Und wieder: „Ungewollte Schussabgabe“ mit P8 in Afghanistan

IMZ Bw/Modes

IMZ Bw/Modes

Im Afghanistan-Einsatz hat es erneut eine ungewollte Schussabgabe im Camp gegeben, mit drei Verletzten (davon zwei mit Verdacht auf Knalltrauma) – und erneut mit der Pistole P8. Die Mitteilung der Bundeswehr:

Am 21. August um 16.10 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit löste sich beim Waffenreinigen in Masar-i Scharif bei einem deutschen Soldaten ein Schuss und traf diesen in die Hand. weiterlesen

Der EuroHawk ist Geschichte

Northrop Gumman Pressefoto

Der EuroHawk, die Riesendrohne der Bundeswehr, die zur signalerfassenden Aufklärung in großer Höhe stundenlang über einem Einsatzgebiet schweben sollte, ist Geschichte. Am (gestrigen) Dienstag um 0905 MESZ startete die Drohne von Manching aus zu ihrem letzten Testflug. Damit sollte abschließend das Aufklärungssystem ISIS (Integrated Signal Intelligence System) der EADS-Tochter Cassidian erprobt werden – vertragsgemäß soll es bis Ende September abgenommen werden.

Wie es weiter geht? Das ist noch unklar – unklar für ISIS, für das die möglichen alternativen Träger, bemannt oder unbemannt, bis Jahresende festgestellt werden sollen. Unklar für den EuroHawk, das Fluggerät.

Die Geschichte des gescheiterten Versuchs, mit dem unbemannten Flieger das System der luftgestützten weiträumigen Überwachung und Aufklärung (SLWÜA) für die Bundeswehr zu schaffen, haben mehrere Kollegen von Zeit Online* und ich mal anhand der Akten des Untersuchungsausschusses nachgezeichnet: Die Drohnen-Dokumente. weiterlesen

EuroHawk: Koalition sieht keine Holschuld des Ministers

EURO HAWK®

(Northrop Grumman Pressefoto)

Ob meine Berichterstattung von den Zeugenanhörungen des EuroHawk-Untersuchungsausschusses der Koalition nicht gefallen hat oder ob es schlichte Desorganisation in der Pressestelle ist: Zur heutigen Presse-Vorstellung des Bewertungsergebnisses, das CDU und FDP als Schluss aus der Ausschussarbeit ziehen, war ich nicht eingeladen. Aber es gibt ja auch in diesen Fraktionen Profis, deshalb hab‘ ich den Bewertungsteil auch so bekommen…

Zentrale Aussage der Koalition ist natürlich, dass dem heutigen Verteidigungsminister Thomas de Maizière nichts anzulasten ist:

Fest steht, dass auch in der Rückschau keine vorauseilende Holschuld des Ministers gegenüber den Fachabteilungen im Haus bestand. Politische Führung muss sich zum einen auf fachliche Expertise verlassen, zumal bei komplizierten Themen wie Zulassungsfragen komplexer Entwicklungsvorhaben. Zum anderen wurde mehrfach von Seiten der Fachabteilung darauf aufmerksam gemacht, dass Problemstellungen einer ordentlichen Lösung zugeführt werden. Dies änderte sich erst mit der Entscheidungsvorlage vom 13. Mai 2013. Erst hier wurde klar, dass aufgrund der validierten Schätzung der Mehrkosten für die Musterzulassung der Serie und nach Ausschluss alternativer Zulassungswege die Probleme mit Blick auf den gegebenen Kostenrahmen nicht mehr lösbar sind.

(Zum Lesen: EuroHawk_Bewertung_Koalition)

Nachtrag: Das ist ja eine sehr hübsche Meldung von heute (danke für den Leserhinweis!)

A Northrop Grumman Corp spokesman said that his company was making “a lot of progress” in talks with the German government about the country’s stalled purchase of four Euro Hawk UAS, and what is needed to certify their airworthiness.
“We’re continuing to try to work with the Germans to find a solution,” Tom Vice, President of Northrop’s Aerospace Systems Division, told reporters. “We’re continuing to have discussions. We’re making a lot of progress.”

Und noch ein Hinweis: Zusammen mit Kollegen von ZEIT Online habe ich mich durch die Dokumente gewühlt: Ein Traum von einer Drohne

 

Bundeswehr-Medienarbeit: St. Augustin wird nicht mehr gebraucht, Redaktionsort in Berlin noch offen

Dass die SPD-Fraktion im Bundestag eine Kleine Anfrage (17/14501) nach der Neuausrichtung der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr gestellt hat, hat natürlich viel mit der geplanten Aufgabe der Informations- und Medienzentrale der Bundeswehr (IMZBw) in St. Augustin bei Bonn zu tun (und mit dem Versuch der örtlichen Abgeordneten, vor allem Ulrich Kelber), diese Einrichtung an diesem Standort zu retten.

Doch die Medienzentrale, das macht das Verteidigungsministerium in seiner inzwischen vorliegenden Antwort klar, wird aus Sicht der ministeriellen Pressearbeit nicht mehr gebraucht:

Die IMZBw am Standort St. Augustin verfügt über eine hochspezifische Sonderinfrastruktur (z.B. Fernsehstudios, Radiostudios, Pressekonferenzsaal), für die es zu großen Teilen seit längerem und auch zukünftig keinen begründeten Bedarf mehr gibt. Mit der Auflösung der IMZBw entfallen die kontinuierlichen Investitionen zur technischen Regeneration dieser Sonderinfrastruktur. weiterlesen