Statt Sirenenalarm: Angriffswarnung via Twitter

Der Krieg, den Kenia gegen die islamistischen Milizen im Nachbarland Somalia führt, wird zwar in Europa kaum zur Kenntnis genommen (oder höchstens dann, wenn der Verdacht besteht, dass ein Flüchtlingslager unter Beschuss geraten ist). Auffallen dürfte aber auch hier, was ausgerechnet in Ostafrika, mit Kriegshandlungen in einem der ärmsten Staaten der Welt, ein Mittel zur Ankündigung von Luftangriffen ist: Der Kurznachrichtendienst Twitter.

Major Emmanuel Chirchir, der Sprecher des kenianischen Militärs, sandte am 1. November folgende Warnung:

Natürlich ist klar, dass in den genannten Städten Somalias recht wenig Menschen vor ihren Computern oder an ihren iPhones den Tweets aus Nairobi folgen. Der Major dürfte allerdings einen ganz anderen Verbreitungsweg im Auge gehabt haben – nämlich die weltweit verbreitete (und technisch durchaus gut vernetzte) somalische Diaspora. Wie sein folgender Tweet zeigt:

Die Warnungen sind durchaus echt, so wie der Twitter-Account und der kenianische Major: Die BBC hat bei ihm nachgefragt. Und Chirchir ließ seine staunenden Follower wissen, dass es mit diesen Mitteilungen übers Netz weiter gehen wird:

Eine interessante Form der militärischen Öffentlichkeitsarbeit. Ohne den Feldzug der Kenianer bewerten zu wollen: ein Major aus Afrika macht vor, wie man die Werkzeuge des Internet für seine Arbeit nutzen kann.

De Maizière: Wirtschaftlicher Vorteil durch Bundeswehr-Standort war ein Geschenk

Die Super Illu wird fast ausschließlich im Osten Deutschlands gelesen, deshalb dürfte das Interview mit Verteidigungsminister Thomas de Maizière in der aktuellen Ausgabe außerhalb der neuen Bundesländer nicht so aufgefallen sein. Lesenswert ist es allemal – nicht nur, weil de Maizière darin dem Vorwurf entgegentritt, er habe den Osten bei der Aufgabe und Reduzierung von Standorten übermäßig geschont.

Und auch wegen der Antwort, die er auf die Forderung nach wirtschaftlicher Hilfe für die Kommunen hat, die künftig ohne oder mit deutlich weniger Soldaten auskommen müssen: Das Vorhandensein eines Standortes stellt einen wirtschaftlichen Vorteil dar; den haben wir der jeweiligen Region bisher gleichsam „geschenkt“. Warum sollten wir nun aus Mitteln des Verteidigungshaushaltes dafür zahlen, wenn dieser Vorteil wegfällt?!

Das komplette Interview hier: Nach dem Sparmanöver: Herr de Maizière, wie stark ist die Bundeswehr?