Angeblich Deutscher in Zentral-Afghanistan getötet

Ein Deutscher, vermutlich ein Tourist, soll nach bislang nicht bestätigten Meldungen aus Kabul in der zentralafghanischen Provinz Ghor erschossen worden sein. Ein Producer der BBC in der afghanischen Hauptstadt berichtete unter Berufung auf die örtlichen Sicherheitskräfte, zwei Bewaffnete auf einem Motorrad hätten im Distrikt Lal Wasar Jal das Feuer auf einen Geländewagen eröffnet. Dabei seien der Deutsche, sein afghanischer Fahrer und ein Wachmann getötet worden.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters wurden bei dem Toten Dokumente gefunden, die auf seine deutsche Staatsbürgerschaft hinwiesen.

Das Auswärtige Amt in Berlin machte zu diesem Vorfall zunächst keine Angaben. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte, die deutsche Botschaft in Kabul sei eingeschaltet und bemühe sich in Zusammenarbeit mit den afghanischen Behörden um die Klärung des Vorfalls.

Nachtrag: Nach jüngsten Meldungen soll der Mann neben dem deutschen auch noch einen weiteren Pass bei sich getragen haben. Die Nationalität ist bislang nicht bekannt.

Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur hatte der Tote zwei deutsche Pässe bei sich. Sein Visum für Afghanistan war abgelaufen.

Nachtrag 2: Das Auswärtige Amt bestätigt, dass es sich um einen Deutschen handelt.

Fürs Archiv: de Maizière und die Veteranen

In der zurückliegenden Woche hat es gewissen Wirbel ausgelöst, dass Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière für die einsatzerfahrenen Soldaten der Bundeswehr erstmals öffentlich den Begriff Veteranen benutzt hat. Die Diskussion wird sicherlich weitergehen; zur Dokumentation deshalb die Passage der Rede des Ministers in der Debatte über den Bericht des Wehrbeauftragten im Bundestag am 22. September:

Ich bin dankbar, dass der Wehrbeauftragte in seinem Jahresbericht erneut darauf hingewiesen hat, dass unsere Soldatinnen und Soldaten eine – ich zitiere – „für die Gesellschaft unverzichtbare und viel zu wenig gewürdigte Aufgabe“ wahrnehmen. Für die meisten Menschen in Deutschland sind die teils extremen Eindrücke und Gewalterfahrungen, denen unsere Soldaten im Einsatz ausgesetzt sind, kaum nachzuvollziehen. Das ist verständlich. Es ist kaum ein größerer Kontrast vorstellbar als der zwischen mancher Einsatzrealität unserer Soldaten und unserem zivilen, weitestgehend gewaltfreien Leben in Deutschland. Zu dieser Einsatzrealität gehört auch, dass es in Deutschland seit einigen Jahren wieder Veteranen gibt, Veteranen der Bundeswehr. Ich bekenne mich heute zu diesem Begriff. Die Bundeswehr ist eine Armee im Einsatz. Wie andere Nationen sollten auch wir deshalb von unseren Veteranen sprechen.

(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)

Junge Menschen werden sich nur dann für den Dienst in der Bundeswehr entscheiden und im äußersten Fall ihr Leben für unser Land und unsere Freiheit einsetzen, wenn unsere Gesellschaft den soldatischen Dienst als wertvoll, ja als ehrenhaft ansieht. Ich werde es daher zu einem Schwerpunkt meiner künftigen Arbeit machen, in der Bundeswehr eine Politik für den Umgang mit unseren Veteranen und ihre Versorgung zu formulieren und auf den Weg zu bringen. Ich bin sehr froh, dass wir in dieser Frage mit Ihnen völlig einig sind. Der Bundesminister der Verteidigung ist hier natürlich besonders gefordert. Richtig ist aber auch: Die ganze Gesellschaft ist hier gefordert. Es geht darum, sicherzustellen, dass unsere Streitkräfte, unser Staat und unsere Gesellschaft denjenigen, die im Einsatz für unser Land Opfer gebracht haben, die verdiente Fürsorge und Anerkennung zukommen lassen. Der Platz der Bundeswehr ist in der Mitte unserer Gesellschaft. Die Bundeswehr wird ihren Beitrag dazu leisten, den Dienst in den Streitkräften attraktiv zu gestalten und diejenigen, die in Ausübung ihres Dienstes physisch oder psychisch zu Schaden gekommen sind, angemessen zu versorgen. Finanzielle Anreize sind dabei wichtig – wir werden diese Woche noch darüber diskutieren –, sie reichen aber nicht aus. Hinzu kommen müssen Respekt und Wertschätzung sowie attraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen.