boot Motorenwerk). Ging aber nicht lange gut, weil die Wehrmacht dann die Antwortfrequenz störte.

  • Alarich   |   24. Mai 2015 - 17:23

    weis man schon wenn das neue System Kongret kommt war das nicht für 2017 Geplant

  • Topper Harley   |   24. Mai 2015 - 17:40

    Nutzung LUNA aktuell mindestens bis 2020. HUSAR ist momentan noch nicht mehr als ein Stück Papier.

  • Vtg-Amtmann   |   24. Mai 2015 - 18:08

    @Topper Harley: An der im Beitrag vom 23. Mai 2015 – 22:03 zum Rho-Teta-Verfahren dargelegten Triangulation gibt es nichts zu deuteln und wenn ich in Ihrem Beitrag vom 24. Mai 2015 – 13:31 lese „Die Höhe wird dabei barometrisch ermittelt“, dann muß es bei „Tonne marsch“ bleiben! Rechnen Sie mal das Ganze trigonometrisch z.B. für Elevations-Winkel von < 30º, < 10º und = 0,5º bis <= 1º (Boresight / Antennenachse). Da bekommen Sie ein schönes Oval (geschlossene Eikurve) mit der Symetrieachse „LOP“ als Fehlerfläche.

    Ihrem Satz „Die Genauigkeit während der Radio Navigation ist natürlich nicht vergleichbar mit GPS-Genauigkeit, da […] der Bediener immer noch den Vergleich mit der digitalen Karte hat, fällt das aus meiner Sicht nicht so ins Gewicht.“ kann ich leider auch nicht folgen, wollen Sie etwa mit vorgenannten Rho-Teta-Parametern der Drohne allen Ernstes eine Karten- bzw. Georeferenz zuweisen? Das dürfte im wahrsten Sinne des Wortes ein „dickes Ei“ ergeben.

    @klabautermann hat also m.M.n. durchaus seine berechtigten Bedenken beim Rho-Teta-Verfahren.

  • Zimdarsen   |   24. Mai 2015 - 18:44

    Unser bestes UAV ist unabhängig von GPS und Funk.

    „Marschgeschwindigkeit von Mach 0,8 – 0,9 beschleunigt. Die Navigation erfolgt über ein integriertes INS/GPS/TRN/IR-System. Neben einem Radarhöhenmesser wird für den Missionsflug auch ein bilddarstellendes Infrarotsuchsystem eingesetzt. Dieses wird zum Abgleich vorher ausgewählter Wegpunkte mit dem überflogenem Gelände benutzt. Der Infrarotsucher wird des Weiteren zur Feinkorrektur des Endanfluges auf das Ziel verwendet Neben einem Radarhöhenmesser wird für den Missionsflug auch ein bilddarstellendes Infrarotsuchsystem eingesetzt. Dieses wird zum Abgleich vorher ausgewählter Wegpunkte mit dem überflogenem Gelände benutzt. Der Infrarotsucher wird des Weiteren zur Feinkorrektur des Endanfluges auf das Ziel verwendet“

  • Topper Harley   |   24. Mai 2015 - 18:55

    @Amtmann:
    Das einzige was ich möchte ist, das Fluggerät wieder sicher in den eigenen Hafen bringen.
    Und dazu reicht Richtung und Entfernung in Verbindung mit den Sensoren mehr als aus.

  • der_andere   |   24. Mai 2015 - 19:19

    Nun ja, man sollte nicht vergessen, dass LUNA günstig, einfach und marktverfügbar sein sollte.
    Was machen eigentlich die bemannten Flieger bei Ausfall GPS?

    Unbemannte Fluggeräte mit Rho-Theta, Trägheitsnavigation, barometrischer Höhenmessung und GPS mit P/Y-Code gibt’s auch. Kostet und wiegt halt etwas mehr.

    @Vtg-Amtmann: Beim Kartenabgleich sagt man dem Fluggerät nur wo es ist. Wenn man entsprechendes Kartenmaterial und Referenzpunkte hat funktioniert das auch relativ genau. Also zumindest für die ‚typische‘ Nutzung scheint das zu reichen, die Wirkmittel haben ja auch meistens eine gewisse Ungenauigkeit.

  • Georg   |   24. Mai 2015 - 20:37

    @ Zimdarsen

    Schöne Beschreibung für den Tornado, aber leider kein UAV !

  • Topper Harley   |   24. Mai 2015 - 20:42

    @Amtmann: Das einzige was ich erreichen möchte ist, das FG in einem Notfall wieder sicher in den eigenen Hafen bringen. Dafür ist Navigation mit Richtung und Entfernung in Verbindung mit den Sensoren absolut ausreichend.

  • Georg   |   24. Mai 2015 - 20:43

    Die Genauigkeit der Navigation mittels Schrägentfernung und Höhe sollte man mal nachrechnen lassen von einen Experten.
    Die erreicht die Genauigkeit von der Erfassung mit Radar. Wenn der Operateur die TV oder Infratrotvideokamera über eine digitale Karte drüberlegt (womöglich in Echtzeit) weiß er ziemlich genau, wo sich sein Vogel, die Luna-Drohne gerade befindet.

    Man denke an die alten Bordradarflugkarten der F4F mit denen der WSO inkl. der Trägheitsnavigation ziemlich genau wusste wo er sich momentan befand (also in der vor GPS-Zeit).

  • Vtg-Amtmann   |   24. Mai 2015 - 21:01

    @Topper Harley: Einverstanden, damit ist der Vogel in Sichtweite und kann mit visueller Steuerung ins Netz gelotst werden, mehr aber auch nicht.

  • der_andere   |   24. Mai 2015 - 21:24

    @VTG-Amtmann: Netzlandung geht auch autonom (mit GPS).

    Die Bundeswehr hat auch eine Drohne mit GPS(P/Y-Code), Rho-Theta, Trägheitsnavigation und barometrischer Höhenmessung
    Höhenmessung
    Genauigkeit dürfte für die normale Anwendung auch ausreichend sein.
    Achso: Was machen eigentlich die bemannten Flieger bei GPS-Ausfall?

    LUNA sollte außerdem doch auch einfach, günstig und marktverfügbar sein. Da darf man halt keine Goldrandlösung erwarten…

  • Vtg-Amtmann   |   24. Mai 2015 - 21:31

    @der_andere: Bei Rho-Theta bitte nicht reden oder mutmaßen, sondern nachrechnen. Und das hat mit „Goldrandlösung“ absolut nichts zu tun, sondern ist pure Physik und Mathematik.

  • der_andere   |   24. Mai 2015 - 21:54

    @VTG-Amtmann: Ich habe leider nicht die technischen Daten der Antenne für LUNA. Beziehungsweise es sollte auch auf dem Hauptbeam geflogen werden, ansonsten droht auch wieder Ungemach.
    Positionsbestimmung mittels Karte gibt’s ja auch noch, funktioniert gut solange man eine halbwegs ordentliche Karte hat.
    KZO funktioniert wieder anders. Mit Heron, Globalhawk, etc. kenne ich mich auch nicht so aus.

    Normalerweise werden die Drohnen auch nicht metergenau geflogen. Wichtiger sind da eher die Aufklärungsergebnisse. Wie die Umgesetzt werden ist die nächste Aufgabe und unsere Artillerie liegt halt nicht immer Zentimetergenau…

  • Vtg-Amtmann   |   24. Mai 2015 - 22:06

    @der_andere: Bitte nicht um den heißen Brei herum- oder herausreden, die Toleranzen bezüglich Elevation, Höhenmesser und Azimut wurden hier längst von @Georg und mir eingestellt, also mal zumindest mit den minimalen Toleranzen rechnen und staunen.

  • klabautermann   |   25. Mai 2015 - 1:19

    Luna soll ja „auch“ gegnerische (Feuer)Stellungen vermessen….für die Aris…..da braucht man schon eine gewissen „Genauigkeit“, die wohl kaum mit „Funknavigation“ zu erreichen ist …….(seufz)

  • Zimdarsen   |   25. Mai 2015 - 1:48

    @Georg

    Es war der Taurus gemeint :-)

    Doch den TORNADO kann man fir einen geringen Betrag auch UAV bewegen!

    Die nicht LFZ Techniker haben eben noch nicht verstanden dass R-PA ein Problem ist UAV jedoch kaum eines und OPV gar keins :-(

  • Vtg-Amtmann   |   25. Mai 2015 - 2:01

    @der_andere: Bitte Ihren Beitrag vom 24. Mai 2015 – 21:54 nochmals Satz für Satz ob der jeweiligen Substanz selbstkritisch durchlesen. Anschließend bitte https://de.serlo.org/mathe/terme-gleichungen/gleichungen/trigonometrische-gleichungen/sinus-kosinus-tangens?gclid=COKZoa7E28UCFeLLtAodGyEAOg sichten und wie bereits gesagt entsprechend rechnen und staunen.

    Für die Artillerie gilt übrigens: In einem Kreis von 50m um das (Einschieß-)Ziel stellt man das Einschießen (Gabeln: link-rechst, zulegen-abbrechen) ein und das Ziel gilt als getroffen und es wird das Feuer zusammengefasst. Und was machen Sie, wenn Sie vorher schon mit Ihren Zielkoordinaten bereits 50m oder 100m daneben liegen? Satz mit „X“, …!

  • Hans Dampf   |   25. Mai 2015 - 7:33

    Für die sicheren Schießgrundlagen der Artillerie muss , neben einigen anderen Bedingungen, sichergestellt sein, dass das Ziel auf +/- 50m in der Lage und +/- 10m in der Höhe vermessen ist. Dann benötigt man auch kein Einschießen und kann sofort mit dem Wirkungsschießen beginnen.
    Da die LUNA ursprünglich von der Aufklärenden Artillerie genutzt wurde, wäre es zumindest nicht im Sinne derselben, wenn LUNA keine Zieldatenqualität (s.o.) aufzuweisen hätte.

  • Zimdarsen   |   25. Mai 2015 - 8:46

    @der_andere

    „Was machen eigentlich die bemannten Flieger bei GPS-Ausfall?

    All das was sie vor Einführung GPS getan haben, plus Laser INS/TRS und IR/Video Nav.

  • Georg   |   25. Mai 2015 - 9:38

    @ Zimdarsen

    Den „Taurus“ hatte ich nicht in Gedanken, da der bei mir als Marschflugkörper, oder als selbstfliegende Abstandswaffe im Kopf gespeichert war. Aber natürlich ist der Taurus ein UAV mit einer enormen Reichweite und Zielgenauigkeit.

    Ich denke man sollte den GPS-Ausfall bei der LUNA nicht dramatisieren. Das Ding fliegt auch ohne GPS und für die beobachtende Aufklärung z.B. wie sie in AFG durchgeführt wurde, reicht auch der Abgleich Karte und Videobild und Schrägentfernung und Höhe.
    Zumindestens reicht dies um bei einem GPS-Ausfall die Drohne nach Hause zu fliegen.

    Das Problem mit dem Ausfall des GPS-Signals bzw. der Ausfall des Diffenrential GPS Empfangs mit den Korrektursignalen der Bodenstation wird sich ja in den Griff bekommen lassen. Jeder moderne GPS-Empfänger für Luftfahrzeuge nutzt die DGPS Technik und in der Schiffahrt sind die normalen Baken auch mit DGPS-Sendern nachgerüstet. Es ist zwar Hochtechnologie, aber kommerziell eingeführte, marktverfügbare Hochtechnologie.

  • Zimdarsen   |   25. Mai 2015 - 10:11

    @Georg

    So ist es, das Problem ist nur, dass man auf abhängige Flugkörper als Aufklärungplattformen setzt und die unabhängigen welche auch gegen robuste Gegner einsatztauglich wären abgeschafft hat.

    Warum war die CL289 wohl im Einsatz und dies nicht ferngelenkt und GPS abhängig?

    Sie war störsicher und nahezu wetterunabhängig.

    http://www.dglr.de/veranstaltungen/archiv/2004_uav-ucaf-mav/6-Arning/dglr_2004uav_CL-289.pdf

    UAVs bis zu MALE sind Modellflugzeuge oder Motorsegler und für einen einigermaßen ausgestatteten Gegner ein leichte Beute.

    Fernsteuerung per Funk ist im Frontbereich eine militärische Sackgasse.

    Aufklärung muss schnell, robust und vielfältig sein, auch da macht es der Plattformenmix.

  • Zimdarsen   |   25. Mai 2015 - 10:22

    Aber zum Glück haben wir ja die GPS unabhängige, 220 km/h schnelle mit 10 Minuten Videospeicher ausgestattete autonome KZO :-)

  • Zimdarsen   |   25. Mai 2015 - 10:28
  • Thomas Melber   |   25. Mai 2015 - 10:41

    @klabautermann @Hans Dampf
    Das Aufklärungssystem der Ari ist die KZO, welches exakte Zielkoordinaten liefert.

    Nach LUNA-Koordinaten wird nicht gerne geschossen, weil zu ungenau. Freilich, wenn nichts anders verfügbar ist, ist das besser als nichts.

  • Elahan   |   25. Mai 2015 - 11:49

    http://www.dronejournalism.org/news/2014/6/fccs-historic-fine-for-gps-jamming-is-sign-of-hazards-ahead-for-drones

    The Krasukha 4 is a mobile, ground-based, electronic warfare (EW) system. This system is produced by KRET corporation on different wheeled platforms. The Krasukhas primary targets are airborne radio-electronics (such as UAVs) and airborne systems guided by radar. The Krasukha has multiple applications in the Russian Armed Forces. (Wiki)

    Hat die Bw etwas vergleichbares?

    Warum ist RPA Abwehr kein Thema?