RC N Watch: Zahlreiche Aufständische mit gezielten Luftangriffen getötet

Ab und zu muss man dran erinnern, dass in Nordafghanistan keineswegs Ruhe herrscht – und das nicht nur in den hier meist wahrgenommenen Regionen rund um Kundus und Baghlan.

Aus dem ISAF Joint Command Morning Operational Update heute:

In Sayad district, Sar-e Pul province, coalition forces killed numerous Taliban insurgents with precision air strikes yesterday. Earlier in the day, a coalition security team was notified of an insurgent attack against local Afghan forces. After assessing the threat the security force called for precision air strikes, killing the individuals.

Following the strike, local leaders were quick to express appreciation for the coalition’s response to the Taliban threat.

Atalanta erklärt

Der Staatssekretär im Verteidigungsministerium Rüdiger Wolf hat heute morgen im ARD-Morgenmagazin mal sehr grundsätzlich erklärt, was eigentlich diese EU-Antipirateriemission Atalanta ist und was die Deutsche Marine dort kann und darf. Anlass war die Ankündigung, dass Deutschland Anfang September auch eine zweite Fregatte in diesen Einsatz schickt und damit die Zahl seiner eingesetzten Kräfte verdoppelt. Viel bedeutsamer ist allerdings, dass die Bundeswehr erstmals bei Atalanta demnächst das Kommando vor Ort übernimmt und Flotillenadmiral Thomas Jugel als Force Commander den Einsatz der Kriegsschiffe steuert – dazu gehört auch die Aufgabe, beim konkreten Vorgehen gegen Seeräuber festzulegen, welches Vorgehen zulässig ist (für Fachleute: welche RoE freigegeben werden).

Nun gut, so detailliert muss man das im Fernsehen nicht erklären. Interessant finde ich die etwas gewundene Antwort des Staatssekretärs auf die Frage nach den privaten bewaffneten Sicherheitsteams an Bord von Handelsschiffen. Da müssten sich die Reeder auch selbst entsprechend taktisch und operativ klug verhalten, sagt Wolf. Die Bundesregierung insgesamt schien mir da schon mal deutlicher.

Das Interview im Wortlaut:

Frage: … Dass wir die Zahl der Fregatten verdoppeln, warum ausgerechnet jetzt?…

Antwort: … Seit 2009 unterstützen wir dieses Programm – und das sehr erfolgreich. Wir haben jetzt über 100 Transporte nach Somalia geschützt und damit über 500.000 Tonnen Hilfsmittel nach Somalia liefern können. Die jetzige Verstärkung dient … einer noch stärkeren Beteiligung dieses Welternährungsprogramms.

Frage: Wie robust kann denn ein solcher Einsatz sein?…

Antwort: Die Bundeswehreinheiten stehen unter dem Kommando der Europäischen Union… Ihnen stehen im Grunde alle Möglichkeiten zur Verfügung, auch robuste Möglichkeiten, um Schiffe gegen Piraten zu schützen. Wir stehen natürlich dann immer vor … dem Problem: Wie schützen wir und wie bekämpfen wir Piraten, die sich mit Geiseln schützen?

Frage: … Das heißt, es kann auch geschossen werden?

Antwort: Ganz genau. Das ist vom Mandat der Vereinten Nationen umfasst wie auch des Europäischen Rates. Die Soldaten, die Marinekräfte, die vor Ort sind, können auch Waffengewalt anwenden.

Frage: Nun haben wir … gehört, dass es so schlimm ist wie nie zuvor. Wie schlimm ist es denn tatsächlich in diesem Jahr?

Antwort: Richtig. Wir stellen fest ein Ansteigen der Versuche der Piraten, die Schiffe, insbesondere die Handelsschiffe, anzugreifen, stellen auf der anderen Seite aber auch fest, dass ein deutlicher positiver Trend im Rahmen der nicht erfolgreichen Angriffe der Piraten festzustellen ist.

Frage: … Wie viele Angriffe hat es in diesem Jahr bisher gegeben?

Antwort: Rund 160 Angriffe im ersten Halbjahr 2011 gegenüber über 230 Angriffen in den Jahren 2010 und 2009. Allerdings ist die Quote der erfolgreichen Angriffe der Piraten dramatisch gesunken. Wir haben in den vergangenen Jahren erfolgreiche Angriffe in Höhe von rund 25 Prozent gehabt, in diesem ersten Halbjahr 2011 nur zehn Prozent.

Frage: … Wir haben in Zukunft zwei deutsche Schiffe da unten… Aber das Gebiet ist 24 mal so groß wie die Bundesrepublik. Was kann man da tatsächlich ausrichten?

Antwort: Ich möchte gerne trennen in diese beiden Aufträge: Die Atalanta hat: einmal den Schutz des Welternährungsprogramms – und hier … haben wir eine 100 Prozent Erfolgsquote … – und den Schutz … der zivilen Handelsschifffahrt. Hier ist zu berücksichtigen …, dass das Seegebiet enorm groß ist… Mit den Kräften, die dort vor Ort sind – es sind ja nicht nur europäische Kräfte vor Ort, sondern auch internationale – ist trotzdem dieses Seegebiet nicht 100 Prozent zu überwachen.

Frage: Das heißt, die Reeder müssen die Dinge zum Teil auch selber in die Hand nehmen mit eigenen Bodyguards für die Schiffe?

Antwort: Soweit sie nicht selber dieses Seegebiet meiden können – und ich verstehe, dass dies in vielen Fällen nicht der Fall sein kann -, wird es darauf ankommen, dass die Reeder sich auch selbst entsprechend taktisch und operativ klug verhalten.

(Ja,ist mir jetzt auch aufgefallen, dass sich Wolf an einer Stelle vertan hat: Die Deutsche Marine ist seit Dezember 2008 im Atalanta-Einsatz und nicht seit 2009. Aber der Anfang war halt bisschen holprig.)

Kosovo-Überblick: Stockende Verhandlungen

Zum Mitplotten: Nachdem es gestern so schien, als komme das Gespräch zwischen KFOR, Serben und der kosovarischen Regierung über die umstrittenen Grenzübergänge zügig voran, sind die Gespräche wieder ins Stocken geraten.

Die Verhandlungen seien am späten Donnerstagabend auf Freitag vertagt worden, meldet der in der Regel gut informierte serbische Sender B92 (hier die Google-Übersetzung). Die Information deckt sich mit der Meldung von dpa.

Mit anderen Worten: Die Situation ist noch nicht entspannt.