Exercise Watch: ‚Noble Jump‘ – Alarm für die Speerspitze

NobleJump_NL1A

Die erste Alarmierungsübung für die neue Speerspitze der NATO, die Very High Readiness Joint Task Force, läuft – in Deutschland, den Niederlanden und Tschechien. Noble Jump ist in seinem ersten Teil vor allem eine Übung, die die (bürokratischen) Abläufe durchprobieren soll. Truppen werden allenfalls zu Sammelpunkten im eigenen Land bewegt, zum Beispiel auf den niederländischen Flugplatz Eindhoven.

Hier ein paar Infos, Bilder etc. dazu – von der Bundeswehr dürfte es erst am (morgigen) Freitag mehr dazu aus Marienberg in Sachsen geben. (Spoiler: Ich habe morgen einen anderen Termin und werde dort nicht hinfahren können.)

Ein Übersichts-Bericht vom NATO-Hauptquartier hier:

NATO assessed its alert procedures for the Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) for the first time during Exercise NOBLE JUMP from 7-9 April 2015, involving over 1,500 personnel from 11 Allied nations. Germany, Poland, Norway, Denmark, Hungary, Lithuania, Croatia, Portugal, and Slovenia tested their Headquarters’ response to alert procedures and high-readiness units from The Netherlands and Czech Republic physically deployed equipment and troops to airports and railheads. weiterlesen

AlertEx.

Der Hacker-Angriff auf die IT-Infrastruktur des französischen Senders TV5 Monde erinnert daran, dass es auch in meiner Branche mitunter Probleme geben kann…

Deshalb diese Alarmierungsübung: Wenn augengeradeaus.net/augengeradeaus.de down ist – aus welchem Grund auch immer, geht’s hier weiter:

augengeradeaus.wordpress.com

(das kann man sich fast merken…)

Außerdem gibt es parallel

meinen Twitter-Account –
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und Augen geradeaus! auf Facebook –
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Exercise Watch: ‚Abschlussübung‘ des deutschen NRF-Verbandes (mit Korrektur)

NRF_371_Frankenberg

(Korrektur: Leider erst Monate später, im Juni, habe ich den zuständigen Kompaniechef kennengelernt, der wie Teile des Bataillons wohl eine Weile sauer auf mich war – denn die hier im Video gezeigte Übung war keineswegs die NRF-Abschlussübung des Bataillons. Sondern, wie ich inzwischen erfahren habe, eine Übung ohne Bezug zum Einsatz in der NATO Response Force…. Tut mir leid, da bin ich der Beschreibung der Bundeswehr gefolgt, die dieses Video veröffentlicht hat, und hoffe, dass es hiermit klargestellt ist.)

Der ursprüngliche Text:

In dieser Woche läuft für den deutschen Gefechtsverband der NATO Response Force (NRF), im Wesentlichen das Panzergrenadierbataillon 371 aus Marienberg in Sachsen, die Alarmierungsübung als Speerspitze der NATO. Parallel dazu hat die Bundeswehr am (heutigen) Donnerstag ein Video von der NRF-Abschlussübung des Bataillons veröffentlicht:


(Direktlink: https://youtu.be/Ml1vYX8puUk)

Leider wird nicht genau angegeben, wann diese Aufnahmen entstanden sind. Die Kenner haben zu diesen Bildern bestimmt was zu sagen. Mir ist aufgefallen: Es sind (wieder) Szenare asymmetrischer Auseinandersetzung, die diese Abschlussübung bestimmt haben?

Nachtrag: In Eindhoven läuft die Verlegeübung des niederländischen Anteils der Very High Readiness Task Force (VJTF), in der Landessprache supersnelle NAVO-Flitsmacht: weiterlesen

Autonome Waffensysteme: Keiner ist verantwortlich

USS George H.W. Bush launches X-47B

Autonome Waffensysteme, die unabhängig von einem einzelnen menschlichen Befehl selbständig über einen Waffeneinsatz entscheiden, können nach Darstellung der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) dazu führen, dass es keinerlei Verantwortlichkeiten mehr für unrechtmäßige Gewalt, Tote und Verletzte gibt. Programmierer, Hersteller und Militärpersonal könnten für rechtswidrige Tötungen nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden, wenn solche vollkommen autonomen Waffen entwickelt und eingeführt würden, warnte die Organisation in einem am (heutigen) Donnerstag in Genf vorgelegten Bericht.

Als Konsequenz müssten autonome Waffensysteme grundsätzlich geächtet werden, wie das beispielsweise mit blind machenden Laserwaffen geschehen sei, fordert die Organisation. Neben der straf- und zivilrechtlichen Verantwortlichkeit sei auch die Vereinbarkeit mit dem humanitären Völkerrecht und den Menschenrechten nicht gegeben, wenn Maschinen über Leben und Tod entscheiden könnten.

Human Rights Watch setzt sich mit der Kampagne Stop Killer Robots seit Jahren dafür ein, dass Entwicklung und Nutzung autonomer Waffensysteme international verboten und geächtet werden. Kern der jetzt vorgelegten Argumentation ist das Problem, dass eine Maschine für rechtswidrige oder auch nur fahrlässige Handlungen nicht zur Verantwortung gezogen werden kann. Weder nach dem Straf- noch nach dem Zivilrecht könne dann jemand für eine unrechtmäßige tödliche Aktion verantwortlich gemacht werden. weiterlesen