ZDF verschiebt Kundus-„Dokufiction“ auf September

Nun kann man drüber streiten, ob der Medien-Infodienst DWDL glücklich liegt mit der Überschrift ZDF nimmt seine Dokufiction aus der Schusslinie. Aber es dürfte hier einige interessieren, dass der Sender die für kommenden Dienstag (2. August) geplante Ausstrahlung des Dokudramas Ein Tag in Kundus gestoppt hat. Der Film, der sich mit dem folgenschweren Luftschlag bei Kundus am 4. September 2009 befasst, soll jetzt Anfang September ausgestrahlt werden, voraussichtlich am 7. September um 22.45 Uhr.

Hintergrund ist natürlich, dass das ZDF mit zwei anderen Dokudramen in der Zuschauergunst abgestürzt ist – und das will der Sender mit dem Kundus-Stück offensichtlich vermeiden. Allerdings kommt eine geplante Ausstrahlung Anfang September nicht nur in die Nähe des Jahrestages des Luftangriffes. Sondern auch in die Zeit nach der parlamentarischen Sommerpause, wenn der Streit um die Bewertung der Ergebnisses des Kundus-Untersuchungsausschusses wieder an Fahrt aufnimmt…

Kosovo: Die Reserve bleibt (vorerst) zu Hause

Ein Update, damit es in dem Eintrag von heute morgen nicht untergeht: Die Lage im Kosovo hat sich beruhigt, wenn auch nicht entspannt. Weiterhin kontrolliert die Kosovo Force (KFOR) der NATO die umstrittenen Grenzübergänge. (Allerdings sind kaum, wie Spiegel Online meldet, Panzer an der Grenze aufgefahren, zumal KFOR gar nicht mehr über Panzer verfügt, höchstens über gepanzerte Mannschaftstransporter – oder habe ich da was übersehen?).

Die Reserve für KFOR, das Operational Reserve Forces (ORF) Bataillon, wird deshalb auch vorerst nicht aktiviert, wie das KFOR-Hauptquartier in Pristina am Abend mitteilte. Damit müssen sich die mehr als 500 deutschen Soldaten, vor allem aus dem Raketenartilleriebataillon 132 aus Sondershausen, jetzt nicht auf den Marschbefehl auf den Balkan einstellen.

Angriff in Uruzgan – eine „komplexe Operation“?

In den vergangenen Wochen ist von ISAF-Verantwortlichen immer wieder die Einschätzung zu hören, die Aufständischen in Afghanistan würden sich zunehmend auf Anschläge mit Sprengfallen (Improvised Explosive Devices, IED) verlegen, weil sie zu komplexen Operationen nicht mehr wirklich in der Lage seien. Da frage ich mich natürlich, wie der heutige Angriff auf Regierungsgebäude – samt Radio/TV-Station – in der südafghanischen Provinz Uruzgan einzuordnen ist?

Nachtrag: Gerade geht eine Pressemitteilung der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) ein:

Gefechte in Tarin Kowt: GIZ-Mitarbeiter wohlauf

Bonn/Eschborn/Tarin Kowt, 28. Juli 2011. Die Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH sind während den gewaltsamen Auseinandersetzungen in der südafghanischen Provinzhauptstadt Tarin Kowt nicht zu Schaden gekommen. Alle Mitarbeiter sind wohlauf und befinden sich in Sicherheit. Eine Evakuierung ist derzeit nicht geplant. Es kam zu Sachschäden an den örtlichen Bürogebäuden.

Die GIZ ist in Uruzgan mit neun entsandten und 20 lokalen Ortskräften tätig. Diese realisieren dort Projekte im Auftrag des Auswärtigen Amts sowie der Regierungen der Niederlande und Australiens.

NATO übernimmt nach Unruhen Grenzübergänge im Kosovo

Nach den gewaltsamen Auseinandersetzungen an den Grenzübergängen vom Kosovo nach Serbien hat die NATO gestern abend die Kontrolle über diese Grenzübergänge übernommen und sie zum militärischen Sicherheitsbereich erklärt – was den Einsatz militärischer Mittel bis hin zu letalen Wirkmitteln ermöglich, also auch tödliche Schüsse.

Die aktuelle Meldung von AP: NATO in Charge of Kosovo border crossings

Die jüngste Pressemitteilung von KFOR:

After a day of demonstration, the situation deteriorated at the Customs Post at Jarinje (Gate 1), and it was confirmed that an act of arson was committed against that position by unknown persons. There have also been confirmed reports of shots fired at KFOR personnel in the vicinity. KFOR Forces there will be reinforced during the evening in order to prevent further escalation of the situation. This will be an ongoing process and KFOR expects that after this reinforcement order will be quickly restored.

At the Customs Post in Bernjak/Brnjak (DOG 31) KFOR has increased its security measures and its personal protection at that location.

Commander of KFOR, General Erhard Bühler today part icipated in several meetings with political leaders from both sides in order to negotiate a solution along the lines of yesterday’s three-point statement:

–                      All NjSO (ROSU) units will return to the South;
–                      Serbian roadblocks will be removed;
–                      At Jarinje Customs Post “normal” Kosovo Police Officers of both ethnicities will be posted.

Major General Bühler, appeals to all peaceful peopl e of Kosovo to abstain from violence and to support a peaceful solution to the current crisis.

Der (deutsche) KFOR-Kommandeur Bühler hat auch beim zuständigen NATO-Kommando in Neapel die Freigabe des so genannten Operational Reserve Force (ORF) Bataillon beantragt – was allerdings noch nicht heißt, dass diese zusätzlichen Kräfte auch tatsächlich eingeflogen werden. Derzeit stellt das Raketenartilleriebataillon 132 aus Sondershausen den Großteil dieser Eingreifkräfte.

Dazu Update vom Donnerstagabend: Nach Angaben aus dem HQ KFOR wird das ORF-Bataillon erst mal nicht aktiviert.

Update von KFOR am Donnerstagmittag:

Commander of KFOR, General Erhard Bühler thanks all the citizens of Kosovo and from the all Regions. The vast majority of the citizens in every Region of Kosovo had been peaceful, calm and disciplined.

”I am very proud on the people of Kosovo because they haven’t been led into violence or aggression”. On Commander’s KFOR Command, KFOR has taken over Command and responsibilities of the Border Boundary Border Crossing at the Customs Post at Jarinje (Gate 1) and in Bernjak/Brnjak (DOG 31).

GATE1 at Jarinje is closed. Infrastructures are heavily damaged and it could collapse; for security reasons there is high risk for the people. Small private cars may cross the boundary on their own risk. However they will be checked by KFOR and searched for weapons and other prohibited goods. weiterlesen