Drehflügler aus anderer Perspektive: NH90 in Afghanistan

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Auf dieses Video des NH90 im Afghanistan-Einsatz als Forward Air MedEvac hat ein Leser in den Kommentaren aufmerksam gemacht (vielen Dank). Ich denke, dieses – offensichtlich private – Video, vor paar Tagen eingestellt, hat mehr Aufmerksamkeit verdient:


(Direktlink: https://youtu.be/sYuaiRGs7ZE)

Exercise Watch: Russen bei ‚Joint Warrior‘!, AWACS und anderes

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Vor der schottischen Küste hat das Manöver Joint Warrior begonnen, eine von der britischen Marine geführte NATO-Übung, dieses Mal wohl so groß wie nie. Und die Kollegen vom britischen Telegraph werden nervös, denn… es haben sich Russen angesagt:

Russian military inspectors are attending massive naval war games off the coast of Scotland it has been disclosed.
The Ministry of Defence has been forced to accept a four day visit of military experts from Moscow under a European arms control treaty. (…)
The Russian team will be escorted at all times and will only be given unclassified information, the MoD in London said.
Defence sources said it was “routine” and Russian officers had last made similar official visits last year. British officers have not made similar inspections in Russia since 2010 though.

Nun ja. Von Seiten der NATO gab und gibt es auch immer wieder Militärbeobachter bei russischen Übungen, die müssen sich auch anmelden, haben das russische Verteidigungsministerium gezwungen, das zu akzeptieren und bekommen ganz bestimmt auch keine geheimen Informationen. weiterlesen

Russland gibt Lieferung von Flugabwehrsystem an Iran frei

©2012 RIA Novosti, all rights reserved

Kurz nach der vorläufigen Einigung in den Atomverhandlungen mit dem Iran hat der russische Präsident Wladimir Putin die Lieferung des Flugabwehrsystems S-300 an Iran freigegeben. Nach Angaben des Kreml unterzeichnete Putin am (heutigen) Montag einen Erlass, der den Lieferstopp des Raketensystems an Teheran aufhebt. Diesen Stopp hatte Putins Vorgänger Dimitri Medwejew 2010 erlassen, nachdem der UN-Sicherheitsrat ein Embargo für bestimmte Waffensysteme gegen den Iran verhängt hatte.

Der Iran hatte bereits 2007 die Lieferung des Systems mit Russland vertraglich vereinbart. Vorgesehen waren fünf Staffeln der Variante S-300PMU-1 (NATO- Bezeichnung SA-20 Gargoyle). Über das Ende des Lieferstopps war in den vergangenen Tagen nach der Einigung von Lausanne schon spekuliert worden. Russland hatte zudem die Meinung vertreten, dass eine Einigung im Atomstreit mit Iran ein Ende des Waffenembargos ermögliche.

Die jetzt freigegebene Lieferung verschiebt die Balance in der Region weiter – und dürfte vor allem israelische Befürchtungen verstärken, dass der Iran sich damit gegen mögliche Angriffe Israels auf seine Atomanlagen besser schützen kann.

Zur Ergänzung:

Von AP:

Israel says Russia’s decision to sell advanced anti-aircraft missiles to Iran is the „direct result“ of the international community’s framework nuclear deal with the Islamic Republic.

Von Reuters:

Russia paved the way on Monday for missile system deliveries to Iran and started an oil-for-goods swap, signaling that Moscow may have a head-start in the race to benefit from an eventual lifting of sanctions on Tehran. (…)
A senior government official said separately that Russia has started supplying grain, equipment and construction materials to Iran in exchange for crude oil under a barter deal. Sources told Reuters more than a year ago that a deal worth up to $20 billion was being discussed and would involve Russia buying up to 500,000 barrels of Iranian oil a day.

Zufällige Koinzidenz: Am gleichen Tag veröffentlichte das schwedische Friedensforschungsinstitut SIPRI seine Zahlen zur Entwicklung der Rüstung weltweit. Genereller Trend: Die USA bleiben bei ihren Rüstungsausgaben an der Spitze, während diese Ausgaben in Westeuropa weiter sinken. Ein Land mit massiver Aufrüstung bleibt Saudi-Arabien – der Gegenspieler des Iran in der Region: weiterlesen

Zivile Opfer in Afghanistan weiter auf Rekordhöhe – Taliban für fast drei Viertel verantwortlich

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Weitgehend unbemerkt von der westlichen Öffentlichkeit haben die Vereinten Nationen am (gestrigen) Sonntag eine neue erschreckende Statistik für die Zahl ziviler Opfer in Afghanistan vorgelegt. In den ersten drei Monaten dieses Jahres stieg die Zahl der Getöteten und Verletzten durch Gefechte nach dem Rekordhoch des vergangenen Jahres erneut um acht Prozent, teilte die UN-Mission am Hindukusch, UNAMA, mit. Anti-Regierungs-Gruppen, also im Wesentlichen die Taliban, seien für 73 Prozent der Opfer verantwortlich.

Aus der UNAMA-Mitteilung:

Latest figures from the United Nations Assistance Mission in Afghanistan (UNAMA) show a continuing trend of record high civilian casualties, with deaths and injuries from ground engagements in Afghanistan remaining the leading cause.
Today, with the release of UNAMA’s findings from the first quarter of 2015, UNAMA calls on all parties to the conflict to recognize and act to prevent harm to civilians. (…)
In the first three months of 2015, civilian casualties from ground engagements rose by eight per cent compared to the same period in 2014. Ground fighting between Pro-Government Forces and Anti-Government Elements caused 521 civilian casualties (136 civilians killed and 385 injured). weiterlesen

Grübel sagt Peshmerga weitere Waffenlieferungen für Kampf gegen ISIS zu

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Die kurdischen Peshmerga-Kämpfer im Nordirak sollen in den nächsten Wochen die von der Bundesregierung zugesagten weiteren Waffen für ihren Kampf gegen die islamistischen ISIS-Milizen erhalten. Das versicherte der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium Markus Grübel am Wochenende bei einem Besuch in der Kurden-Hauptstadt Erbil (Foto oben). Die Peshmerga setzen vor allem auf die Panzerabwehr-Lenkraketen des Systems Milan. Davon sollen sie weitere 500 Raketen und weitere 30 Raketenwerfer erhalten.

Deutschland hatte bereits im vergangenen Jahr 16.000 Sturmgewehre der Typen G3 und G36, Milan-Raketen und Panzerfäuste nach Kurdistan geliefert. Die weiteren Hilfslieferungen hatte die Bundesregierung Anfang Februar beschlossen; die Flüge mit den Waffen sollen nach Angaben des Verteidigungsministeriums zwischen Ende April und Mitte Mai stattfinden.

Die Liste der weiteren Lieferungen: Irakhilfe 5. Februar 2015

(Foto mit freundlicher Genehmigung von Campbell MacDiarmid)