Schaut mal, die Polen.

Der Vergleich ist interessant: Eine polnische Wissenschaftlerin schickte mir den Link zu diesem Imagevideo der polnischen Streitkräfte (keine Sorge, es ist die englische Fassung). Mit der Frage: Wäre ein solches Video in Deutschland möglich – und erfolgreich?

(Direktlink: http://youtu.be/wsd5dPeTm08)

(Das deutsche Imagevideo hier.)

Vorbelastet in den Einsatz

Gut zweieinhalb Jahre nach ihrer ersten Studie zur psychischen Erkrankung von Bundeswehrsoldaten an einer post-traumatischen Belastungsstörung (PTBS) im Auslandseinsatz haben die Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden eine Folgestudie vorgestellt. An den relativ niedrigen Raten von PTBS-Erkrankungen unter deutschen Soldaten hat sich offensichtlich nichts geändert; dafür kommen die Forscher zu einem anderen alarmierenden Ergebnis: Ein Fünftel aller für die Studie befragten Soldaten ging mit einer meist nicht erkannten psychischen Störung in den Einsatz – und hatte damit ein vier- bis sechsmal höheres Risiko, mit einer einsatzbezogenen neuen psychischen Erkrankung zurückzukehren. Zugleich neigten Soldaten dazu, bei solchen Problemen aus Angst vor Stigmatisierung keine professionelle Hilfe zu suchen.

Die Bundeswehr ist offensichtlich auch in dieser Hinsicht ein Spiegel der Gesellschaft: Die 20 Prozent mit psychischem Erkrankungen, so heißt es in einer Erklärung der Bundespsychotherapeutenkammer zu dem Dresdner Ergebnis, entsprächen dem Anteil unter der männlichen Gesamtbevölkerung. Und eine – erfolgreiche – Behandlung stehe auch einem erneuten Einsatz nicht im Wege: Es spricht nichts dagegen, dass ein Soldat, der psychisch krank war, aber erfolgreich behandelt wurde, seinen Dienst weiter fortsetzt – und auch an Auslandseinsätzen teilnimmt. Ein Einsatzverbot bei psychischen Vorerkrankungen wäre inakzeptabel. Sonst dürften z. B. Notärzte, die ebenfalls ein erhöhtes Risiko haben, einem traumatischen Erlebnis ausgesetzt zu werden, ihrer Arbeit nicht weiter nachgehen.

Die Wissenschaftler der TU Dresden unter Prof. Hans-Ulrich Wittchen analysierten für ihre Studie die Ergebnisse einer Querschnittsbefragung (das war die oben verlinkte aus dem Jahr 20119 und einer darauf folgenden Längsschnittstudie unter den Soldaten des 26. und 27. ISAF-Kontingents in den Jahren 2011 und 2012. Als positives Ergebnis beider Befragungen stellten die Forscher heraus, dass weitgehend unabhängig von den erlebten belastenden und traumatischen Erlebnissen und Erfahrungen mehr als zwei Drittel aller Soldaten ohne klinisch bedeutsame Störungen aus dem Einsatz zurückkehren.

Wesentliche Auszüge aus der Zusammenfassung, die Wittchen und sein Team am (heutigen) Dienstag vorgelegt haben (Hervorhebung von mir): weiterlesen

‚Null-Lösung‘ für Afghanistan wieder auf dem Tisch

Wenige Tage nach der Billigung eines Sicherheitsabkommens zwischen Afghanistan und den USA durch die Große Ratsversammlung (Loya Jirga) ist die Null-Lösung (zero option) eines vollständigen Abzugs der US-Truppen vom Hindukusch wieder auf dem Tisch – weil der afghanische Präsident Hamid Karsai eine schnelle Unterzeichnung des Abkommens weiterhin ablehnt. Die USA kündigten einen solchen Abzug unverhohlen an, nachdem die Sicherheitsberaterin von Präsident Barack Obama, Susan Rice, bei einem Gespräch mit Karsai in Kabul nicht weiter kam. Aus der Mitteilung zum Besuch Rice‘ in der vergangenen Nacht:

Ambassador Rice stressed that we have concluded negotiations and that deferring the signature of the agreement until after next year’s elections is not viable, as it would not provide the United States and NATO allies the clarity necessary to plan for a potential post-2014 military presence. Nor would it provide Afghans with the certainty they deserve regarding their future, in the critical months preceding elections. Moreover, the lack of a signed BSA would jeopardize NATO and other nations’ pledges of assistance made at the Chicago and Tokyo conferences in 2012. Ambassador Rice reiterated that, without a prompt signature, the U.S. would have no choice but to initiate planning for a post-2014 future in which there would be no U.S. or NATO troop presence in Afghanistan. weiterlesen