Marschbefehl für die Kosovo-Eingreifreserve

Angesichts der angespannten Lage im Norden des Kosovo ist jetzt doch die Eingreifreserve der NATO-Schutztruppe Kosovo Forces (KFOR) aktiviert worden. Nach Informationen von Augen geradeaus! ordnete die NATO den Einsatz des gesamten Operational Reserve Forces (ORF) Bataillons an, das derzeit aus mehr als 500 deutschen Soldaten – überwegend vom Raketenartilleriebataillon 132 aus Sondershausen – und mehr als 150 Österreichern besteht. Insgesamt umfasst das ORF-Bataillon rund 700 Soldaten.

Die Reservekräfte werden nach den Truppenreduzierungen in Bosnien und im Kosovo bereitgehalten, um bei problematischen Lagen relativ schnell eingeflogen werden zu können. KFOR-Kommandeur Erhard Bühler hatte den ORF-Einsatz bereits in der vergangenen Woche beantragt; die NATO hatte die Entscheidung aber zunächst aufgeschoben.

Derzeit sind noch rund 6.000 Soldaten, darunter etwa 940 Deutsche, bei KFOR eingesetzt. In den vergangenen Jahren waren Truppenstärken und -fähigkeiten kontinuierlich reduziert worden. So verfügt die Schutztruppe derzeit nur über zwei nachtflugfähige Hubschrauber, die von der Schweiz gestellt werden.

Zur Lage im Kosovo hat der KFOR-Kommandeur persönlich hier im Blog Stellung genommen. (Dass das tatsächlich von Bühler stammt, habe ich überprüft.) Kernsatz: Taktische Erfolge – wenn sie aufgrund der dargestellten Fakten überhaupt eintreten – können auch strategische, langfristig nachwirkende Niederlagen sein.

51 Gedanken zu „Marschbefehl für die Kosovo-Eingreifreserve

  1. Ich bin mir nicht sicher, ob es schon irgendwo stand: Wie ist die materielle Ausstattung der Eingreifreserve? Sowohl an Großgerät vor Ort, als auch die persönliche Ausstattung betreffend.

  2. Und meine Anschlussfrage hinzu: Mit was für einer Stehzeit muss die Reserve jetzt rechnen?

  3. Das würde mich auch interessieren. Die Vorbereitungen laufen gut. Auch wenn es jetzt kurzfristig ist. Weitere Informationen kann und will ich nicht geben.

  4. Grundsätzlich geht man von einer maximalen Einsatzdauer ORF Btl von 30 Tagen aus. Wie dem auch sei, die erste Gruppe fliegt morgen…

  5. Man kann nicht genau sagen wie lange es geht. Wir stellen uns alle auf längere Zeit ein, da man nie weiß wie sich die Lage im Kosovo entwickelt

  6. @Berufssoldat

    Ich verstehe Sie nicht. Sie klingen immer total frustriert / sarkastisch. Warum suchen Sie sich nicht einen anderen Sandkasten zum Spielen wenn Ihnen dieser nicht mehr zusagt? Angst sich bewähren zu müssen?

  7. @Pseudonym

    Ich wünsch ich eine ein wenig Soldatenglück und das die Lage sich bald wieder beruhigt.

    @all

    Ist eigentlich schonmal eine Reserve so ausserplanmäßig in Marsch gesetzt wurden?

  8. Die Stehzeit des ORF-Btl im KOS war in der Regel 30 Tage. Plus 2 Wochen An – und Abreise. Das waren aber immer Op Rehearsal 3. Im Jahr 2006 oder 2007 war ein DEU ORF-Btl ca. 5 Monate vor Ort im 2. HJ.

  9. Was hat es eigentlich mit deutschen Interessen oder gar dem grundgesetzlichen Auftrag der Bundeswehr zu tun, wenn Soldaten der Bundeswehr ihr Leben für den kosovarischen Mafia-Staat risikieren?

  10. @TOM

    Ist doch nett hier und keine Angst, da ich mich schon lange nicht mehr bewähren, profilieren bzw. wie es heute ja an der Tagesordnung ist, jemanden in den A:rsch kriechen zu müssen, mit über 28 Dienstjahren. Ich habe mich oft genug profiliert in dieser BW. Trotzdem darf ich doch gegen Krieg sein, oder?
    Wir sind nun mal in mehreren illigalen Kriegen verwickelt heute. Ich würde gerne mal Zahlen sehen, wieviele Zivilisten die NATO jeden Tag in Libyen umbringt und hier meinen einige es ist alles ok, wir machen uns jetzt auch mal wieder auf den Weg um im Kosovo ein paar Demonstranten ne Kugel in den Kopf jagen zu können. Vorbereitungen laufen GUT an. Einfach widerlich!

  11. @Berufssoldat
    Solange Sie dabei bleiben und das Geld gerne nehmen, kann es so widerlich ja nicht sein :)

  12. @Berufssoldat

    Wir mussten uns auch erstmal darauf einstellen. Für viele ist dies der erste Einsatz, wie z.B. für mich. Ich bin ja froh das wir jetzt noch Gelegenheit haben die Angehörigen zu besuchen und alles zu klären. Was normale einsatzkontingte schon Monate vorher machen können. Mit Vorbereitungen laufen gut meinte ich auch nur uns die so einen Auftrag zum ersten mal machen müssen. Keiner ist großartig angespannt. Das liegt aber auch viel an der guten Führung und Motivation der Vorgesetzten.

    @Student

    Vielen dank im Namen aller. Hoffe das wir nicht so viel von dem Glück brauchen und alle heil wieder zurück kommen. Ach ich hoffe nicht, ich weiß es.

    Wenn nicht wir? Wer dann

  13. @Hannes
    Krieg ist einfach nur widerlich. Sie können ja gerne gehen, aber damit bringen Sie meine Kinder und Enkel in Gefahr.
    Wenn Sie so gerne den Krieg mögen, gehen Sie doch hin oder werden Sie Söldner. Private Firmen suchen wie verrückt und die zahlen auch Besser als unsere Regierung.

  14. @Berufssoldat

    sie wissen ja gar nicht direkt was unser Auftrag im Kosovo ist. Wie können sie dann die Aussage treffen das wir jemandem ne Kugel in den Kopf jagen?

    Also die Pferde mal still halten und schweigen währe besser angebracht, als jetzt so einen Tumult zu machen. einfach Nachrichten beobachten und gut ist die Sache.
    Ich habe selbst auf noch keinem Radio, Fernseher oder Internet Nachrichten etwas von ORF Einsatz gelesen oder gehört. Nur hier da ich die Seite seit einigen Tage verfolge zwecks der Situation im Kosovo, da Medien wie Bild, N24, n-tv zu wenig berichten.

  15. Auweia, 28 Dienstjahre und absolut keinen Plan mehr, was wir eigentlich machen.

    Ich glaube, sie sind ein passendes Beispiel dafür, was diese Armee zugrunde gerichtet hat: Früher mal was gerissen, dann stark abgebaut und jetzt trotz völliger Ahnungslosigkeit überall mitreden wollen; dazu noch gefrustet und vom Wehrdisziplinaranwalt gejagt, wie sie selbst sagten – unterm Strich aber tapfer geblieben und Kohle kassiert.

    Glücklicherweise sind sie bei 28 Dienstjahren nur noch ein zeitliches Übel, sollten sie tatsächlich im realen Leben Soldat sein. In diesem Blog sind sie für mich keines mehr, denn spätestens ab jetzt ergibt die Masse ihrer Beiträge nur ein einziges Fazit: Troll.

    Btt: Viel Erfolg, eine ruhige Hand und kühlen Kopf für das ORF Btl.

  16. @ all
    Wenn Sie manchmal meinen Sarkasmus in den Kommentaren nicht leiden mögen, möchte ich doch gerne mal ein aktuelles Beispiel für meine Art u. Weise hier bringen.
    Sehr spannend gerade für Soldaten im Einsatz Krieg.

    Da fragt ein Wähler auf Abgeordnetenwatch.de den Abgeordneten Dr. Matthias Zimme, warum denn die Renten zum 01.07.2011 nur um 1% angehoben wurden und gleichzeitig beschlossen worden ist, dass die Abgeordneten Ihre Diäten um 3,7% bzw. 3,8% Punkte anheben würden.
    Und was antwortet unser Abgeordnete, u.a.?????? Na, kommt Ihr nie drauf.

    „…Wir sind mit unseren Entscheidungen, etwa hinsichtlich des Einsatzes von Streitkräften, direkt verantwortlich für die Tod von Menschen, seien es deutsche Soldaten in den Einsatzgebieten oder Menschen, die in den Einsatzgebieten als Kombattanten (und leider auch als Zivilisten) Schaden an Leib und Leben nehmen“

    Muhahahaha und dann gibt es hier Menschen die für uns und diese miese Regierung in Einsätze geht. Mir fehlen die Worte, aber er schiebt noch ne Milchmädechenrechnung hinterher:

    Wenn ich das auf einen Stundenlohn herunter rechne bin ich bei knapp 32 Euro brutto. Von meinen Handwerkerrechnungen weiß ich: Das ist bei normalen Handwerksleistungen schon unterste Grenze.

    Welch ein Schwachmat!
    32€ Stundenlohn ist natürlich unerträglich – noch unerträglicher ist nur der Vergleich mit dem Handwerker, der schließlich von seinem Einkommen auch Krankheits- und Urlaubstage sowie seine Rente bezahlen muss.
    Anhand dieses Beispiels zeigt der Politiker wieder einmal, wie schwach er sich mit dem Metier auskennt, dass er zu einem Vergleich heran zieht – was an anderer Stelle die Grundlage seiner Entscheidung in Sachen “Leben und Tod” oder Freiheitsrecht bedeutet.

    Quelle: http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_matthias_zimmer-575-38059–f300620.html#q300620

    @Vodoo
    Kohle kassiert = ja. Tapfer = nein. Täglich in den Spiegel schauen können = ja
    Wünschen Sie eine ruhige Hand für den Schuß?Wenn ja , einfach nur widerlich.

  17. ich glaube der feine herr „berufssoldat“ hat zu viel zeit im vorzimmer von OBL rose verbacht…

  18. @berufssoldat

    wenn man sich den kontext der nachricht betrachtet sieht das ganze schon ein wenig anders aus.aber haupstache mal was passendes rausggriffen und sich darüber lustig machn.

    „soldaten“ wie sie sind der grund warum ich froh bin zivildienst abgeleistet zu haben und das obwohl ich mich für das themengebiet bundeswehr interessiere und die aktuellen entwicklungen als sachunkundiger trotzdem verfolge.

    warum „dienen“ sie dann eigtl noch deutschland?

    ich schließe mich voodoos meinung an,mit 28 jahren dienstzeit und somit auf die 50 zugehend würden sie so nicht „diskutieren“!

  19. Ich denke nicht das es sich, trotz des Benutzernamens wirklich um einen BS handelt.

    Daher: Don´t feed the troll…

    Ich wünsche den Thüringer Soldaten und ihren Kameraden aus Österreich viel Soldatenglück und eine wohlbehaltene, sichere Heimkehr.

  20. @Berufssoldat
    Respekt vor Ihrer Position. Aber wenn das Gewissen stärker sein soll, als plumper Materialismus muss man schon konsequent sein. Wer mit den Entscheidungen des Bundestages, den Schattenseiten unseres politischen Systems oder dem Auftrag der Bundeswehr nicht mehr leben kann, sollte die letzte Konsequenz in Betracht ziehen und sich neu orientieren. Insbesondere wenn man für sich selbst zum Schluss kommt, dass man die Treuepflicht nicht mehr erfüllen kann oder will.
    Moralische Reden ersetzen moralisches Handeln nicht! Insbesondere wenn Anspruch und Wirklichkeit auseinander klaffen.

    Respektvoll,

  21. Der „Berufssoldat“ stellt das infrage, was hier oft leichtfertig beklatscht wird … Krieg.
    Ist das so schlimm, das jemand Frieden haben möchte? Sehen Sie sich doch mal an in welch aberwitzigen Einsätze die Bundeswehr geschickt wird … so aberwitzig, das Kommandeure PTBS geschädigt nach hause kommen, weil sie ihre Untergebenen mit falscher oder ohne angebrachte Ausrüstung raus schicken müssen … keine Fiktion, leider gibt es auch so einen Fall in meinem Bekanntenkreis!
    „Berufssoldat“ hat seinen Eid unter anderen Umständen für ein anderes Deutschland gegeben … meines Wissens wurden die Soldaten der Bundeswehr nicht aufgefordert, nach dem Beitritt der DDR zum wirkungsbereich des Grundgesetzes, ihren Eid zu erneuern … so what; „Berufssoldat“ hat recht dagegen zu sein.

  22. @Heiko Kamann –

    Bitte bedenken: Auch ein westdeutscher Berufssoldat mit über 20 Jahren im Dienst hat seinen Eid unter anderen politischen Vorraussetzungen gegeben.

    Der Eid ist „das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“

    Was der Kosovo, Afghanistan oder Libyen damit zu tun haben verstehe ich, als geborener Westler und ehemaliger SaZ, nicht. Mein Respekt für jeden Berufssoldaten der seinen Eid ernst nimmt und sich gegen poltischen Missbrauch der Bundeswehr wehrt.

  23. In den Tiefen des Internetäthers stößt man gelegentlich auf die These, dass diese neuen Unruhen unmittelbar mit der Verurteilung von vier früheren UCK Mitgliedern wegen Verbrechen im Dunstkreis der Kosovoregierung zusammenhängen, und die Kosovarische Regierung damit die EU-desavoieren und loswerden will.
    http://www.123recht.net/EU-Gericht-verurteilt-vier-Kosovo-Albaner-wegen-Kriegsverbrechen-__a97838.html
    Falls das stimmt, wird man die Entwicklung der nächsten Woche daran vorhersehen können, wie die Justiz der EULEX agiert.

    (zB hier: Warnung: ist eigentlich ein übler Blog)
    http://balkanblog.org/2011/07/30/hintergrunde-warum-hashim-thaci-tode-und-randale-zur-serbischen-grenze-erneut-provozierte

  24. Zurück zum Thema.

    Ist der Auftrag der Mitglieder des Raktenartilleriebataillons infanteristischer Natur oder gemäß ihrer sonstigen Tätigkeit?

    Irgendwie kann ich mir bei ersterem Fall, der ja regemäßig eintritt, nie so recht vorstellen, dass das klappen kann… Für so etwas wären ja naturgemäß Fallis das Mittel der Wahl, aber die machen in Afghanistan Dauereinsatz ^^ Merkwürdig :)

  25. @Niklas: Woher kommt die Unsitte solche Einsätze immer als Königsdisziplin der Fallschirmjägertruppe darzustellen? Wenn überhaupt, dann ist so ein ORF-Einsatz eher eine Aufgabe für die Feldjägertruppe. Da militärischer und polizeilicher Einsatzbereich fliessend ineinander übergehen. Der Einsatz der ORF-Soldaten wird wohl eher im Bereich Obejktschutz, Checkpoint und evtl. CRC liegen. Durch ihre vorherige Ausbildung sollten sie darauf gründlich vorbereitet worden sein. Solche Aufgaben kann eigentlich fast jede Truppengattung des Heeres wahrnehmen. Die richtige Ausbildung und Ausrüstung vorausgestzt.

  26. Soweit ich mitbekommen habe, liegt der Schwerpunkt der 550 Deutschen auf der Logistik, der medizinischen Versorgung und der Führung. Österreich spendiert dahingegen die infanteristische Komponente in Form einer Fallschirmjägerkompanie.

  27. @MK: das haben Sie falsch gehört. Das Btl hat 3 InfKp (davon 1 AUT). Dazu Stab, Logistik und Unterstützer.

    Und ich wüsste nicht, was ein FschJg in einem Checkpoint oder in einer Postenkette besser kann, als ein Artillerist, Pionier oder sonstwer…

    Und was würde eigentlich passieren, wenn tatsächlich mal der Krieg ausbricht? Müsste man dann alle Kampf- und Einsatzunterstützer wegsperren damit sie sich ncht selbst wehtun? sowas von albern…

  28. Meine Schilderung bezieht sich u.a. auf die Quelle, welche in Herrn Wiegolds Post zu finden ist. Ich zitiere:

    „Das ORF-Bataillon für das 2. Halbjahr 2011 setzt sich aus zwei Nationen zusammen, nämlich Soldaten aus Österreich (120) und Deutschland (580), wobei die Masse der Soldaten aus Sondershausen gestellt wird. Nichts desto trotz unterstützen Spezialisten aus insgesamt 20 Standorten und 12 Truppengattungen der Bundeswehr und des Österreichischen Bundesheeres diesen Auftrag. Bei den 12 Truppengattungen der Bundeswehr sind aber keine Kampfeinheiten dabei, sondern solche Teile wie Logistik, Sanitätseinheiten, Nachrichtentechnik usw., während Österreich eine Fallschirmjägerkompanie stellt.“

  29. By the way: Da kommen nicht unbedingt die Schlechtesten, und ich weiss verdammt genau, wer da kommt……..auch wenn es „nur“ Kampfunterstuetzer sind. Die Motivation und die Professionalitaet dieses ORF Bataillons koennen wir vor Ort recht gut gebrauchen da wir die Lage etwas anders sehen als sie von einigen Medien dargestellt wird…….(AUT stellt im uebrigen Panzergrenadiere und keine Fallschirmjaeger)

  30. Die Kyffhäuser Nachrichten haben vielleicht nicht verstanden, dass die Artilleristen nicht als Raketenartilleriebatterien, sondern als ORF-Kompanien (entspricht Jägerkompanien) in den Einsatz gehen…

  31. @Urlauber

    Danke für die Klarstellung. Wäre sicherlich auch zu martialisch gewesen, wenn die Deutschen mit dem MARS-System da unten aufkreuzen würden – mal ganz abgesehen von der Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit. Für CRC und Checkpointaufgaben werden die Thüringer Kameraden ja wohl ausgebildet worden sein.

  32. @Urlauber: Zwar stellt ein ArtBtl die Masse der ORF und so wie ich es bisher verstanden habe, aber die Bezeichnung als Sicherungskompanie duerfte dem Ausbildungsstand, Auftrag und Einsatzspektrum angemessener sein als Infanteriekompanie. Denn zu letzteren gehoert dann doch etwas mehr als Patrouillenausbildung, CRC und TCP ;)

  33. Die FTD zitiert im oben durch New Dawn verlinkten Artikel das BMVg mit: „Dass ein General gebloggt hat, wird zur Kenntnis genommen.“

    Das klingt jetzt nicht gerade sehr Begeistert.

  34. Nun was das Thema „nur Artilleristen“ betrifft: Ich habe es bei der HFla gesehen. Wenn die Chefs für solche Reserven geplant sind, dann ist dann auch defintiv der Ausbildungsschwerpunkt für die Männer im nächsten Jahr GRÜN! Unterm Strich ist ein Soldate ein Soldat und jede Truppengattung ist in der Lage mit einem klaren Auftrag und einer angemessenen Vorbereitungszeit den infanteristischen Aufgabenberich abzudecken. Ich denke der wesentliche Unterschied liegt nur in der Verfügbaren Ausrüstung in der Vorbereitung. Die Kampfunterstützer müssen da leider immer bisschen dealen, betteln und tricksen um eine halbwegs zielführende Materialmenge für die Ausbildung zu organisieren.

  35. @sd | 03. August 2011 – 2:57:

    Fand ich auch irritierend. Durch wen zur Kenntnis genommen? Das BMVg? Die Blogosphäre?

  36. Zum Thema InfKr vs. Kampfunterstützer

    Also Grundsätzlich ist jeder Bw-Soldat (egal welche TSK/MilOrgBer) in der Lage, nach der entsprechenden Ausbildung als „Sicherungs-Soldat“ in den Einsatz zu gehen…Bei KFOR stellen die FlaRakStff der Luftwaffe ja inzwischen auch regelmäßig die Sicherungszüge.

    InfKp’n (Jg, PzGren, GebJg, FschJg) sind sicherlich was das „kämpfen“ angeht auf einem höheren Niveau als die Kampfunterstützer, nichts desto trotz, sind Fähigkeiten wie MOUT (Military Operations in Urban Terrain (Orts- und Häuserkampf)), Jagdkampf, Waldkampf, dort idR einfach nicht notwendig, im übrigen wird die derzeit dort befindliche EinsKp genausowenig von Infantristen gestellt (derzeit ArtBttr) wie dir Vorhergehende (gem Pi/GebAufklKp). Und wenn wir wieder ALLE Soldaten vernünftig ausbilden würden, wären solche Aufgaben auch keine allzu große Herausforderung, und die InfKr könnten sich auf das konzentrieren was sie am besten können und ihrem „Kerngeschäft“ entspräche…

    Zum Kommentar des GenMaj Bühler:

    Man kann den Hut nicht tief genug ziehen, vor diesen offenen Worten. Jedoc frage ich mich ob die Truppe vor Ort auf dem Dienstweg genauso gut informiert wurde…aus Erfahrung sage ich das gerade die weitergabe von Lageinfo’s bis auf unterste Ebene („Landserlage“) eher schlecht als recht funktioniert. Konkretes Beispiel:

    Als Anfang dieses Jahres auf Grund der Verhaftungen von hohen Kosovo-Police Beamten durch die EULEX die Emotionen im Süden hoch kochten, und man im Bereich der übergeordneten Führung mehr als nervös wurde angesichts der Demonstrationen im AOR, erfuhren die Soldaten NICHTS (!!) von offizieller Seite, erst Tage später wurde mit der fadenscheinigen Begründung „OPSEC“ LAgeinfo’s weitergegeben…das wäre ja soweit alles gut und schön, wenn nciht drei Stunden nach der Verhaftung das ganze auf diversen Blogs im Internet zu lesen gewesen wäre…

    Aber das man als Soldat genausoviel oder eher wenig weiß wie die Öffentlichkeit ist in dieser Armee ja usus…

  37. Es gab jüngst nicht nur die vier Verurteilungen gegen Kriegsverbrecher aus dem UCK-Umfeld. EULEX hat in den letzten Tagen noch einige andere Verfahren gegen Prominente aus Regierung bzw. UCK vorangetrieben, unter anderem gegen einen Exminister.
    http://derstandard.at/1310512179639/Anklage-Kriegsverbrechenverfahren-gegen-Ex-Verkehrsminister-Limaj

    Wieder ein sprachlich etwas übler (vermutlich serbophiler) Blog, aber mitunter gut mit Daten, Namen und Einzelfakten zur Hintergrundausleuchtung.
    http://balkan-spezial.blogspot.com/2011/01/die-todes-schwadronen-des-hashim-thaci.html

    Kein Wunder, dass die UCK-Junta die Nerven verliert (wenn was dran ist, wie ich vermute).
    Für Alle die jetzt in Marsch gesetzt werden: Vorsicht, Möglicherweise sind Sie nicht Streitschlichter, als die Sie sich vermuten, sondern das eigentliche Angriffsziel!

  38. Es geht ja nicht darum, Kampfunterstützer zu schmähen.

    Aber eine ORF wird doch eingesetzt, wenn es knallt. Wäre da nicht eine eingefahrene Infanterie angemessen? Mir fällt schwer zu glauben, was hier teilweise suggeriert wird.

  39. @Niklas

    Definiere „wenn es knallt“…

    Nochmal, für die bei KFOR geforderte Intensität sind Kampfunterstützer ausreichend…auch diese KÖNNEN KÄMPFEN…die KErn-Kompetenzen der Infantrie sind dort schlicht und ergreifend nicht notwendig, bzw. nicht in diesem Maße. Und für die eng umrissenen Fälle wo es evtl. doch notwendig werden könnte (z.B. Counter-Sniping, R&B, Cordon&Search) haben wir ja im ORF-Btl ja immernoch die AUT InfKp, egal ob diese jetzt durch FschJg oder PzGren gestellt wird… lasst mal die Kirche im Dorf…

    Nur weil wir es endlich geschafft haben in AFG der Realität entsprechend von „Krieg“ zu sprechen, brauchen wir diesen Reflex jetzt nicht automatisch auf dem Balkan zu wiederholen…denn dort ist die Realität eine andere…keine OMF, keine IED-Bedrohung, keine Hinterhalte, kein Beschuss mit indirektem oder SAF beim Konvoi…

    Oder sind da die Begrifflichkeiten ORF / QRF / IRF ein wenig durcheinander gekommen?? ;)

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