Neuer Anschlag auf Karzai-Vertrauten in Kabul

In Kabul hat es offensichtlich heute – erneut – einen Anschlag auf einen Vertrauten von Präsident Hamid Karzai gegeben. Jan Mohammad Khan soll bei dem Angriff von Selbstmordattentäter auf sein Haus ums Leben gekommen sein.

Der Stand vom 17. Juli abends: Die Details sind noch recht unklar werden langsam klarer; ich habe hier bei Storify die Tweets von  Journalisten aus Kabul zusammengestellt (in umgekehrter chronologischer Reihenfolge). Bilal Sarwary ist BBC-Producer, Bette Dam arbeitet u.a. für Radio Nederlands, „Pressistan“ steht für ein Journalisten- und Medientechnikbüro in Kabul, EmmaReuters ist die Reuters-Korrespondentin in der afghanischen Hauptstadt, Mujib Mashal (mujmash) arbeitet für Al Jazeera. weiterlesen

Afghanistan: Die Übergabe hat begonnen

Möglichst unauffällig, möglichst an einem – relativ – friedlichen Ort: Die Transition der Verantwortung an die Afghanen, deutsch als Übergabe in Verantwortung bezeichnet, hat begonnen. In Bamiyan, wie Reuters berichtet:

Ministers flew to central Bamiyan province, one of the most peaceful places in Afghanistan, for a ceremony that was not announced in advance, did not run live on any TV channel and to which only a small number of media outlets were invited.

(Die Chinesen, sonst mit ihrer Berichterstattung aus Afghanistan recht akkurat, verlegen den Beginn der Übergabe in die Provinz Baghlan. Aber da dort keine Neuseeländer stationiert sind, vermute ich stark, dass es einfach ein redaktioneller Irrtum in Peking war…)

Nachtrag: Der afghanische Sender TOLONews titelt: Afghan Security Transition Begins as Planned. Eine Frage der Perspektive…

Auf die Partner angewiesen

Der vollständige Wortlaut des Interviews der Bild am Sonntag mit Verteidigungsminister Thomas de Maizière ist nun hier und hier nachzulesen. Neben einigen aktuellen Problemen –  nicht zuletzt den schon hier in Kommentaren angesprochenen Defiziten bei der Sanität – finde ich vor allem einen Satz des Ministers bemerkenswert:

Wir werden in der Nato künftig noch stärker so arbeiten, dass ein Partner eine bestimmte Fähigkeit gar nicht mehr hat und auf den anderen Partner angewiesen ist. Das ist nicht Abhängigkeit, sondern Zusammenarbeit.

Gefallen ist dieser Satz bei der Frage nach den Hubschraubern in Nordafghanistan, aber er weist ja weit darüber hinaus. Und für mich folgen daraus zwei Fragen:

Plant de Maizière, im Unterschied zur bisherigen Haltung von TSK-Inspekteuren, Fähigkeiten aufzugeben? Und wenn ja: welche konkret?

Nicht Abhängigkeit, sondern Zusammenarbeit – das sehen manche Bündnispartner doch deutlich anders. Auffälligstes Beispiel dafür sind die AWACS-Überwachungsflugzeuge, die ohne die deutschen Besatzungsmitglieder auf Dauer nicht durchhaltefähig einsetzbar sind. Aber für den Afghanistan-Einsatz konnte sich die NATO zunächst nicht auf die deutsche Beteiligung an der AWACS-Mission verlassen (erst später, als Tauschgeschäft für die Nicht-Beteiligung am Libyen-Einsatz). Zusammenarbeit setzt schließlich auch Verlässlichkeit voraus – welche Pläne gibt’s denn, die zu verbessern?