Neueste Hiobsbotschaft von der Truppe: Noch ’ne Trall kaputt

Als ob es in diesen Tagen nicht genügend schlechte Meldungen vom technischen Zustand des Bundeswehr-Geräts gäbe: Jetzt sollten die sieben Fallschirmjäger, die in Kurdistan die Peshmerga-Kämpfer an den von Deutschland gelieferten Waffen einweisen sollen, nach mehrtägiger Verzögerung am (heutigen) Mittwochnachmittag von Bulgarien aus endlich in den Nordirak weiterfliegen. Da stellt sich heraus: Auch diese Transall, die inzwischen dritte für die Mission, ist defekt und verliert Sprit. Wie’s weitergeht, ist noch offen.

Die niederländische Maschine, die aus Leipzig die zugesagten Waffen nach Erbil bringen sollte, konnte wegen technischer Probleme ebenfalls nicht starten; jetzt soll das am morgigen Donnerstag losgehen. Parallel dazu ist ein Transportflug mit einem A310 der Luftwaffe geplant, von Köln aus. Mal abwarten…

(Foto vom 19. September: Erstes Einweiser-Team am Flugplatz Hohn vor dem Abflug in den Nordirak. Das Team besteht aus sechs Soldaten der Luftlandebrigade 26 und einem Sanitäter – Bundeswehr/Sebastian Wilke via Flickr unter CC-BY-NC-ND-Lizenz mit Freigabe zur redaktionellen Verwendung)

Bundeswehr prüft Einsatz von Heron-Drohnen in der Ukraine

Für die Überwachung eines Waffenstillstands in der Ost-Ukraine prüft die Bundeswehr, ob die zurzeit in Afghanistan genutzten Beobachtungsdrohnen des israelischen Typs Heron in der Region eingesetzt werden können. Ein deutsches Erkundungsteam hatte in der vergangenen Woche untersucht, ob dafür der Einsatz deutscher LUNA-Aufklärungsdrohnen im Auftrag der OSZE möglich wäre. Allerdings wird die Reichweite  der kleineren LUNA mit bis zu 100 Kilometern*  als zu gering eingeschätzt, den geplanten 30 Kilometer breiten Streifen zwischen Separatisten und ukrainischen Sicherheitskräften zu überwachen. (Und sicherlich spielt dabei auch eine Rolle, dass die uniformierten Heron-Bediener in einem sicheren Umfeld, also weit genug weg von möglicherweise trotz Waffenruhe umkämpften Gebieten, ihren Dienst tun sollten.)

Aus diesem Grund wird deshalb untersucht, ob die Heron-Drohnen mit ihrer deutlich größeren Reichweite und längeren Einsatzzeit für eine solche OSZE-Mission infrage kommen. weiterlesen

Niederlande & Belgien planen Einsatz von Kampfjets gegen ISIS (Update)

Die internationale Koalition im Kampf gegen die islamistischen ISIS-Terrormilizen wächst. Nach den USA, mehreren arabischen Staaten und Frankreich planen jetzt auch die Niederlande und Belgien, Jagdbomber vom Typ F-16 für Luftangriffe zur Verfügung zu stellen. Der deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier bezeichnete unterdessen die Angriffe der USA und arabischer Staaten auf ISIS-Ziele in Syrien als vom Völkerrecht gedeckt.

Die belgische Regierung beschloss den Einsatz der Kampfjets, beschränkte ihn aber auf den Irak. Das gleiche wird voraussichtlich für den Einsatz der niederländischen F-16 gelten, über die das Kabinett in Den Haag am (heutigen) Mittwoch entscheiden wollte. Das berichtete die niederländische Zeitung De Volkskrant:
‚Nederland zet vier F-16’s in tegen IS‘. Noch sei aber offen, ob die Niederlande sich auch an Luftangriffen in Syrien beteiligen würden oder ihre Kampfjets nur für Angriffe auf ISIS im Nordirak einsetzen.

Außenminister Steinmeier machte am Rande der UN-Vollversammlung in New York deutlich, dass aus seiner Sicht auch die Angriffe in Syrien rechtlich gedeckt sind, wie dpa berichtet:

Unmittelbar vor Beginn der UN-Vollversammlung in New York verwies Steinmeier darauf, dass die USA und der Irak die Bombardements mit Artikel 51 der UN-Charta begründen, dem Recht eines angegriffenen Staates auf individuelle und kollektive Selbstverteidigung. Die IS dürfe «keine Rückzugsräume» in Syrien bekommen, sagte Steinmeier. «Deshalb scheint mir die Berufung auf Artikel 51 jedenfalls geeignet.»

 

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Alarmstimmung im Verteidigungsausschuss: „Kreative Mangelverwaltung“

Seaking_Formation_2012

Die jüngsten Berichte über defekte und deshalb gegroundete Hubschrauber bei der Deutschen Marine sind offensichtlich nur die Spitze des Eisbergs: Angesichts der Mängelmeldungen aus der Bundeswehr herrscht nun auch im Parlament Alarmstimmung. Im Verteidigungsausschuss des Bundestages ging es am (heutigen) Mittwoch in Anwesenheit der Inspekteure der Teilstreitkräfte um die Materiallage Hauptwaffensysteme – und noch während der laufenden Sitzung zeigte sich auch in den Reihen der Koalitionsabgeordneten blankes Entsetzen. Mit den Worten des CSU-Verteidigungspolitikers Florian Hahn zu Augen geradeaus!:

Es herrscht kreative Mangelverwaltung. Mit Ach und Krach kann [die] notwendige Verfügungsbereitschaft hergestellt werden. Langfristig fahren wir so gegen die Wand. weiterlesen

Exercise Watch: Anakonda 14 in Polen

Anakonda_PL_2012

In den östlichen NATO-Mitgliedsländern finden in diesen Monaten viele Manöver statt – vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise und einer gewandelten Haltung der Allianz zu Russland haben vor allem die USA zusätzlich zahlreiche Truppenteile rotierend zu diesen Übungen geschickt. Aber auch seit Jahren laufende Übungsserien bekommen eine neue Bedeutung, zum Beispiel das Manöver Anakonda in Polen, das am (heutigen) Mittwoch beginnt. Daran beteiligen sich deutlich mehr andere NATO-Mitgliedsländer als zuvor.

Informationen zu Anakonda 14 von der Webseite des polnischen Militärs:

ANAKONDA-14 is the biggest Polish led joint exercise in the Military calendar conducted within an international partnership.
From 24th of September until 3th of October 2014 based on all types of Military Training Areas 12.5 thousand troops will practice, including 750 of the allied countries (Canada, Czech Republic, Estonia, Hungary, Lithuania, the Netherlands, Great Britain, United States). weiterlesen