„Ich bin stolz, Ihre Verteidigungsministerin sein zu dürfen“

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Zum Besuch von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in Afghanistan gibt’s von mir bei Zeit Online (demnächst) noch mehr zu lesen – aus Arbeits- und vor allem aus technischen Gründen deshalb hier nur noch was zur Dokumentation: Die Ansprache der Ministerin vor den Soldaten mit dem denkwürdigen Satz:

Ich bin von ganzem Herzen stolz und dankbar, Ihre Verteidigungsministerin sein zu dürfen. Ich möchte Ihnen sagen, dass ich immer für Sie da bin. Ich nehme diese Aufgabe sehr ernst.

Die Rede hier zum Nachhören:

(Foto: Von der Leyen mit dem Kommandeur RC North, Generalmajor Jörg Vollmer, am Ehrenhain des Camp Marmal)

72 Gedanken zu „„Ich bin stolz, Ihre Verteidigungsministerin sein zu dürfen“

  1. Das hörte sich gut an. Ton und Melodie stimmen, auch wenn alle wissen, dass es nicht nur um Worte, sondern auch um Taten geht. Danke T.W. für ihre Arbeit. Nebenbei, wann können wir in Zeit online lesen?

  2. @ Viva
    Wie gesagt, Taten! Gemessen an diesen Worten. Taten auch wenn es hart wird, einsam ob der Schwere der Entscheidung, wenn die Medien nicht nach schönen Bildern gieren. Taten, gemessen an den Vorgaben. Auch an den eigenen. Die Truppe spürt wer selbstlos und wahrhaftig ist, schon beim Gruppenführer bis hin zu Kommandeuren, Inspekteuren, Befehlshabern, Staatssekretären, Ministern. Große Worte nur bei großer Leistung. Da sind die Frauen und Männer kritisch, sich selbst gegenüber aber auch gegenüber der Führung/Leitung. Mit diesen Worten ist die Meßlatte nun noch höher. Gut also. Nun kommt (wieder!) harte Arbeit. Von allen.

  3. @ AKamp

    „Da sind die Frauen und Männer kritisch, sich selbst gegenüber aber auch gegenüber …“

    Nein, sind sie nicht und waren sie auch nie zuvor. Daran kranken die Truppe und das BMVg seit Langem. Diejenigen, die unten sind, schimpfen auf „die da oben“ (Ministerium, Politik, Generalität, Generalstabsoffiziere etc. – die Liste lässt sich je nach Perspektive beliebig erweitern). Und diejenigen, die irgendwo oben sind, machen es umgekehrt. Keiner ist besser als man selbst, nur grottenschlechter und in jedem Fall an allen Miseren schuld. Das Abschieben jeglicher Verantwortung wahlweise nach oben oder nach unten wird zur Perfektion getrieben. Das Ergebnis freilich ist alles andere als perfekt. Ein „Wir-Gefühl“ sieht jedenfalls anders aus.

    Bester Beweis für diese Beobachtung: Ein Großteil der Kommentare in diesem Blog. Bisweilen auch mal Selbstkritik? Fehlanzeige. (Wobei das in einem Blog, anders als in der realen Welt, nicht ganz so entscheidend ist.)

    Wie kommt das eigentlich? Vielleicht hat das sowohl etwas mit latent mangelndem Selbstbewusstsein als auch mit einer merkwürdig rigiden Fehlerkultur zu tun. Wenn die neue Ministerin es jedenfalls schafft, gezielt und geduldig diese allgemeine Grundeinstellung zu einer radikalen Änderung zu bringen (ja sogar: sie zu erzwingen), werden sich viele der gegenwärtigen Probleme von selbst lösen. Auf allen Ebenen.

  4. @KeLaBe:
    Danke. Volltreffer.
    Dieser Kulturwandel ist genauso notwendig wie schwierig für jede Großorganisation.
    Hat eine Ministerin, die den Ministerposten als Durchgangsposten sieht, hierfür genug Kraft, Mut und Ausdauer?
    Trotzdem gilt natürlich davon unabhängig:
    Wenn jeder an seiner Stelle die eigenen Ansprüche an andere selbst beherzigt, dann ist man einer schlagkräftigen Bundeswehr schon weitaus näher.

  5. Zu der Ministerin wurde hier ja schon viel gesagt.

    Dennoch kann man auch ein wenig in Richtung Bundeswehr reflektieren.

    So spricht es schon Bände, wenn man sieht, wie sehr die Bundeswehr, oder zu Mindestens BW nahe Menschen hier in diesem Forum, jedes Wort dieser Ministerin, aufsaugen wie ein schwamm den man in einer Wüste aus Bürokraten-Sand austrocknen lassen hat.

    Daran sieht man deutlich dass das geächzte im Gebälk der Bundeswehr kein medialer Hype gegen TdM war , sondern dass er tatsächlich ein Problem darstellte. Als Außenstehender ist mir diese Beurteilungbis jetzt nie völlig klar gewesen, bzw. hatte ich es schwer daran zu glauben. Nun könnte man es als belegt gelten lassen .
    Es ist zu hoffen dass diese Aufkeimende „Hoffnung“ keine messianische wird. Sondern sich in der Zukunft in Taten sowie wesentlich wichtiger ,

    in positiven Resultaten niederschlägt.

    Hoffnung wird dabei vor allen Dingen dadurch geweckt, dass Sie die Medien auf Ihre Seite bringt/hat, damit zeigt Sie dass sie das System KTG verstanden hat, etwas was für TdM wohl zu hoch oder unpreußisch war.
    Medial aufbereitet; quasi eine Ministerin die Gegen verrostete Generalitäten und Führungskader zu Felde zieht. Sowas lässt sich sicher gut verkaufen.

  6. @ KeLaBe
    wir haben möglicherweise unterschiedliche Erfahrungen. Meine sind genau wie beschrieben. Es wird nicht einfach „geschimpft“. Das ist ein Vorurteil. Truppe ist meiner Erfahrung nach nicht so beschränkt, es einfach auf denen „da oben (Ministerium, Politik, Generalität, Generalstabsoffiziere etc.“) abzuladen. Aber jeder, so sieht man das, hat seinen Auftrag, seine Aufgabe. Bei Truppe scheint alles überschaubar, da ist man schnell kritisch, da liegen schnell einfache Lösungen auf der Hand. So einfach ist esaber nicht, Truppe denkt, jeder im Team Bundeswehr hat doch seinen „Job“. Jeder kann sich auf jeden verlassen. Im Einsatz ist das dann besonders wichtig. Zu einfach? Nein, so denke ich. Und nur an der tatsächlichen Aufgabeerfüllung wird man gemessen. Meist sogar in aller Bescheidenheit. Denn es gibt doch kein „oben“ und „unten“. Und große Worte werden dann schnell messbar. Ich vermute, da können wir uns einigen?

  7. Ich denke, dass man weder in die eine, noch in die andere Richtung pauschalisieren sollte. Und ja, keiner wird sich via blog den Spiegel vorhalten. Überall gibt es sehr gute und teilweise auch nur gute Meschen. Vermutlich wird es nie ein Minister / Ministerin alleine schaffen, den beschriebenen Kulturwandel zu erzeugen. Ich wäre dankbar, wenn man dahingehend zumindest die Führungskräfte in der oberen Etage (mil/ziv) für dieses Thema öffnen könnte. Jeder muss sich in seiner jeweiligen Rolle auswirken, egal ob Spieß, Kommandeur oder Ministerin. Und egal ob oben oder unten, es geht immer um Taten. Das betrifft den Gruppenführer im Einsatz oder die Ministerin in der Politik. Viele Gruppenführer haben bereits durch Taten überzeugt und vdL wird es hoffentlich auch tun, hoffe ich.

  8. @ Klabautermann: das ist das einzige Problem, dass ich mit der Reise habe. Das ist aber auch der einzige Negativ-Punkt, der mir aus dem Einsatz gemailt (gut, waren nur fünf mails) wurde. Auch hier ist die Frage, wer die BMin dazu beraten hat bzw. wer ihr hätte etwas anderes vorschlagen sollen. Manchmal ist nunmal weniger mehr ;-)

  9. Wir sollten nun sowohl positiv als auch negativ die „Kirche im Dorf“ lassen.

    Auch ich halte vdL für ein politisches Schwergewicht, die einiges durchsetzen kann und wird und insgesamt ein Gewinn für das BMVg sein wird.

    Die Reise nach MeS war aber ein „moralisches MUSS“ und vorhersehbar.

    ALSO: Ruhig Brauner!

  10. @ AKamp

    Ihren letzten Gedanken stimme ich zu – solange sich ein gemeinsamer Erfolg einstellt.

    Das Problem ist aber, was passiert, wenn die Dinge mal nicht so laufen wie gewünscht oder geplant – und das passiert in einer Armee zwangsläufig sehr oft. Die „Friktionen“, von denen Clausewitz spricht, sind in der realen Welt kaum zu verhindern. Dann erst zeigt sich, wie stark der Zusammenhalt wirklich ist. Nach meiner Erfahrung stehen wir aus den genannten Gründen nicht besonders gut da, was eine selbstkritische Verarbeitung von (auch eigenen) Fehlern betrifft – was dann zwangsläufig auch auf eine gewisse Unfähigkeit des Lernens hinausläuft.

    Natürlich – @ Viva – darf man das auch nicht nur pauschal bewerten. Es gibt immer positive Beispiele. Aber es wäre falsch, Letztere als Anlass dafür zu nehmen, nicht an einer konsequenten Verbesserung der Führungskultur und Geführtenkultur zu arbeiten.

  11. KeLaBe | 22. Dezember 2013 – 19:01
    Clausewitz? Wer hat den noch wirklich gelesen und gar verstanden. Hier im Blog sicher einige.Mal ehrlich Im BMVg?
    / Ironie Im BMVg – Sicher alle Offiziere und Beamten/ Ironie Ende
    Aber trotzdem danke.

  12. @AKamp:
    Clausewitz lesen oder gar verstehen ist nicht Teil der Ausbildung eines deutschen Offiziers, Stabsoffiziers und auch nicht eines Generalstabsoffiziers.

    Das ist kein Witz.

  13. Wäre die Dame ohne Journalisten gereist, hätte sie meinen vollen Respekt! Ja aber, wird dann der ein oder andere sagen, und dann kommen die bekannten Argumente, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte, die aber jeder kennt. Nein, es ist so wie es in unserer Republik heute ist, rund 40 Journalisten dienen vorwiegend einem persönlichen Ziel. Soldaten, lasst euch nicht kirre machen … Die Dame ist nur auf der Durchreise!

  14. @ Memoria – Ironiezeichen vergessen? Ich kann es sonst nicht glauben. Gehört wohl auch nicht hierher, erklärt aber einiges….

  15. @Pionier: Same! 5-10 hättens auch getan. Und ganz ohne, dass wäre mal wirklich ein Statement gewesen!

  16. Gute reden schön
    Das andere sollte auch kommen , weil die Fahrzeuge sind zum Teil alt , Ausrüstung hat immer noch Defizit , und drohende andere neue Auslandeinsätze drohen und da werden die Soldaten weiter überfordert sein , weil dafür ist BW viel zu klein

  17. @AKamp:
    Ist kein Witz. Gehört vielleicht mehr hier her als man zunächst denkt, da es zeigt wie grundlegend die Probleme sind:
    Die Bundeswehr ist im Krieg von heute und soll auf den Krieg von morgen ausgerichtet werden.
    Aber Kriegs- und Konflikttheorie sind weiterhin kein Thema in der Führerausbildung. Und vermeintliche Experten (Generale) beraten dann die Ministerin. Müssen ja Experten sein, da sie Generale sind.
    Da fängt es schon an beim Blick hinter die Kulissen durch die Ministerin und ihre Berater.

  18. @Memoria

    In meinem Generalstabslehrgang gab es eine Seminarserie über Clausewitz und Jomini. Aber möglicherweise haben Sie als externer Industrievertreter da bessere Einblicke. Schon erstaunlich wie schnell hier abqualifiziert wird! Alleine ich Frage mich auf welcher Grundlage…

  19. @Stefan H.:
    Mir geht es um den Plichtteil in der Ausbildung.
    Die Seminarreihe kenne ich, aber diese ist nach meinem Stand nicht verpflichtend.
    Nach meinen Stand von diesem Jahr gibt es lediglich einen 2h-Unterricht zu Clausewitz im LGAN. Das ist der Pflichtteil. Damit kann man Clausewitz sicher nicht verstehen.
    Der einzige tiefergehende Behandlung von Clausewitz erfolgt im Rahmen der Veranstaltungen des sog. CNSS (siehe: http://www.clausewitznetzwerk.de).

    Aber es geht ja um mehr als Clausewitz.
    Weder im SOL noch im LGAN gibt es eine umfangreiche Auseinandersetzung mit Kriegs- und Konflikttheorien.
    Oder hab ich da was Grundlegendes verpasst?
    Grundlage meines Urteils ist vielleicht mehr Einsicht als sie annehmen.

  20. die rolle der medien, die hier einige zugrunde legen – 5-10, gar keine etc. – macht mir angst. das grenzt an absurdistan. tdw hätte also auch zuhause bleiben sollen? weiter schöne träume…

  21. @Stefan H., @Memoria
    Ich nehme jetzt mal ein Beispiel aus dem SOL IV. QT 2012. Dort wurde im Bereich Politik ,Wahlfach „Geostrategie“, durch den Dozenten das Thema relativ „einfach“ aufgearbeitet. Geostrategie ist ja quasi als Geografie zu verstehen.
    Mahan, Corbett, Mackinder, Spykman, Grey und weitere wichtige Bereiche wurden noch nicht mal erwähnt.
    Spricht dies für die Qualität der Ausbildung? Der Ausbilder? Des Curriculums?
    Darüber habe ich mich auch dieses Jahr bei einem Symposium mit einem ehemaligen Verantwortlichen für den Fachanteil an der FüAk ausgetauscht. Es war mitunter schwierig durch die Mauer der Borniertheit zu dringen. Erst als es etwas tiefer ging im Austausch und erkannt wurde, dass es tatsächlich interessierte und informierte unterhalb B3 gibt war die Mauer etwas besser durchdrungen.
    Genauso wie es hier auf immer wieder kaum Resonanz gibt, wenn man mal bspw Mahan erwähnt und ein paar Zeilen bringt. Aber das ist dann wieder noch ein anderes Thema.

  22. @NMWC und viva:
    Vielen Dank für den Faktencheck.
    Die Notwendigkeit Strategie-, Kriegs- und -theorie, Kriegsgeschichte als Grundlage auszubilden wird ja noch nicht mal anerkannt.

    Hier noch ein Beispiel aus dem OL 1 des Heeres:
    „Wir kehren zurück zu den Kameraden, die im Ausland endlich mal Clausewitz lesen durften/mussten, und unser “Enttäuschter” fragt sich, warum er stattdessen an der Offizierschule des Heeres das Institutionendesign der Europäischen Union auswendig lernen und nun irgendein zivil verwertbares Fach studieren muss.“
    http://augengeradeaus.net/2013/04/mehr-verweigernde-offiziere-13-prozent-leere-offiziersdienstposten/comment-page-2/#comments

  23. @ Clausewitz
    Leute, ihr verrennt euch doch da gerade. Es gibt nicht wirklich einen guten Grund Clausewitz zu lesen. (Sein fast 500-Seiten-Werk ist altertümlich geschrieben, sein Blickwinkel weitgehend auf Napoleon beschränkt, und viele seiner Beispiele und auch Rahmenbedingungen überholt und kaum etwas empirisch belegt.) Wichtig ist doch, dass die Kernaussagen gelehrt werden. Und das geht durchaus kompakter, systematischer und auch zeitgemäßer.

    Diese Historiker-/Nostalgie-/Traditions-/Bücherwurm-Schiene bringt doch nichts.

    Genausowenig wie man für Aufstandsbekämpfung Galula oder Mao gelesen haben muss. An deren Erkenntnisse kommt man heutzutage leichter. Ganz davon ab, dass seitdem wieder einiges gelernt wurde.

    Hier sollte man wirklich zwischen den Ebenen „Vermitteln von Wissen als Handwerkzeug“ und „Akademisches Arbeiten zum Gewinnen neuer Erkenntnisse“ unterscheiden. (Wobei, wahrscheinlich käme beides ohne Clausewitz-Lektüre aus…)

    Und da haperts eben teils schon beim Weitergeben der schon längst etablierten Grundlagen (anschauliches Beispiel Afghanistan, und das Fehlen von grundlegendem Wissen über Bürgerkriegs-Dynamiken).

  24. Zitat: „Ich bin von ganzem Herzen stolz und dankbar, Ihre Verteidigungsministerin sein zu dürfen. Ich möchte Ihnen sagen, dass ich immer für Sie da bin. Ich nehme diese Aufgabe sehr ernst.“

    Was hätte Sie auch sonst sagen sollen? ;-)

  25. SPON (in seinem üblich Stil) zum Truppenbesuch:

    „….. riesigen Tross von 43 Reportern zum Frühstück in die Kantine. Die Delegationsgröße war ein Rekord, so viele Berichterstatter, darunter auch Society-Blätter wie die „Bunte“, waren noch nie mit einem Minister am Hindukusch. Von der Leyen ist zweifellos der Star des neuen Kabinetts. Ihr Büro musste rund 20 weiteren Zeitungen absagen.
    Schon aus dem Frühstück wird ein kleines Spektakel. Die Kameras umringen den Tisch mit der ersten Frau an der Spitze des Verteidigungsministeriums und einigen Soldaten. Von der Leyen genießt ihre Rolle, schmiert sich ein Marmeladenbrötchen, schwenkt den Kopf von rechts nach links, alle Fotografen bekommen ein gutes Bild von ihr…..“

    Trotzdem ein Lob – sie bleibt über Nacht!

    Mal gespannt, was der gemeine Insurgent davon hält.

  26. @J.R.
    Ach ja richtig. Diese Sache mit den Quellen is ja wirklich soo oldschool und totaaaal unnötig. ;))
    „Diese Historiker-/Nostalgie-/Traditions-/Bücherwurm-Schiene bringt doch nichts.“
    Ich bin gerne uncool. Und so vorgestern.
    Sie propagieren also das lesen der Rezension, der Analyse der Zusammenfassung, der Sichtweise von sonstwoher. Weil der jeweilige Großmeister der Weisheit muss es ja wissen. Weil ist ja viel einfacher und schneller.
    Ich dagegen nehme gerne mal so eine Bücherwurm Historiker Nummer im Original in die Hand.
    1. lege ich gerne die Erkenntnisse der gesammelten Erkenntnisse der Analytiker (gerne auch Borniertheit der angeblich wissenden…)gegen das was in der Quelle steht.
    2. es macht einen wirklich nicht dümmer manchmal auch in überholten Blickwinkeln zu blättern
    3. Mir macht es Spass bspw den alten Mahan im Original zu lesen. Auch wenn es dauert und ich das nicht stundenlang am Stück tue. Aber bevor ich mir bspw „21st Century Mahan“ durchlesen will, möchte ich etwas genauer im Namensgeber geblättert haben.

    An Erkenntnisse leichter zu kommen…
    Ich kann ja nachvollziehen was sie damit meinen. Aber m.E. bedeutet leicht nicht unbedingt immer gut. Zu sehr verleitet es zu einer eigenen bornierten Sichtweise, denn man hat ja den aktuellen Großmeister der Analyse von XYZ kurz überflogen.
    Sie gestatten mir deshalb doch bestimmt weiter gehen den Strom zu schwimmen und eben nicht den leichten Weg zu nehmen. ;)
    „If everybody is thinking alike, somebody isn’t thinking.“

  27. @ CRM-Moderator
    „Trotzdem ein Lob – sie bleibt über Nacht!

    Da sollte man fairerweise hinzufügen, dass auch Herr de Maizière bei seinem ersten Afghanistanbesuch als Verteidigungsminister für zwei Tage in Afghanistan war.

  28. Nachtrag
    Es geht mir auch nicht darum jedes Wort von Clausewitz als „Gottgegeben“ hinzunehmen und alles als die Ultima Ratio zu sehen.
    Aber manchmal kann man Diskurse auch mit Passagen begleiten bzw beginnen und sich auch gerne an den „Alten Klassikern“ reiben.
    Man nehme eine Passage wie diese hier:
    „Naval strategy has indeed for its end to found, support, and increase, as well in peace as in war, the sea power of a country;“ and therefore its study has an interest and value for all citizens of a free country, but especially for those who are charged with its foreign and military relations.“
    Und lege sie gegen die Erkenntnisse/ etablierte Grundlagen.
    Damit wir uns jetzt nicht missverstehen worauf ich auch hinaus wollte.

  29. @ J.R.

    Entschuldigung, aber das ist jetzt provokativer Blödsinn, den Sie da schreiben. Das wissen Sie vermutlich auch.

    Wer will schon Clausewitz mit der Absicht lesen, seine in der Tat geschchtlich überholten Erkenntnisse 1:1 in der heutigen Zeit anzuwenden? Niemand. Darum geht es aber auch gar nicht. Vielmehr ist es wichtig, sich mit den Klassikern der Kriegstheorie (heute würde man wohl eher sagen: Sicherheitspolitik) zu befassen, um ab und zu auch mal über den Tellerrand der Alltagsrealität zu schauen. Druckbetankung mittels zusammengefasstem „Wissen als Handwerkszeug“, wie Sie das fordern, führt exakt zu dem stromlinienförmigen militärischen Führer, der vielleicht in der Regel effektiv „funktioniert“, den aber eigentlich niemand will. Nein, von einem Generalstabsoffizier verlange ich persönlich schon etwas mehr geistigen Tiefgang.

    (Übrigens: Wenn Sie Clausewitz vorwerfen, seine Ausführungen seien nicht empirisch belegt, dann tun Sie ihm unrecht. Denn – um das wissenschaftstheoretisch zu formulieren – ging es ihm nicht darum, irgendwelche normativen Thesen zu formulieren. Sondern er hat den Versuch gewagt, die von ihm beobachtete Wirklichkeit über das Wesen des Krieges und der Kriegführung deskriptiv zu beschreiben. Aber das nur am Rande.)

    @ Memoria

    Ihre Erfahrungen muss ich leider teilen. Merkwürdigerweise (zumindest empfinde ich das im Nachgang so) habe ich selbst mich in Hamburg nie mit Clausewitz beschäftigt (es wurde bei uns nicht angeboten, geschweige denn verpflichtend gefordert), wohl aber im Rahmen einer weiteren Ausbildung in den USA, und dort wirklich intensiv. Wie gesagt: merkwürdig. Falls sich da an der FüAk in der Zwischenzeit etwas verändert hat, wäre das super.

    @ NMWC

    Hab Ihren Kommentar gerade erst gelesen und finde ihn zutreffend.

  30. @NMWC u. J.R.:
    Im Kern geht es doch darum für die Führungskräfte der Bundeswehr eine Ausbildung anzulegen, die Gewaltandrohung und -anwendung auf einem gewissen Abstraktionsniveau thematisiert. Dabei geben die Klassiker – in Kombination mit der aktuellen Forschung – die Grundlage.

    Dieser intellektuelle Zugang über Krieg nachzudenken fehlt eben.
    Ja es wird nicht mal verstanden, dass hier etwas Elementares fehlt. Wie schrieb Marc Bloch 1940 über die französische Generalität: „Unsere Chefs waren unfähig, den Krieg zu denken.“

    Über Krieg nachdenken ist eben weitaus mehr als das Beherrschen der HDv 100er-Reihe und der NATO-Verfahren.

    Aber da hab ich mich jetzt sicher wieder zu weit aus dem Fenster gelehnt.

  31. @Memoria:

    Ersteinmal volle Zustimmung bezüglich der mangelnden kriegstheoretischen Ausbildung der Bundeswehr. Es ist wahrlich eine Schande, wenn man bedenkt, dass die deutsche Armee lange Zeit Weltspitze mit ihrer militärischen Ausbildung war.

    Allerdings geht Ihr Einblick, zu Ihrem Glück wohl nicht tief genug. Die Masse der Kommandeure die zuletzt im GÜZ „beübt“ wurden, haben die HDv´s der 1er-Reihe mit Sicherheit nicht beherrscht, schließlich waren Sie oftmals nicht einmal in der Lage ein sauberes FNAKI zu formulieren.
    Wohlgemerkt handelt es sich hauptsächlich um Generalstabsoffiziere „mbL“, schließlich ist das heute quasi, dank mangelnder Anzahl an Bataillonen, Voraussetzung um Kommandeur zu werden.
    Aber ich bin mir sicher, das die Herren hervorragende Vorlagen schreiben können!

    Umso bitterer wenn man unsere ach so wichtigen Traditionslinien bedenkt.

    Aber anscheinend braucht es erst wieder ein Jena Auerstedt. In Afghanistan haben wir ja bisher Glück gehabt, mir graust bei der Vorstellung unser Feind im Norden hätte die dieselbe Stärke und Intelligenz gehabt wie es in anderen Landesteilen der Fall war.

  32. @ Ghost Bear
    Das ist schwere Kost von Ihnen.
    Zunächst- Keiner braucht ein von Ihnen beschriebenes Jena Auerstedt! Keiner! Ich halte Ihre Überzeichnung für nicht angemesssen.
    Wenn doch das alles in Bezug auf das GÜZ/Kommandeure so stimmt, woran liegt es dann, das man dann überhaupt Kommandeur wird. Was sind denn die Kriterien? Ein guter Lehrgang In HH? Dann Vorlagen schreiben? Diejenigen, welche Personal fördern/ auswählen, die wissen doch genau, wozu man Kommandeure braucht? Wenn man gute Mitarbeiter eines Ministeriums braucht, da sind doch andere Sachen wichtig gegenüber einem Kommandeur mit direktem Kontakt zu den Soldaten. Solche Sachen sind aber m.E. so selbstverständlich, dass man hier besser nicht das Thema eröffnet?
    @ CRM-Moderator
    Sie versteht mit den Instrumenten einer „Polibühne“ umzugehen. Zunächst gut so. Aber wir kenne doch den „Zauberlehrling“. Abwarten. Chance geben! Es sind zunächst noch nicht mal 10 Tage im Amt. Sind wir also noch frohgestimmt. Denn es nutzt derzeit unserer Bundeswehr.
    @ AKamp
    Richtig, nun ist Arbeit angesagt, in aller Bescheidenheit. Gern auch Ruhe, die kann und wird es aber nicht geben. Es ist wie überall im Leben. Hat man die Meßlatte hoch gelegt und das in der Öffentlichkeit und gegenüber den Menschen vor Ort, dann wird man daran gemessen. Schauen wir mal später wieder in diesen Blog, in dieses Thema.

  33. @ Ghost Bear
    Das ist schwere Kost von Ihnen.
    Zunächst- Keiner braucht ein von Ihnen beschriebenes Jena Auerstedt! Keiner! Ich halte Ihre Überzeichnung für nicht angemesssen.
    Wenn doch das alles in Bezug auf das GÜZ/Kommandeure so stimmt, woran liegt es dann, das man dann überhaupt Kommandeur wird. Was sind denn die Kriterien? Ein guter Lehrgang In HH? Dann Vorlagen schreiben? Diejenigen, welche Personal fördern/ auswählen, die wissen doch genau, wozu man Kommandeure braucht? Wenn man gute Mitarbeiter eines Ministeriums braucht, da sind doch andere Sachen wichtig gegenüber einem Kommandeur mit direktem Kontakt zu den Soldaten. Solche Sachen sind aber m.E. so selbstverständlich, dass man hier besser nicht das Thema eröffnet?
    @ CRM-Moderator
    Sie versteht mit den Instrumenten einer “Polibühne” umzugehen. Zunächst gut so. Aber wir kenne doch den “Zauberlehrling”. Abwarten. Chance geben! Es sind zunächst noch nicht mal 10 Tage im Amt. Sind wir also noch frohgestimmt. Denn es nutzt derzeit unserer Bundeswehr.
    @ AKamp
    Richtig, nun ist Arbeit angesagt, in aller Bescheidenheit. Gern auch Ruhe, die kann und wird es aber nicht geben. Es ist wie überall im Leben. Hat man die Meßlatte hoch gelegt und das in der Öffentlichkeit und gegenüber den Menschen vor Ort, dann wird man daran gemessen. Schauen wir mal später wieder in diesen Blog, in dieses Thema.

  34. @Ghost Bear:
    Keine Sorge, den Bereich haben wir hier auch schon mal anhand eines prägnanten Beispiels diskutiert:
    http://augengeradeaus.net/2013/02/vernetzt-denken-%e2%80%93-in-alten-strukturen/comment-page-1/#comment-54032

    Auch hier fehlt mir der FNAKI, stattdessen Befehlsgebung über Nacht. Und das ist leider kein Einzelfall. Da sind wir uns wohl einig.
    Wobei es – wie überall – nicht nur Schlechte gibt.
    Nur leider fehlt der richtige Filter – gerade bei immer weniger Verbänden. Man könnte ja auch die beiden Teile des Führungslehrgangs 2 zum Prüfungslehrgang machen.
    Die Marine macht dies bereits beim Kommandantenlehrgang für Boote – und siebt entsprechend der Führungsleistung aus.

    @vklein:
    Die Personalauswahl, -entwicklung und -förderung ist eben nicht vom Einsatz her gedacht. Kdr wird man vorallem mit gutem Abschluss beim LGAN – aber dies ist im Kern ein Lehrgang für Führungsgehilfen und nicht für Führer. Eine gute Auswahl von Führern ist hierauf aufbauend schwer möglich.
    Man hat jedoch letztes Jahr die Laufbahnmodelle so andern wollen, daß im Heer eine Kdr-Verwendung nicht mehr Vorrausetzung für A16 aufwärts ist (sog. Pflichttor).

    @all:
    Was hat das mit vdL zu tun?
    Es zeigt die Bw hat Probleme, die weit über das angebliche Geldprobleme hinausgehen.

  35. Ja ja, Clausewitz … es ist doch interessant, wie wenig man zu Clausewitz in den offiziellen Publikationen der Bundeswehr lesen kann und wie oft er beispielsweise in „Parameters“, der Zeitschrift des US Army War Colleges bearbeitet wird.

    Clausewitz fristet noch weniger als ein Schattendasein in Deutschland ( die einzige ernstzunehmende neuere Studie in Deutsch wurde von einem Griechen, Panajotis Kondylsi, verfasst und selbst Beatrice Heusers verdienstvolle Studie „Clausewitz lesen! Eine Einführung“ erschien zuerst in den USA und wurde erst drei Jahre danach ins Deutsche „rückübersetzt“! ) – und wenn man auf ihn zurückgreift, dann mit dem Ziel, ihn zu einem „menschlichen Clausewitz“ zu machen – als ob nicht Clausewitz selbst geschrieben hätte, dass jede Gutmütigkeit im Kriege nur schlimme Folgen nach sich ziehen könne (auch eine in AFGH nicht beachtete Lehre).

    Liebhabern fulminanter, tiefschürfender und ungemein erhellender Polemiken (ja, ich schätze den Autoren sehr …) empfehle ich uneingeschränkt die bereits 1978 in der „Zeitschrift für Politik“ (S. 308 – 318 und S. 390 – 429) als Rezension camouflierte Analyse „Der harmlose Clausewitz“ – die auch sehr gut zeigt, was Politikwissenschaft (in Teilen) einmal war …

  36. @ NMWC, KeLaBe
    „ab und zu auch mal über den Tellerrand der Alltagsrealität zu schauen“, „Und lege sie gegen die Erkenntnisse/ etablierte Grundlagen.“

    Dazu muss man aber erstmal die etablierten Grundlagen beherrschen bzw. die Alltagsrealität verstehen. Daran fehlt’s schon. Und da bringt es auch nichts, wenn sich ein einzelner das Wissen erarbeitet, und es den Leuten über, unter und nach ihm fehlt.

    Streitkräfte sind eben keine Uni, sondern ein Betrieb. Und da sind meiner Meinung nach gut ausgebildete Fachkräfte wesentlich. Auch der Blick über den Tellerrand sollte sich eben zuersteinmal auf den praktischen Aspekt beziehen: Was ist der Stand der Dinge, was macht die Konkurrenz? Ein Soldat hat eben nicht die Zeit eines Studenten oder wissenschaftlichen Mitarbeiters, sondern steht voll im Beruf. Wenn die Zeit schon für den wöchentlichen Sport nicht reicht, wann soll dann eine vergleichende Buch-Analyse durchgeführt werden?

    Da ist dann auch das Argument der „Stromlinienförmigkeit“ wenig plausibel. Die hat es ja anscheinend auch ohne entsprechende Ausbildung, während in diversen US Milblogs auch ohne Offizierslehrgang selbst gedacht wird. ;)
    In der Genetik führt ja auch kein Weg an den mendelschen Regeln vorbei, oder in der Physik an den newtonschen Gesetzen. Sind die jetzt alle stromlinienförmig, weil keiner mehr die Autoren im Original liest, oder einen Diskurs drum veranstaltet?

    Es gibt schlicht ein etabliertes Grundwissen. Und da ist es durchaus effizient sich auf einen „Lehrmeister“ zu stützen, der das Fach kennt. Denn die Zahl der Quellen ist mittlerweile fast unüberschaubar. Und wenn Sie sich von einem „Lehrmeister“ die zu lesenden „Lehrmeister“ auswählen lassen, dann können Sie sich in der Tat auch gleich den Inhalt beibringen lassen.

    Ich hab da so ein bisschen den Eindruck, dass hier manche den Umfang des Materials unterschätzen, und auch die mittlerweile erreichte Tiefe.

    Schönes Beispiel ist da Kalyvas‘ „The Logic of Violence in Civil War“: Das Buch hat einen Anhang mit 50 Seiten Quellen, wurde über 5 Jahre geschrieben, enthält die Beschreibung einer eigene Studie und stützt sich auf diverse andere. Dabei fasst es den Stand sehr gut zusammen und entwickelt daraus ein Modell mit einer teils durchaus neuen Sichtweise. Um sich daran zu reiben kommt man mit einmal drüberlesen und ein, zwei Vergleichstexten nicht hin. ;)
    Genausowenig macht es für die meisten Anwender Sinn das Buch ganz zu lesen, weil es eben wirklich gründlich geschrieben ist, und der Großteil sich auf die Herleitung und Belegung der Kernthesen bezieht. Ist zwar sehr erhellend, muss man aber nicht gelesen haben. Aber Unkenntnis der Kernthesen zum Zusammenspiel von Kontrolle, Kollaboration und Gewalt wäre heutzutage eigentlich unverzeihlich.

    Die Realität ist halt eine andere. Und solange es mit dem Zusammentragen und Weitergeben der Grundlagen und Best Practices schon nicht klappt braucht man mit dem „Studium“ gar nicht erst anfangen.

  37. @J.R.:
    Genau diese „Kondensierung“ der Grundlagen müßte eben im Rahmen der Regelausbildung erfolgen.
    Später dann mit immer mehr Studiumscharakter (der Generalstabslehrgang ist 2jährig) und danach wäre für einige ein Auslandsstudium zu diesen Fragen sinnvoll (an einer Uni nicht an einer anderen Akademie). Dem GI wurde dies kürzlich vorgeschlagen. Er hat den Bedarf gar nicht verstanden und auf die UniBw verwiesen.

    @Marmorklippe:
    Ja wo ist die deutsche Parameters, Military Review, JFQ.
    Die FüAk-Reflexionen, if oder ES&T sind keine Plattform für einen solchen Austausch.
    Oder auch nur mehr Beiträge deutscher Offiziere in der ÖMZ mit konflikttheoretischer Ausrichtung.

    Oder auch nur eine jährliche Leseliste des GI.
    Brauchen wir alles nicht!

    Wir haben ja: Breite vor Tiefe….Anlehnungmacht… Exportschlager Innere Führung… Parlamentsarmee…Weißbuch, VPR…

  38. @ Marmorklippe
    „als ob nicht Clausewitz selbst geschrieben hätte, dass jede Gutmütigkeit im Kriege nur schlimme Folgen nach sich ziehen könne (auch eine in AFGH nicht beachtete Lehre).“

    Das hat er so nicht geschrieben. ;)

    Innerhalb der theoretischen Dynamik des Krieges sieht er keinen Raum für Gutmütigkeit, hier gibt es für ihn nur eine Eskalationsspirale zum Totalen Krieg. („Äußerste Anwendung der Gewalt“)
    Gleichzeitig erkennt er aber an, dass in der Realität diese Dynamik von außerhalb der Kriegslogik beschränkt wird („Modifikationen in der Wirklichkeit“). Was da aber vor sich geht ist ihm nicht wirklich klar, das machen seine oberflächlichen Ausführungen zu „Intelligenz“ und „Barbaren“ deutlich. Trozdem erkennt er, dass es eine Wechselwirkung zwischen Gewalt und Politik gibt, und eben auch, dass Annahmen über die Zukunft auf die Gegenwart wirken.

    Letztlich ist das aber nicht viel mehr als ein „Da ist etwas“. Damit in Afghanistan die Welt erklären wollen ist … gewagt.

    Ändert nichts daran, dass es gerade zu den Punkten „Wann und wie wirkt Gewalt“ immer noch Bildungslücken gibt. Nur findet man die Antworten darauf eben nicht bei Clausewitz.

  39. Das erste Fettnäpfchen ist sie schon getappt
    Bundeswehr ist auch nach 2014 im Einsatz , hmm bis jetzt hat Karsei noch nicht Unterschrieben und wenn die Amis gehen werden die BW Fahne einziehen weil BW ja nicht annähernd in der Lage ist sich selbst zu schützen noch was ausrichten ohne Amis

  40. @J.R.
    Erstes Buch, erstes Kapitel:

    „Nun könnten menschenfreundliche Seelen sich leicht denken, es gebe ein künstliches
    Entwaffnen oder Niederwerfen des Gegners, ohne zuviel Wunden zu verursachen,
    und das sei die wahre Tendenz der Kriegskunst. Wie gut sich das auch ausnimmt, so
    muß man doch diesen Irrtum zerstören, denn in so gefährlichen Dingen, wie der Krieg
    eins ist, sind die Irrtümer, welche aus Gutmütigkeit entstehen, gerade die
    schlimmsten“

    Sollte ich das zu gewagt paraphrasiert haben: mea culpa! Ich hadere halt immer noch mit des Schicksals Mächten, die mir damals ein bordeauxrotes Barett mit all den fatalen Konsequenzen aufgesetzt und mich dann später zu einem Rechts-Schmittianer als akademischem Lehrer geschickt haben … „ein Teufelskreis“ (T.V. Kaiser). Glück ab – vive le roi et ses chasseurs – fröhliche Weihnachten: Licht, Leben, Liebe

  41. Gestern hat Sie versprochen es darf an der Ausrüstung nicht am Geld scheitern
    Kommt es doch noch zu aber neue Fahrzeuge da der Boxer jetzt Sitzplätze verliert wegen IDZ II Müssen Regale rein
    ich weiß auch nicht weil Plätze darunter leiden

  42. @ Clausewitz
    Sie sehen in Clausewitz wohl stets eine Rückwärtsgewandheit.

    In der Rückbesinnung auf Clausewitz, ja. ;)
    (Clausewitz selbst kann man ja getrost als Pionier bezeichnen.)

    Wie würden Sie sich wohl fühlen, wenn Mediziner ihr Handwerk aus 200 Jahre alten Lehrbüchern lernten? Auch die werden wahrscheinlich zu 90% „korrekt“ sein – die Menschen damals waren ja nicht blöd. Trotzdem hat man seitdem dazugelernt, bestehendes Wissen erweitert, vertieft und überprüft, Grundlagen und Zusammenhänge herausgearbeitet, neue Werkzeuge entwickelt oder ganz neue Bereiche erschlossen. Ganz zu schweigen von Fortschritten in der Didaktik und Strukturierung des Fachbereichs, um eben dieses Wissen menschenmöglich vermittel- und anwendbar zu halten.

    Wenig überraschend besteht die angestrebte akademische Praxis im Vermitteln des heutigen Wissensstands. Und die Forschung im Überprüfen und Erweitern des State of the Art anhand der Realität, mit dem Ziel den Wissenstand zu erweitern und letztlich besser wirken zu können.

    Warum soll das beim Fachbereich „Konflikte“ anders sein?
    Auch dort zählen letztlich die Ergebnisse, und Clausewitz‘ Ansätze sind doch längst in den nachfolgenden Generationen aufgegangen.

    Soll natürlich niemanden davon abhalten sich aus persönlicher Freude mit dem Werk zu beschäftigen, oder weil er sich für die Pioniere oder die Geschichte seines Fachbereichs interessiert. Ist ja legitim. Aber der Fachbereich ist halt nicht Literaturwissenschaft, Philosophie oder Geschichte, und entsprechend gering ist der Nutzen.

    (@ Memoria: Gerade der Artikel von Dr. phil Andreas Herberg-Rothe ist da doch symptomatisch. Der ist Militärhistoriker, und sein Forschungsobjekt ist Clausewitz. Nicht Konfliktrealität, sondern Clausewitz. Und einer der Kernpunkt seines Artikels ist dann auch Clausewitz, und dass das Politische bei ihm vorkommt, und bei Sun Tzu nicht. Dazu Ausführungen zu Clausewitz, und wie man Clausewitz‘ Werk flickschustern könnte. Nutzen für die Realität? Geht gegen null. Elfenbeinturm halt.)

    Tatsächlich ist doch von Clausewitz‘ „Vom Kriege“ als Studienobjekt denkbar ungeeignet.

    Das fängt mit seinem fordernden diskursiven Schreibstil an, der einem spieltheoretischen Maximum realweltliche Erfahrungen gegenüberstellt. Das eine ist ohne das andere unvollständig, und für beides muss man jeweild „umdenken“, was „Vom Kriege“ für die Jäger von Zitaten und leichten Wahrheiten denkbar ungeeignet macht. ;)

    Gleichzeitig stand die Spieltheorie damals ganz am Anfang, genauso wie die Gesellschaftsforschung, Statistik etc. Entsprechend lückenhaft/oberflächlich sind teils beide Pole seiner Ausführungen, ganz von der Schwierigkeit zu schweigen, das „richtige Maß“ zwischen beiden Polen zu finden und aus diesen einen praktischen Nutzen zu ziehen. Das ist jetzt nichtmal gegen Clausewitz gerichtet, er hatte diese Werkzeuge und Grundlagen schlicht nicht zur Verfügung. Aber mittlerweile hat man sie, und das Rad hat sich entsprechend weitergedreht.
    Gerade auf Kapitel 1 von der Natur des Krieges trifft das zu, wie es bei seinen eher militärtheoretischen Ausführungen ausschaut können andere wohl besser beurteilen.

    Oder um es mal an einem Beispiel überspitzt auf den Punkt zu bringen: Wer heutzutage nicht begriffen hat, dass Konflikte immer politische Dimensionen haben, der hat größere Defizite als Clausewitz nicht gelesen zu haben (unter anderem scheint er so ziemlich die ganze Konflikttheorie der Gegenwart verpaßt zu haben). Und wem das bewußt ist, dem hilft Clausewitz in dem Punkt eben nicht mehr weiter.

    Und da macht mir das gebetsmühlenartige „Lest mehr Clausewitz“ durchaus Sorge:
    – Hat man kein besseres Lehrmaterial?
    – Oder sucht man bei ihm wirklich noch nach was Neuem?

  43. Sorry
    Clause…. Ist Interessant bringt aber alles nicht s, wenn das Geld nicht da ist um Nötige Anpassungen zu Finanzieren
    2001 gab es 2 DINGO 1 das ging Lange zu heute sind fast alle Fahrzeuge DINGO 2
    LKW sind zu wenig Gepanzert, Spezialeinheiten haben nicht das Gerät was andere haben ein Geschütztes Fahrzeug GFF 2 das oben offen ist
    Fallschirmjäger haben den Mungo aber den kann man nicht einsetzten auf Pat.- die wurden in den Lagerdienst Versetzt
    AVZ Zug gibt es aber man kann ihn nicht einsetzten weil die keine Genügende Ausrüstung hat
    Dann müssen die Heeresaufklärer her halten, die anderseits jetzt schon überlastet sind dann wird hin und her geschoben vor Jahren wurden Leichte Aufklärer umgebildet zu FN Zug jetzt stellt man wieder fest das es Leichte Aufklärer zu wenig gibt mit Einsatz in die Fläche fehlen die wieder.
    Für weitere Boxer fehlt das Geld aber man Bräuchte welche vor allem jetzt auch für andere Aufgaben
    Weil der Krieg immer Technischer wird, wie Schallmesszug weiter JSF Fahrzeuge und so weiter
    Und würde das nicht schon reichen legt der Russe immer weiter nach heute schoss er auch noch 3 Satelliten hinauf die Aufklären können offiziell im Inland aufzuklären
    Aber man geht aus das die mehr für die an der Grenze Stationier ISAK Raketen Ziel Ermittlung benötigt werden
    MEDS war man angedacht auf Geschützte Fahrzeuge aufzubauen, USA gibt es Überlegungen das System mit Patriot zu kombinieren, in Deutschland ist man nicht so weit

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