DroneWatch: Jetzt frag‘ ich meinen Experten

20140630_165911

Nachdem der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, der SPD-Abgeordnete Hans-Peter Bartels, bereits am (heutigen) Montagmorgen den Ton für die Experten-Anhörung zu bewaffneten Drohnen gesetzt hatte, war schon klar: Die Fachleute sollten vor allem die weitgehend feststehenden Ansichten der jeweiligen Fraktionen bedienen. Motto: Jetzt frag‘ ich meinen Experten (wofür die Experten selbst ja nichts können). weiterlesen

Der ‚Tiger‘ beendet den Afghanistan-Einsatz (neu: Bundeswehr-Nachtrag)

TigerFlyout_klein

Nach gut eineinhalb Jahren am Hindukusch ist der Einsatz der deutschen Tiger-Kampfhubschrauber in Afghanistan beendet. Im Camp Marmal in Masar-i-Scharif fand am (heutigen) Montagnachmittag der Appell statt, mit dem die Helikopter offiziell verabschiedet werden; für den Abend war eine Tiger Fly Out Party geplant (s. Foto oben).

Die vier Kampfhubschrauber waren Ende 2012 nach Afghanistan verlegt worden und hatten im Dezember jenen Jahres ihre ersten Probeflüge absolviert, einsatzbereit waren sie seit Februar 2013. Noch habe ich keine Statistik dieses Einsatzes; neben den Flügen und Flugstunden insgesamt ist ja insbesondere die Frage interessant, wie oft der Tiger scharf geschossen hat. Nach meiner Erinnerung war der bislang einzige bekannt gewordene scharfe Einsatz am 4. Mai 2013 bei dem Gefecht, in dem ein KSK-Soldat gefallen war.

Nachtrag: Die Bundeswehr hat jetzt was zum Ende des Tiger-Einsatzes veröffentlicht, inklusive einer kleinen Statistik: weiterlesen

DroneWatch: Auf in die Woche des Streits

Reaper-Symbolbild

Die verteidigungspolitische Debatte in dieser Woche in Deutschland dürfte ganz im Zeichen der Drohnen stehen.Am (heutigen) Montag hört der Verteidigungsausschuss des Bundestages Experten zu der Frage, ob die deutschen Streitkräfte mit bewaffneten unbemannten fliegenden Systemen (die Luftwaffe bevorzugt die Bezeichnung Remotely Piloted Aircraft, ferngesteuerte Luftfahrzeuge) ausgerüstet werden sollen, und Mitte der Woche wird sich vermutlich auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen dazu positionieren.

Den Auftakt zur aktuellen Debatte liefert der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, der SPD-Abgeordnete Hans-Peter Bartels, im Deutschlandfunk mit einer klaren Absage an diese Waffensysteme:

Andere Szenarien, die gelegentlich vorgetragen werden, auch im letzten Jahr durch den damaligen Verteidigungsminister de Maizière vorgetragen wurden, etwa luftnahe Unterstützung für kämpfende Truppen am Boden, sind nicht sehr überzeugend. Ich habe da auch die Bundesregierung mal gefragt, wie oft ist das denn in den 13 Jahren, die wir in Afghanistan gemeinsam mit den Amerikanern, mit der NATO im Einsatz sind, wie oft ist das vorgekommen im Zusammenhang mit deutschen Truppen, und insgesamt waren es zwei solcher Einsätze. (…) weiterlesen

Mehr als zwei Drittel aller amerikanischen Jugendlichen untauglich

Mal als Randbemerkung zur deutschen Debatte über Nachwuchsgewinnung und mögliche Absenkung von Standards in der Bundeswehr: Die US-Streitkräfte scheinen da in ein ungleich massiveres Problem reinzulaufen. Aus einem Bericht des Wall Street Journal:

The military services don’t keep figures on how many people they turn away. But the Defense Department estimates 71% of the roughly 34 million 17- to 24-year-olds in the U.S. would fail to qualify to enlist in the military if they tried, a figure that doesn’t even include those turned away for tattoos or other cosmetic issues.

Der häufigste Grund für die Untauglichkeit ist übrigens – Übergewicht.

(Archivbild: U.S. Army recruits wait in line for their initial haircut while still partially dressed in their civilian clothes during basic combat training at Fort Jackson, S.C., Jan. 16, 2008 – U.S. Air Force photo by Senior Airman Micky M. Bazaldua)

Das große Facebook-Experiment: Die U.S. Army finanzierte mit – KORREKTUR

facebook-scrn

KORREKTUR 30. Juni: Die Universität, die die Studie durchführte, hat ihre Angaben zur Finanzierung widerrufen und erklärt nunmehr, dass die U.S. Army NICHT finanziell beteiligt war:

Correction: An earlier version of this story reported that the study was funded in part by the James S. McDonnell Foundation and the Army Research Office. In fact, the study received no external funding.

Damit ist die Grundlage für diese Meldung entfallen – aber ein bisschen merkwürdig ist das schon…

Hier mein ursprünglicher Eintrag:

Ein Experiment, das der Social-Media-Gigant Facebook vor gut zwei Jahren mit Hunderttausenden englischsprachigen Nutzern durchführte, ist am (heutigen) Sonntag ein Aufreger im Internet: weiterlesen

weiter »