Schüsse auf niederländischen Hubschrauber vor Somalia

Wäre das am (gestrigen) Donnerstag schon bekannt geworden, hätte es vielleicht die Abstimmung über die Ausweitung der deutschen Beteiligung an der EU-Antipirateriemission Atalanta beeinflussen können: Ein niederländischer Hubschrauber vom Typ Sea Lynx, berichtet Radio Nederlands Worldwide, wurde am Donnerstag vor der Küste Somalias beschossen.

Eine Gefahr für den Helikopter habe nicht bestanden, meldet der Sender unter Berufung auf Angaben des niederländischen Verteidigungsministeriums: Die Maschine habe sich auf einem Aufklärungsflug in großer Höhe befunden.

Das dürfte die Debatte wieder anheizen. Sind die deutschen Sea Lynx, die demnächst vor dem somalischen Stand patrouillieren und dann möglicherweise aus nicht allzugroßer Höhe Piratenlogistik mit ihren Bordwaffen zerstören, einer Gefahr ausgesetzt?

Hamburg Calling

Jetzt aber schnell auf die Bahn – es hat zwar mit diesem Blog nicht direkt, aber viel mit meiner journalistischen Arbeit zu tun: Wer mag, darf mir heute abend bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises in Hamburg die Daumen drücken.

Nachtrag: Nun hat es doch nicht geklappt, wie auch schon in den Kommentaren angemerkt. Danke für die netten Worte meiner Leser! Und natürlich mache ich unverdrossen weiter, hier im Blog und auch in anderen Medien. Wie es bei der Preisverleihung ablief und warum es in der Kategorie Investigation (in der ich auch nominiert war) zu einem kleinen Eklat kam, steht im Branchendienst meedia.

Einer der großen Kriegsfotografen: Horst Faas gestorben

Seine Bilder und seine Arbeitsweise haben vermutlich, ohne dass sie sich dessen bewusst sind, die Sicht- und Arbeitsweise vieler Fotografen in heutigen Konflikten geprägt: Horst Faas, der frühere Associated Press-Fotograf, dessen Bilder aus dem Vietnamkrieg berühmt wurden, ist am (gestrigen) Donnerstag im Alter von 79 Jahren in München gestorben.

Der Krieg der USA im Dschungel Südostasiens dürfte der erste gewesen sein, der von unabhängigen Medien in bislang nicht gekanntem Ausmaß beobachtet, fotografiert und beschrieben wurde. Und der gebürtige Berliner Faas hat das Bild von diesem Krieg im Westen entscheidend mit bestimmt – zu einer Zeit, als Fotos noch auf Film aufgenommen, entwickelt und auf heute antiquiert anmutenden technischen Wegen an Zeitungen übermittelt wurden.

Ein ausführlicher Nachruf von Faas‘ Kollegen Richard Pyle ist hier nachzulesen. Den Nachruf eines deutschen Ex-Kollegen gibt es bei agenturjournalismus.de.

In this undated file photo, Associated Press photographer Horst Faas is shown on assignment in South Vietnam. Faas, a prize-winning combat photographer who carved out new standards for covering war with a camera and became one of the world’s legendary photojournalists in nearly half a century with The Associated Press, died Thursday May 10, 2012. He was 79. (AP Photo/File)

(Disclosure: Ich habe von 1986 bis 1999 für Associated Press gearbeitet.)