Guten Rutsch!

Natürlich geht es nicht ohne ordentlichen Jahresabschlussblogpost… Mit einem (wenn auch un-silvesterlichen) Lichtergruß aus Berlin wünsche ich allen Lesern von Augen geradeaus! einen guten Rutsch ins neue Jahr – und ein glückliches, gesundes und vor allem friedliches 2014.

(Zum Zeitpunkt des Postens sind vermutlich alle Leser noch im alten Jahr – selbst in Afghanistan. Denen und allen anderen in den Einsätzen wünsche ich ganz besonders Gesundheit und eine gute Heimkehr.)

Airbus A400M: Der erste ‚Einsatzflug‘

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Na, geht doch! Das erste an einen der militärischen Kunden übergebene Transportflugzeug vom Typ Airbus A400M, im Dienst der französischen Luftwaffe, hat seinen ersten Einsatzflug absolviert: Von Frankreich nach Mali – einschließlich Landungen auf mehreren malischen Flugfeldern wie in Gao.

Der Begriff Einsatzflug ist natürlich weit gefasst. Zwar transportierte der A400M auch Material für die französischen Truppen der Operation Sérval, de facto war es wohl eher ein Demonstrations-, um nicht zu sagen Repräsentationsflug: Verteidigungsminister Jean-Yves le Drian und ein ganzer Schwung Journalisten (siehe Foto oben) wurden mit der Maschine nach Afrika geflogen innerhalb Malis transportiert (Angereist nach Afrika waren sie ganz herkömmlich mit einem A310). Fünf Monate nach Übergabe des Flugzeugs an die Streitkräfte, so sollte wohl die Botschaft sein, ist der A400M einsatzfähig. (Frage an die Experten hier: In welcher Zeit nach Auslieferung hätte die Luftwaffe einen neuen Flugzeugtyp für einsatzfähig erklärt?)

Mehr zu dem Flug auf der Webseite des französischen Verteidigungsministeriums; das Programm des Silvester/Neujahrsfluges hier.

Ein paar mehr Fotos der französischen Kollegen: weiterlesen

Rückblick und Ausblick: Was waren, was werden die verteidigungspolitischen Top-Themen?

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Leser lieben Listen, Leser lieben Jahresrückblicke – das zeigt mir jedenfalls ein Blick heute auf Onlineseiten, in die Tageszeitungen, ins TV-Programm. Aber Augen geradeaus! wäre ja nicht Augen geradeaus!, wenn ich so eine Liste einfach hinknallen würde: Die würde ich gerne zusammen mit den Lesern hier zusammenstellen.

Also: Was war das – aus deutscher Sicht – bedeutendste Ereignis in der Verteidigungspolitik des zurückliegenden Jahres? Die Berufung von Ursula von der Leyen (Foto oben; zwischen General und Kompaniechef) zur Verteidigungsministerin? Die Entwicklung in Afghanistan? Der gefloppte EuroHawk? Der überraschende Hubschrauber-Deal mit dem Plan, NH90 als Sea Lion zu beschaffen? Neue, plötzliche Einsätze wie der in Mali oder der (wenn auch schon 2013 beschlossene) Patriot-Einsatz in der Türkei? Oder ganz was Anderes, was ich in der Aufzählung vergessen habe?

Und natürlich: Was wird für das neue Jahr das Wichtigste, dass es im Blick zu halten gilt? (Wie sich die neue Verteidigungsministerin schlägt, wird eine sehr grundsätzliche Frage, die sich durchs ganze Jahr ziehen wird – also eigentlich kein Einzelpunkt…) Wird es die Gestaltung/Entwicklung der Lage und des Abzugs in Afghanistan? Wie sich andere Einsätze entwickeln (Vormerken: im Juni wird der Kosovo-Einsatz 15 Jahre alt!) oder welche neuen Krisenherde und damit potenziellen Missionen dazu kommen? Werden es Entwicklungen in der Beschaffungs- und Rüstungspolitik – einschließlich der Frage bewaffneter Drohnen? Oder doch eher die Frage, wie die Umsetzung der Bundeswehrreform, pardon, der Neuausrichtung weitergeht?

Ich freue mich auf die Kommentare – und bin gespannt, welchen Schwerpunkt die Leser und Kommentatoren sehen…

(Übrigens: Der offizielle Bundeswehr-Rückblick.)

 

 

Afghanistan: US-Geheimdienste befürchten Wiedererstarken der Taliban

Die düstere Vorhersage der US-Geheimdienste, die nach einer deutlichen Verringerung der Truppen aus den USA und anderen NATO-Staaten ein rasches Wiedererstarken der Taliban und anderer Aufständischer befürchten, wurde hier in den Kommentaren schon erwähnt. Damit’s nicht nur aus dritter Hand ist, der Verweis auf den ersten Bericht dazu, aus der Washington Post:

A new American intelligence assessment on the Afghan war predicts that the gains the United States and its allies have made during the past three years are likely to have been significantly eroded by 2017, even if Washington leaves behind a few thousand troops and continues bankrolling the impoverished nation, according to officials familiar with the report. The National Intelligence Estimate, which includes input from the country’s 16 intelligence agencies, predicts that the Taliban and other power brokers will become increasingly influential as the United States winds down its longest war in history, according to officials who have read the classified report or received briefings on its conclusions. (…)
The report predicts that Afghanistan would likely descend into chaos quickly if Washington and Kabul don’t sign a security pact that would keep an international military contingent there beyond 2014 — a precondition for the delivery of billions of dollars in aid that the United States and its allies have pledged to spend in Afghanistan over the coming years.

Der ganze Bericht hier: Afghanistan gains will be lost quickly after drawdown, U.S. intelligence estimate warns

Nachtrag: Zu der Debatte passt die Analyse von Thomas Ruttig für das Afghanistan Analysts Network: weiterlesen

Standorte und Kinderbetreuung: Erwartungen vom Wehrbeauftragten

Der (nach wie vor) neuen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen steht, wie jedem ihrer Vorgänger und ein wenig auch als Korrektiv im Sinne der Soldaten, der Wehrbeauftragte des Bundestages gegenüber – ob das Verhältnis zwischen dem Regierungsamt und dem Parlamentsbeauftragten eines der Spannung oder eines der Zusammenarbeit ist, zeigt sich ja immer erst ein bisschen später. An diesem Wochenende hat der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus schon mal seine Messlatte gelegt, dafür brauchte er nur in seinen Posteingang des Jahres zu schauen: Bis zum 23. Dezember registrierte Hellmut Königshaus 5061 Beschwerden und damit 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Gemessen an der Zahl der Soldaten ist das der höchste Stand seit Beginn der Erfassung 1959, berichtet dpa. Hauptproblem sei die Bundeswehrreform, bei der sich die Soldaten weiterhin nicht mitgenommen fühlten.

Im Interview der Woche des Deutschlandfunks hat Königshaus das noch ein bisschen detaillierter erklärt – zum Beispiel beim Thema Kinderbetreuung: weiterlesen

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