Kosovo: Die Unruhen gehen weiter

Es scheint, die gestrige Meldung über eine scheinbare Beruhigung der Lage im Kosovo war ein richtiger Irrtum. Serb mob sets Kosovo border post on fire hours after Kosovo special police withdraw from area, meldet Associated Press heute.

Die Nachrichten, die hier in Deutschland davon ankommen, sind spärlich laufen jetzt mit einer gewissen Verzögerung ein – deshalb ziehe ich die Kommentare mit weiteren Hinweise auf die Lage dort (vielen Dank!) mal hier rüber. Könnte uns ja noch eine Weile beschäftigen.

Nachtrag: Reuters: Ethnic Serbs fire at NATO troops in Kosovo

Die – nicht mehr ganz aktuelle – Übersicht über die KFOR-Truppenstärken, Stand Anfang Juni. Die US-Truppen, die offensichtlich derzeit im Norden eingesetzt werden, stellen das zweitgrößte Kontingent nach den Deutschen (deren Zahl ein bisschen geringer ist als hier noch angegeben).

RC N Watch: Drei tote Kinder bei (Raketen?)Angriff

Bei einem Raketenangriff auf eine Polizeistation im Distrikt Char Darrah bei Kundus sind nach einem Bericht der afghanischen Nachrichtenagentur Wakht drei Kinder ums Leben gekommen. Die Rakete sei in einem Wohnhaus eingeschlagen, berichtet die Agentur unter Berufung auf den Distriktchef. Vier weitere Kinder seien verletzt worden.

(Anmerkung: Diese Agentur war mir bislang nicht bekannt; deshalb die Information mit dem entsprechenden Vorbehalt, was die Quelle angeht.)

Nachtrag: der Korrespondent des internationalen Dienstes von dpa hat diese Meldung auch. Da ist allerdings von einem Mörserangriff die Rede – was die Sache mit den Raketen wieder fragwürdig macht. Auszuschließen ist ja auch nicht, dass es sich um eine RPG – deutsche Begrifflichkeit: Panzerfaust – handelt. Die Informationslage ist halt bisweilen etwas dünn.

Was an den Folgen nichts ändert.

Auffällig ist, dass in jüngster Zeit fast nur IED-Anschläge in der Region Kundus gemeldet wurden, aber keine Raketenangriffe mehr. Natürlich kann es sein, dass solche Angriffe stattfanden und in den Medien keine Rolle spielten. Aber es scheint doch wieder auf alte Vorgehensweisen der Aufständischen hinzudeuten.

Und: die Aktion heute ist natürlich in Kandahar im Süden Afghanistans, wo der Bürgermeister mit einem Selbstmordanschlag getötet wurde.

Fürs Archiv, von Xinhua: Major targeted attacks on Afghan officials since beginning of 2011