Am Sonntag 35 Tote in Afghanistan

Die Nachrichten über sieben gefallene ISAF-Soldaten am (heutigen) Sonntag schaffen es in unsere Nachrichten. Was es vermutlich nicht in die deutschen Nachrichten schaffen wird: An diesem Sonntag sind am Hindukusch durch Anschläge 35 Menschen ums Leben gekommen, wie Reuters vorrechnet:

At least 35 people, including seven NATO soldiers, were killed in a string of roadside bombs and clashes on Sunday, one of the most violent days in the country for months.
A bomb killed six NATO troops in the east, the coalition said without elaborating, after an insurgent attack in the south killed one foreign soldier.Twenty-eight Afghan civilians and police were killed in southern Kandahar and Helmand provinces, officials said.

Bei aller Bestürzung über die sieben gefallenen (westlichen) Soldaten: Sie sind – und das soll nicht zynisch klingen, sondern das Ausmaß der Gewalt verdeutlichen – ein Fünftel der Menschen, die an diesem Tag der Gewalt am Hindukusch zum Opfer gefallen sind. Die meisten Opfer sind Zivilisten (darunter Kinder), deren Autos auf Sprengfallen der Aufständischen fuhren.

Der Nigerianer aus Afghanistan

Die Spam-Mails mit den Vorschlägen aus Nigeria sind ja schon legendär: Der wohlmeinende Herr aus Lagos, der ein großes, herrenloses Vermögen unterbringen muss und nur eine kleine Hilfe aus Europa braucht, um das viele Geld auf ein Konto zu transferieren. Jetzt haben die Abzocker den Afghanistan-Einsatz entdeckt. Heute in meinem Spam-Ordner:

Dear Friend,
Pardon my intrusion; my name is Lieutenant Andrew Ferrara, presently I’m on active duty in Afghanistan. Please, I have an obscured business proposal that will be of mutual benefit to both of us.
Few days ago, my colleagues and I intercepted a radical Taliban courier responsible for the transportation of huge amount of funds and on this unfortunate incident, we rounded up a total of US$11,5 Million United States Dollars.
After detailed discussion with my platoon, we came to a conclusion that if the funds are handed over to the Afghan Police, there is the possibility that the funds will be confiscated for their personal consumption. Therefore, it was my duty to find a partner whom will receive this fund for the benefit of us all. weiterlesen

Leseempfehlung: Analyse des Libyen-Krieges

Ich liebe es, wenn mir Leser am Sonntagabend Hinweise auf längliche Texte geben, die ich doch mal lesen sollte ;-)

In diesem Fall ist es aber gerechtfertigt. Das britische Royal United Services Institute (RUSI) hat sich mit dem Libyen-Einsatz im vergangenen Jahr befasst: The report argues the Libyan operation is likely to go down in history as a strategic footnote, rather than a new model of intervention. While a resounding military success, the political circumstances of the intervention seem to have been a one-off case, and indeed may have some troubling implications for the fledgling concept of the Responsibility to Protect.

Wer die Analyse Short War, Long Shadow herunterladen möchte: Hier ist sie zu finden.

Nord-Mali: „Nothing to do but to wait for war“

Eine der Gegenden, die sicherheitspolitisch in absehbarer Zeit für heftige Kopfschmerzen sorgen dürfte, ist der Norden Malis – mit seiner Rivalität zwischen militanten Islamisten und (säkularen) Kämpfern der Tuareg, die gegen die malische Regierung wie auch Gegeneinander kämpfen. Wahrgenommen wird das in Europa bislang kaum. Deshalb der Hinweis auf einen Bericht und beeindruckende Fotos bei Al Jazeera:

Northern Mali: A dying land

(Und wenn die Kenner mal einen Blick auf die Waffe auf Bild Nr. 5 in der Serie werfen könnten?)