„Nach dem Einsatz nicht allein lassen“ – Bundespräsident empfängt verwundete Soldaten

Gauck_Soldaten_29nov2013-02

Im Umgang mit der Bundeswehr hat Bundespräsident Joachim Gauck immer wieder Zeichen gesetzt – auch wenn seine Töne bei Aussagen zur Sicherheitspolitik und zu Soldaten eher als leise Töne wahrgenommen wurden. Zum Beispiel bei seiner Rede zum Tag der deutschen Einheit in diesem Jahr oder beim Besuch in Afghanistan im Dezember vergangenen Jahres, bei dem er auch US-Soldaten auszeichnete, die in Nordafghanistan deutsche Truppen aus Lebensgefahr gerettet hatten.

Am (gestrigen) Freitag hat Gauck wieder so ein leises Zeichen gesetzt: Ohne vorherige öffentliche Ankündigung empfing er 15 im Einsatz körperlich oder psychisch verwundete Soldaten und ihre Angehörigen im Schloss Bellevue.

Der Staat, der Sie im Namen der Bürgerinnen und Bürger in diese Einsätze schickt, trägt eine hohe Verantwortung. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass man Sie auch nach einem Einsatz nicht allein lässt. Das gilt auch für die Angehörigen und Familien, die ebenfalls besonderen und vielfältigen Belastungen während und nach einem Einsatz ausgesetzt sind. weiterlesen

Zentralafrikanische Verwirrung

Zentralafrika_Frankreich

In der von Unruhen geschüttelten Zentralafrikanischen Republik verstärkt Frankreich seine Truppen – zu den bereits 450 Soldaten, die französische Einrichtungen in der ehemaligen Kolonie schützen, sollen zusätzliche 1.000 Soldaten eine afrikanische Friedenstruppe unterstützen.

Natürlich ist da eine berechtigte Frage, ob Frankreich bei seinen EU-Partnern um Unterstützung gebeten hat. Was das Auswärtige Amt am (heutigen) Freitag auf diese Frage antwortete, lässt mich allerdings ein wenig ratlos zurück: Klar gab’s Gespräche mit den französischen Partnern – aber worüber konkret?

Im deutschen Verteidigungsministerium scheint allerdings das Thema Zentralafrikanische Republik bislang nicht aufgeschlagen zu sein, und derzeit (und auch im nächsten Halbjahr) stellt Deutschland keine Soldaten für eine EU Battle Group – in der Richtung ist also nichts zu erwarten. Meine zugegeben spekulative Vermutung wäre ja: wenn Unterstützung, dann Ausweitung der bislang für Mali eingerichteten Luftbrücke mit Transall, die dann nicht nur nach Bamako, sondern auch nach Bangui fliegen…

Der Wortlaut der Frage/Antwort aus der Bundespressekonferenz, mit Antworten von Außenamts-Sprecher Martin Schäfer und Sebastian Lesch vom Entwicklungsministerium: weiterlesen

Seltene Geschlossenheit: Bundestags-Abstimmung über Einsatz im (Süd)Sudan

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Ein ntowendiger Nachtrag zur Sitzung des Bundestages am (gestrigen) Freitag: So viel Gemeinsamkeit im Parlament bei der Abstimmung über einen Einsatz der Bundeswehr im Ausland werden wir vermutlich so schnell nicht wieder sehen. Mit Ausnahme der Linkspartei (und zwei Enthaltungen bei der SPD) haben alle Parlamentarier die Beteiligung deutscher Soldaten an den UN-Einsätzen im Sudan und im Südsudan gebilligt – sowohl an der UNAMID-Mission in der sudanesischen Provinz Darfur als auch an der UNMISS-Mission im Südsudan.

Die absehbaren nächsten Mandate werden mit Sicherheit nicht so glatt durchlaufen. weiterlesen

Ein Soldat wehrt sich: Gleich Live-Debatte bei Zeit Online

Der Gastbeitrag von Hauptmann Dominik Wullers in der Zeit und auf Zeit Online hat zu heftigen Debatten geführt – schon hier im Blog, viel mehr natürlich noch auf Zeit Online. Die Kollegen dort starten deshalb gleich (Mittwoch 1700A) eine Live-Debatte. Vielleicht lohnt es sich ja, da reinzuschauen und mitzudiskutieren:

Live-Debatte: Was habt ihr gegen Soldaten?

Danke, werte Leser!

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Transparent ist er, wie dieses Blog (und darum auf dem Foto nur schwer zu erkennen): Als Sonderpreis für Augen geradeaus! habe ich am (heutigen) Mittwoch den Goldenen Igel des Reservistenverbandes erhalten. Und gerade für ein Blog ist so ein Preis nicht nur Anerkennung meiner Arbeit – sondern auch Anerkennung der Bereitschaft vieler hier, sich in Kommentaren an der (anderswo immer wieder geforderten) sicherheitspolitischen Debatte zu beteiligen…

Deshalb gebe ich das gerne weiter an alle hier: Wir zusammen haben diesen Preis zuerkannt bekommen. Mein Dank gilt nicht nur dem Reservistenverband und seinem netten Laudator (und Vizepräsidenten) Sascha Rahn, sondern euch allen.

Und natürlich: von hier aus ein Glückwunsch an die Mit-Preisträger Simone Meyer (Die Welt), Djamila Benkhelouf und Anna Orth (NDR), und Ronja von Wurmb-Seibel (Die Zeit)!

(Das Lichtbild schuf übrigens Simone Meyer mit ihrem Smartphone.)

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