RUSI-Papier: Russische Kräfte in der Ukraine

Noch ein Merkposten zum Nachlesen: Ein Briefing-Papier des britischen Think Tanks RUSI (Royal United Services Institute) zu russischen Aktivitäten in der Ukraine, geschrieben von einem Exil-Russen und recht detailliert

Briefing Paper: Russian Forces in Ukraine

Mit der interessanten Schlussfolgerung:

The Russian military operation against Ukraine has revealed some of the constraints on Russia’s exercise of military power; primarily, its limited capacity to sustain an operation of this size.

Knapp vorbei: Russische Kampfflugzeuge im internationalen Luftraum

RAF Typhoon Fighters Police UK Skies

Für die Sammlung und um ein bisschen den Überblick zu behalten: Im November vergangenen Jahres hatte das European Leadership Network eine Auflistung von Beinahe-Luftzwischenfällen mit russischen Kampfflugzeugen im internationalen Luftraum nahe der Grenze vor allem der nordeuropäische) NATO-Staaten vorgelegt: Dangerous Brinkmanship: Close Military Encounters Between Russia and the West in 2014

Jetzt hat die Organisation die Liste ergänzt und eine Zusammenstellung aller Beinahe-Zwischenfälle von März 2014 bis März 2015 vorgelegt, auch bewertet nach hohem Risiko und praktisch Routine: List of Close Military Encounters Between Russia and the West, March 2014 – March 2015. Wie die vorangegangene Liste stützt sich auf diese auf offene Quellen.

(Archivbild: A Russian Bear ‚H‘ aircraft photographed from an intercepting RAF quick reaction Typhoon (QRA) with another Typhoon tailing it,  29 October 2014 – Royal Air Force/Crown Copyright/MoD News License)

US-Aufmarsch (auch) in Deutschland: Jetzt merken’s auch die Deutschen

Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise und eines drastisch gewandelten Verhältnisses zu Russland verstärken die US-Streitkräfte ihre Aktivitäten in Europa – und so langsam wird das auch den Deutschen, Öffentlichkeit wie Politik, bewusst. Aus einer dpa-Meldung:

Als Reaktion auf den Ukraine-Konflikt und die Spannungen mit Russland verlegen die USA einem Zeitungsbericht zufolge zusätzliche Panzer auch nach Deutschland. Von 800 Ketten- und Radfahrzeugen, die nach Europa gebracht werden, solle ein Teil im bayerischen Grafenwöhr unweit der früheren innerdeutschen Grenze stationiert werden, berichtet der «Münchner Merkur» (Freitag). Die Zeitung beruft sich auf ein Schreiben von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) an Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer (CSU).

Na ja, man kann natürlich warten, bis es ein Schreiben an einen Bundestagsvizepräsidenten und bayrischen Politiker gibt, der damit dann im Sinne der Eigen-PR an die Medien geht. Man kann natürlich auch nachlesen, was kommandierende Generale der US-Truppen in Europa in Interviews erzählen. Zum Beispiel schon vor Wochen hier mit den Stars&Stripes und hier mit Augen geradeaus! (Grafenwöhr wird da etwa bei Minute 4:00 genannt). Vielleicht sickert das ja doch noch in die deutschen Mainstream-Medien ein.

Ehe noch weitere Details über solche Politiker-Äußerungen äh, durchsickern: Es gibt auch zusätzliche Erdkampfflugzeuge und Hubschrauber der US-Streitkräfte in Deutschland. Nur als Hinweis.

Nachtrag 13. März, auch angesichts der Kommentarlage: weiterlesen

Leserservice: 36 neue Hi-Tech-Störsender für die Truppe

Die Bundeswehr soll 36 neue Störsender mit modernster Technologie erhalten, die die Funkauslösung von Sprengfallen (Improvised Explosive Devices, IED) gezielt verhindern sollen. Das Neue an der Technik: Im Gegensatz zu herkömmlichen Jammern sollen die neuen Geräte nicht komplette Frequenzbänder blockieren (was ja auch für den eigenen Funk problematisch ist), sondern in weniger als einer Milisekunde genau die Frequenz, die zur Auslösung einer Sprengfalle verwendet wird.

Dazu gab es eine interessante Geschichte auf den Bundeswehr-Webseiten, die zwar bislang noch in der Suche angezeigt wird, ansonsten aber verschwunden ist. Deshalb als Leserservice: Das Internet vergisst ja nicht – zum einen hatte die Welt daraus eine Meldung gemacht (Link aus bekannten Gründen nicht), zum anderen hat ein Düsseldorfer Internetportal* den Text der Bundeswehr-Geschichte im Wortlaut übernommen. Die wesentlichen Aussagen:

Die Bundeswehr soll jetzt eines der weltweit modernsten Schutzsysteme gegen Bomben erhalten, die durch Funksignale ausgelöst werden. Die Airbus-Rüstungssparte hat hierfür eine Technologie entwickelt, die nicht mehr das gesamte Funk-Umfeld stört, sondern den tödlichen Anruf herauspickt. (…) weiterlesen

Die 15 wichtigsten Bundeswehr-Großprojekte: Ein Drittel teurer als geplant


Unter Vorsitz von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat am (heutigen) Donnerstag das so genannte Rüstungsboard in Koblenz getagt und sich den Status der 15 ganz großen, ganz teuren Rüstungsprojekte der Bundeswehr angeschaut. Das zusammenfassende Ergebnis, vom Ministerium veröffentlicht, überrascht nicht grundsätzlich, obwohl die Zahlen schon beeindruckend sind:

Die 15 Großprojekte, die in Koblenz beraten wurden, umfassen mit einem Gesamtvolumen von 58 Milliarden Euro etwa 70 % aller laufenden Rüstungsprojekte. Deren durchschnittliche Laufzeit beträgt 13 Jahre. Im Durchschnitt dauert die Fertigstellung der Projekte 4 Jahre länger als geplant. Gegenüber den teilweise Jahrzehnte alten, ursprünglichen Kalkulationen wurden die durchschnittlichen Budgets der 15 Projekte um 29 % überschritten – das entspricht einer Gesamtsumme von 12,9 Milliarden Euro. Hauptgrund für die Preissteigerungen sind die zahlreichen Verzögerungen und entsprechenden Preisstandsanpassungen der Projekte.

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