Gorch Fock bricht zur 160. Auslandsreise auf

(Foto: Deutsche Marine/Ricarda Schönbrodt)

Weil es so hübsch aussieht und – derzeit – kein kontroverses Thema ist, noch was von der Marine:

Das Segelschulschiff der Deutschen Marine verlässt am Dienstag, den 27. November 2012 um 10.00 Uhr seinen Heimathafen Kiel zur 160. Auslandsausbildungsreise. Unter dem Kommando von Kapitän zur See Helge Risch (49) nimmt der weiße Dreimaster mit insgesamt rund 150 Besatzungsmitgliedern Kurs auf die Kanarischen Inseln.
Erster Hafen wird Las Palmas sein. Dieses Ziel wurde gewählt,um zu
dieser Jahreszeit unter günstigen Wetterbedingungen die in
Deutschland begonnene Ausbildung für Stammbesatzung und Segelcrew
abschließen zu können. Über das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel wird das Schiff im Hafen von Las Palmas, der Hauptstadt von Gran Canaria, verbleiben. weiterlesen

Mein bisschen Journalismus

Manchmal müssen es gedruckte Medien sein… Britische Soldaten in einer Übungspause (Foto: Ministry of Defence/Corporal Kellie Williams via flickr unter CC-BY-NC-Lizenz)

Wer sich auch nur am Rande für Medien(themen) interessiert, hat die Hiobsbotschaften der vergangenen Tage aus dem Journalismus mitbekommen. Größere, wie die Insolvenz der Frankfurter Rundschau und die absehbare Einstellung der Financial Times Deutschland. Vielleicht auch kleinere, wie die Planung des Bonner General-Anzeigers (der Zeitung aus der Stadt mit den meisten Bundesbeamten außerhalb Berlins), seine Parlamentsredaktion zu schließen. Oder die Einstellung der Szene-Monatszeitschrift Prinz. Die Nachricht: für den Journalismus sieht es nicht gut aus. oder?

Die Gründe, warum vor allem gedruckte Medien ums Überleben kämpfen, werden an anderer Stelle von Berufeneren geführt. Aber es muss nicht zwingend eine Krise des Journalismus selbst sein – denn Journalismus existiert nicht nur in Form bedruckten Papiers.

Mein bisschen Journalismus ist vor allem dieses Blog – das Experiment, zu einem bestimmten Sachgebiet Informationen zu liefern und die Debatte darüber zu ermöglichen. Also seit ein paar Jahren schon das, was in diesen Tagen ein Blogger so formuliert: Wieviel ist es mir wert, dass ich bei einem Blog Nachrichten in einer Tiefe bekomme, die andere Online-Medien nicht leisten können?

Dazu ein kurzer Blick auf die vergangenen Tage: Die geplante Patriot-Stationierung in der Türkei war bei Augen geradeaus! schon am 4. November ein Thema – da hatte das die breite Medienfront noch lange nicht erreicht. weiterlesen

Bewaffnete Drohnen? Warum es darauf nicht (in erster Linie) ankommt

Heron-Aufklärungsdrohne der Bundeswehr im Afghanistaneinsatz (Foto: Bundeswehr/Sebastian Wilke via flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

Die Frage, ob unbemannte Flugsysteme, also Drohnen, bewaffnet sein sollen oder nicht und ob das einen grundsätzlichen Unterschied in der Kriegführung macht, geht aus meiner – mehrfach hier geäußerten – Sicht am Kern vorbei: Wo ist der Unterschied, ob der Drohnen-Bediener ein mögliches Ziel auf seinem Bildschirm im Steuercontainer sieht oder ein Jetpilot genauso (und vielleicht weniger) scharf auf seinem Bildschirm im Cockpit, ehe die Rakete oder Bombe ausgelöst wird?

Ein interessantes Beispiel dafür haben die Kollegen von Danger Room, in einer Geschichte, die zwar bereits 2009 geschrieben wurde, aber deshalb nicht weniger aktuell ist: Auch eine unbewaffnete Drohne, allein für Aufklärungszwecke gedacht, kann als Auge für den tödlichen Schlag von einem Jet oder Hubschrauber dienen. Ob die Drohne selber Waffen trägt, ist dann ein eher zeitlich-technisches Problem:

How Israeli Drone Pilots Made Their Life-and-Death Choices Over Gaza

(Mit den gleichen Drohnen, übrigens, die auch die Bundeswehr in Afghanistan einsetzt.)

„Most Germans don’t want their army to do any shooting at all“

Der kritisch-amüsante Blick des britischen Economist auf deutsche Streitkräfte ist zwar schon ein paar Wochen alt. Aber erst jetzt habe ich dank eines Leserhinweises entdeckt, dass es dazu auch ein Video gibt. Das viel darüber sagt, wie Briten auf die Bundeswehr schauen:

Russland gegen Patriot-Stationierung in der Türkei

Abschuss einer Patriot-Rakete der Luftwaffe bei der Übung „Kreta 2012“ (Foto: Luftwaffe/Stefan Büttner)

Es ist zwar nicht unbedingt ein ausschlaggebendes Argument, aber es macht die Sache auch nicht einfacher: Russland hat sich heute gegen eine Stationierung von Patriot-Flugabwehrsystemen der NATO an der türkisch-syrischen Grenze gewandt:

„This would … not foster stability in the region,“ Foreign Ministry spokesman Alexander Lukashevich said of Turkey’s request for deployment to the Western military alliance.

Mal sehen, wie sich das in den deutschen (politischen) Diskussionen vor einer Bundestagsentscheidung über die Entsendung der deutschen Patriot-Staffeln wiederfindet.

Die Türkei hat derweil betont, dass ihr Militär darüber entscheiden werde, wo die Raketensysteme – absehbar aus den USA, Deutschland und den Niederlanden – am Ende aufgestellt werden:

The missiles will be deployed where our military decision makers deem necessary.

sagte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan während eines Besuches in Pakistan.

Nachtrag, der Vollständigkeit halber: Die offizielle türkische Mitteilung zur Anfrage an die NATO