Türkei und Syrien – auf dem Weg zum heißen Krieg? (3)

Nachdem es – trotz wiederholter Zwischenfälle – um Schüsse aus Syrien auf türkisches Gebiet etwas ruhiger geworden war, gibt es heute eine neue, in den Auswirkungen noch recht unklare Entwicklung: Türkische Kampfjets haben eine aus Moskau kommende syrische (Zivil)Maschine über türkischem Gebiet abgefangen und zur Landung in Ankara gezwungen. An Bord sollen, so die etwas gewundene offizielle Begründung bisher, nicht-zivile oder einfach verbotene Frachtgüter sein.

Mit anderen Worten: Die Türkei vermutet, dass das syrische Flugzeug russische Waffen nach Syrien transportieren sollte.

Die Lage ist noch nicht klar, die aktuellsten Meldungen:

von Russia Today:

Turkish F16 fighter jets forced a Syrian airline passenger plane to land in Ankara over suspicions it was carrying „non-civilian“ cargo, says the Turkish Foreign Ministry. The Damascus-bound plane, which had departed from Moscow, is being inspected.
According to some reports, the plane might have been transporting heavy weapons. Turkish Foreign Minister Ahmet Davutoglu says Ankara received intelligence that the Syrian plane was carrying „non-civilian“ cargo, but refused to comment on the presumed content.

von der BBC:

Turkish fighter planes have forced a Syrian passenger plane to land at Ankara’s airport for investigation, Turkish state media report.
The plane, which was travelling from Moscow, is suspected of carrying weapons to Damascus, reports say.
A Turkish foreign ministry official confirmed that a Syrian plane had been ordered to land and that authorities were inspecting the cargo.
Turkey has made clear its support for the rebels in Syria’s civil conflict.

Interessante Frage, ob die Türken sich jetzt auch mit Russland anlegen….

 

 

 

Kein Rüstungsgigant aus Europa: Fusion von EADS und BAe abgesagt

Den Rüstungsgiganten aus Europa wird es nicht geben. Die Luft- und Raumfahrt- und nicht zuletzt Rüstungsunternehmen EADS und British Aerospace Systems (BAe) haben ihre Fusion abgesagt. Die Gründe liegen, so heißt es bislang nicht offiziell, am Widerstand der beteiligten Regierungen – und da wird in erster Linie Deutschland genannt:

Rather than being a commercial decision, the deal collapsed on the back of a lack of political will, predominantly from the German government. France owns 15% of EADS and the UK has a “golden share” in BAE – Angela Merkel’s administration were reportedly concerned about German influence being marginalised were the merger to go ahead.
While Britain and France made tangible “red lines” for the deal, the German government set its conditions in stone and appears to not have budged during the negotiations. A late demand for the merged company headquarters to be in Munich rather than Toulouse, which is where EADS chief executive Tom Enders recently moved the company HQ from its dual bases in Paris and Munich, put even more pressure on the deal.

Die BBC meldet sogar knallhart: Deal blocked by German Government

Jetzt wäre eine deutsche Regierungs-Stellungnahme doch interessant. (Nachtrag: siehe unten)

Die Erklärung von EADS im Wortlaut:

Termination of talks regarding the possible merger of BAE Systems and EADS weiterlesen

Umstrukturierung im Kosovo, neue Mission für Afghanistan

Nach dem Ausflug in die Kultur… jetzt wieder Politik. In Brüssel sitzen die NATO-Verteidigungsminister zusammen, und am heutigen zweiten Tag ihres Treffens wird es um die Auslandseinsätze der Allianz gehen – wovon Deutschland natürlich massiv betroffen ist. Für den KFOR-Einsatz im Kosovo hat der deutsche Minister Thomas de Maizière eine Umstrukturierung gefordert: es könne nicht sein, dass die eigentlich als Reserve vorgesehenen Soldaten permanent auf dem Balkan im Einsatz seien, wie derzeit – erneut – das deutsche Operational Reserve Forces (ORF)-Bataillon. Und für Afghanistan wird es um eine Nachfolgemission für die internationale Schutztruppe ISAF gehen: de Maizière hatte gestern bereits (nach einer schnellen Übersicht: bislang als einziger der Minister) berichtet, dass die ITAAM (International Training Assistance and Advisory Mission) auf den Weg gebracht werden sollte. An der sich Deutschland laut Deutschlandfunk auch als Lead Nation im gleichen Gebiet wie bisher, nämlich in Nordafghanistan, engagieren wolle.

Die Ergebnisse der Beratungen werden wir hoffentlich heute im Laufe des Tages hören. Zum Nachlesen und fürs Archiv: eine Zusammenfassung der Ergebnisse bei Reuters: NATO kommt Deutschland im Kosovo entgegen

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizère im Gespräch mit seinem französischen Kollegen Jean-Yves Le Drian zu Beginn des Brüsseler Treffens am gestrigen Dienstag (Foto:Bundeswehr/Andrea Bienert via flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)