Selbst den UN ist die Transall zu alt

Die betagten Transall-Transportflieger der Bundeswehr sind inzwischen selbst den Vereinten Nationen sogar für einen Einsatz in Afrika zu alt. Die UN-Mission in Mali, MINUSMA, wolle auf die zwei für den Einsatz zur Verfügung gestellten Trall künftig verzichten, bestätigte das Verteidigungsministerium am (heutigen) Samstag einen Bericht von Spiegel Online.

Hauptprobleme sind die Anfälligkeit der – eigentlich robusten, aber für Mitteleuropa entwickelten und gebauten – zweimotorigen Maschinen bei großer Hitze und die fehlende Nachtflugfähigkeit auf unbefestigten Pisten, wie sie in Afrika die Regel sind. Die Vereinten Nationen wollen jetzt modernere Maschinen anmieten.

Mit dem Verzicht der UN auf diesen deutschen Beitrag wird zum einen deutlich, wie sehr die geplante Modernisierung der Transportflotte der Luftwaffe hinter dem Bedarf herhinkt – der erste neue Transporter vom Typ Airbus A400M soll mit jahrelanger Verzögerung in diesem Herbst an die Bundeswehr übergeben werden, und dann noch nicht mal in der endgültigen Konfiguration. Zum anderen aber stellt diese UN-Entscheidung ein Kernargument von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen infrage: Von Deutschland, hatte sie in den vergangenen Monaten mehrfach argumentiert, werde bei internationalen (Friedens)Missionen vor allem das abgefordert, was wir besonders gut können – und nannte dabei immer in erster Linie Lufttransport. Unter anderem der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus hatte gewarnt, diese Fähigkeit werde inzwischen ziemlich überfordert.

Dass MINUSMA die deutschen Trall nicht mehr möchte, war bereits seit Tagen als Gerücht bekannt; noch am (gestrigen) Freitagmittag hatte das Verteidigungsministerium allerdings auf Anfrage von Augen geradeaus! dazu nichts mitteilen können.

Nachtrag: Zusätzlich zu den UN-internen Erfahrungen von klabautermann (s. Kommentare) bekomme ich von ganz anderer Seite den Hinweis, dass es innerhalb der UN gegensätzliche Haltungen zum deutschen Transall-Einsatz gegeben haben soll: von militärischer Seite eher ja, von politischer eher Nein. Dabei müsste man dann auch mal schauen, wer konkret davon profitiert, wenn anstelle der – zu teuren? – deutschen Trall zivile Flugzeuge angemietet werden…

(Zum diesem Thema sind im Bällebad bereits etliche Kommentare aufgelaufen; die verschiebe ich hierher, damit die Diskussion übersichtlich bleibt.)

(Archivbild 27. Juli 2013: Eine Transall der Luftwaffe in Tessalit im Norden Malis, im Vordergrund eine Delegation mit dem damaligen MINUSMA Force Commander Jean Bosco Kazura und dem tschadischen Kommandeur  General Moussa  – MINUSMA/Marco Dormino via Flickr)

147 Kommentare zu „Selbst den UN ist die Transall zu alt“

  • Schlammzone   |   21. Juni 2014 - 9:19

    Hmm die Meldung könnte ja mal ein Denkanstoß sein und beraubt unsere Führung um die Lutra Ausflucht…

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/bundeswehr-uno-lehnt-transall-fuer-mali-ab-a-976563.html

  • Memoria   |   21. Juni 2014 - 9:19

    Bei MINUSMA will man wiederum auf die Trall verzichten:
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/bundeswehr-uno-lehnt-transall-fuer-mali-ab-a-976563.html

    Das Nichtanfliegen von Kidal zeigt eben – mal wieder – wo wir wirklich stehen.

    Das BMVg wiederum verkündete noch vor wenigen Tagen, dass das Caveat bzgl. Kidal keine praktischen Auswirkungen habe.

    Da hilft dann auch der A400M nicht, den Kidal war ja kein technisches Problem, sondern ein politisches und militärisches: Risikoaversion.

    Mehr Verantwortung über nehmen. Bla, Bla…

    Interessant, dass dies mittlerweile bei SPON so stark auffällt.

    Der Gegenwind bei vdL nimmt zu.

  • Roman   |   21. Juni 2014 - 9:21

    @ Schlammzone

    WIR.KÖNNEN.GAR.NICHTS

    Da lehnt selbst der Bittsteller UNO unsere Hilfe ab, weil die Ausrüstung zu schrottig und die Auflagen viel zu hoch sind. Das sich mit schrottiger Ausrüstung viel machen lässt, das haben die Franzosen ja im vergangenen Jahr ausreichend gezeigt. Aber so?

    Deutschland.blamiert.sich.wieder!

  • klabautermann   |   21. Juni 2014 - 9:31

    Zunächst einmal sollte man wissen, dass die Troop-Contributing -Nations natürlich von den VN finanziell entschädigt werden, wobei die Tages-Sätze für ein bestimmtes Fähigkeitspaket individuell ausgehandelt werden. Wahrscheinlich ist ein deutscher Transall-Tag mit X Flugstunden zu teuer, denn der Tagessatz wird auch dann fällig, wenn die Flugstunden gar nicht abgerufen werden. Da sind zivile Anbieter für reine Transportaufgaben einfach billiger.
    Anderersets läßt es unsere HH-Ordnung nicht zu, dass wir den VN kostenlos Truppen stellen.

    It’s the economy, stupid !

  • Memoria   |   21. Juni 2014 - 9:35

    @Schlammzone
    Richtig. Bei Lufttransport und MedEvac beneidet uns man ja angeblich weltweit. Was StratAirMedEvac angeht ist das sicher richtig, aber bei allem anderen?

    Vor wenigen Tagen traf in Mali eine dänische C-130 ein und unsere Fähigkeiten sollen zur fast gleichen Zeit nicht mehr benötigt werden. Zufall? Anlehnungsmacht Deutschland.

    Zumal sich hier die Dinge ja sehr deutlich wiederholen (letztes Mal nur bei der CH-53):
    http://www.spiegel.de/international/germany/uk-paper-accuses-germans-of-fleeing-the-battlefield-bundeswehr-norwegians-deny-report-a-518168.html

    Caveats, MedEvac, Nachtflug, Blamage und Schönrednerei durch das BMVg.

    Hoffentlich muss vdL hierauf persönlich antworten – nachdem sie in den USA erneut diese Themen großspurig angesprochen hat. Und da ist ja der eigene realitätsferne Apparat noch ein „Turbo“.

    @klabautermann:
    Wenn man jedoch MedEvac anbietet und dann u.a. nicht fliegt, weil es in Kidal ein wenig knallt, dann ist es kein moneräres Problem. Also sich rein auf Formales zurückziehen ist natürlich – wieder mal – angenehm.

  • Schlammzone   |   21. Juni 2014 - 9:38

    Hier steht eben die Vollkaskomentalität unserer Führung der militärischen Realität im Wege…

  • EX-PMA   |   21. Juni 2014 - 9:45

    “ Afrika-Mission in Mali: Vereinte Nationen verschmähen alte Bundeswehrflieger“

    titel Spiegel-online.

    „Statt der Transall, einem Propellerflugzeug, das für die Bundeswehr schon seit den Sechzigerjahren im Einsatz ist, will die Uno lieber modernere Mietmaschinen für den Transport von Truppen und Material nutzen. “

    Man mietet lieber Maschinen, als sich auf die Deutschen zu verlassen, die Flugzeuge müssen bei großer Hitze am Boden bleiben und können Nachts gar nicht fliegen…

    Super Sache…

  • Memoria   |   21. Juni 2014 - 9:50

    Laut UdÖ 23/14 (http://tinyurl.com/klyzmxx , S. 9 obem ) gab es seit Beginn der Kampfhandlungen keine Anfrage zu Flügen nach Kidal. Klar, wenn man wieder nen Führungstor behält Ebene Potsdam einzieht, dann steigt das Interesse der Partner enorm.

    Aber auch diese Blamage wird folgenlos sein. Ohne Anspruch an einen selbst, ist eben auch nichts mehr peinlich.

  • New Dawn   |   21. Juni 2014 - 10:44

    Mit diesem revolutionären neuen Ansatz braucht man sich in Zukunft zumindest keine Gedanken mehr über die Ziele einer Mission bzw. nach Erreichen dieser den Rückzug aus der Mission zu machen.
    Um es mal flapsig zu sagen, man fliegt ja vorher schon aus der Mission raus.
    *kopfschüttel*

  • klabautermann   |   21. Juni 2014 - 11:22

    Da ich ja an ziemlich DPKO-naher Stelle/Funktion bei UNIFIL im FHQ vor wenigen Jahren eingesetzt war, kenn ich ja das Spiel mit funding und caveats ganz gut, und das ist bei den VN im Bereich Med/CasEvac ziemlich doppelbödig mit Blick auf den Status des Personals (StatusOfForcesAgreements) in einer VN-Mission.
    Da gibt es das Kontingent-Personal (das sind die Truppen der Truppensteller), da gibt es VN-Stabspersonal (fest bei den VN-angestellte (quasi-beamtete) Zivilisten, lokale zivile Angestellte auf Zeitvertragsbasis, (meist höhere) Offiiere auf Zeitvertragsbasis zumeist von den lead-nations freigestellt, militärisches Stabspersonal freigestellt durch die TCN auf Basis mission-spezifischer MOU/SOFA). Dabei ist wichtig zu wissen, dass alles militärische VN-Stabspersonal letztendlich aus der nationalen OPCOM/OPCON rausgelöst ist durch die Akkreditierung bei den VN. Und dann gibt es noch rein nationales Unterstützungspersonal ohne VN-Status (im rückwertigen Bereich, außerhalb der eigentlichen mission-area-of operation). Also ein irrer Flickenteppich in Sachen Status dse Personals und den damit einhergehenden rechtlichen Problemen (z.Bsp. liability)
    Und eine einheitliche MedEvac/CasEvac-Regelung gibt es nicht, denn das wäre ja zu teuer. Reichere Länder kümmern sich natürlich um Med/CasEvac für ihre Kontingente (Rettungskette) und bauen z.Bsp. entsprechende Fähigkeiten 1. und 2.Grades national in ihre Kontingente ein, will sagen: die VN erhalten keine OPCON, zahlen also auch nicht für diese Fähigkeiten.
    Ärmere Truppensteller vertrauen darauf, dass sich die VN schon kümmern werden.
    Wie ? Nun, indem die VN natürlich versuchen, die nationalen Med/CasEvac-assets 1. und 2. Grades quasi kostenlos zu nutzen.
    Wenn es dann kracht, dann setzt in der Regel eine unglaubliche ad-hocery ein, die VN setzen also gerade in „case of emergency“ auf eine voluntary mission-creep-policy, um es mal ganz boshaft auszudrücken. Blöd bloß, wenn eine Nation nur assets 2.Grades stellt, aber keine Kontingente für den unmittelbaren Einsatz in der mission area of operations und hot Med-/oder CasEvac auch nicht in den MOU/SOFA/LOA als Rolle drinsteht und die VN weder assets 1. und 2. Grades „unter Vertrag“ hat.

    Die Schelte hier geht in die falsche Richtung: DPKO baut hier Mist und nicht UvdL

  • Memoria   |   21. Juni 2014 - 11:30

    @klabautermann:
    Natürlich ist im Bereich DPKO nicht alles immer prima.
    Warum stellt man jedoch nur den deutschen Beitrag in Frage?
    Unser Führungsvorbehalt macht unseren Beitrag eben besonders unattraktiv. Dafür wiederum ist dann nicht DPKO, sondern EinsFüKdo, BMVg (AL SE u. GI) und letztendlich die politische Leitung des BMVg verantwortlich.

    Es ist daher im Kern auch kein technisches Problem.

    Schwerpunktland Mali?

  • Sir Henry   |   21. Juni 2014 - 11:51

    Die UN will die Trall nicht mehr länger bei MINUSMA nutzen, da zu alt/unzuverlässig. So, so.

    Hm, sollte Lufttransport nicht zukünftig DIE deutsche Alibi/Wegduck-Kernkompetenz sein, wenn es um Unterstützung der UN geht? Also bevor man so richtig mit Bumm und Peng hantieren muss…

    Sollte das so sein wie bei SpOn beschrieben, ist das ein Tiefschlag für Frau Ministerin, aber ich musste schon sehr lächeln… Stichpunkt: Anspruch und Wirklichkeit ;)

  • klabautermann   |   21. Juni 2014 - 12:03

    @Memoria

    Da wird auch viel Politik betrieben bei DPKO. Stichwort: lead nation(s).
    Wenn man sich die Geschichte von UNIFIL anschaut, dann erinnert man sich wohl, dass Deutschland lead nation für die MTF war und Spanien, Italien, Frankreich lead nations für die UNIFIl-Landoperation mit maritimer Luftraumüberwachung gestellt von der Deutschen Marine. Dazu wurde in New York mit Billigung der Sicherheitsrates eine Strategic Advisory Cell durch diese lead-nations eingerichtet, die DPKO und insbesondere die DPKO zugehörige OMA unterstützen sollte. Das schmeckte natürlich den VN-Bürokraten gar nicht, denn natürlich haben die 4 lead-nations nach den gemeinsamen militärischen Standards diese robuste Joint/Combined Operation organisiert und geführt und das sind nunmal die NATO-Standards und da bekommt so ein überzeugter VN-Blauhelmer natürlich sofort Pickel ! DPKO ist sehr „französisch“ und 2006 war FF ja noch nicht wieder in den integrierten Strukturen der NATO……..
    Also ekelte man die SAC weg und war dann völlig verblüfft, dass Deutschland seine lead-nation-Rolle aufgab und eher bilateral die Lib-Navy unterstützte und Israel bilateral re-assurte.
    Natürlich möchte man Deutschland gerne wieder als lead-nation gewinnen, nur eben unter dem strategischen und operativen Daumen von DPKO und ohne deutsche Einflußnahme auf die strategische und operative Führung einer Mission.
    Das müssen wir uns aber nicht antun…..und der BW schon gar nicht.
    Darauf wird sich Berlin also nicht einlassen.

  • Memoria   |   21. Juni 2014 - 12:13

    @klabautermann:
    Eine Bürokratie gegen die andere – das ist ja nichts Neues.
    Aber das erklärt eben nicht hinreichend warum man sich bei MINUSMA von uns abwendet – und wir davon auch noch überrascht werden.

    Da ist mir der Verweis auf die Zustände bei den UN keine ausreichende Erklärung. Der Blick sollte eher auf unsere Caveats bei MINUSMA liegen.

    Es droht hier in der Diskussion auch eine Überdosis Systemverständnis. Irgendjemand anderes ist schuld, weil wir es im Gegensatz zu anderen (!) nicht hinbekommen.
    Das lässt dann schon tief blicken.

    Andere Länder bauen auch planmäßig Flughäfen.

  • klabautermann   |   21. Juni 2014 - 12:48

    @Memoria

    Ich gebe Ihnen noch mal eine Beispiel für die unglaubliche Kompetenz von VN-Bürokraten gerade was internationale Sicherheits-Standards in Sachen Luft-und Seefahrt anbelangt.
    Bis 2010 hatte es DPKO nicht geschafft, eine zertifizierte Flugwetter-Vorhersage in Naquora einzurichten, so dass sich selbst der contracted zivile Helicopter-Steller immer wieder weigerte zu starten, bzw. die libanesische Luftverkehrsbehörde keine Starterlaubnis gab. Die luft- und seeseitige Flugwetterberatung (und auch SAR) überließ man stillschweigend den UNIFIL-MTF Nationen mit Fluggerät an Bord. Als dann keine Fregatten mit on-board Heli bei UNIFIL-MTF mehr waren, war man völlig erstaunt in New York. ….und als dann eine nicht-deutsche MTF-Korvette mit Maschinenschaden 8 Seemeilen bei Seegang 0 vor der Küste trieb, war man höchst erstaunt, dass der deutsche Tender eben kein zertifizierter Bergeschlepper ist, „Bergung“ in der gesamten UNIFIL-Vertragspyramide gar nicht vorkam und das libanesische Schlepper-Unternehmen natürlich nicht nur Schlepp-, sondern auch Bergelohn verlangte. Das Korvetten-stellende Land streitet sich noch heute mit DPKO über die Kosten dieser Aktion.
    Wenn sich die VN weigern oder unfähig sind im operativen Einsatz die elementarsten internationalen Sicherheits-Standards Luft/See zu organisieren und zu alimentieren,und dann mit dem Finger auf nationale caveats oder „Führungsvorbehalte“ zeigen, dann ist das im höchsten Maße zynisch.

  • klabautermann   |   21. Juni 2014 - 12:57

    @Memoria

    um noch einen drauf zu setzen: wenn die VN jetzt in Maili anfangen mit zivilen Drohnen und Flugzeugen operativ zu fliegen, dann sollten wir froh sein, dass sie unsere Trallis nicht mehr brauchen ;-) Hoffentlich haben die sich wenigstens einen kompetenten ChiefAirOps ins FHQ geholt.

  • Voodoo   |   21. Juni 2014 - 13:33

    @klabautermann

    Ergänzung zu Ihrer obigen VN-„Beichte“ im Bereich San:

    Role 1 ist grundsätzlich nationale Angelegenheit, erst ab Role 2 müssten sich Mitgliedstaaten mal zusammensetzen.
    Bei uns sieht es da etwas schwammig aus; nach eigenem Anspruch fliegen wir grundsätzlich kein CasEvac, bei MedEvac bleibt derzeit nur CH-53 (und die [der?] ISAF-NH 90…), so dass wir nur bei StarAirMedEvac wirklich gut ausschauen.
    Allein die (luftgestützte) CasEvac vs. MedEvac-Regelung der Bw führt(e) regelmäßig zu hitzigen Debatten in multinationalen Stäben, die manchmal aber auch fruchtbar enden können – Stichwort „DEU SanPers auf US Blackhawks“ im RC North.

    Auf UN-Ebene dürfte das Kompetenzgerangel noch schlimmer sein, wie Ihre Ausführungen ja auch vermuten lassen. Korea muss damals auf Planungsebene echt nervig gewesen sein… -.-

  • freyarm   |   21. Juni 2014 - 13:41

    Frage an die Transknall- und Situation vor Ort Kenner:

    Liegt das wirklich nur an dem „Alter“ der Flieger, oder spielen da auch grundlegende caveats seitens des Militärs / der Politik eine Rolle (z.B. übertrieben Vorsicht wie Steineschmeißer etc. etc.)? Und wenn ja, welche genau?

    Kann mir auch null vorstellen, dass die Maschinen nachts nicht fliegen können sollen. Die wurde schließlich in den 60ern gebaut und nicht in den 20ern…

  • Simon Braun   |   21. Juni 2014 - 13:55

    Wenn selbst die UNO – die ja aus Mangel an Alternativen in der Regel wirklich alles nimmt, was sie kriegen kann- die Bundeswehr hinaus komplementiert, dann ist das ist mehr als peinlich, dass ist eine Bankrotterklärung. Und es liegt nicht nur am lachhaft alten Material, es liegt auch an den Vorgaben und vielleicht auch an der absoluten Risikoscheu der vor Ort Verantwortlichen.

    Ich war bis 2010 Offizier und habe meinen sicheren BS-Status aufgegeben, weil ich in dieser Bundeswehr (Armee kann man ja kaum mehr sagen) nicht.mehr.dienen wollte. Bereut habe ich es keine Sekunde.

    Die Bundeswehr sollte bis auf eine Rumpftruppe von etwa 10.000 Mann/Frau aufgelöst und die Aufgaben an private Dienstleister vergeben werden. Das wäre vermutlich billiger, auf jeden Fall aber weitaus effektiver.

  • JCR   |   21. Juni 2014 - 13:58

    Wenn man sich anschaut, mit welchen Mühlen die UN normalerweise unterwegs ist (z.B. ukrainische An-26), so habe ich auch meine Zweifel, ob da wirklich technische Gründe eine Rolle spielen.

  • gc   |   21. Juni 2014 - 14:01

    Das alt bekannte Problem, dass auch schon bei ISAF besteht nun auch auf dem afrikanischen Kontinent. DEU C-160 ist bisher nicht NVG fähig und somit nur eingeschränkt einsetzbar, sowie mangelnde Sauerstoffversorgung für Flüge mit Passagieren in großen Höhen (z.B. FL 180). Die beiden Dafür technisch notwendigen Forderungen (NVG kompatibles Cockpit und MOSS, Modular Oxygen Supply System) werden seit Jahren in der Umsetzung so verzögert, dass die Fähigkeitslücke mit dem A400M geschlossen werden kann. Politisch ein sexy Ansatz. Ob der sich jedoch in den nächsten 10 -15 Jahren tatsächlich für den taktischen Lufttransport als tauglich empfehlen wird, muss sich noch zeigen. Ggf. ist die UN Entscheidung Wasser auf die Mühlen der Vertreter einer Interimsvariante z.B. C-130J oder CASA oder…..

  • Thomsen   |   21. Juni 2014 - 14:01

    @ freyarm:

    Bei Ihrem letzten Satz musste ich grad ernsthaft zweimal nachdenken, 1920 oder 2020er… :)

  • klabautermann   |   21. Juni 2014 - 14:03

    @Voodoo

    tja, der Bereich militärisch/zivile SAN-Standards kommt natürlich noch dazu.
    Die Truppenstellenden Nationen kommen doch aber aus ihren nationalen gesetzlichen Auflagen nicht raus, insbesondere dann nicht, wenn sie auf dem internationalen und weltweit gültigen safety-Regelwerk unter Kustodenschaft von VN-Konventionen und -Agenturen basieren, auch und gerade nicht bei einem VN-Einsatz, es sei denn man schließt spezifische MOU, denen auch der Gesetzgeber einer TCN zustimmen kann. Ansonsten müssen die VN eben Geld in die Hand nehmen und bestimmte Fähigkeiten privatwirtschaftlich anmieten.
    Und wenn diese gesetzlichen Auflagen eben weiter entwickelt und ausgeprägt sind in Deutschland als z.Bsp in Mali, bzw. die VN zu geizig oder inkompetent sind vertragliche Vorsorge zu treffen, dann kann DPKO den deutschen Gesetzgeber indirekt bashen, indem man mit dem Finger auf UvdL zeigt, allerdings zeigen dann 3 Finger auf DPKO zurück.

  • Memoria   |   21. Juni 2014 - 14:13

    @klabautermann:
    Mit Blick auf unsere Führungsleistung bei ISAF haben wir glaube ich wenig Grund auf andere noch mehr herab zu sehen.
    Was wir uns im RC-N alles geleistet haben ist die gleiche Kategorie an Inkompetenz. Aber was wollen sie mit all dem sagen?

    Das die mil. Führung gezielt die Beendigung des Einsatzes herbeigeführt hat?

    Das Mantra der Bundesregierung und des Bundespräsidenten ist ja hinlänglich bekannt. Aber wir schaffen es nach 10 Jahren ISAF MedEvac nicht auf dem gleichen Niveau wie z.B. Dänemark oder Norwegen zu agieren. Schwerpunktland Mali?

    Die Nummer ist FÜR UNS peinlich.
    Das läßt sich auch nicht auf die Technik oder die UN abwälzen (vorallem nicht mit Erlebnissen bei UNIFIL).
    Wir fliegen Kidal seit der Explosion einer Sprengfalle (!!) nicht mehr an. Welches andere Land bei MINUSMA verhält sich so?

    NL, DNK, NOR sind bei MINUSMA übrigens auch in der „fusion cell“ (ASIFU) sehr aktiv. Wir hingegen gar nicht – aber wir sind ja so toll.

  • Memoria   |   21. Juni 2014 - 14:16

    @gc:
    Genau, diese lange bekannten Themen hätte man seit Jahren umfänglich lösen können, wenn der Laden nicht so hoffnungslos in Selbstblockaden verstrickt wäre.

  • xyz   |   21. Juni 2014 - 14:25

    „Die UN will die Trall nicht mehr länger bei MINUSMA nutzen, da zu alt/unzuverlässig. So, so.“

    Hört sich vorgeschoben an. Wird eher daran liegen, dass in Berlin erstmal 7 Tage diskutiert werden muss, bevor ein neuer Flughafen angeflogen werden kann. Und wehe im Zielgebiet fällt irgendwo eine Kalaschnikow um.

    „Ggf. ist die UN Entscheidung Wasser auf die Mühlen der Vertreter einer Interimsvariante z.B. C-130J oder CASA oder…..“

    Die Fehlplanung der Monoflotte aus 73 A400M ist spätestens seit ISAF auch für die Luftwaffe offensichtlich. Wurde Bedarf angemeldet? Nö. Konzept? Nö. Aufrüstung Transall? Nö A400M kommt bald….

    Lead Nation? Wann wie wo? In der Zeit wo wir auf den A400M warten, haben die Franzosen 30 CN235 gekauft und die Briten diverse C17, während die BW verzweifelt versucht den Puma in den A400M zu quetschen.

  • klabautermann   |   21. Juni 2014 - 14:38

    @freyarm

    Bei einer VN-Operation gibt es ein vertragliches Regelwerk (Mandat, MOU, SOFA, LOA….), das letztendlich alle politischen, operativen und rechtlichen Zuständigkeiten/Verantwortlichkeiten zwischen VN, den Truppenstellenden Nationen und dem „Gastland“ regeln sollte.
    Bei relativ statischen, relativ kleinräumigen peace-keeping Operationen mit Schwerpunkt auf Boden hat die VN jede Menge lessons learnt bereits umgesetzt, d.h. das Regelwerk ist ziemlich standardisiert und komplett insbesondere für ground-assets/-operations. Unterhalb des Vertraglichen Regelwerkes gibt es das Missions-spezifische Operative Regelwerk, was wir alle kennen: Mission Statement, OpOrder, SOP etc.
    Bei robusteren, eher großräumigen peace-enforcing Operationen, bei denen air- und/oder maritime assets nicht nur logistisch, sondern auch taktisch-operativ eingesetzt werden (von wem auch immer) ist das standardisierte Regelwerk der VN deutlich Verbesserungs-/Abstimmungs-/Komplettierungs-bedürftig und das operative Regelwerk in der Regel auch, denn alle TCN haben ihre eigenen operativen Standards und TCN wechseln im Laufe einer Operation.
    Bei UNIFIL saßen 2009 Zivilisten aus 69 und Soldaten aus 48 Staaten im Stab des Head of Delegation, der zufälliger Weise auch Force Commander war……können Sie sich das babylonische Wirrwar vorstellen, wenn der Head of Delegation und der Force Commander zwei Personen sind, eine lead-nation noch eine nationale militärische Operation parallel durchführt und der Vtg-Minister des Gastlandes als loose canon durchs Operationsgebiet reist ?
    Da würde ich auch nicht auf Zuruf in der Abenddämmerung nach Kidal fliegen.
    .

  • Tom_Weinreich   |   21. Juni 2014 - 14:42

    Wie verlässlich ist man als Partner, wenn man Kidal nicht mehr anfliegt und einen doppelten Führungsvorbehalt (BefH EinsFüKdo und Insp Lw) installiert? Wie professionell ist es, bei MINUSMA ein deutsches Verbindungselement für die Freigabe des Lufttransports zu installieren und es innerhalb eines Jahres nicht hinzubekommen, dass dieser sicher und schnell mit den Adressaten des Führungsvorbehalts kommunizieren kann?

  • Memoria   |   21. Juni 2014 - 14:48

    @klabautermann:
    Stimmt, da wird der schwer verwundete malische Soldat sicher Verständnis für haben. Wir haben ja nur MedEvac den Planern als Fähigkeit zugesagt.

    Aber die Niederländer, Franzosen, Dänen etc.im FHQ sind ja eh alles inkompetente Gestalten.

    Entweder man macht es oder man läßt es.
    Wir kriegen es nicht mal im Schwerpunktland hin uns nicht komplett zu blamieren.

    Aber dank Ihnen bekommen wir auch einen sehr guten Einblick in die Denkweise an anderer Stelle: Die anderen sind schuld, wenn halt alle so gut wären wie wir, ja dann könnte man auch vernünftig zusammenarbeiten. An unserer völlig verkorksten Art zu führen liegt es überhaupt nicht, weil wir sind ja super (s.o.).

    Wenn das alles so schlimm ist (was ich durch Freunde bei der UN im Grundtenor ja bestätigen kann), wo ist denn dann der entsprechende militärische Ratschlag?
    Oder unser konzentrierter Plan am jetzigen Zustand bei DPKO mit anderen etwas zu ändern?

  • klabautermann   |   21. Juni 2014 - 14:51

    @Memoria

    Sorry, aber ich bin da im Falle MINUSMA nicht auf Ihrer Seite. Auch die Dänen werden nicht nachts nach Kidal fliegen, wenn nicht klar ist ob die Landebahn safe und secure ist und wer dafür zuständig ist.
    Das wir im Bereich Rüstung/Ausrüstung verdammt viel Mist gebaut haben und unsere politisch-operative Führung in der Anwendung des nationalen Regelwerkes vielleicht zu viel operative safety-first-mentality an den Tag legt, will ich ja gar nicht abstreiten.
    However, im Falle Mali ist das safety-first-denken auch unabhängig von Rüst- und Ausbildungsstand imho durchaus angebracht.

  • elagabalu   |   21. Juni 2014 - 14:51

    @freyarm
    „übertriebene Vorsicht“ ? muß man überall alles „mitmachen“ ? ist nicht die Unversehrtheit der Soldaten ein sehr hohes Gut ? bei dem man immer sehr gewissenhaft abwägen sollte ob das Risiko „lohnt“.
    – Die Transall ist alt, Technik 50er, geb. 60er. Man denke an ein Auto! Aber immer wieder modernisiert. Die Trw-technik erfordert aber z.B. das „Leistung“ sprich Kraftstoff weggenommen(abgetrimmt) wird in Abhängigkeit von der Platzhöhe und der Temp. so dass immer weniger Nutzlast mitgenommen werden kann. Ich weiß die aktuelle Platzhöhe und Temperatur nicht aber in Nairobi (Kigali) führte das dazu das die Transall nur noch Strandmatten (max ca. 5t) fliegen konnte und das auch nur bei einem Start in den frühen Morgenstunden, selbe Problem übrigens in MES.
    -Natürlich kann die Transall Nachts fliegen, Landen allerdings nur auf entspechenden Flugplätzen je nach Sicht und Ausrüstung des Towers bzw. Radars. (ist nicht mein originäres Fachgebiet, kann sich vieleicht ein Controller oder Pilot zu äußern)
    Trotzdem bin ich der zugegeben subjektiven Meinung das der Ausbildungsstand (obwohl die immer weniger werdenden Übungs;Flugstunden ein Problem sind) sehr gut ist und die Transall ausgerüstet mit Abwehrmaßnahmen, mit ihren immer noch überragenden Kurz Start, Kurz Landungs Eigenschaften mit zu den besten zählt.
    -Das der A400 diese Eigenschaften lange noch nicht hat, und in Gänze nie haben wird, weil ein ganz anderes Konzept. Das es sinnvoller (das Wort fehlt anscheinend bei der Beschaffung von Gerät) gewesen wäre, seinerzeit eine C130 und ein „großes Flugzeug“ evtl. auf Europäischer Ebene zu beschaffen wurde hier in der Vergangenheit
    mehrfach besprochen.

  • klabautermann   |   21. Juni 2014 - 14:56

    @Memoria

    „Stimmt, da wird der schwer verwundete malische Soldat sicher Verständnis für haben. Wir haben ja nur MedEvac den Planern als Fähigkeit zugesagt.“

    Jau, aber keine CasEvac und MedEvac afaIk für die Blauhelme !

  • klabautermann   |   21. Juni 2014 - 15:01

    http://www.iten-online.ch/klima/afrika/mali/kidal.htm

    Das Klimadiagramm von Kidal als Ergänzung zu @elagabalu’s Kommentar.

    Kann ja mal ’nen Pilot interpretieren.

  • xyz   |   21. Juni 2014 - 15:05

    “ „Wir haben Schlüsselkapazitäten und Fähigkeiten, die andere Nationen so nicht haben“, sagte von der Leyen.“

    Prust… Welche Fähigkeiten sollen das denn sein?

  • axel_f   |   21. Juni 2014 - 15:06

    Das muss bestimmt eine verwechslung sein da die Transall ausgezeichnet [sic] für Afrika geeignet ist.

    Transall C-160D

    Die Transall C-160D ist ein in deutsch-französischer Kooperation entwickeltes und gebautes taktisches Transportflugzeug mittlerer Größe. Aufgrund der Bauweise ist die Transall ausgezeichnet für den Einsatz auf Behelfsflugplätzen, wie zum Beispiel in Afrika üblich, geeignet.

    http://www.luftwaffe.de/portal/a/luftwaffe/!ut/p/c4/04_SB8K8xLLM9MSSzPy8xBz9CP3I5EyrpHK9nHK98sS0NL2SosQ8vWRDMwP9gmxHRQBBAWlE/

  • klabautermann   |   21. Juni 2014 - 15:10

    @Memoria

    „Wenn das alles so schlimm ist (was ich durch Freunde bei der UN im Grundtenor ja bestätigen kann), wo ist denn dann der entsprechende militärische Ratschlag?
    Oder unser konzentrierter Plan am jetzigen Zustand bei DPKO mit anderen etwas zu ändern?“

    Zur Beratung gehören immer 2:
    einer der berät und einer, der sich beraten lassen muß, weil er der Entscheidungsträger ist, und der der Beratung blind vertrauen muß, weil er keine Fach- und Sachkenntnis hat.
    Und da kommen wir ganz schnell zusammen insbesondere bei Deutsche Luftwaffe…….mehr will ich nicht sagen.

  • Voodoo   |   21. Juni 2014 - 15:14

    @xyz (OT-Nachtrag)

    Die Forderung, den PUMA in den A400M zu quetschen, kam aber von Seiten der Bw – und die war m.W.n. bis jetzt (!) nicht in der Lage, diesen Schwachsinn zu beenden. Sowohl Airbus- als auch KMW-Ingenieure wären wohl extrem dankbar dafür, inkl. diverser Herren mit grünem Barett.

    (Will das hier nicht highjacken, aber das SPz-Projekt tendiert mal wieder Richtung eierlegender Wollmilchsau und Leuchtturm-Technologieträger-Luftschloss, das die Realität nicht abbilden kann – Stichwort: Sichtmittel der Besatzung…) Btt.

  • Memoria   |   21. Juni 2014 - 15:17

    @klabautermann:
    „aber keine CasEvac und MedEvac afaIk für die Blauhelme !“
    Verstehe ich nicht. Sie meinen also wir zeigen zwar MedEvac (in-theatre) als Fähigkeit an – meinen es aber nicht so?
    Weil zu dunkel, zu gefährlich…

    Oder wir unterscheiden zwischen MINUSMA-Personal im FHQ und Blauhelmen? Oder wie jetzt?

    Wie war das mit Planung, Kompetenz, Professionalität, etc?

  • Tom Kabel   |   21. Juni 2014 - 15:22

    Moin! Aus den gesammelten Kommentaren der hier tonangebenden Protagonisten wird eines überdeutlich: tiefe Frustration, ewige Besserwisserei und grandiose Selbstüberschätzung. Ist es verlorene Liebe, karmesinrote Enttäuschung oder das Eingeständnis, nur zusehen – nicht mitentscheiden – zu müssen? Vielleicht eine Mischung…
    Teils ordentliche Argumente werden immer wieder durch diesen „Abkotz“-Ton konterkariert! Schade eigentlich.

  • xyz   |   21. Juni 2014 - 15:24

    “ Das es sinnvoller (das Wort fehlt anscheinend bei der Beschaffung von Gerät) gewesen wäre, seinerzeit eine C130 und ein “großes Flugzeug” evtl. auf Europäischer Ebene zu beschaffen wurde hier in der Vergangenheit“

    Und das „große Flugzeug“ wäre dann besser gelaufen als der A400M? Marktpotential wäre neben der C17 nicht vorhanden gewesen. Der A400M bietet wenigstens diverse Alleinstellungsmerkmale und wird sicherlich seine Kunden finden.

    Marktverfügbare Ergänzungsmöglichkeiten gibt es mit C-295, CN-235, C130, C-27J im taktischen und mit der C17 im strategischen Lufttransport wirklich genug. Aber die Luftwaffe will ja künftig nur 1 LTG betreiben. Da wird’s natürlich eng. Wie soll das eigentlich zukünftig laufen mit nur 40 A400M? Nachrüstung? Ausbildung? Wartung? Flugstunden?

  • Cptn.Crunch   |   21. Juni 2014 - 15:30

    Eigentlich ist das doch ein glücklicher Zufall.

    Da UVDL ja sehr konkrete Karriere-Ambitionen hat (Merkels Nachfolge), steht Sie mit ihrer „was wir besonders gut können“-Aussage schlecht da, und wird dementsprechend erzürnt sein und zum eisernen Besen greifen.

    Mit ein bischen Glück wird Sie also unter dem Eindruck dieser Blamage, um sich herum ein bisschen „aufäumen“, und die Leute die Sie so fachkundig beraten haben, auswechseln.

  • Georg   |   21. Juni 2014 - 15:36

    Kidal liegt 500 m über N.N., Nairobi auf 1161 m über N.N.

    Dies macht schon einen erheblichen Unterschied in der Dichtehöhe (und die ist entscheidend für die Flugleistungen ) aus.

    Nach all den Kommentaren hier, bin ich der Meinung, keine Nation wird nach Kidal fliegen, wenn nicht feststeht in wessen Hand der Flugplatz sich befindet. In Kidal landen und nach dem Öffnen der Heckklappe in die Mündungen von AK 47 zu schauen, stelle ich mir nicht besonders anziehend vor.
    Die richtige Reihenfolge ist wohl, erst den Flugplatz mit eigegen Truppen zu sichern und ihn dann anzufliegen. Das haben die Franzosen letztes Jahr so bei ihrer Operation in Mali gemacht, die Russen dieses Jahr auf der Krim und die Ukraine hat gerade schmerzlich erfahren, dass ein Flughafen nur angeflogen werden kann, wenn die Umgebung des Flughafens vorher gesichert worden ist.
    Insofern verstehe ich die Diskussion hier momentan nicht so ganz, wer möchte denn von den Kommentatoren hier in der Maschine sitzen, die nachts die (Staub) Piste von Kidal anfliegt, wenn jeder selbst ernannte Krieger mit seiner AK 47 oder mit einem Maschinengewehr auf einem japanischen Pick-Up Tontaubenschießen im Landeanflug macht ? Bekanntlich sind viele Jäger des Hasens Tod !

  • xyz   |   21. Juni 2014 - 15:37

    @Voodoo:
    „Die Forderung, den PUMA in den A400M zu quetschen, kam aber von Seiten der Bw – und die war m.W.n. bis jetzt (!) nicht in der Lage, diesen Schwachsinn zu beenden. “

    Ist mir bekannt. War missverständlich formuliert. Generell ist die Gewichtseinsparung beim Puma für den Einsatz sicherlich sehr nützlich. Aber inzwischen rechnet man schon im Grammbereich, um den Lufttransport mit dem A400M zu ermöglichen. Würde man das bleiben lassen, dann wäre das Ding vielleicht 500kg schwerer. Was solls.

    Weiß eh nicht wo bei 32 Tonnen die Reserven für zukünftige Nachrüstungen sein sollen. D.h. der Puma fliegt wahrscheinlich nur bis zur ersten KWS mit dem A400M.

  • Georg   |   21. Juni 2014 - 15:38

    PS: Korrektur Nairobi auf 1661 m über N.N. also 1100 m höher

  • T.Wiegold   |   21. Juni 2014 - 15:42

    @all

    Kleiner Nachtrag oben. Das sieht nach einer sehr vielschichtigen Geschichte aus – in der nun offensichtlich Alter und Fähigkeiten der Trall nur ein Steinchen im Mosaik sind…

  • Memoria   |   21. Juni 2014 - 15:49

    @Georg:
    Es ist ja nicht so, dass der Flughafen von Kidal laufend außer Kontrolle ist.
    Wir haben hingegen bereits am 23.04.14 schon beim Umsetzten von Sprengfallen in Flughafennähe den Anflug ausgesetzt (http://augengeradeaus.net/2014/05/nach-gewaltausbruch-stoppt-bundeswehr-erneut-fluege-nach-kidal/#more-15678).
    Unmittelbar danach kam es bei MINUSMA zu Verwundeten.

    Wir standen somit mehrfach als Fähigkeit nicht zur Verfügung.
    Da mag es auch andere Gründe zum Abzug geben, aber wie das Verhalten der Luftwaffe seit April ignoriert oder gut geheißen wird verwundert mich schon.

  • der unbekannte   |   21. Juni 2014 - 15:54

    Also das mit der Nachtsichtfähigkeit ist seit über 2 Jahren in Arbeit, sieht auch toll aus. Nur wirklich voran gehen tut nichts.
    Und MOSS gibts auch schon, aber nur bei einer Maschine…

    So und jetzt warten wir mal ab ob es mit dem Wunderflieger A400M besser wird, ich glaube nicht …

  • Memoria   |   21. Juni 2014 - 15:58

    Übrigens Ende Mai 2014 flogen nach Kidal dann die Dänen:
    „Dans la soirée, vers 20 heures, un avion de transport C-130 de l’Escadron danois de la MINUSMA s’est posé sur la piste de l’aéroport de Bamako avec à son bord 80 soldats des FAMa rapatriés de Kidal, parmi lesquels se trouvaient 38 blessés. Ces blessés ont ensuite été pris en charge par le Service de santé de l’Armée malienne.“
    http://www.malijet.com/actualte_dans_les_regions_du_mali/rebellion_au_nord_du_mali/102600-la-minusma-traite-et-rapatrie-depuis-kidal-des-soldats-des-force.html

  • B S   |   21. Juni 2014 - 16:14

    Die Maschine ist mal wieder nur ein Teil des Problems.
    Typischer Bw – Reflex: wir haben ein Problem erkannt. Wir versuchen es technisch zu lösen… Der Faktor Ausbildung und den Willen, es einzusetzen, wird nicht beachtet.
    Nur Teile der Besatzungen (hauptsächlich SOF) hat die Notwendigkeit für NVG erkannt und auch schon mit Ausbildung begonnen. Das Vorhaben wurde aber jahrelang, auch mal wieder durch Expertiseträger im Amt, intern torpediert und verzögert. Viele Besatzungen sehen diese Notwendigkeit immer noch nicht.

    Für militärische Bedarfsträger ist dies eine unverzichtbare Fähigkeit, sie wird international einfach vorausgesetzt.

    Einfach eine Maschine kaufen, die die Fähigkeit hat, nützt mal gar nichts. Man braucht immer noch Besatzungen, die es nutzen können und wollen.
    Leider werden unsere LFZ aber oft von Luftfahrzeugführern geflogen und verwaltet, welche mit Militär wenig am Hut haben. Sie vergleichen sich, besonders im Bereich C160, eher mit der zivilen Luftfahrt, als mit militärischen Counterparts anderer Nationen. Der Weg über C160 in die Flugbereitschaft, dort ein gängiges Typerating abgreifen um kündigen zu können ist, sogar nachvollziehbar, deutlich attraktiver, als der militärische Flugdienst der LTG.

    Wo wir wieder bei der Attraktivität wären. Flachbildschirme sind halt billiger als zeitgemässe Fluggeräte um sie zeitgemäss zu nutzen. Für viele in diesem Bereich Tätige wäre es deutlich attraktiver, sich aufgrund nationaler Einschränkungen, egal ob militär-politisch, technisch oder taktisch, mal nicht mehr international schämen zu müssen…

  • T.Wiegold   |   21. Juni 2014 - 16:19

    Irgendeiner erläutert für die Nicht-Fachleute schon noch MOSS und NVG?