Schlechte Entwicklung: Serben im Kosovo angeschossen

Die Meldung kommt aus serbischen Quellen, und ich gebe sie mit aller Vorsicht weiter: In Kosovska Mitrovica, der – relativ – großen Stadt im serbisch bewohnten Norden des Kosovo, sollen drei Serben angeschossen worden sein – angeblich nach einer Auseinandersetzung mit Kosovo-Albanern.

Schon unter normalen Umständen wäre das eine gefährliche Entwicklung, in der derzeitigen Lage mit den Auseinandersetzungen um die Grenzübergänge nach Serbien ist sie sicherlich brandgefährlich. Die ohnehin angeheizte Stimmung könnte damit leicht explodieren.

Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten; mal sehen, was am (morgigen) Donnerstag  passiert.

(Da ich am Donnerstag überwiegend terminlich gebunden bin, bin ich für ein Mitplotten aktueller Meldungen in den Kommentaren dankbar.)

 

Fregatte „Köln“ stellt Piraten-Mutterschiff (Update)

Nachdem es in der vergangenen Nacht nur etwas unklare (und nachträglich veränderte) Infos zum jüngsten Anti-Piraten-Einsatz der Fregatte Köln gab, werden jetzt die Einzelheiten etwas deutlicher:

Dem deutschen Kriegsschiff, in den vergangenen Wochen ohnehin im Indischen Ozean recht aktiv und erfolgreich, scheint ein wesentlicher Schlag gegen eine so genannte Pirate Action Group gelungen zu sein. 70 Seemeilen südlich der somalischen Halbinsel Xaafuun stellte die Besatzung der Köln am Dienstag ein Piraten-Mutterschiff mit 21 Personen an Bord. Über dieses Schiff mit dem Namen  Shu Ai 03 habe ich bislang nichts finden können, aber Name und Nummerierung deuten darauf hin, dass es sich um ein gekapertes Fischerboot möglicherweise aus Taiwan handelt, dass als Mutterschiff genutzt wurde. Korrektur: Es handelt sich offensichtlich um eine Dhau, die die Seestreitkräfte nach dem Typ mit dem Namen Shu’ai bezeichnen und durchnummerieren; der eigentliche Schiffsname scheint Deer zu sein, wie auf dieser Übersicht der NATO gezeigt.

Als sich zunächst der Bordhubschrauber der Köln und später die Fregatte dem Mutterschiff näherten, wurden Gegenstände über Bord geworfen, heisst es in einem internen Bericht. Das ist die übliche Praxis der Piraten, Waffen und andere einschlägige Ausrüstung wie Enterhaken und Leitern verschwinden zu lassen. Dem Wunsch der Köln, die Shu Ai 03 zu boarden, wurde nicht widersprochen (was angesichts der Feuerkraft einer Fregatte und ihres Hubschraubers nicht viel heißt…)

Die mutmaßlichen Piraten an Bord sollen für Angriffe auf den Frachter Elka Athina und den Gastanker BW Broker verantwortlich sein. Alle 21 Besatzungsmitglieder wurden zu Verhören auf die Köln gebracht.

Nachtrag: Von den 21 Personen an Bord der Dhau waren nach den bisherigen Erkenntnissen 19 Piraten, die beiden übrigen Jemeniten, die zur ursprünglichen Besatzung des Bootes gehörten. Die Dhau mit diesen beiden Seeleuten, unterstützt durch seemännisches Personal der Fregatte Köln, fährt jetzt Richtung Jemen. (Wenn ich das richtig verstehe, fahren jetzt also deutsche Matrosen mit einer Dhau zur See, im Indischen Ozean…)

Zur Einordnung noch mal die Karte – etwa 70 Seemeilen (gut 100 Kilometer) südlich der markierten Halbinsel Xaafuun griff die Köln zu:

(Karte: OpenStreetMap)

 

Kosovo-Standoff: Nächste Runde

Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Serben im Norden des Kosovo und der internationalen KFOR-Truppe geht weiter. Am Mittwochmorgen richtete KFOR südlich des Grenzübergangs Jarinje eine Kontrollstelle ein – und machte gleichzeitig die, je nach Sichtweise, Alternativrouten oder Schmugglerpfade in diesem Bereich im äußersten Norden des Kosovo dicht.

Aus serbischer Sicht hat KFOR damit das Vertrauen der Bevölkerung im Norden des Kosovo missbraucht: schließlich sei es nicht Aufgabe der internationalen Truppe, die Zugänge aus dem Kosovo nach Serbien abzuriegeln. KFOR hingegen verweist darauf, dass der Grenzübergang Jarinje (KFOR-Bezeichnung Gate 1) benutzbar sei.

Dazu bekam ich heute auf Anfrage aus dem KFOR-Hauptquartier in Pristina die Mitteilung:

This morning KFOR has established a new Vehicle Check Point (VCP) south of Gate 1 in the vicinity of Jarinje in support of EULEX. At the same time the bypass of Gate 1 westwards the river IBAR has been blocked.
Together with EULEX, KFOR started the operation to prevent the use of the bypass westwards the river IBAR for unauthorized border crossing and to control traffic at the new VCP. The Jarinje Administrative Boundary Line (ABL) border crossing point GATE 1 is technically operational and ready to be used.
KFOR can confirm the isolated use of non-lethal gas to prevent two trucks from endangering the security parameters of the new VCP including KFOR and EULEX personell at the new VCP this morning at about 4 a.m.
This situation lasted about 2 minutes.
The use of non-lethal gas by KFOR was short, isolated and justified.
KFOR’s mission is to maintain a safe and secure environment as well as to ensure Freedom of Movement. This operation is fully in line with the framework of KFOR’s mission.

Piratenmeldung: Die Timeline…

Die Fregatte Köln ist wieder aktiv gegen die Piraten Somalias. Das ist die gute Nachricht.

Ansonsten aus der vor kurzem veröffentlichten Pressemitteilung der Bundeswehr:

Am 8. November gegen 11 Uhr mitteleuropäischer Zeit (MEZ) brachte die Fregatte Köln etwa 70 Seemeilen südlich der Halbinsel Xaafuun ein Piratenmutterschiff (Whaler) auf.

(…)

Stand: 23.15 Uhr

Einstellzeit: 23.50 Uhr.

Danke für die schnelle Info. Und gerne die Ergänzung: Die Halbinsel Xaafuun liegt hier:

(Karte: OpenStreetMap)