Drohnen-Verluste kosteten die Bundeswehr 110 Mio Euro

Die Bundeswehr hat nach einer offiziellen Übersicht des Verteidigungsministeriums durch Verluste unbemannter Flugsysteme einen Schaden von knapp 110 Millionen Euro erlitten. Das geht aus einer Aufstellung für den Verteidigungsausschuss des Bundestages hervor, dem die bereits im Juni offiziell genannte Zahl von 137 verlorenen Systemen zu Grunde liegt. Allerdings: ein knappes Drittel dieser Summe, nämlich rund 30 Millionen Euro, entfällt auf die alten Systeme vom Typ CL-289, die 2009 endgültig ausgemustert und im Einsatz zuletzt im Kosovo verwendet wurden.

Die Verlustkosten sind rechnerische Werte – unter anderem deswegen, weil bei einer abgestürzten Drohne unter Umständen die eingebaute teure Sensortechnik noch genutzt werden kann. weiterlesen

EuroHawk: Zähflüssiger Informationsweg nach oben

selhausen-eurohawk-ua

Kurz nach Amtsübernahme als Verteidigungsminister im März 2011 ließ sich Thomas de Maizière die wichtigsten Rüstungsprojekte der Bundeswehr erläutern. Dabei waren große, lang laufende und teure Vorhaben wie der Eurofighter, der Schützenpanzer Puma oder die Korvetten der Deutschen Marine. Nicht dabei: Die größte Drohne der Bundeswehr, das System EuroHawk. Vom Volumen her, sagte der damalige wie heutige Rüstungsdirektor Detlef Selhausen (Foto oben), sei es ein zwar wichtiges, aber eben nicht so großes und wichtiges Projekt gewesen.

Das scheint symptomatisch: Das Aufklärungssystem EuroHawk war zwar aus Bundeswehrsicht seit Jahren dringend erforderlich, oder, um es mit Selhausens Worten zu sagen: Es gab einen unabweisbaren Bedarf, und die Streitkräfte hofften darauf, mit dem System auch einen Schritt in die Zukunft der unbemannten Luftfahrt zu tun. Zugleich aber war das Projekt, so die Summe von Selhausens Aussagen am (heutigen) Mittwoch vor dem EuroHawk-Untersuchungsausschuss des Bundestages, nicht so wichtig, dass es die Leitung des Verteidigungsministeriums über Gebühr beschäftigt hätte. Zumal selbst wesentliche Entscheidungen in dem Projektablauf auf Arbeitsebene getroffen wurden und undokumentiert blieben: Der Informationsweg nach oben schien doch ziemlich zähflüssig. weiterlesen

EuroHawk: Harte Schläge vom Rechnungshof

Eurohawk-ua_Bauch

Der Bundesrechnungshof hat immer wieder Anmerkungen zu Projekten der Bundeswehr, die in Truppe wie Ministerium gequältes Aufstöhnen auslösen. Was Angelika Bauch (Foto oben) von der Prüfungsbehörde am (heutigen) Mittwoch dem EuroHawk-Untersuchungsausschuss des Bundestages vortrug, dürfte allerdings das Ministerium noch ein wenig mehr quälen als die üblichen Prüfbemerkungen: Das Projekt der Riesendrohne, listete die Ministerialrätin auf, krankte nicht nur im Detail, sondern schon an  grundsätzlichen Problemen des Apparats. Da fielen Worte wie blauäugig oder fehlendes Fachcontrolling. Oder, ein Graus für jedes Bundesministerium: Der Vorwurf, es gebe kein anständiges Dokumentenmanagement. Würde Angelika Bauch zur Flapsigkeit neigen, was sie offensichtlich nicht tut, wäre bestimmt der Begriff Kraut und Rüben gefallen. weiterlesen

De Maizière: „Jetzt möchte ich mal ernten“

Dass Verteidigungsminister Thomas de Maizière gerne seine Arbeit auf diesem Posten nach der Bundestagswahl im September im neuen Kabinett weiter führen möchte, ist nicht wirklich neu. Interessant allerdings der Grund, den er in einem Gespräch mit der Stuttgarter Zeitung nennt:

Ich habe so viel gesät – jetzt möchte ich mal ernten.

Schließlich habe er, so gibt das Blatt den Ressortchef wieder*, in seiner politischen Laufbahn immer wieder recht schnell das Amt gewechselt, ohne die Ergebnisse der von ihm begonnenen Arbeit nutzen zu können.

Die derzeitige Kritik an ihm und seiner Amtsführung sieht de Maizière als eines der Hochs und Tiefs, die ein Politiker durchmachen muss: Ich habe früher sehr viel Lob für meine Arbeit bekommen. Vielleicht manchmal zu viel.

(*Verlinkt wird hier natürlich nicht die Verlagswebseite, sondern die Pressemitteilung dazu bei ots)

(Foto: Verteidigungsminister Thomas de Maizière beim Abschreiten der Front beim feierlichen Gelöbnis vor dem Reichstag am 20. Juli 2013 – Sebastian Wilke/Bundeswehr via Flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

 

RC N Watch: Niederländer werfen in Baghlan Bomben zur Unterstützung deutscher Soldaten ab

Niederländische Kampfjets haben deutsche Truppen in Nordafghanistan in einer heiklen Situation mit dem Abwurf von Bomben unterstützt. Der Vorfall ereignete sich in der vergangenen Woche in der Provinz Baghlan, wie die niederländischen Streitkräfte in ihrer wöchentlichen Operationsübersicht berichteten:

F-16 von der Air Task Force gaben einer afghanisch-deutschen Bodeneinheit, die in der nördlichen Provinz Baghlan unter Beschuss geriet, erfolgreich Unterstützung aus der Luft. Die Kampfjets warfen zwei Bomben ab, worauf die Feindseligkeiten stoppten.

Ich bin mir nicht ganz sicher, aber nach meiner Erinnerung ist das der erste bekanntgewordene Fall, in dem die in Masar-i-Scharif stationierten niederländischen Flugzeuge Close Air Support (CAS) für einen Einsatz flogen, an dem auch deutsche Soldaten beteiligt waren. Dass Bomben abgeworfen wurden und es nicht bei einer Show of Force blieb, deutet schon auf eine etwas problematischere Situation hin. weiterlesen