Schlechte Nachrichten aus Kundus

Die schlechten Nachrichten aus dem Norden Afghanistans, vor allem aus Kundus, waren auch hier in den vergangenen Tagen schon nachzulesen. Jetzt scheint sich rund um Kundus die Lage zuzuspitzen, wie zum Beispiel die Stars&Stripes berichten:

Afghan President Ashraf Ghani held emergency talks Monday with NATO’s commander about escalating fighting against insurgents in northern Afghanistan, delaying a planned visit to India.
There was no immediate word on the substance of Ghani’s talks with Gen. John Campbell, who commands the alliance’s Resolute Support training mission. Campbell told reporters before the meeting that the main focus would be the fighting in Kunduz, though other security matters facing Afghan and coalition forces ahead of this year’s spring fighting season were likely on the agenda. (…) weiterlesen

Afghanistan-Einsatz zum Nachlesen: Zwei Bücher

BpB_Afghanistan

Zum Thema Bundeswehreinsatz (nicht nur) in Afghanistan gibt’s zwei neue, nun, Bücher, die ich gerne empfehle:

Am Hindukusch – und weiter?
Die Bundeswehr im Auslandseinsatz. Erfahrungen, Bilanzen, Ausblicke

An dem Buch, herausgegeben von Rainer Glatz, dem früheren Befehlshaber des Einsatzführungskommandos, und Terrorismus-Experte Rolf Tophoven, haben ziemlich viele Autoren mitgewirkt. Unter anderem auch ich, mit einer Betrachtung der Bundeswehr-Auslandseinsätze im Spiegel der Öffentlichkeit.

Das Buch gibt’s bei der Bundeszentrale für politische Bildung hier zu bestellen.

Krieg in Afghanistan – Eine Bilanz

ist eigentlich kein Buch im eigentlichen Sinne, sondern die Antwort der Bundesregierung auf eine Große Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Und deshalb, trotz des Umfangs von 104 Seiten, auch nicht als Buch erhältlich, sondern steht als Bundestagsdrucksache 18/4168 hier zum Herunterladen bereit.

Wie bei fast jeder Parlamentsanfrage gibt’s da natürlich das Problem, dass die Antworten der Bundesregierung hinter den Erwartungen der Fragesteller zurückbleiben – das ist hier nicht anders, und die Fraktion der Linkspartei hat auch schon bemängelt, dass es auf manche Fragen keine, nur unzureichende oder nur als Verschlusssache eingestufte Aussagen gebe. Dennoch ist das mal ein Ansatz für einen Überblick über einen Einsatz, der ja noch nicht zu Ende ist.

 

 

Ohne Uran-Munition: Nur hilflose Leos?

Ein Artikel in der gestrigen Welt am Sonntag hat hier im Blog die Debatte ziemlich angefacht: Ohne Munition mit abgereichertem Uran (DU), so die These des ehemaligen Chefs des Planungsstabes im Verteidigungsministerium, Hans Rühle, seien die Leopard-Kampfpanzer der Bundeswehr hilflos gegen russische Panzer:

Der Bundeswehr fehlt für den Kampf gegen russische Panzer T90 wirksame Munition. Das Problem hätte schon in den 80er-Jahren behoben sein können. Doch die Furcht vor Friedensaktivisten war zu groß.

(Link aus bekannten Gründen nicht)

Im Eintrag über die geplante Panzer-Aufrüstung der Norweger wurde (und wird) das heftig diskutiert – und die These, dass nur DU-Munition wirksam sei, auch infrage gestellt. Zumal diese Munition auch andere Nachteile, nicht zuletzt für Soldaten wie die Umwelt, mit sich bringt.

Ich hatte (u.a. wg. Wochenende…) daraus keinen eigenen Thread gemacht, hole das aber hiermit nach und verschiebe die aufgelaufenen Kommentare hierher.

(Foto: Leopard 2A6 des Panzerbataillons 104 bei der Gefechtsübung Grantiger Löwe 2015 im Februar 2015 – Bundeswehr/Vennemann)