Werbung für die Drohne

Eine Indoor-Drohne – noch ein Spielzeug (Foto: Flickr-User Mike Miley unter CC-BY-SA Lizenz)

Eine interessante Webseite, die die US-Drohnenindustrie jetzt gestartet hat: increasinghumanpotential.org soll Werbung für unbemannte Systeme machen – zu Wasser, zu Lande und in der Luft. Eine Public Educational Website, sagt die Vereinigung der Hersteller, die Association for Unmanned Vehicle Systems International (AUVSI).

Die Drohnen kommen dort als der gute Helfer des Menschen zum Einsatz. Das ist nicht verwunderlich, denn die Einsätze bewaffneter unbemannter Systeme, über die in den USA wie – angesichts der Beschaffungspläne der Bundeswehr – in Deutschland gestritten wird, dürften für die Industrie langfristig nur einen kleinen Teil des Geschäfts ausmachen.

Viel interessanter ist der zivile Markt – vom örtlichen Sheriff über die Feuerwehr bis zu einer Vielzahl von Privatunternehmen. Und die dafür entscheidende Frage, ob der zivile – und kontrollierte – Luftraum für Drohnen oberhalb bestimmter Größen freigegeben wird. Auch das eine Debatte, die es in Deutschland ebenfalls gibt – allerdings mit weit weniger öffentlicher Aufmerksamkeit als die Diskussion über bewaffnete Systeme für die Streitkräfte.

(Meine Branche ist daran natürlich auch interessiert – Drone Journalism ist ein interessantes Schlagwort… Und die Meldung, dass der Chefredakteur des amerikanischen Technologiemagazins Wired seinen Job niederlegt, um sich der Entwicklung von Privatdrohnen zu widmen… )

Nachtrag: Dazu passt dann auch diese wunderbare Satire, auf die mich ein Leser via Twitter hinwies: Pakistani Boy, U.S. Drone Form Unlikely Friendship

Vorbereitung auf den Bürgerkrieg: Die Rückkehr der Mujaheddin?

Ismail Khan in December 2010Archivbild: Ismail Khan im Dezember 2010 (Foto: U.S. Embassy Kabul via Wikimedia Commons)

Ismail Khan nach seinem derzeitigen Amt zu beurteilen, wäre ein grober Fehler. Der 66-jährige ist als Minister für Energie und Wasser nur scheinbar nicht einer der wichtigsten Männer Afghanistans: Als früherer Gouverneur von Herat und vor allem als Kommandeur der Mujaheddin im Kampf gegen die sowjetischen Truppen und später gegen die Taliban reicht sein Einfluss weit über das Ministeramt hinaus – und genießt offensichtlich große Popularität.

Deswegen sollte man sich sorgfältig anschauen, was Ismail Khan gestern verkündete (ich habe es gestern Abend nur getwittert, es lohnt aber einen eigenen Eintrag). Kurz gefasst: Die NATO hat nicht nur versagt, die fremden Truppen sind im Grunde der Gegner. Die NATO hat versagt, und die Afghanen müssen sich ihrer Gegner auch im benachbarten Ausland selbst erwehren. (War zuvor ein Missverständnis bei mir.) Die Mujaheddin müssen – und werden – sich deshalb kampfkräftig neu formieren:

Afghanistan’s Minister of Energy and Water Mohammad Ismail Khan on Thursday said that the process of creating a military unit made up of the former mujahedeen fighters is underway to protect and secure Afghanistan because Nato had failed to do so.
Ismail Khan said in a gathering with former regional Jihadi commanders in west and southwest Afghanistan that the Mujahedeen should also be given more roles in the government as the foreign armies – the Nato-led international security assistance force Isaf – had failed to ensure stability in the country.
He emphasised that just as the Mujahedeen had previously driven out the foreign invaders, the Soviets, so too there was now a need for the Mujahedeen to again rescue the country from „foreign conspiracies“.
„The foreigners sidelined those who had fought for ages,“ Ismail Khan said in western Herat province.
„They collected all our weapons, our artillery and tanks, and put them on the rubbish heap. Instead, they brought Dutch girls, French girls, girls from Holland, they armed American girls, they brought white-skinned Western soldiers, and black-skinned American soldiers, and they thought by doing all this they would bring security here but they failed,“ he added.

Für diese Position, behauptete Ismail Khan laut dem Bericht von TOLO News, habe er auch die Unterstützung von Präsident Hamid Karzai. Die Linien für einen möglichen Bürgerkrieg nach dem Ende der derzeitigen ISAF-Mission scheinen jetzt gezogen zu werden.