Gesucht wird… G36-Vergleichswaffe A – von Heckler&Koch?

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Der Bericht zu den Problemen beim Sturmgewehr G36, das wurde hier in den Kommentaren schon angesprochen, lässt eine Frage offen: Was war(en) denn nun die Vergleichswaffe(n), die zusammen mit dem G36 beschossen wurden und besser abgeschnitten haben sollen?

Leider werden in dem Bericht außer den verschiedenen G36-Varianten keine anderen Fabrikate/Modellbezeichnungen aufgeführt. Aber es gibt ein Foto von der Wehrtechnischen Dienststelle 91 in Meppen in diesem Bericht – wenn auch nur von den Waffenrohren (siehe oben und noch mal etwas größer hier).

Diese Vergleichswaffe, immer nur Fabrikat A genannt, hat in den Tests insgesamt am besten abgeschnitten. Aber was ist es?

Zum einen weiß vielleicht die community hier Rat.

Zum anderen habe ich natürlich schon mal zwei Kenner gefragt, die unabhängig voneinander zu der übereinstimmenden Vermutung, wenn auch nicht 100prozentigen Aussage kamen: Das ist das Rohr eines HK416 – von Heckler und Koch. Wofür Indizien wie Rohrdicke, das Klappkorn mit Verriegelungsmechanismus und auch die Bajonettwarze (das heißt wohl wirklich so) sprechen.

Eure Meinungen?

Dass es sich um das HK416 handelt, hatte auch Heckler&Koch schon vermutet –  Aussagen  aus der Heckler&Koch-Pressemitteilung vom 10. April: weiterlesen

Sturm ums Gewehr G36: Die Wochenend-Übersicht

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Seit dem vergangenen Freitagabend (17. April) liegt der von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in Auftrag gegebene neue Bericht zu den Problemen mit dem Sturmgewehr G36 vor – wenn auch erstmal nur als Verschlusssache für die Bundestagsabgeordneten. Für alle Leserinnen und Leser, die das Wochenende vernünftigerweise nicht mit Computer oder Smartphone verbracht haben, hier eine kurze Übersicht über die seitdem aufgelaufenen Informationen:

• Das Bundeswehr-Standardgewehr G36 ist nur bedingt einsatztauglich und sollte schnellstmöglich durch ein neues Modell ersetzt werden. Eine Neubeschaffung werde jedoch Jahre dauern, so dass die Truppe noch auf längere Zeit mit dem G36 ausgerüstet bleiben muss. Zu dieser Einschätzung kommen Experten aus den Streitkräften.

Der Bericht zum G36: Nur eingeschränkt einsatztauglich, aber ohne Alternative weiterlesen

Schützenpanzer Puma: Jetzt gibt’s die Nutzungsgenehmigung

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Es gibt doch auch positive Meldungen aus der Bundeswehr: Für den neuen Schützenpanzer Puma hat das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) die Genehmigung zur Nutzung erteilt. Das ging ein bisschen unter, weil es bislang nur die Herstellerfirma, ein Konsortium von Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall, am vergangenen Freitag auf ihrer Webseite veröffentlicht hat (aber den Lesern von Augen geradeaus! entgeht ja nix):

17.04.2015
Der SPz PUMA in der Truppe
Nach intensiven Tests bei den Wehrtechnischen Dienststellen, mehrmonatiger Erprobung in extremer Hitze und Kälte im Ausland und mehreren Einsatzprüfungen durch Soldaten der Bundeswehr ist nun ein weiterer Meilenstein im Projekt SPz PUMA erreicht worden – die Genehmigung zur Nutzung durch das BAAINBw ist erteilt. weiterlesen

Bällebad für die 2. Aprilhälfte 2015

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Und wieder eine offizielle Off-Topic-Halde. Für die 2. Aprilhälfte 2015.

Sonntags-Reaktion von Heckler&Koch: Es ist nicht der Kunststoff

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Einen Tag nach Bekanntwerden der Einzelheiten aus dem Bericht des Verteidigungsministeriums zu Sturmgewehr G36 hat sich die Herstellerfirma Heckler&Koch am (heutigen) Sonntag erneut mit einer Stellungnahme zu Wort gemeldet.

Merkwürdigerweise – oder erwartbar? – geht das Unternehmen nicht auf die grundsätzliche Aussage aus Bundeswehr-Planungsamt und Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung (BAAINBw) ein, dass die Waffe für Einsätze nur eingeschränkt tauglich sei. Statt dessen konzentriert sich die aktuelle Pressemitteilung auf die Debatte über den verwendeten Kunststoff für das Gehäuse des G36 – diese Konstruktion der Waffe war bei der Auswahlentscheidung bekannt (und vielleicht aus Gewichtsgründen auch gewollt). Heckler&Koch erhebt zugleich, erneut, Vorwürfe gegen die Wehrtechnische Dienststelle 91 und fordert dienstrechtliche Konsequenzen für deren Mitarbeiter. Und ebenfalls erneut bekommt der Bundesrechnungshof was ab.

Das Unternehmen hebt, im Widerspruch zu dem aktuellen BMVg-Bericht, auf die im vergangenen Jahr veröffentlichten Ergebnisse ab, nach denen allein die Munition Ursache für Treffprobleme beim G36 gewesen sein sollte:

Denn schon Ende 2013 war durch die Fraunhofer-Gesellschaft/Ernst-Mach-Institut (EMI), bestätigt durch das Bundeskriminalamt (BKA), nachgewiesen worden, dass die alleinige Ursache für die festgestellten massiven Streukreisvergrößerungen nicht der Gehäusewerkstoff des G36, sondern die mangelhafte Zinnbeschichtung der Geschosse einiger Bundeswehr-Munitionslose eines Herstellers ist.

Das allerdings ist in dem neuen Bericht eben nicht mehr die Aussage. Und der Neufassung hat eben auch das Ernst-Mach-Institut zugestimmt.

Insgesamt eine etwas merkwürdige Kommunikationsstrategie. Damit sich jeder selbst ein Bild von der H&K-Erklärung am Sonntag machen kann, bitte sehr:

Stellungnahme Nr. 5 von Heckler & Koch zum Sturmgewehr G36