Mali-Update: Ohne ausländische Luftwaffe geht nix


Senegalese and Malian soldiers train with U.S. special forces in Mali, May 2010 (Foto: U.S. Army Staff Sgt. Michael R. Noggle, Special Operations Task Force-103 Public Affairs)

Nach wie vor sind die Umrisse einer möglichen militärischen Intervention in Mali recht vage. Deshalb als Update eine Reuters-Meldung von heute, die sich auf Angaben aus Mali selbst stützt:

Malian troops backed by foreign air power will lead the assault to recapture Timbuktu and other northern cities from al Qaeda-linked militants, under a battle plan now being considered, Malian army sources said.
(…)
„International forces will not do the ground fighting, that role will belong to the Malian army,“ a military officer familiar with the plan, who asked not to be named, said on Friday.
„Air strikes will be the responsibility of the international force,“ he said, adding foreign partners would also provide logistical and intelligence support and soldiers and police to secure areas captured by the Malian army.

Merkwürdig ist der Begriff the international force – und unklar, was damit gemeint ist: Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS, die eine mögliche Intervention plant, aber beim Thema Luftmacht  nicht besonders schlagkräftig ist? Oder eben doch einzelne Staaten westlicher Länder, vielleicht allen voran Frankreich?

Nachtrag: Wenn es denn wirklich eine Interventionstruppe geben sollte, soll sie größer werden als zunächst geplant. Jetzt ist von 5.500 Soldaten die Rede – und davon sollen 3.200 von ECOWAS gestellt werden, der Rest von anderen Nationen. AFP hat einen Blick in die Planungen geworfen:

West African nations on Friday plotted a military force to retake Islamist-occupied northern Mali as ministers met on a strategy that included a possible expanded mission of 5,500 troops.
The proposal discussed by foreign and defence ministers from the 15-nation Economic Community of West African States could see the bloc commit 3,200 troops and other countries a further 2,300, said a source familiar with the talks.
(…)
„They are recommending to the summit 5,500 troops as against the initial proposition of 3,200 by ECOWAS. The difference is expected to be contributed by non-ECOWAS states which have signified interest to contribute troops.“

Nachtrag 2: Ein gemeinsamer Artikel des deutschen und des französischen Außenministers. Interessante Passage:

Angesichts der Dringlichkeit der Situation sind wir gemeinsam der Ansicht, dass die Unterstützung des Einsatzes einer internationalen Truppe in Mali seitens der Europäischen Union von Nutzen wäre. Wir wünschen deshalb, dass die Europäische Union in Anlehnung an das, was die EU bereits erfolgreich für Somalia betreibt, ebenfalls Ausbildungshilfe für die malischen Streitkräfte leistet.

Nachtrag 3: Tuareg rebel group warns on Mali intervention

The main Tuareg rebel group in northern Mali warned Saturday that any foreign military intervention to remove the Islamists would fail without its support.
The National Movement for the Liberation of Azawad (MNLA) — a secular separatist group — conquered northern Mali early this year but was soon overpowered by groups with ties to Al-Qaeda and regional drug-trafficking.
„Any military intervention by the sub-region or the international community is doomed if it does not rely on the MNLA,“ said an open letter posted on the group’s website.

Danke an alle: Sag’s dem Staatssekretär

Das war ein sehr interessantes Gespräch – zwischen Augen geradeaus!-Lesern und Staatssekretär Stéphane Beemelmans. Danke an den Staatssekretär, und danke an die Runde, die sich heute in Berlin zusammengefunden hat!

Ich werde noch was Zusammenfassendes zu dem Gespräch schreiben, aber nicht heute. Für mich auffällig waren ein paar Punkte, die sich quer durch die Äußerungen der Beteiligten aus verschiedenen Teilstreitkräften und völlig unterschiedlichen Arbeitsbereichen zogen… Aber dazu später mehr.

Wer von den Teilnehmern bereits jetzt seine Eindrücke hier im Kommentar posten möchte: sehr gerne – mit der Bitte, die zu Beginn des Gesprächs genannten Spielregeln zu beachten und nicht einzelnen Personen Äußerungen zuzuschreiben. (Das gilt übrigens auch für Beemelmans und seine Aussagen.)

(Ein mir sehr peinlicher Nachtrag: Ein Leser weist mich zu Recht darauf hin, dass Dank auch dem katholischen Militärbischof gebührt, in dessen Gästehaus das Gespräch stattfand. Das stimmt natürlich – und es ist mir nach diesem Tag einfach durchgegangen… Deshalb mit Verspätung auch dem Bischof und seinen Mitarbeitern einen herzlichen Dank: Das war genau das richtige neutrale Territorium für ein solches Treffen.)