Erster Eurohawk in Deutschland angekommen

Weiß auch nicht, warum die Luftwaffe das so zurückhaltend verkauft…

Am 20. Juli gegen Mittag auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien gestartet, ist der erste Euro Hawk nun sicher bei der Wehrtechnischen Dienststelle 61 in Manching gelandet. Die Luftwaffe will fünf dieser unbemannten, extrem hoch fliegenden Aufklärer in der Größe eines Passagierjets beschaffen und hat ein Themenpaket geschnürt.

heißt es bei bundeswehr.de zwar auf der Startseite, in dem versprochenen Themenpaket ist aber von der heutigen Ankunft nicht die Rede. (Die Lande-Meldung erschien auch weder im RSS-Feed von Bundeswehr oder Luftwaffe, und der Flickr-Account der Bw beschäftigt sich dieser Tage sehr ausführlich mit den 5. Military World Games.)

Nun gut, dafür gibt’s ja Medien: The first Euro Hawk unmanned air system for the German armed forces has flown into the EADS air base at Manching after a 22-hour flight from California.

Deutschland bittet USA um zugesagte Gelder für MEADS

Man sollte wohl etwas öfter in die US-Wirtschaftsmedien schauen: Die Kollegen vom Washington Business Journal haben schon vor einer Woche einen Brief ausgegraben, den der deutsche Rüstungsdirektor im BMVg, Detlef Selhausen, an seinen Kollegen im Pentagon geschickt hat. Kernaussage: wenn ihr die weiteren Entwicklungsgelder für das Medium Extended Air Defense System (MEADS) stoppt, haben wir in Deutschland ein Problem.

(Den kompletten Brief in Englisch und Deutsch hat das WBJ hier zum download bereitgestellt.)

Nun wird MEADS als System nicht kommen, so viel ist klar – aber die Forschungsergebnisse sind für Deutschland eine mögliche Grundlage für eine mögliche (man muss das so vorsichtig formulieren) deutsche Beteiligung am geplanten Raketenabwehrschirm der NATO. Ein gemeinsamer Ausstieg der MEADS-Partnerländer – USA, Deutschland, Italien – ist deshalb aus deutscher Sicht keine Handlungsoption.

Für die USA hat gerade in Zeiten eines auch dort schrumpfenden Verteidigungshaushalts das System eine weitaus geringere Bedeutung. Der zuständige Ausschuss des Senats hatte bereits im Juni die entsprechenden Mittel für das US-Rüstungsunternehmen Lockheed Martin zur Streichung empfohlen.