Frust im Anzug

Domroese_KabulA

Der Frust scheint tief zu sitzen, und er hat – so vermute ich jedenfalls – mit der Person des Generals Lothar Domröse recht wenig zu tun: Im Blogeintrag zur Übergabe des ISAF-Kommandos an den US-General Joseph Dunford beschäftigen sich die meisten Kommentare mit Domröses Uniform. Quintessenz: Während bei den einfachen Soldaten (um mal diesen ebenso unscharfen wie abgelutschten Begriff zu benutzen) schon nebensächliche Verstöße gegen die Anzugordnung oder der falsche Sitz der Hosengummis ein Problem sind, dürfen die da oben (ebenso unscharf) sich nach Belieben ihre verschiedenen Abzeichen an den Feldanzug heften.

Das mag wie Kleinkram erscheinen (und so habe ich es zunächst auch gesehen), die Zahl der Kommentare dazu macht allerdings deutlich, dass sich da in der Truppe eine schlechte Stimmung aufgebaut hat: Statt auf die Erfüllung des Auftrags im Einsatz höchsten Wert zu legen, so der Tenor, geht’s um solche Nickeligkeiten.

Nun ist das nicht wirklich neu – schon vor Jahren beklagte ein General das Erscheinungsbild marodierender Banden im Einsatz. Und auf die Videos aus Helmkameras deutscher Soldaten in Afghanistan warten wir bislang auch vergebens: Die ersten Aufnahmen, so höre ich, wurden dazu genutzt, Verstöße gegen die Regeln für persönliche Ausrüstung und Anzugordnung zu maßregeln. Die Bereitschaft, sich eine solche Kamera auf den Helm zu schnallen, soll danach sehr schnell auf Null gefallen sein.

Deshalb dazu dieser neue Thread. Die Kommentare zu dem Thema aus dem anderen Eintrag verschiebe ich hierher.

(Foto: Bei der ISAF-Kommandoübergabe in Kabul: Links der deutsche General Lothar Domröse, Kommandeur Allied Joint Force Command Brunssum, rechts der scheidende ISAF-Kommandeur, US-General John Allen – ISAF Media via Flickr unter CC-BY-Lizenz)

98 Kommentare zu „Frust im Anzug“

  • FNU SNU   |   10. Februar 2013 - 12:17

    @ T. Wiegold
    Also ich habe General Domröse mehrfach gesehen und er schaut halt meistens etwas skeptisch bis verbissen.
    Der Schnauzer, der an den Seiten noch weiter runter geht verstärkt diesen Eindruck.

    Also nicht so kritisch zu sehen….

  • Voodoo   |   10. Februar 2013 - 12:22

    Er scheint aber nicht verbissen genug, um nicht alles in Farbe anzulegen, was man sich so auf die Brust nageln kann, obwohl die Vorschrift da gerade bei(m) Einsatz(bekleidung) eindeutig ist. Und hinterher wieder Hosengummis gucken und über marodierende Banden zetern… :rolleyes:

  • Luftwebel   |   10. Februar 2013 - 12:37

    Laßt ihn doch. Der kann springen, einzeln kämpfen, und wahrscheinlich Pistolenkugeln mit den Zähnen fangen. An Weihnachten hat mein Christbaum ähnlich ausgesehen. lol

  • T.Wiegold   |   10. Februar 2013 - 12:45

    Wer über Abzeichen auf dem Flecktarn eines Generals herzieht, ist auch nicht so anders drauf als diejenigen, die nach Hosengummis gucken? ;-) (Ist ja schon gut…)

  • Voodoo   |   10. Februar 2013 - 12:53

    Nunja, die, die Abzeichen beim Herrn General gucken, standen evtl. sogar schon vor dem Problem, dass sie ihre Soldaten gemäß Befehl zum Verstoß gegen die Anzugordnung disziplinar ahnden sollten/mussten, die übergeordnete Einsicht, deren Feder das besagte Machwerk aber eigentlich entsprang, jedoch offensichtlich davon ausgenommen war/ist… ;)

  • chickenhawk   |   10. Februar 2013 - 13:37

    Die Uniform des deutschen Generals macht in der Tat einen recht bunten Eindruck. Erinnert ein wenig an eine Fan-Kutte.

    ;-)

  • T.Wiegold   |   10. Februar 2013 - 13:40

    Ich gebe zu, ich bin selber Schuld, weil ich das Foto eingestellt habe… Aber die Abzeichen von Gen. Domröse sind doch eher OT, oder?

  • Roman   |   10. Februar 2013 - 15:08

    @ T.W.

    Ich finde, das ist niemals, OT. Hier sieht man viele innere Konfliktlinien zusammenlaufen, die man salopp auch so formulieren kann: Wasser predigen, Wein saufen. Die Kleinen hängst man, die Großen kommen ungeschoren davon. Das hat der Wehrbeauftragte ja auch wieder festgestellt.

    Es wird besonders dann nicht OT, wenn Domröse als verkleideter Weihnachtsbaum selbst bei so einer Veranstaltung auftaucht und nicht einmal dort die Standardbluse anziehen kann oder will. Sieht man nun die beiden Generäle nebeneinander, dann habe ich wirklich den Eindruck, der eine ist wirklich Soldat, der andere rennt in der schon erwähnten Fankutte rum.

    @ Wanderer

    Das nennt man heutzutage wohl proaktive Personalpolitik und auch begleiteten Ruhestand. Vielleicht wird er ja auch am Tag seiner Entlassung nochmal zum Wehrdienst eingezogen.

  • JCR   |   10. Februar 2013 - 15:52

    Der dt. General hat schon einen Schnauzer auf fast Sezessionskrieg-Niveau :)

  • St.Michael   |   10. Februar 2013 - 20:22

    Um nochmal auf das OT-Thema Anzug zurück zu kommen – ich sehe das Problem nicht. General Domröse ist nicht im Einsatz, kann daher tragen, was auch immer die Anzugordnung für die Soldaten der Bundeswehr vorsieht.

    Ich kann die Vorschrift nicht wörtlich auswendig, habe aber gelernt, dass 2 Tätigkeitsabzeichen getragen werden dürfen. Wenn ein ausländisches Abzeichen getragen wird, so ist dies unter dem deutschen anzubringen. Die 2 Springerabzeichen (deutsches oben) sind daher nach mE in Ordnung. Das Einzelkämpferabzeichen zu tragen ist ebenfalls gemäß Vorschrift (für Soldaten mit bestandenem Lehrgang). NATO-Abzeichen als Verbandsabzeichen auf der rechten Schulter scheint mir ebenfalls keine Herausforderung – inzwischen sind am Feldanzug dafür schon die Klett-Flächen vorgenäht. Wenn man ganz große Langeweile hat, kann man höchstens das Namensband monieren, dass die Vorschrift so nicht kennt. Aber ich glaube der Streitwert ist unter 5 Cent.

    Die Abzeichen fallen vielleicht nur mehr auf, da es sich um den Feldanzug, 3-Farb-Tarndruck, heiß-trocken handelt.

  • Amoebe   |   10. Februar 2013 - 21:10

    Die tarnfarbenen Abzeichen sieht man bei den obersten Dienstgraden so oft, dass ich mittlerweile vermute, dass sie einfach Schwierigkeiten haben, dienstlich gelieferte in ausreichender Menge zu erhalten. Da ist es wohl da einfachste, sich welche privat zu beschaffen. So sollte es natürlich nicht sein, aber ich halte es nicht einmal für unwahrscheinlich.

  • Roman   |   10. Februar 2013 - 22:03

    @ Amoebe

    Wenn es als Witz gemeint war, dann war er gut…

    @ St.Michael

    Mit betreten des Einsatzlandes ist er im Einsatz. Die Übergabe fand ja auch dort statt. Zudem sammelt er ja auch so Tage für seine Einsatzmedallie (immer noch bei 30?) Sieht man das nicht so, ist sein Namensschild als besonders affig anzusehen. Wenn man davon absieht, das es auch anrüchig ist, Abzeichen aller Art, die vermutlich vor einem Vierteljahrhundert erworben worden sind und vermutlich derzeit nicht mehr abgelegt werden können an einem KAMPFANZUG zu tragen, dann ist es eben besonders lächerlich, diese Abzeichen noch in Farbe zu tragen statt in schwarz. Insbesonder vor dem Hintergrund, das ihm unterstellte Dienststellen mit Fegefeuer, Verachtung und erheblichen Disziplinarbußen die kleinen Soldaten vor Ort gängeln. Sowohl auf der Seite der Kompaniechefs, die das umsetzen müssen als auch die betroffenen Soldaten selbst. Und bei jedem Antreten purzeln die meist fettleibigen (<- gleich schon mal sorry dafür), ergrauten alten Herren mit ihrer 3-Farb-Fankutte aus dem Container und halten "Trinkt weiterhin Wasser, alles wird gut"-Reden.

  • Erwin   |   10. Februar 2013 - 22:32

    @Roman

    Wenn schon, dann bitte Namensband, Namensschilder gibt es am Dienstanzug.

  • Bang50   |   10. Februar 2013 - 22:39

    Mal eine unbedarfte Frage:“Gibt es in der BW keine guten Generale mehr?“ – irgendwie habe ich noch nie etwas positives über die deutsche Generalität vernommen :D
    *duck und weg*

  • Koffer   |   10. Februar 2013 - 22:39

    @Roman und andere
    WENN man schon über die Anzugordnung schwadronieren möchte, dann sollte man es wenigstens richtig machen!

    „Mit betreten des Einsatzlandes ist er im Einsatz. Die Übergabe fand ja auch dort statt. Zudem sammelt er ja auch so Tage für seine Einsatzmedallie (immer noch bei 30?)“

    Wohl eher nicht! Denn Gen Domröse dürfte eher eine Auslandsdienstreise machen, als Einsatztage sammeln. Noch kommt hinzu, dass er derzeit in einer NATO-Verwendung ist, dass also so oder so nicht ganz einfach wäre.

    „Wenn man davon absieht, das es auch anrüchig ist, Abzeichen aller Art, die vermutlich vor einem Vierteljahrhundert erworben worden sind“

    1. Hat er die Leistungen vermutlich eher vor 35-40 Jahren abgelegt (was eigentlich umso mehr Respekt verdient!)
    2. Wo sollte denn der Sinn an Orden und Ehrenzeichen liegen, wenn man sie nur so lange tragen dürfte wie man sie auch konkret „verdient“?!?! D.h. wenn man mal 90 Jahre alt ist und bettlägrig wäre, dann soll man seine Tapferkeitsauszeichnung, die man für das Bergen eines Verwundeten aus einem Panzer unter Feindwirkung erhielt lieber wieder zurückgeben?!?!

    Das ist doch BULL*!

    „und vermutlich derzeit nicht mehr abgelegt werden können an einem KAMPFANZUG zu tragen, dann ist es eben besonders lächerlich, diese Abzeichen noch in Farbe zu tragen statt in schwarz.“

    Wenn Sie mal ganz genau in die 37/10 schauen würden, dann würden Sie erkennen, dass die heute üblichen schwarzen Abzeichen streng genommen vorschriftswidrig sind!

    WAS an der Uniform des Herrn General falsch ist, ist folgendes:
    1. das Namensband!

    unter Umständen:
    2. die Tatsache, dass an Wüstentarn überhaupt Abzeichen getragen werden, denn das sieht die Vorschrift nur für „normales“ Flecktarn so vor (wobei man hier u.U. einen Analogieschluß über die Zulässigkeit machen könnte)

    3. die Schulterklappen (es war zwar mal geplant Flecktarnschulterklappen einzuführen, aber ich GLAUBE die Absicht wurde zwischenzeitlich aufgegeben).

    @Bang50
    Ich weiß nicht, was Sie gegen den Herrn General haben. Ich hatte die Ehre unter ihm zu dienen und kann nur gutes über ihn berichten!

  • T.Wiegold   |   10. Februar 2013 - 22:51

    Mannomann, hier werden wirklich Probleme diskutiert… Kommt mir nicht wieder mit Anzugsordnung und so.

  • Bang50   |   10. Februar 2013 - 23:02

    @ Koffer – ich habe gar nichts gegen den Mann (ich kenne ihn ja nicht). Ich wundere mich nur, dass die deutsche Generalität stets mit so schlechten Noten bedacht wird. Wäre ich führender Personaler in einer großen Firma, würde mich so viel Kritik an der Führung aufhorchen lassen und ich müsste Kraft meines Amtes mich darum bemühen die Gründe dafür herauszufinden.

  • Kerveros   |   11. Februar 2013 - 7:15

    @T.W.:
    Was das O.T. Thema angeht, so ist es einfach ein deutliches Zeichen der Führung an die Truppe… ebenso wie das Barett, was da eigentlich nichts verloren hat…

    Die Soldaten sollen sich als Teil des Teams empfinden… individuellen Umtrieben wird regelmäßig in Befehlen zur Anzugordnung, zu Abzeichen, Kopfbedeckungwie auch Grußpflicht im Einsatz Einhalt geboten… und dann kommt eben so etwas…

    @Koffer:
    Die Vorschrift sieht am Feldanzug, TD genau KEINE Abzeichen außer Dienstgradschlaufen vor. Sie lässt diese genau dann zu, wenn sie selbst beschafft und auch der Feldanzug selbst gekauft ist (37/10 Zf. 557)… (was im Einsatz regelmäßig nicht der Fall sein sollte)

    Zum eigentlichen Thema zurück:
    Das der General vielleicht nicht die notwendige Erfahrung beseitzt wird sich nur insofern auswirken, wie er nicht gewillt ist auf seine Berater zu hören. Was den Dienstgrad (* auf **** in fünf Jahren) angeht: Ich habe da mal einen Colonel Mulholland erlebt, der die versammelte Generalität in die Tasche gesteckt hat… Dienstgrad hin oder her…

  • Koffer   |   11. Februar 2013 - 9:00

    @Kerveros
    1. und Verbandsanzeichen, 2. und was hat das mit meiner Aussage zu tun? 3. wieso sollt das Barett verboten sein?

    @Bang50
    Guter Punkt! Was mich vor allem aufhorchen lässt, ist nicht die Kritik an einzelnen, sondern die in der Bw in der Zwischenzeit verbreitete unterschiedslose Kritik an der Generalität.

    Das sollte man in der Tat mal mit sozialwissenschaftlichen Methoden untersuchen!

  • Esgibtauchguteoffiziere   |   11. Februar 2013 - 9:17

    Tolle Diskussion. Die deutschen Medien gehen garnicht auf die Tatsache ein, daß ein deutscher General das ISAF-Kommando übergibt und hier wird schwerpunktmäßig über Anzugordnung diskutiert. We’re den General kennt, weiß daß er wenig Wert auf solche Äußerlichkeiten legt. Schon garnicht „hängt“ er unterstellte Soldaten für soetwas. Das Gegenteil wäre zu belegen!
    Leider lässt die Qualität der Kommentare auf dieser Seite schwer nach.

  • iltis   |   11. Februar 2013 - 10:02

    @Esgibtauchguteoffiziere: Ob es Ihnen zusagt oder nicht: Eine solche Diskussion entsteht nicht im luftleeren Raum, sondern sie erhält ihren Brennstoff im täglichen Erleben. Da kommt es am Ende gar nicht mehr darauf an, ob der angesprochene General selbst auch zu den Hosengummikontrolleuren gehört oder nicht.

  • Herr Sipol   |   11. Februar 2013 - 10:16

    Domröse war mein Kommandeur. Was ich über ihrn zu berichten weiß ist, dass er keineswegs die „Kleinen“ nervt, es sei den sie bekommen nicht mal ne vernünftige Meldung hin. Aber selbst das geht dann in viel größerem Ausmaß nochmal an die Adresse der Ausbilder. Häufig auch zu Recht, zumindest meiner persönlichen Erfahrung nach. Das ist dann natürlich wieder nach unten geflossen im Namen des Generals… Es wundert mich nicht, wenn es hier den ein oder anderen Betroffenen gibt.

    PS: Wollen wir im Zuge dessen nicht gleich mal diskutieren, wie angepasst doch viele Kampfanzüge im Gefecht waren?

    PSS: Volle Zustimmung @ Esgibtauchguteoffiziere

    [Bitte beachten: Zu diesem Thema gibt’s einen neuen Thread, ich verschiebe diesen Kommentar dorthin. T.W.]

  • PW1   |   11. Februar 2013 - 10:25

    „Die ersten Aufnahmen, so höre ich, wurden dazu genutzt, Verstöße gegen die Regeln für persönliche Ausrüstung und Anzugordnung zu maßregeln.“

    Vor einigen Monaten wurde im ZEIT Magazin eine umfangreiche Interviewreihe mit Afghanistan-Soldaten im Stile „vor dem Einsatz-nach dem Einsatz“ geführt. Unter anderem kam auch das Thema Stiefelgummis auf, in dessen Zusammenhang einer der Interviewten (Panzergrenadier oder Fallschirmjäger, genau ist mir das leider nicht mehr bekannt) sich beklagte, dass die Führung anscheinend die in näherer Umgebung des Feldlagers am Himmel schwebenden Aufklärungs-Zeppeline überwiegend nur dazu nutzte, die eigene Truppe auf Bekleidungsverstöße hin zu überwachen! Dass solche Erlebnisse zu einer Abstimmung mit den Füßen führt, dürfte nicht verwundern. Wenn dann gleichzeitig das uneinheitliche Auftreten einzig den betroffenden Soldaten angelastet wird, ohne mit einem Wort die unglaublich schleppende Beschaffungspolitik selbst kleinster Gegenstände (Stichwort Strickmütze, schwarz) zu erwähnen, dann wundert mich der Frust noch weniger…

  • McKenzie   |   11. Februar 2013 - 10:49

    Es war einmal…
    … vor über 20 Jahren -ich als kleiner OA- noch in olivgrün gekleidet bei der grünen Ausbildung. BTLKdr zur Dienstaufsicht. Was gab es zu bemängeln und zzu berichtigen? Ja, das Benzel der Kapuze des Parkas wedelte ziellos umher und war nicht in der Brusttasche des Selbigen fixiert. Das soll als Bsp. reichen, obwohl mir noch einige mehr einfallen.
    Da habe ich heute ganz andere Probleme so ohne Dresscode. Was ziehe ich heute bloß wieder zur Arbeit an ;-)

    @ Esgibtauchguteoffiziere
    Ja, die gibt es, gute und sehr gute Offiziere! Leider gibt es auch unsäglich viele schlechte. Problematisch ist es, wenn diese ungewohnt häufig ab Besoldungssufe A15 auftauchen, aber Bang50 hat es schon richtig erkannt, eine ernsthafte Thematik für das Personalmanagement.

  • DJung   |   11. Februar 2013 - 10:51

    Soll ich euch mal die Königsdisziplinen eines durchschnittlichen deutschen Soldaten nennen? Meckern und Korrigieren, selbst nicht besser machen.

    Siehe Facebook, twitter und sonstige soziale Medien. Siehe auch Dienst in der Truppe.

    Falscher Anzug, falsche Haltung, falsche Waffen. Alles Elitesoldaten. KSK wohin man schaut. Und natürlich Erfinder der Bekleidungsverordnung.

  • FNU SNU   |   11. Februar 2013 - 10:51

    Zum Thema Anzug und marodierender Banden:

    Also noch bei Patrullien in und um Kabul „aufgesessen“ gefahren wurde und die Bediener von Waffenstationen ebenfalls über Tage gewesen sind, haben Sie insbesondere den guten Staub von Kabul abbekommen.
    In dieser Stadt, in der gerne mit Reifen geheizt wird und auch die Entsorgung von Fäkalien gerne mit Diesel beschleunigt wird, (wenn es nicht einfach draussen liegt und trocknet) sind viele stinkende und auch giftige Stoffe in der Luft. Die geologi um Kabul herum ist ebenfalls ein negativer Faktor.
    Die Soldaten haben sich also Tücher vor den Mund gebunden, gerne auch die sogenannten „Palestinenserschals“(phonetisch), passend zur Farbe des DEU Flecktarns.
    Weiterhin wurden Sonnebrillen getragen, um die Augen zu schonen oder Schussbrillen, die man sich privat gekauft hatte, um die Augen zu schonen.

    90-95% der Soldaten, auf der Ebene Mannschaften und Unteroffiziere dtaten dies um Ihre Kampfkraft möglichst lange zu erhalten und nicht um irgenwie „voll Rambo-mässig“ rüberzukommen.

    Der gemeine Stabs „i.G. ler“ (gibts eigentlich noch ein Land was seine Karrieresoldaten so peinlich bezeichnet bzw. darauf pocht mit i.G. ansgesprochen zu werden (weil man ja mal general werden kann) kommt natürlich mit allen Abzeichen gewaschen (man soll ja die Kampferfahrung sehen) mal in der Mittagspause aus dem Stab (überspitzt) und sieht diese bösen Horden. Und die Mannschaften bekommen einen auf den Deckel.

    In anderen Einsatzgebieten wird im Winter der FeldlagerFeuerwehr, die eh keinen Kampfanzug nach ZDv 37/10 trägt sondern eine Brandschutzjacke, befohlen Barett zu tragen. Wegen der Einheitlichkeit. Und keine Wintermütze im Winter bzw. die schwarze Windstoppermütze.

    Während der Einsatzkommandeur eine Flecktarn-Bomberjacke trägt, die er „als junger Offizier“ in einem Trageversuch bekommen habe.

    Sicherlich sind einige Mannschaften beim Anzug überzogen und ein Smock ist nunmal keine Feldbluse/Jacke. Aber gewissen Vorgesetzten ist es scheinbar egal wie Sie rumlaufen, drücken aber gegenüber den Mannschaften/Unteroffizieren absolut überzogene Diszis rein.
    Es gilt auch im Wehrdisziplinarrecht das prinzip der verhältnismäßigkeit.
    Das wird aber scheinbar immer nur dann angewandt, wenn höhere Vorgesetzte Vergehen begehen. Der Bericht des Wehrbeauftragten spricht da nur die Spitze des Eisbergs an. Die „Umfragen“ nach den Einsätzen zum Thema Vertrauen in den nächsten bzw. nöchsthöheren Vorgesetzten sprechen doch absolut für sich.

    Deshalb werden diese Umfragen ja auch nur intern ausgewertet…..

    Das ganze kann man dann gerne noch auf die Alkoholregelungen in diversen Einsätzen oder der Verlängerung der Öffnungszeiten durch den dienstgradhöchsten Offizier im Casino/San Valley/Haus Berlin beobachten…..

    Um zum Topic zurückzukommen:
    Wie oben beschrieben. General Domröse ist ein „Macher“, den Lösungen interessiert haben und keine Probleme. Er ist nunmal leider jetzt auf dem Bild abgebildet.
    General Trull dagegen hatte ja durchaus seine eigenen Anzüge befohlen ( Irgendwwelche Halstücher in Truppenfarben, etc.). Dafür waren immer genug Mittel da.

  • Markus   |   11. Februar 2013 - 11:01

    Da hatten die Amerikaner vor Zeiten ähnliche Probleme, die sie offensichtlich lösen konnten…
    Fuller, J.F.C., Generalship: Its Diseases and their Cure. A Study of the Personal Factor in Command. Harrisburg 1936. Als .pdf unter: http://www.cgsc.edu/carl/download/csipubs/fuller.pdf

  • Wurzelbert   |   11. Februar 2013 - 11:04

    @PW1

    Besagter Artikel beschäftigt sich mit Fallis (ehemalige Kameraden von mir), von denen die meißten an den Gefechten 2009 beteiligt waren und aktives Vorgehen gegen den Feind als Auftragsgrundsatz hatten, das passive Vorgehen der neuen Einsatzführung stieß ihnen übel auf und auch die mit der Gemächlichkeit eihergehende Schwerpunktverlagerung (vom Kampf zum Stiefelputz, ums überspitzt auszudrücken).
    Dabei spielen noch andere Probleme mit ein (bspw können viele Fallis andere, besonders Panzergrenadiere nicht riechen, weil sie sich als Krone der Infantrie verstehen und zumeißt ohne andere Truppengattungen kämpfen, demenstprechend für sich geschlossen agieren, aber das wird zu off topic).

    Zum General und dessen Aussehen: Ich war nur Mannschafter und habe keinerlei Interesse an Generälen (da habe ich meine eigenen Erfahrungen gemacht), allerdings ist es angebracht (trotz jeder Wahrung eigener Tradition) sich die Gegenparts anderer Nationen ein wenig als Vorbild zu nehmen. Nebenbei sind am Gefechtsanzug keinerlei Verdienst- oder Tätigkeitsabzeichen zu tragen. Inwiefern das nun für den General zutreffen mag, ist diskutabel, allerdings finde ich den Vorsatz führen durch Vorbild als sehr wichtig.

  • JgBtl 521   |   11. Februar 2013 - 11:05

    Also: es gibt eine ZdV, an die sich auch ein General zu halten hat, egal, wie sehr er sich um Deutschland im Allgemeinen und die Bundeswehr im Besonderen verdient gemacht hat. Und wenn er die Vorschrift nicht en Detail kennt, hat er hoffentlich fähige Mitarbeiter, die ihn darüber aufklären. In meiner Ausbildung 1989/90 galt der Grundsatz: „Führen durch Vorbild“. Das gilt – auch und gerade – auch für einen General.

    Bei meiner Rekrutenbesichtigung anno 1989 hatte mein Kommandeur beim Abschlußappell für jeden ein Wort übrig. Wir alle sahen aus wie Pierre Schwein und hatten einen Tag lang alles gegeben. Sein Resümee war, dass die Kordel am Saum von meinem Parka nicht eng genug gezogen war. Wenig getadelt ist halt manchmal schon genug gelobt. Aber Führung mit Augenmass ging und geht sicher anders.

  • markus, d.Ä.   |   11. Februar 2013 - 11:10

    kann mal jemand darüber aufklären, wie so ein überzogenes diszi auszusehen hat?

    meiner eigenen kreativität an der heimatfront ist damals „leider“ keine Grenze gesetzt worden, die da als maßstab gelten könnte ;)

  • Memoria   |   11. Februar 2013 - 11:17

    Im Kern ist dies doch nur ein Symbol für fehlendes Vertrauen in die Führung.
    ZDv 37/10, Ziffer 212 (im Einsatz keine Verbands-, Tätigkeits- und Sonderabzeichen) wird von allen Dienstgradgruppen nicht eingehalten, disziplinarisch geahndet wird es jedoch nur „unten“.
    Dort jedoch teilweise mit sehr hohen Geldstrafen.
    Reden und Handeln – man schaue sich mal deutsche Kontingentführer an. Entweder oder.

  • Trabantfahrer   |   11. Februar 2013 - 11:30

    Ich finde es ein wenig seltsam, dass hier darüber dikutiert wird, dass der General D. seine Brust mit seinen Tätigkeitsabzeichen behängt. Es gibt andere Probleme.
    Ich selber kenne den Herrn General D. nicht ,kann aber den Kommentaren entnehmen, dass er wohl ein Macher und Pragmatiker ist. Umso besser, jemand mit gesundem Menschenverstand der nach außen hin zeigt „ihr spinnt doch mit eurem kleinkarierten Kram“ (vorausgesetzt, es steckt Vorsatz dahinter).

    Zu den Videos: es ging auch mal rum, dass die Drohnenvideos bei Operationen für Dienstaufsicht (Anzug, etc…) genutzt worden sein sollen, und nicht für die 100%ige Unterstützung der Bodenkräfte im Gefecht oder auf Patrouille. Es gibt sicherlich jede Menge an Helmkameravideos aus Autos, Schiffen und Flugzeugen, die gedreht wurden. Das Problem ist, dass man, sobald seinen Fuß ins Einsatzland gesetzt hat, den Aktenschrank voller Belehrungen zur Kenntnisnahme und Unterschrift vorgesetzt bekommt. Mit dabei das Stück Papier welches sich genau mit dem Thema Videos und Internet beschäftigt und einem ja gleich die Disziplinarmaßnahmen androht, da man ja ganz bestimmt gegen die §§ A-Z SG etc. verstößt wenn man denn genau das macht, was im Thread quasi gefordert wird (Videos drehen, veröffentlichen). Wir erinnern uns alle an den singenden Weihnachtsbaum aus Kunduz…
    Wie die BW mit unbequemen Internetinhalten umgeht, die auch mal vielleicht die nicht so schöne Seite der BW zeigen, wurde ja exemplarisch bei einem Blog der sich mit Drehflüglern befasst, gezeigt.

    Dass die BW noch nie mit den neuen Medien umgehen konnte, spiegelt das ja wieder. Noch schlimmer ist es, wenn sich das außerhalb der Kontrolle der BW abspielt.
    Anstatt zu drohen wären Tips ganz nett, was geht und was geht nicht. Der einfachere Weg ist ja aber unter androhung von Strafe gleich alles in dieser Richtung zu unterbinden.

  • Horst   |   11. Februar 2013 - 11:33

    Anzugsordnung, Medallien, Abzeichen usw. sind in der modernen Bundeswehr halt sehr wichtig. Der Gegenüber soll ja erkennen, dass man ein ganz wichtiger, ganz toller Hecht ist, die herausfordernsten Lehrgänge übehaupt erfolgreich bestanden hat und im Prinzip eine wandelnde Waffe ist.

    Letztens beim schießen wurde ich auch gefragt, ob meine Schießübung in’s Schießbuch eingetragen werden sollte. War ja nur in bronze erfüllt…
    Von meinem Batterietruppführer durfte ich mir auch schon was anhören, weil ich an meinem Dienstanzug nur Dienstgrad- und Verbandsabzeichen habe und auch absolut keinen Wert auf irgendwelche Schützenschnüre oder Leistungsabzeichen lege…

    Gibt’s eigentlich irgendeinen MUSS-GRUND zum anlegen von Schützenschnur und Einsatzmedallie?

  • Trabantfahrer   |   11. Februar 2013 - 11:35

    @ Horst
    ja den gibt es, man nennt ihn den Kalten Krieg, und da man im KK ja nicht kämpft zeigen wir eben anders, dass wir gut sind…. und sein müssen…. und werden…

    Äääääh, Moment mal, oder der Kalte Krieg nicht seit 20 Jahren vorbei????

  • markus, d.Ä.   |   11. Februar 2013 - 11:37

    so abzeichengeprolle würde ich noch als persönlichen spleen abtun. wer dafür auf die finger bekommt, hat nur wenig ausreden. das sich vorgesetzte, besonders generäle da gerne mal drüber wegsetzen… well. manche sind halt gleicher als andere.

    spannender finde ich daber das thema ausrüstungsmängel. da bestehen ja zweifellos mängel, die im heroischen Abwehrkampf gegen rotland bisher vermutlich nicht besonders ins gewicht fielen – in Talibanistan aber durchaus lebensrettend oder zumindest massiv lebenserleichternd daherkommen.

    wie ist sowas in anderen Armeen geregelt ? über die Franzmänner gerüchtet man ja auch, das sie nur suboptimal ausgestattet der vaterlandsverteidigung nachgehen.

    wie positionierten sich dort bisher die mittleren Führungsebenen* gegenüber den Goldfasanen ? hat man dort versucht die probleme sinnvoll zu kommunizierne und evtl kompromisslösungen zu finden ? auf zug bzw Kompanieebene einen Konsens über dem arbeitsalltag angemessene Kleidung und Ausrüstung zu finden sollte ja durchaus machbar sein, damit die dann auch geschlossen bestellt werden kann so der dienstherr nichts passendes in der Kleiderkammer hat.

    *Zugführer und aufwärts

    Ich kann das Problem gerade nicht vollumfänglich nachvollziehen, da wir selbst als mannschafter in der Sache relativ viel Mitspracherecht hatten, zumindest was die auswahl der dienstlichen Kleidung betraf. da kam vom zugführer dann die ansage, morgen gehts raus, stellt konsens über den anzug her. erwarte meldung in 10min. übergeordnete besoldungen haben da auch nie reingefunkt. in anderen Zügen lief es ähnlich.

  • McKenzie   |   11. Februar 2013 - 11:52

    @ FNU SNU: Heute schon „getrullt“ worden? ;-)
    Der General Trull hatte sein schwarzes Barett auch nie ZDv konform auf seiner Glatze sitzen. Das direkte Vergnügen hatte ich nie mit ihm. Habe aber mal Pressebegleitung bei einem öffentlichem Gelöbnis gemacht. Da lief ein studierender Reserveoffizier im DA-Grundform mit Schirmmütze herum. Der hatte doch tatsächlich die Scherpe seiner Studentenverbindung dazu um. Der Trull fand das geil. -Ohne Worte-

    Welche Diszi hat eigentlich seinerzeit der deutsche Com KFOR bekommen als ihm seine Pistole P8 abhanden gekommen war? Das interessiert mich wirklich mal wegen Verhältnismäßigkeit, z.B. im Vergleich zur Schussabgabe in den Sandkasten beim fehlerhaften Entladen seiner Waffe im Einsatz.

    Insgesamt zeigt die ganze Diskussion hier im Block doch eins nur ganz deutlich:

    a) fehlendes Vertrauen in die militärische Führung (pauschal ab A15 aufwärts)
    b) Entfernung vom Mutterschiff (gefechtserfahrene Soldaten von denen ohne diese Erfahrungen (upps, ab A15 naturbegeben)
    c) ein tief zerüttetes inneres Gefüge innerhalb der Streitkräfte

    Die Frage lautet: Wann kommt der große Knall?

  • Thomsen   |   11. Februar 2013 - 11:56

    Mich wundert ja, dass sich noch keiner der 37/10-Fetischisten über die nicht gefüllten Taschen der Feldbluse aufgeregt hat. Wo ist der 6B-Bleistft? Meine Fresse…

    Leute, auch wenn ich als (mittlerweile gottseidank) Aussenstehender über ausreichend persönliche und sachliche Distanz verfüge, mir wegen sowas nicht mehr den Puls auf 200 treiben zu lassen, so hat mich das auch zur aktiven Zeit zwar geärgert, aber nicht in dem Ausmaß wie sich hier einige die Köpfe heiss reden.

    An Beispielen – wie auch bereits geschildert – mangelte es keinesfall: du frierst dir bei -20° den Allerwertesten ab, dann steigt der Kdr aus seinem beheizten Wolf mit kurzen Ärmeln und mault wegen dem Anzug rum; wesentlichster Kritikpunkt in der AGA war das Tragen von Gamaschen als Ausbilder; dann ein weiteres Highlight, sein Spitzname war passenderweise „Hosengummi-Lutz“ (teilte im Einsatz Hosengummis an mit einem solchen Mangel behaftete Soldaten aus); Aussagen „Wie laufen sie denn wieder rum? Sie wissen, dass der DivKdr im Beritt ist? Ich will sie ja nur schützen!“, undundund. Eigentlich zum Totlachen.

    Anstatt sich immer wieder deswegen aufzugasen sollte jeder seine Konsequenzen daraus ziehen. Und wen gefroren wird, weil es an Klamotten fehlt, dann wird entweder gefroren oder eingestellt.

    Unter´m Strich verstehe ich auch nicht, wie solchen 08/15-Diskussionen hier eine derartige Plattform gegeben werden kann. Der 37/10-Stachel scheint ja immer noch sehr tief zu sitzen.

    Und zu dem ganzen Lametta: spätestens mit Einführung der „Gefechtsmedaille“ haben bestimmte uniformierte Zeitgenossen (meist Angehörige der oben abgebildeten TrGat) das aus dem WK II bekannte Phänomen der „Halsschmerzen“ wieder neu entdeckt.

    Auf die tollen Hechte!

  • Uniformator   |   11. Februar 2013 - 12:29

    Kameraden, da sieht man doch mal wieder, welche Probleme die Bw mit ihrem Selbstbild hat. Wozu Orden und Abzeichen, wenn sie nicht getragen werden?! Meiner Meinung nach sind diese konsequent zu tragen, egal an welchem Anzug, sonst brauch man sie nicht vergeben. Das oben gern Gold angehängt wird und unten darf man nicht, ist mal wieder peinlich! Welche Leute erfinden überhaupt solch halbschwangere ZdVs, die dann nicht mal eingehalten werden!? Mann, mann..

  • Heiko Kamann   |   11. Februar 2013 - 12:35

    Da steckt die Bundeswehr in mitten der größten Reform ihrer Geschichte und über was unterhalten sich die Soldaten? Tolle Truppe!

  • Kerveros   |   11. Februar 2013 - 12:39

    @Koffer:

    (1) Verbandsabzeichen sind oftmals befohlen… um die geht es mir aber auch nicht.
    (2) Die Grundproblematik ist das TD hinter dem Komma… TARN-Druck, nicht ‚Weihnachtsbaumunterlage-Üb’… Egal ob er jetzt das Recht hat Abzeichen zu tragen die er vor 35 Jahren erworben hat… am Feldanzug hat es m.E. nach nichts verloren und die Vorschrift sieht das bis auf das Schlupfloch genauso…
    Abgesehen davon interessiert mich kein Stück weit, was jemand mal gekonnt hat, sondern genau was er jetzt kann.
    (3) Wo habe ich denn gesagt es sei verboten? Ich sage nur es hat aus meiner Sicht da nichts verloren. Was hat es mit seiner akutellen Tätigkeit zu tun, dass er mal zu dieser Truppe gehörte? Bei der Bergmütze dürfte er die gemäß Vorschrift auch nicht mehr tragen, wenn er nicht mehr zu den ‚ausgewählten‘ Truppenteilen gehörte… aber das ist eine andere Baustelle. Aus meiner Sicht ist es einfach der falsche Platz um Truppengattungsstolz zur Schau zu stellen.

    Da werden wir zwei uns aber wohl nie einig werden… ich bin dann auch mal weg auf Dinestreise… insofern viel Spaß beim Diskutieren.

    @T.W.: was die Geschichte mit dem Helmkameras anging vor dem Hintergrund der aktuellen Drohnendebatte – böse Stimmen munkeln das unter den ersten Aufgaben im RC North die Suche nach ‚Pools‘ in Feldlagern war ;)

  • J. Münster   |   11. Februar 2013 - 12:40

    Die Anzugsordnung, laaaaaaaangweilig. Da gibt es andere Probleme und wer sie umsetzen will, nur zu : er hat das Recht dazu. Denn eines fehlt der Bw ganz und gar : Konsequenz!

    Ich trage auch als eher rückwärts gewandte, schöne Erinnerung mein bordeaux rotes Barett und ärgere da eher meine weiteren Vorgesetzten. Aber schließlich habe ich schon gut gedient, war im Einsatz und werde es wieder … bla bla bla… Den Anzug zu korregieren geht immer, alt bekannte Sache, wenn einem zur Ausbildung nix mehr einfällt.

    Ich mag General Domröse, er war mein Vorgesetzter in diversen Positionen inklusive des Auslandseinsatzes. Ich finde er muss nicht lächeln, irgendeinen besonderen (oder nicht) Anzug tragen. Er soll Deutschland vertreten und da hoffe ich eher, dass sein Englisch über die Jahre besser geworden ist. Er ist jedenfalls noch ein General zum Anfassen, zum diskutieren und dies auch sehr kritisch aber zielgerichtet.

    Lasst den Anzug, hilflose Ersatzdiskussion in einer Zeit, wo 2 Mrd. noch eingepart werden sollen und keiner so recht meckert, keine verbindlichen Ziele für den Einsatz der Armee dastehen bis zum letzten Mannschaftsdienstgrad… ich vermisse das vielmehr. Auf Bataillonsniveau sieht man die Herausforderungen der Zeit. Und die sind eher zu diskutieren.

  • WE-Pendler   |   11. Februar 2013 - 12:41

    Ohje.
    Steht nicht über allem immer das Auftragsergebnis im Vordergrund??
    General Domröse hat sicherlich andere Probleme, als sich für seinen Anzug zu rechtfertigen. Und ich finde das gilt in beide Richtungen des Dienstweges…

    Wie stand es so schön auf einem Wandbild eines Flures in der 7./OSLw: „wer nichts kann, der meckert am Anzug“.

  • JCR   |   11. Februar 2013 - 13:31

    Als Aussenstehender muß ich schon sagen daß der Tarnanzug des Anstoßes schon ein bischen nach russischer Abgängeruniform aussieht.
    Aber es scheint ein Kontinuum der Uniformgeschichte zu sein daß der Feldeanzug von heute der Dienstanzug von Übermorgen ist ;)

  • SR   |   11. Februar 2013 - 13:37

    Es wird sich in der Regel beschwert, wenn deutsche Generale dicklich, nicht schneidig und im Vergleich, insbesondere zu amerikanischen Generalen, wenig soldatisch rüberkommen. Nun würde ich General Domröse als schneidig bezeichnen und er trägt mit den Abzeichen eine soldatische Einstellung und eine Betonung der soldatischen Tugenden an der Uniform. Als deutscher 4- Sterner macht er eine echt gute Figur im internationalen Umfeld und mit der Hosengummidiskussion hat dies aus meiner Sicht nur sehr entfernt etwas zu tun. Im Übrigen habe ich General Domröse jederzeit als sehr nah an der Truppe und einen an der Auftragserfüllung orientierten Führer erlebt. Eher Vorbild und Richtschnur als alles andere, was mir hier so liest.

  • AJ   |   11. Februar 2013 - 13:39

    Wenn mein Opa auf seine alten Tage Bilder und Fernsehberichte aus Aghanistan sieht, mit all den zum Spezialagenten aufgerüsteten Fallschirmjägern, dann sagt er immer: „Nur weil diese unrasierten Modepuppen mal vom Taliban mit einer Kalaschnikow beschossen wurden, sind die noch lange nicht kriegserfahren. Das sind alles Maulhelden, die niemals gegen eine echten Feind kämpfen mussten. Solche Frettchen waren beim Iwan in einer Woche erledigt.“

    Das höre ich mir einmal pro Woche von ihm an und habe dem nichts hinzuzufügen.

  • Georg   |   11. Februar 2013 - 14:22

    Man kann über die Anzugsordnung diskutieren, man muss es aber nicht. Dies gilt natürlich auch von oben nach unten und nicht nur umgekehrt.

    Als ehemaliger Angehöriger einer TSK, bei der Funktionalität wichtiger ist als ZDV-konformes Bekeiden und Auftreten, kann ich nur feststellen,
    lasst doch dem General seine Tätigkeitsabzeichen anlegen. Offensichtlich will er im Zuge seines Gesamtauftretens inkl. dieses herrlichen Schnauzbartes eine bestimmte Geisteshaltung und Einstellung zum Soldatenberuf symbolisieren. Falls er gelernter Fallschirmjäger ist, dann sollte er dies mit Stolz auch als Viersterne-General zeigen dürfen. Im Gegenzug muss man selbstverständlich auch zweckmäßige Anzugserweiterungen eines Stabsgefreiten als MG-Schütze auf einem Dingo akzeptieren.
    Und alle Diejenigen, die im Einsatz nichts anderes zu tun haben als Anzugsordnungen und Vekehrskontrollen in Feldlagern durchzuführen, gehören schlicht und einfach abgeschafft. Wenn mit den Blibs, den Überwachungsballonen auch noch Anzugsordnungen kontrolliert worden sind, dann gehören die Bedienermannschaft und deren Vorgesetzten, die dies angeordnet haben disziplinar geahndet, denn offensichtlich haben sie sich nicht auf den Auftrag konzentriert.
    Als Quintessenz kann ich nur sagen, der Stabsgefreite, der kompentent und engagiert seinen Dienst verrichtet, dabei aber zweckmäßige Anzugserweiterungen vornimmt ist mir im jeden Fall lieber als der Stabsoffiziere, der zwar die ZDV 37/10 auswendig kennt, aber sonst nichts vernünftiges auf die Reihe bringt.

    Die techniklastige Lw wäre mit dieser Geisteshaltung schon lange den Bach runter gegangen !

  • Sascha Stoltenow   |   11. Februar 2013 - 14:59

    Nein, Fallschirmjäger ist Domröse nun wirklich nicht – zumindest nicht in der Wolle gefärbter, wie sich seinem Wikipedia-Eintrag leicht entnehmen lässt. Dort findet sich auch ein Bild aus dem Jahr 2009 (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hans-Lothar_Domroese-01.jpg), das darauf hinweist, dass er bei der Wahl seiner Uniform zumindest Konstanz beweist.

    Ansonsten, Kaisers bzw. Domröses Bart, Ihr wisst schon.

  • LTC007   |   11. Februar 2013 - 15:43

    Ich kenne Herrn Domröse auch persönlich, hatte in Leipzig unter ihm gedient. Ich kann auch nix Schlechtes über ihn sagen, und dieses Ping Pong in Sachen ZdV Haumichblau und deren Auslehnung bringt nicht viel, ist halt eine typisch deutsche Diskussion mit Parallelen in andere Politikbereiche, Stichwort Dokotor-Titel, hinein.

    Was mich nur wundert, ist, dass der US-General neben Domröse ihm gegenüber fast nackt wirkt. Ich nehme an, der Herr hat einen ganzen Starlifter voll Ehrenzeichen, aber er bescheidet (!) sich mit einer normalen Gefechtsuniform. Vielleicht sind das die feinen Unterschiede.

  • Thomsen   |   11. Februar 2013 - 15:51

    Heieiei, bei der Bildersuche im www findet sich doch tatsächlich noch ein umgebauter Parka in seinem Bestand. Langsam aber sicher dürfte der ein oder andere hier aber Schaum vor den Mund bekommen.

    Misst die Leute wenn ihr wollt am Anzug. Ich für meinen Teil habe das immer nur als Mosaikstein im Gesamtbild gesehen. Und da reicht die Erfahrungsspanne von Ammon über Bentler, Blotz, Feldmann bis Berger, um mal die extremsten Vertreter sowohl von „Hop“ als auch „Top“ zu nennen.

    edit:

    @ LTC:

    http://www.jfcbs.nato.int/jfcbrunssum/page130613051.aspx

    *räusper*

  • klabautermann   |   11. Februar 2013 - 16:02

    Domröse macht mit seinem Anzug bei dieser Gelegenheit ein sehr subtiles statement gerade gegenüber Allen.
    Die USA betrachten ihre Streitkräfte im Krieg, wenn dieselbigen die 12 Seemeilen Hoheitsgewässer um CONUS verlassen haben…..deswegen dieser identifikationsneutrale Habitus inkl. Anzug ihrer Kommandeure (OPSEC::::blabla)…..und damit einhergehend diese billige Anbiederung an die Untergebenen……don’t shoot me, I’m one of U……
    Nun, ISAF ist keine Kriegs-Mission……und btw : rank has,,,,,.

    …und die Hosengummi-Diskutanten hier kann ich nur warnen nicht nach Norwegen zu kommen in den nächsten 5 Monaten