Ausgeflogen.

Heute bin ich evakuiert worden. Aus einem, wenn auch fiktiven, Krisengebiet, aber von echten Soldaten. (Ehe die Sprachpuristen kommen: ich weiß, eigentlich werden nur Gebiete und Gebäude evakuiert, aber der andere Gebrauch hat sich so eingebürgert, dass ich ihn hier benutze.) Und wurde ausgeflogen, in Sicherheit.

Das Ganze war Teil der Evakuierungsübung Schneller Adler der Division Spezielle Operationen (DSO), die ich mir heute angeschaut habe und mich, erstmals, in die Reihe der zu Evakuierenden eingefügt habe. Vor meinen Beobachtungen und Impressionen kurz die Lage, wie die DSO sie schildert:

Ein Bürgerkrieg droht im fiktiven Land Atrea. Der Flugverkehr wurde eingestellt. Die Grenzen zum Nachbarland Sware wurden aufgrund der hohen Zahl an Flüchtlingen geschlossen. Mittendrin rund 450 deutsche Staatsbürger die aus eigener Kraft das Land nicht mehr verlassen können.

Ohne eine Möglichkeit den Unruhen zu entkommen, beabsichtigt die Bundesregierung in Deutschland, gegebenenfalls auch unter Einsatz militärischer Mittel, die Evakuierung der deutschen Staatsbürger in Atrea. Das Bundesministerium der Verteidigung wurde deshalb beauftragt, sich auf eine mögliche Militärische Evakuierungsoperation (MilEvakOp) vorzubereiten.

Darunter werden Operationen verstanden, bei denen deutsche Staatsbürger im Ausland, gegebenenfalls auch Bürger anderer Nationen, aus einer drohenden Lebensgefahr, zum Beispiel aus Krisen- und Bürgerkriegsgebieten, gerettet werden. Um die schnelle Durchführung einer Militärischen Evakuierungsoperation gewährleisten zu können, hat die Division Spezielle Operationen den Auftrag, hierfür ständig Kräfte mit einer Reaktionszeit zwischen 24 und 96 Stunden bereitzuhalten.

Also stand ich heute mittag, zusammen mit zwei Reporterkollegen aus dem Hessischen und einer Reihe von Rollenspielern, brav zur Evakuierung im Sammelpunkt Freizeitressort Havel an. weiterlesen

So ein Zufall…. (update: doch ein Zufall.)

Stopp, man muss auch Irrtümer zugeben können…

Sehe erst jetzt, dass die erste SpOn-Story wohl der Zeit nach am 20. November lief, also Sonntag (keine Ahnung wann). Meine lief unabhängig davon am Montag kurz nach Mitternacht…

Also scheint es in der Tat die Koinzidenz gegeben zu haben, dass wir ungefähr zeitgleich davon erfahren haben.

Entschuldigung.

Im politischen Journalismus in Berlin gibt es bisweilen Koinzidenzen, das glaubt man kaum.

Augen geradeaus! heute 00:27: Fliegen wie die Kanzlerin – in Iran
Augen geradeaus! heute 00.55: Angela Merkel’s government jet now flying in Iran

Und Spiegel Online ab heute morgen (leider ohne Zeitstempel)
Iranische Fluglinie kauft ausgemusterten Kanzler-Jet
Flugzeug-Deal wird peinliche Posse für die Bundesregierung

dpa, die Welt, der ORF und etliche andere melden den Deal auch. Allerdings im Unterschied zu Spiegel Online mit Quelle – und die heißt bei ihnen Spiegel Online. Selbst bei Bild.

 

Es gibt halt komische Zufälle.

 

Unterwegs.

Ich geh‘ mir heute mal was anschauen. Hat auch – mittelbar – mit diesem Foto zu tun, was mich übrigens ein bisschen verblüfft hat.

(Ich löse das dann am Montagabend auf.)

Angela Merkel’s government jet now flying in Iran

A former German government jet used by German chancellors and ministers for the last 20 years is now flying in Iran after it had been taken out of air force service and sold by the German government, according to an airline industry website. The Airbus 310, former Luftwaffe tail no. 22+10, had been Chancellor Angela Merkel’s means of transport until the Luftwaffe upgraded its fleet of government jets this year.

The website skyliner-aviation.de which is monitoring sales of airliners around the world mentioned in its list of plane transfers on Nov. 20 the delivery of the plane to Tehran:

Airbus A310 -304 499 EP-VIP Mahan Air delivery 18nov11 KBP-THR ex 10+22

To break down the code: According to this list, an Airbus A310, former registration 10+22, had been delivered from Borispol Airport (KBP) in Ukraine to Mehrabad Airport (THR) in the Iranian capital Tehran. The plane now is operated by Mahan Air, an Iranian airline that insists that it’s a private airline.

I’m no aviation expert, but I’d assume a plane with VIP interior and registered as EP-VIP won’t be used for regular commuter service…

The plane had been parked for months in the Ukraine after it had been sold.

 

(Photo courtesy Igor Lesiv/spotters.net.ua)

The service in Iran adds a last irony to the history of this Airbus. Originally, the plane had been ordered by the East German government only a short time before the Berlin Wall came down in late 1989. After German unification in 1990 it was put into service with the – former West German, then German – Luftwaffe as a government jet. Flying in Iran, a country which officially faces sanctions by the West, ist just the latest twist…

Fliegen wie die Kanzlerin – in Iran

Wenn eine Maschine der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung ausgemustert und verkauft wird, ist sie, genau genommen, kein deutsches Militärflugzeug mehr und eigentlich kein Thema für dieses Blog. Was mit einem der ausgemusterten Airbusse passiert ist, mit denen deutsche Minister und Regierungschefs (also auch Bundeskanzlerin Angela Merkel) in den vergangenen 20 Jahren flogen,  ist dennoch auch hier interessant…

Im August wies ich darauf hin, dass der frühere VIP-Airbus mit der ehemaligen Luftwaffen-Kennzeichnung 10+22 in Kiew in der Ukraine geparkt war. Und wohl auf einen neuen Besitzer wartete.

(Fotos mit freundlicher Genehmigung von Igor Lesiv/spotters.net.ua)

 

Das mit dem neuen Besitzer scheint sich jetzt bestätigt zu haben. Auf der Fach-Seite skyliner-aviation.de, die die Wechsel in der Luftfahrtbranche verfolgt (danke für den Leserhinweis!), findet sich – am 20. November, letzter Stand – der folgende Eintrag:

Airbus A310 -304 499 EP-VIP Mahan Air delivery 18nov11 KBP-THR ex 10+22

 

Ein bisschen aufgeschlüsselt: Ein Airbus310, frühere Registrierung 10+22, wurde am 18. November vom Airport Borispol in der Ukraine (Flughafen-Code KBP) zum Flughafen Mehrabad (THR) der iranischen Hauptstadt Teheran geliefert. Und fliegt jetzt unter der Registrierung EP-VIP für die iranische Fluggesellschaft Mahan Air. Die darauf besteht, dass sie eine private Fluglinie ist. Laut Wikipedia tragen iranische Flugzeuge die Registrierungsnummern EP-AAA bis EP-ZZZ.

Die Vermutung liegt nahe, dass eine Maschine mit dem Kennzeichen EP-VIP (und mit VIP-Ausstattung…)  nicht in den normalen Linienflugdienst geht. Ich kenne mich aber in der Luftfahrt zu wenig aus, als dass ich sagen könnte, ob Mahan Air auch das Regierungsflugzeug stellt.

(Ich frage mich ja auch, wie so ein Endverbleib mit den diversen Sanktionen gegen den Iran zusammenpasst, gerade angesichts der aktuellen Diskussion über das Atomprogramm. Aber die schwarz-rot-goldene Bordüre werden sie doch wohl überstreichen?)