Twitter-Liveticker aus dem Krieg


Es gab eine Zeit, da war die befremdlichste mediale Vorstellung von einem Krieg, er könne live im Fernsehen übertragen werden. Inzwischen sind wir einen Schritt weiter. Die heute begonnene Militäraktion Israels gegen die militante Hamas im Gaza-Streifen wird von beiden Seiten auf sozialen Netzwerken (fast) in Echtzeit in alle Welt übertragen.

(Nachtrag: Inzwischen hat Youtube dieses Video gesperrt, weil es gegen die Nutzungsbedingungen verstößt… aber es findet sich natürlich weiterhin im Internet. Danke für die Leserhinweise!
Nachtrag 2: Das Video war zwischenzeitlich weg und ist mittleweile wieder da. Laut Youtube wurde es irrtümlich entfernt.)

Die Aktion begann heute nachmittag mit einem Drohnenangriff der Israelis auf den Militärchef der Hamas, Ahmed Jabari, den Israel für Terrorangriffe verantwortlich macht. Von diesem Angriff gibt es oben stehendes Video – auf Youtube. Und beide Seiten halten die Welt via Twitter – auf Englisch – auf dem laufenden. Inzwischen ist das so lang, dass es hier nur zum Teil angezeigt wird, die komplette Übersicht gibt es auf Storify):

67 Gedanken zu „Twitter-Liveticker aus dem Krieg

  1. So muss zeitgemäße Informationspolitik in der Ära Echzeitkommunikation aber aussehen.

    Erfrischend auch die klare, euphemismusarme Diktion der IDF. Vergleiche mit bundesdeutscher Praxis in dieser Hinsicht erübrigen sich natürlich.

  2. Die im Profil von @AlqassamBrigade angegebene Homepage wird übrigens in Saudi Arabien gehostet.

  3. Bei „RT if you think #Israel has the right to defend itself. “ steige ich aber irgendwie aus. Nicht wegen irgendwelcher inhaltlicher Probleme mit der Aussage, einfach die Tatsache dass man sich jetzt auf Twitter per Mausklick an Kriegspropaganda beteiligen kann. Wahnsinn.

  4. @ wiegold
    was erwarten Sie (vorausgesetzt Sie teilen die Meinung des Kollegen) denn. Dass sich die IDF präventiv zum Kriegsverbrecher deklariert?
    Es handelt sich hier nicht um Journalismus sondern um eine Informationsperation (psychological warfare, public diplomacy) im Rahmen einer Militärkampagne. Insofern sind doch andere Maßstäbe anzulegen als an objektivitätsgebundene Dritte.

  5. @wacaffe

    Sehe ich genau so und habe nie was anderes behauptet… Die zu stellende Frage ist, ob diese Kampagne der Streitkräfte Israel eher nützt oder eher schadet.

  6. @T.W ein schönes Beispiel für einen Battle of Narrative mit eingebautem interaktivem Social Media Interface..

  7. Meiner Meinung nach sollte man den Effekt nicht überbewerten.
    Wer sich vor der Veröffentlichung über Israelische Operationen/Besatzung usw. echauffiert hat wird das wohl auch in Zukunft tun, nur eben jetzt mit „Beweis“videos offizieller Provinienz.
    Das andere Extrem kann man ja an den Kommentaren unter dem Youtube video begutachten. Vermutlich verstärken solche Methoden hauptsächlich bereits existierende Ansichten.

  8. Das wird das Image der Drohnen in Deutschland nicht bessern. Technisch betrachtet ist es sicher ein saubere Informationsoperation für die IDF. Sie haben das Heft des Handelns in der Hand. Früher wäre das eine unter strengster Geheimhaltung ausgeführte Operation des Mossad gewesen. Heute scheint es unbedenklich zu sein, die Öffentlichkeit an der Liquidation von Feinden teilhaben zu lassen. Ich habe damit ein Problem.

  9. @ schleppi
    Immerhin haben sie jetzt die option damit ein Problem zu haben. sunlight is the best desinfectant.

    Oder würden Sie die wohlige Ignoranz bevorzugen?

  10. Das wirkt total absurd mit den Twitternachrichten… IDF sagt: „Okay, wir haben ihn.“ Hamas „Nee, ihr habt nur Kinder getötet“ IDF „Wir haben euren Mörsern die Zünder rausgedreht, ätsch.“ … Ein bisschen irre ^^ Ich ignoriere das lieber.

  11. Zitat chickenhawk: Die im Profil von @AlqassamBrigade angegebene Homepage wird übrigens in Saudi Arabien gehostet.

    Da wundern wir uns aber…

  12. Bilder von ähnlichen Operationen sind nichts neues und in manchen Umfeldern notwendig um Gräuelpropaganda abzuwehren und eigene Überlegenheit zu demonstrieren. Auch die entsprechenden Onlinediskussionen schiessen schon seit den Jugoslawienkriegen (mein erster „Onlinekonflikt) mit voller Bandbreite durchs Netz. Daß diesesmal die Diskussion auf Twitter statt im Usenet stattfindet ist einfach alter Wein in jungen Schläuchen. Im Übrigen sind die dazugehörigen Diskussionen im Usenet (Web 0.1) um ein Vielfaches umfangreicher als alles was man im Web 2.0 jemals zu Gesicht bekommen würde.

    Kleiner Exkurs, diese Diskussion ist ein Test für Ulrichs Korollar zu Godwins Gesetz: „Nach der Erwähnung Israels oder Palästinas in Onlinediskussionen wird binnen drei Tagen ein Nazivergleich stattfinden und damit ist jede sachliche Diskussion zuende.“

  13. okay mehr fachlich. 1. @schleppi: drone? ich meine ziel-beleuchter und kamera kommen von zwei verschiedenen platformen? 2. it’s the intelligence, stupid: also der loop von: wir wissen wo ihr seid , immer! – wir kriegen euch, bei tag und nacht , immer – und wir beweisen das auf youtube vor aller welt. also @wacaffe: stimme zu, das ist verdammt smarte PR. chapeau.

  14. Propaganda-Warfare at its best.

    @HansG, so sieht die Welt nunmal aus. Ich will gar nicht mit Ihnen diskutieren was die Gewöhnung an solche Bilder bedeutet aber nur zwei lose Anmerkungen. Es gibt ein Video von US-Soldaten einer Kampfhubschrauberbesatzung die drei Insurgents mit der Bordmaschinenkanone bekämpfen. Man wird Zeuge wie drei Menschen getötet werden, das ist beklemmend und zu sehen auf youtube. (es werden musikvideos gesperrt, wenn eine dame einen knappen bikini trägt aber solche videos bleiben online, kurios)

    Es kann durchaus helfend sein, gerade in unseren Breiten, was es bedeutet in einem bewaffneten Konflikt zu stehen und was es heisst Soldaten zu entsenden, die Waffen auch benutzten. Das es nun eine Drohne war ist nur für die ethische Diskussion von Belang, ein Kampfhubschrauber kann das auch.

  15. … nur wollen die sozialen Netzwerke noch nicht so recht:

    „This video has been removed because its content violated YouTube’s Terms of Service.“

  16. @sd

    Danke für den Hinweis. In der Tat ein interessanter Vorgang… (bei Videos mit Gun videos der U.S. Army waren die nicht so zimperlich und schon gar nicht so schnell…)

  17. Die öffentliche Meinung zum Thema Nahostkonflikt ist doch inzwischen so polarisiert, dass man sich diese Art von Medienkrieg auch sparen könnte.

  18. @ MD.

    Kein Zweifel dass die Welt so ist, ich möchte mich dem auch gar nicht verschließen, zumal ich selber GWDler gewesen bin und das auch nicht das erste Video dieser Art ist, dass ich mir angeschaut habe.
    Ich persönlich sehe aber die öffentliche Zurschaustellung einer „Exekution“ als unangemessen an – klar jeder hat da seinen eigenen Wertekanon. Ich denke der Punkt ist auch, dass es sich hier nicht um einen anonymen Kombatanten handelt, sondern um eine spezfische Person.
    Ich finds schon „komisch“ wenn ich den Tod einer Person (die ich evtl auch noch kennen könnte) auf YT verfolgen kann.

    Zudem: Twitteraccounts die sich beharken, Menschenleben gegeneinander aufrechnen.. das ist schon sehr abstrus. Aber die die Botschaft, die die IDF dadurch in Richtung Hamas und Öffentlichkeit schickt ist eindeutig und effektiv, das muss man ihnen schon lassen.

  19. Die eigentliche InfoOps-Leistung der Israelis liegt m.E. nicht in der Wahl des Mediums, sondern in ihrer perfekten Beherrschung der Ansprache der für Israel besonders wichtigen Zielgruppen in den USA. Das wiederum ist keine Leistung einer einzelnen Behörde, sondern die Leistung eines gut abgestimmten Systems von Behörden, Aktivisten und sympathisierenden Medien sowie Politikern.

    Die Israelis verkörpern für einige US-Amerikaner mittlerweile das auch für die USA gewünschte Idealbild einer selbstbewussten Glaubensnation, die sich erfolgreich gegen ihre muslimischen Feinde wehrt, und genau dieses Gefühl sprechen die Israelis ebenso erfolgreich an wie das andere Idealbild des modernen westlichen Staates, in dem alle Bürger gleiche Rechte besitzen, Homosexuelle Toleranz genießen, und der dafür von seinen illiberalen Feinden gehaßt wird.

    Gegenüber europäischen Zielgruppen funktioniert das nicht ganz so gut, weil man hier vorwiegend nur die zweite Botschaft hören möchte und die gleichzeitige Präsenz der ersten Botschaft verbreitet als Widerspruch zur zweiten Botschaft wahrnimmt. Hier gibt es daher noch eine dritte Botschaft, die „historische Verantwortung“ betont und z.B. Ahmadinejad als zweiten Hitler darstellt, an dessen Taten man schuld sei, wenn man Israel nicht bei ihrer präventiven Verhinderung unterstütze.

    Ob diese gegenüber der jeweiligen Zielgruppe funktionierenden Botschaften über Twitter verbreitet werden oder auf anderem Weg, ist dabei m.E. nachrangig. Bei den im Blog wiedergegebenen Twitter-Inhalten sieht aber besonders gut, wie die Israelis durch Wahl von Bildern und Worten an den 9/11-Komplex anknüpfen und versuchen, ihr Vorgehen als Teil des gleichen Kampfes darzustellen.

  20. Meiner Meinung nach machen es die Israelis genau richtig. Der auf Storify gezeigte Tweet-Ablauf ist höchst interessant. Aktion statt Reaktion, mit klaren Zielen, die für alle Menschen in der Welt verständlich sein sollten, und das auch noch übermittelt durch zwei der am häufigsten genutzten sozialen Netzwerke schlechthin.

  21. Eines darf man dabei auch nicht vergessen: Die innenpolitische Wirkung. Hier zeigt der Staat seinen Bürgern: Ich kann das. Ich kann euch schützen, ich bin gewillt, alles zu tun, damit es besser wird. Ich bin der starke, der rechtmäßige Staat.

    Für einfachen, den normalen Bürger ist das sogar noch besser. Für diese Menschen sind der Staat und sie selbst eins. Nicht der Staat, die Armee hat ihn umgebracht, sonden „wir“. „Wir“ haben haben den Mörder, den Geiselnehmer bestraft.

    Es muss ein tolles Gefühl sein.

  22. @Roman
    “ Für diese Menschen sind der Staat und sie selbst eins. Nicht der Staat, die Armee hat ihn umgebracht, sonden “wir”. “Wir” haben haben den Mörder, den Geiselnehmer bestraft. Es muss ein tolles Gefühl sein.“

    Eine so starke Identifikation mit dem eigenen Gemeinwesen ist vielen Deutschen leider fremd, aber ich fand es in der Tat beeindruckend mitzuerleben wie die Israelis auf dem Höhepunkt der Terrorwelle 2002-2003 gehandelt haben. Ohne diese innere Geschlossenheit und das selbstbewußte Wir-Gefühl, dem sich auch durch die realen Entwicklungen diskreditierte israelische Friedensbewegung größtenteils anschloß, hätte der israelische Staat diesem Druck entweder nicht standgehalten. Unverwundbarkeit gegen Terrorismus bedingt in erster Linie, daß beim Gegner nicht der Eindruck entsteht, man sei erpreßbar oder könne durch Anschläge zu Konzessionen gebracht werden.

  23. Es wäre darauf hinzuweisen, dass @idfspokesperson und @AvitalLeibovich (der persönliche Account der IDF-Pressesprecherin) auch schon die letzten Wochen und Monate über die fortdauernden Raketenangriffe berichteten.

    Das wurde halt nur in der Berichterstattung, wenn überhaupt, nur am Rande registriert.

    Social Media einzusetzen hat auch ganz handfeste, technische Vorteile. So sind z. B. einige offizielle Webseiten der israelischen Streitkräfte (z. B. http://idfspokesperson.com ) zur Zeit nicht erreichbar.

    Gegen DOS-Angriffe ist man bei Twitter und Facebook besser geschützt.

  24. Kann man diesen lästigen Twitter-Kram auch irgendwie ausblenden? Für Interessenten dieser Propaganda ist der Link ja oben angegeben. Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst.

  25. @Stefan

    Klar, so wie man hier alles ausblenden kann, was man nicht sehen möchte… einfach nicht diesen Eintrag anklicken, dann kommt der lästige Twitter-kram auch nicht.

  26. @chickenhawk
    Ist es nicht bezeichnend, dass niemand wirklich über Israel berichtet, wenn es denn nicht was schlimmes ist und gegen Israel verwendbares ist…anstatt kontinuierlich über Israel zu berichten und so Vorurteile auch abzubauen, wird wieder was geschrieben, was knallig klingt und Israel schadet. Und die Antisemiten jeglicher Coluer kriechen aus ihren Ecken und kommentieren bei den Medien (ZEIT, Spiegel sind da klasse Sammelbecken). traurig.

  27. Zitat: „Israel nennt seine Offensive „Säule der Verteidigung“, jetzt hat die Hamas nachgezogen: Die Kriegs-PR der Islamisten taufte den massenhaften Beschuss von Zielen in Israel „Operation Schieferstein“.

    Nach Auskunft des palästinensischen Chefunterhändlers Saeb Erekat sagte Abbas Termine in der Schweiz ab. Erekat verurteilte die israelischen Operationen und warnte, die Palästinenser würden „Israel für die Folgen des Aggressionsaktes voll zur Verantwortung ziehen“.

    Im Gaza-Streifen begann inzwischen die Beisetzung des getöteten Militärchefs der Hamas, Ahmed al-Dschabari. Für die Islamisten ist Dschabaris Tod ein harter Schlag. Entsprechend martialisch fallen die Reaktionen aus: Israel habe für sich „die Tore der Hölle geöffnet“, hieß es, dem „kriminellen Feind“ stünden „schwarze Tage“ bevor.“ “

    [Sorry, weiterhin gibt’s hier keine Links zu deutschen Verleger-Webseiten, habe den Link zur SZ deshalb gelöscht. T.W.]

  28. Zitat: „[Sorry, weiterhin gibt’s hier keine Links zu deutschen Verleger-Webseiten, habe den Link zur SZ deshalb gelöscht. T.W.]“

    Entschuldigung, diese Regel war mir leider nicht bekannt. Darf man fragen warum es nicht gestattet ist auf Leitmedien zu verlinken?

  29. Die letzten Kommentare hier beweisen, dass eine sachliche Diskussion über Israel nicht möglich ist.
    Deswegen könnte sich die israelische Regierung solche Propaganda eigentlich auch sparen.
    Sie dient höchstens zur Erbauung ihrer Fans im In- und Ausland, aber dadurch wird niemand neutrales überzeugt.
    Den getöteten Hamas-Mitgliedern sollte man sicher keine Träne nachweinen, aber die Reaktionen einiger Mitglieder hier („Antisemiten jeglicher Coleur“) sind nicht gerade produktiv.
    Einige haben hier mächtig was zu kompensieren, so scheint es. Liegt es daran, daß Israel im Gegensatz zu unserer hypermoralisierten Bedenkenträgergesellschaft eben einfach handelt und deswegen für viele ein Ort der Sehnsucht geworden ist?
    Die heroische Tat (wenn man einen Drohnenangriff auf einen PKW so nennen kann) als Gegenstück zum Untersuchungsausschuß und Mediationsverfahren? ;)

    Um geradezu unvermeidlichen Posts zuvorzukommen:
    Ich bin durchaus der Meinung, dass Israel berechtigt ist, solche Menschen auszuschalten, es geht um die Propaganda dabei und den merkwürdig fetischhaften Status, den Israel inzwischen in großen Teilen der US- und Teilen der deutschen (Gegen)Öffentlichkeit bekommen hat.

  30. @JCR | 15. November 2012 – 15:00
    Zitat: „Den getöteten Hamas-Mitgliedern sollte man sicher keine Träne nachweinen, aber die Reaktionen einiger Mitglieder hier (“Antisemiten jeglicher Coleur”) sind nicht gerade produktiv.“

    Recht haben Sie. Gewalt ist keine Lösung und schafft nur neue Probleme. Aber ist Ihnen bekannt, dass auch Araber, Palästinenser, Syrer … Semiten sind? Auch Aktionen gegen diese Völker, insbesondere Gewalt, wäre damit Antisemitismus. Die Terrororganisation Hamas und die mit ihnen sympathisierenden Palästinenser sind, da sie selbst Semiten sind, weniger Antisemiten, sondern eher Antizionisten. Es geht in Wirklichkeit um Land, oder besser gesagt um Landraub der in keinster Weise völkerrechtlich gedeckt ist und mehrfach von der Weltgemeinschaft verurteilt wurde. Dies ändert nichts an dem Existenzrecht Israels, für das ich persönlich eintrete. Aber es gibt auch ein von der Weltgemeinschaft verbrieftes Existenzrecht eines Palästinenserstates (siehe UN-Teilungsplan) gegen das sich Israel stellt. Daher die weltweite und auch innerisraelische Kritik an Israels Politik, die absolut garnichts mit Antisemitismus zu tun hat. Darum macht es auch keinen Sinn darüber zu streiten, ob nun das Huhn oder das Ei früher da war bzw. wer den nun zuerst geschossen hat. Wie weit wollen wir da in der Geschichte zurückgehen?

  31. Definitiv einer der Top5-Artikel dieses Jahr in ihrem Blog.

    @Orontes: Klasse Analyse. Sehr interessanter Kommentar. Danke sehr.

  32. @Stefan
    „Entsprechend martialisch fallen die Reaktionen aus: Israel habe für sich “die Tore der Hölle geöffnet”, hieß es, dem “kriminellen Feind” stünden “schwarze Tage” bevor.”

    Die Hamas-Propaganda mag solche starken Sprüche so gerne, daß man sie jedes Mal bringt. Ich erinnere mich daran, daß die Hamas auch von den „geöffneten Toren der Hölle“ sprach, als die Israelis vor einigen Jahren Scheich Yassin töteten. Ein israelischer Sprecher antwortete darauf, daß er dies bestätigen könne. Man habe Yassin schließlich selbst durch das geöffnete Höllentor hindurch befördert.

  33. @ Florian

    Sieht beindruckend aus. Selbst wenn sie nur einen Bruchteil tatsächlich abgeschossen haben, ist es das Geld wert. Und nun hat das System wieder eine Praxisdurchlauf mehr.

  34. @Orontes | 15. November 2012 – 18:46
    Dies war ein Zitat aus der Süddeutschen Zeitung. Ich wollte lediglich auf die Propaganda beider Seiten verweisen. Gemäß meines vorherigen Hinweises „Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst“.

  35. @Roman | 15. November 2012 – 19:51
    Zitat: „Sieht beindruckend aus. Selbst wenn sie nur einen Bruchteil tatsächlich abgeschossen haben, ist es das Geld wert. Und nun hat das System wieder eine Praxisdurchlauf mehr.“

    Und vermutlich die iranische Fajr-5-Raketen auch, nach denen die israelische Armee seit Beginn der Bombenangriffe auf den Gaza-Streifen am vergangenen Mittwoch aktiv sucht.

    Einige Raketen sind ungehindert kurz vor Tel Aviv eingeschlagen.

  36. ….Seit Mittwochnachmittag hatte Israels Luftwaffe nach eigenen Angaben rund 150 Angriffe auf den Gaza-Streifen geflogen. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben bis Donnerstagmittag mindestens 16 Palästinenser getötet, darunter zwei Kinder, eine schwangere Frau und ein Baby. Mindestens 150 Palästinenser wurden verletzt……(Spiegel)

  37. Stefan:
    > Einige Raketen sind ungehindert kurz vor Tel Aviv eingeschlagen.

    Das ist normaler Ablauf: Geschosse die auf unbewohntem Gebiet niedergehen werden nicht abgewehrt. Somit ist ein Einschlag „nahe Tel Aviv“ lediglich ein Hinweis daß die automatische Bedrohungsanalyse funktioniert.

  38. @Crass Spektakel | 15. November 2012 – 22:57
    Es gab ja leider Tote und Verletzte durch diese Raketen, nur eben nicht direkt in Tel Aviv, obwohl auch dort Raketen einschlugen. Danach war die automatische Bedrohungsanalyse wohl doch nicht so perfekt. Ein Raketenabwehrsystem, welches nicht weit über 90% der Raketen abwehrt ist in meinen Augen kein so tolles Raketenabwehrsystem.

  39. Seit gut 3000 Jahren gehen sich Araber (Ismaeliten) und Israelis (Israeliten) gegenseitig an die Gurgel. Mit durchaus wechselndem Erfolg, wobei die Israeliten in der Regel die Gekniffenen waren. Die Ausweichstrategie der Israeliten war, sich als Juden, also als religiöse Gemeinschaft, in andere Völker zu integrieren. Bis sie Mitte des letzten Jahrhundert endgültig einsehen mußten, daß es nicht funktioniert. So haben sie sich entschlossen, auf jenem Land wieder heimisch zu werden, von wo die Ismaeliten sie einstmals vertrieben. Darüber ist auf der Welt kaum jemand glücklich, zu verstehen ist es aber wohl. Natürlich kann über Landraub schwadroniert werden und das Unrecht, das der eine dem anderen zufügt, aber wieso sollte Israel sich daran stören?

    Begin und Arafat hatten immerhin einander die Hand gereicht, das hätte ein Ansatzpunkt für eine friedliche Koexistenz werden können. Richtig ist aber trotzdem, daß der Frieden zunächst vor allem aus dem Arabischen Umfeld hintertrieben wurde. Die Intifada 1 bis n haben die Siedlerbewegung in Israel so stark werden lassen, daß sie auf die eigene Armee losgehen.

    Möglicherweise haben wir es mal wieder mit dem Phänomen „Youth bulge“ zu tun. Die palästinensische Fortpflanzungsrate ist deutlich höher als die der Israelis, daher ist mit einem Ende der Feindseligkeiten leider erst dann zu rechnen, wenn auf palästinensischer Seite der Überhang an arbeitslosen jungen Männern, die weder Land besitzen noch Arbeit noch Vermögen, abgebaut ist. Für den Libanon war das nach erheblichem Blutzoll die Lösung. Politischen Streit trägt man dort inzwischen durch Errichten einer Zeltstadt vor dem Parlament aus. Zynisch gesprochen: Zum Ballern ist einfach zu wenig Kanonenfutter übrig.

    Früher stand ich fest hinter Israel, heute weiß ich es nicht mehr so genau, denn man kann mit eigenem Unrecht die eigene, moralisch gute Position unterminieren…

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