Noch ein Gefechtsfeld für die Amis: Facebook, Twitter & Co.

Während die Bundeswehr jetzt damit anfängt, Expertise auch für den Auftritt in den sozialen Medien wie Facebook, Twitter und ähnlichem einzukaufen, planen die USA schon den InfoWar dort. Social Media in Strategic Communications heisst das – geplante – Programm, das die Kollegen vom Danger Room ausgegraben haben. Der doppelte Zweck: Trends in den social media erkennen, wenn sie US-Truppen im Einsatz gefährlich werden könnten. Und rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu starten.

Mit anderen Worten: Die ultimative Propagandamaschine. Oder, nicht so böse ausgedrückt: Warum hat die Truppe in diesem Bereich bislang keine Sensoren und Effektoren? Das muss man doch ändern.

Und jetzt: Piraten verlangen Entschädigung

Und wieder eine neue Wendung in der Piraterieentwicklung am Horn von Afrika. Beim US-Auslandssender Voice of America meldete sich heute telefonisch ein koreanischer Kapitän, der in der Hand somalischer Seeräuber ist, und übermittelte eine Forderung: Südkorea solle Entschädigung zahlen für die Piraten, die bei einer Befreiungsaktion südkoreanischer Streitkräfte im Januar getötet wurden. Und festgenommene Komplizen freilassen.

Pak Hyeon ist Kapitän des Chemikalientanker Gemini, der am 30. April vor der Küste Kenias gekapert wurde. Dass er Koreaner ist, ist für ihn in diesem Fall doppeltes Pech – damit scheint er aus Sicht der Piraten ein willkommenes Faustpfand, sich für die gewaltsame Befreiung des Frachters Samho Jewelry zu rächen…

Mit dieser Forderung verschwimmen – auch wenn das jetzt juristisch vermutlich nicht sauber zu definieren ist – die Grenzen zwischen organisierter Kriminalität und Terrorismus weiter: Gefangene Komplizen mit dem Druck auf Geiseln freizupressen, ist bislang nicht piraterie-typisch (auch wenn es bei indischen Seeleuten schon ähnliche Ansätze gab). Die Vermischung mit der Forderung nach Entschädigung macht das Ganze noch ein bisschen brisanter.

Foto des Tages: Close Air Support

U.S. Marine Corporal PETER McPHAIL, 23, of Memphis, Tennessee of Marine Light Helicopter Attack Squadron 169 mans the Mini- Gun on a UH-1 Y Huey helicopter during a close air support mission over the town of Sangin in Helmand province, Afghanistan, Thursday, May 12, 2011. Based out of Camp Leatherneck in Helmand, 169 Squadron delivers air support to ISAF ground troops using a variety of surveillance equipment and weaponry. (Foto: © Simon Klingert)

Libyen: Flugabwehrraketen verschwunden, mehr britische Tornados

Den andauernden Krieg in Libyen nehmen die Deutschen ja kaum zur Kenntnis, weil nicht beteiligt. Dennoch ein kurzer Blick, damit wir nicht ganz vergessen, dass die NATO da massiv engagiert ist:

Offensichtlich sind russische LuftFlugabwehrraketen vom Typ Strela-2 (NATO-Bezeichnung SA-7) aus Gaddafis Depots verschwunden. Und keiner scheint so recht zu wissen, wo sie stecken – vielleicht schon auf dem Schwarzmarkt, berichtet die New York Times.

Keine gute Aussicht für die Kampfjets des Bündnisses. Zum Beispiel für die Briten, die nach einer Reuters-Meldung zusätzliche Tornados für den Einsatz bereitstellen.

Die „Gorch Fock“ ist gerettet

Auch wenn die Diskussion über das Segelschulschiff Gorch Fock hier in den letzten Beiträgen und Kommentaren von ganz anderen Themen geprägt war wie der Debatte über Frauen in den Streitkräften insgesamt… sollte nicht untergehen, was die so genannte Pommerin-Kommission heute dem Verteidigungsminister empfohlen hat:

Einstimmig empfiehlt die Kommission die Fortsetzung der seemännischen Basisausbildung auf dem Segelschulschiff Gorch Fock auf der Grundlage ihrer Forderungen.

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, und der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Axel Schimpf, kommen basierend auf den Berichten der Staatsanwaltschaft Kiel, der Havariekommission der Marine und des Amtschefs des Marineamtes zu einer gleichlautenden Empfehlung. Dies entspricht auch der überwiegenden Haltung des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages in seiner letzten Sitzung vor der parlamentarischen Sommerpause sowie weiterer Abgeordneter, die sich mit dem Thema befasst haben.

Minister de Maizière erklärte heute nach Übergabe des Berichtes: „Auf Grundlage dieses breiten Konsenses habe ich grundsätzlich entschieden, dass die Gorch Fock ihren Auftrag als Ausbildungsschiff der Marine fortsetzen wird. Ab wann und mit welchen Veränderungen dies geschehen wird, legt der Generalinspekteur zusammen mit der Marineführung fest. Hierzu ist es zunächst notwendig, den vorliegenden Bericht weiter auszuwerten und mit den internen Überlegungen zur zukünftigen seemännischen Ausbildung abzugleichen.“

Jetzt müsste man mal in den Bericht reingucken, was sich im Detail ändert. Ein paar Empfehlungen und vor allem Weisungen der Marine gibt es ja schon.