Euro(fighter) vs. America: „Raptor Salad for Lunch“

Das ist etwas für Freunde der bewaffneten Luftfahrt: Gut einen Monat nach der internationalen Übung Red Flag in Alaska mehren sich die Berichte, nach denen ausgerechnet der Stolz der amerikanischen Luftwaffe, das Jagdflugzeug F-22 Raptor, in Luftkämpfen während dieser Übung dem Eurofighter unterlegen war – und in dem europäischen Jäger saßen deutsche Luftwaffenpiloten am Steuerknüppel. Heute hat auch der Kollege David Axe das für das Wired-Blog Danger Room aufgeschrieben: How to Defeat the Air Force’s Powerful Stealth Fighter

F-22 Raptor bei Red Flag 2011 in Nevada (U.S. Air Force photo by Senior Airman Brett Clashman)

Quelle für Axes Artikel ist ein Bericht im Magazin Combat Aircraft, in dem der deutsche Major Marc Grüne (lt. Janes ist er Oberstleutnant, müsste man mal klären…) zitiert wird: In einem Luftkampf müsse der Eurofighter den Raptor nicht fürchten.

Ähnliche Berichte hatte es schon am Rande der Farnborough Air Show gegeben. Der italienische Journalist David Cenciotti hatte in seinem Blog The Aviationist sogar einen – ungenannten – deutschen Piloten mit der Aussage zitiert: Yesterday, we have had a Raptor salad for lunch.

Ich kann das nur so widergeben – aber vielleicht kann einer meiner Leser dazu etwas beitragen?

(Auffällig, dass die Luftwaffe selbst auf ihrer Webseite viel über das Drumrum von Red Flag berichtet – aber das eigentliche Übungsgeschehen dabei ausspart. Auch die Erfolge der deutschen Eurofighter-Piloten gegen die US-Maschine sind dort kein Thema.)

 Nachtrag: Bei Autor David Axe laufen Mails auf, die zeigen, dass manche Amis so eine Story schon als Nestbeschmutzung empfinden.

Noch ein Nachtrag: Die Kommentare dazu in den USA lassen mich ahnen, in was für ein emotionales Wespennest der Kollege gestochen hat… Die U.S. Air Force, das mächtigste und beste Militär der Welt, beschmutzt… (Dass er an dieser Stelle nur dummes Zeug schreibe, versuchen einige zu belegen, andere gar nicht erst.) Aber hier zu Lande würde bestimmt nur rational diskutiert.

Die Korvetten: Teil-fit für den Einsatz, noch nicht für den Krieg

Es klang am (gestrigen) Sonntag wie ein neues trauriges Kapitel der endlosen Korvetten-Saga: Die, wie es heißt, modernsten Kriegsschiffe der Deutschen Marine haben nach den vielen Problemen mit Getriebe und anderer Schiffstechnik bis zur Giftkonzentration im Maschinenraum nun auch noch Probleme mit dem Waffensystem. Jedenfalls berichtete Bild am Sonntag, bei drei der neuen Korvetten müssten die Bewaffnung mit Lenkflugkörpern und die computergesteuerten Waffensysteme nachgebessert werden, und das beeinträchtige die Abnahme der drei Boote in diesem Jahr.

Die Realität ist wieder mal ein bisschen anders und ein bisschen komplizierter, wenn man in den von dem Blatt angeführten Bericht des Verteidigungsministeriums aus der vergangenen Woche schaut.

Die Korvetten Oldenburg (F263, links) und Ludwigshafen am Rhein(F264) an der Tirpitzmole im Kieler Marinehafen (Foto: Flickr-User Thief_in_the_Night unter CC-BY-ND-Lizenz)

In der Tat gibt es danach Probleme mit dem Führungs- und Waffeneinsatzsystem (Combat Direction System, CDS) – aber nicht nur bei den drei noch abzunehmenden Korvetten Ludwigshafen am Rhein, Oldenburg und Erfurt. Sondern bei allen fünf Booten, also auch bei den bereits abgenommenen Korvetten Magdeburg und Braunschweig. Ebenso sind Nachbesserungen beim Flugkörper RBS 15 Mk3 für alle fünf erforderlich.

Diese Probleme gehören allerdings nicht zuletzt deswegen in eine andere Kategorie als die schiffsbautechnischen Schwierigkeiten – für diese Systeme ist nämlich nicht die Werft, sondern die jeweilige Lieferfirma zuständig. weiterlesen