Drohnentage, weltweit

Das Thema Drohnen ist derzeit nicht nur in Deutschland in der Diskussion – sondern (wenn auch unter anderen Vorzeichen) in diesen Tagen heftig im angelsächsischen Raum. Eine unvollständige Übersicht der vergangenen Tage, die gern in den Kommentaren ergänzt werden kann:

Danger Room

The Navy’s Unmanned, Autonomous ‘UFO’

Robot Copter Clears Probation, Chases African Pirates

Army Eyes Robot Rescue Copters for Wounded Troops

Senate Panel Funds Ships, Drones Military Doesn’t Want

Guardian

Drone warfare: a new generation of deadly unmanned weapons

Ministry of Defence plans new wave of unmanned marine drones

The philosopher making the moral case for US drones: ‚There’s no downside‘

und für die Twitter-Nutzer: Der Account @DroneStories behält die Berichte der (englischsprachigen) Medien dazu im Blick.

Nachtrag (in Ergänzung zu den in den Kommentaren angeführten Links)

Süddeutsche Zeitung* via bundeswehr.de

Afghanistan: Vom Nutzen des fliegenden Auges

The Unmanned Aerial System Predator aircraft ready for take-off on the runway (Photo: Cpl Scott Robertson via defenseimages.mod.uk on flickr)

*Der Bericht auf der Webseite der Süddeutschen Zeitung wird hier nicht verlinkt, weil von den Verlegern für solche Arten der Zugänglichmachung ein kostenpflichtiges Leistungsschutzrecht angestrebt wird. Da dieser Bericht von bundeswehr.de übernommen wurde, wird er von einer anderen Webseite präsentiert und wäre damit diesem Leistungsschutzrecht nicht unterworfen; deshalb wird er hier verlinkt. Ich bitte um Verständnis; es ist die leicht irre Situation, die es im Streit um solche Dinge derzeit im Internet gibt.

Irrtum Kundus

Ein interessanter Blick auf Kundus – von einem deutschen Autor: Heute hat das Afghanistan Analysts Network (AAN) eine Untersuchung von Nils Wörmer über die Machtstrukturen in der nordafghanischen Provinz veröffentlicht. Interessant aus deutscher Sicht natürlich vor allem, weil dort die bei ISAF eingesetzten deutschen Streitkräfte am häufigsten Ziel von Anschlägen waren oder in Gefechte gerieten und weil das Provincial Reconstruction Team  (PRT) in Kundus selbst der Einsatzort ist, der wie kein anderer für die deutsche Beteiligung an der Mission am Hindukusch steht.

Der Autor kommt, wie AAN im Vorspann schreibt, zu einem für die deutsche Lagebeurteilung wenig schmeichelhaften Ergebnis:

Wörmer writes that when Germany’s political decision makers opted for Kunduz, in north-eastern Afghanistan, as the location for its future Provincial Reconstruction Team (PRT) and soldiers and governmental development workers started to deploy in 2003, they were widely unaware of the highly complex web of conflict and power structures in that area. The author of this new AAN report adds that a German pre-deployment mission found the situation in Kunduz ‘largely calm and still fairly stable’. But as Wörmer points out in his paper the mission overlooked that the situation was charged with old factional conflicts that were only dormant in what still was the post-Taleban lull.

Mit anderen Worten: da ist vor der Entscheidung, das vermeintlich ruhige Kundus als deutschen Stationierungsort anzubieten, das eine oder andere vielleicht nicht so recht berücksichtigt worden.

Der gesamte Report steht hier zum Herunterladen bereit, die Zusammenfassung hier.

Anmerkung 1: Ich gestehe gerne, dass mich die Meldung des Kollegen Joachim Zepelin in der heutigen Financial Times Deutschland auf diesen Report hingewiesen hat; verlinken werde ich das aus den bekannten Gründen nicht.

Anmerkung 2: Ich bin zwar nicht direkt im low ops modus, aber betreibe Augen geradeaus! derzeit aus meinem brandenburgischen Außenposten am See; da gibt es dann attraktive Alternativen zum Computer …

Feinschmecker statt Waffendiebe

Eine leicht irritierende Meldung findet sich heute in der Oldenburger Nordwestzeitung (pardon, Link gibt’s aus den bekannten Gründen nicht): In Osternburg, meldet das Blatt, hätten Unbekannte versucht, in das Verpflegungslager der Bundeswehr einzubrechen. Sie flüchteten allerdings erfolglos, vermutlich, weil sie vom Sicherheitsdienst gestört wurden.

Nun gab und gibt es ja immer wieder mal Einbruchsversuche in Waffendepots der Bundeswehr. Aber ins Verpflegungslager? Haben EPAs jetzt einen Schwarzmarktwert?