Doppelte Präsenz der Deutschen Marine gegen Piraterie

Am Horn von Afrika hat die Deutsche Marine ihr Kontingent zur Beteiligung an der EU-Antipirateriemission Atalanta praktisch verdoppelt: Seit Montag gehört die Fregatte Köln offiziell zum deutschen Atalanta-Kontingent. Flaggschiff ist bereits die Fregatte Bayern, auf der auch der Stab des Force Headquarters der Mission unter dem deutschen Flotillenadmiral Thomas Jugel eingeschifft ist.

Das ist eine der wenigen positiven Nachrichten aus dem Pirateriegebiet. Es sei denn, man will dazurechnen, dass die Seychellen jetzt spanischen Fischtrawlern schwere Waffen gegen die Piraten zugestehen – nämlich, wie der Bloggerkollege von Bruxelles2 berichtet, Maschinengewehre mit dem Kaliber 12,7 Millimeter.

(Archvbild: Fregatte Köln im Jahr 2008. Foto: Bundeswehr/Winges via flickr unter CC-Lizenz)

RC N Watch: Das steckt hinter der Übergabe im Norden

Enteqal heißt die Transition (deutsch: die Übergabe in Verantwortung) in Afghanistan, und das Afghan Analysts Network hat alle sieben Städte und Regionen, in denen bislang die Verantwortung an die Afghanen übergeben wurde, genauer unter die Lupe genommen.

Masar-i-Scharif ist die letzte Stadt in dieser Serie der Enteqal Seven, und für einen Blick auf diese Stadt, Sitz des (deutsch geführten) ISAF-Regionalkommandos Nord, aber auch für die weiteren Übergabe-Aussichten im Norden, ist der Beitrag lesenswert:

The Enteqal Seven (7): Opportunities and Concerns in the North

Dabei haben übrigens auch die Arbaki, dieMilizen mit ihrer dubiosen Rolle, eine gewisse Bedeutung.

Milizen als Problem: Vergewaltigung und Schutzgelderpressung in Kundus

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat heute einen Bericht zum zunehmenden Problem der Milizen, aber auch der Afghan Local Police (ALP) in Afghanistan vorgelegt. Diese bewaffneten Organisationen,  als Teil des afghanischen Sicherheitsapparates eingesetzt, gehen in manchen Bereichen rücksichtslos gegen die Bevölkerung vor – und dann bisweilen schlimmer als es die Aufständischen tun.

Die Mitteilung von HRW (einschließlich eines Links zum kompletten Bericht) findet sich hier. Das Vorgehen der Milizen in der Provinz Kundus nimmt darin einen breiten Raum ein.

Das ausführliche Kundus-Kapitel bedarf erst mal der sorgfältigen Lektüre, auf den ersten Blick finden sich allerdings schon Einzelheiten wie dieser aus dem Distrikt Imam Sahib bei Kundus, die einen erschauern lassen:

On January 24, 2010, the local mullah, Rahmatullah, along with sub-commander Zulmai (a relative of Commander Sarbaz who controls militias in several villages), and three other armed men, went to the home of two sisters-in-law in the village of Baika. The men gang raped the two women at gunpoint, having tied up their husbands. Habibullah S. [pseudonym], husband of one of the women, told Human Rights Watch: weiterlesen

RC N Watch: Erneuter Angriff auf PRT Kundus

Ein Trend wird es zwar erst beim dritten Mal…. aber es fällt auf: Nur zwei Tage nach dem ersten Raketenangriff seit fast einem Jahr ist das deutsche Camp in Nordafghanistan am Sonntagabend erneut mit einer Rakete oder einem Mörser attackiert worden. Wie schon am Freitag gab es weder Verletzte noch Sachschäden.

Die Datenlage – jedenfalls die öffentlich bekannte – ist noch zu dünn, daraus Schlüsse zu ziehen. Obwohl natürlich die Frage gestellt werden muss (auch wenn man sie vermutlich noch nicht beantworten kann), ob es etwas mit der zunehmenden Übergabe von Raumverantwortung an die afghanischen Sicherheitskräfte zu tun hat.