Das Funk-Netzwerk der Taliban?

Eigentlich, dachte ich, habe ich die (militärische) Entwicklung in Afghanistan halbwegs im Blick. Aber eine heutige Pressemitteilung der ISAF belehrt mich eines Besseren:

United Arab Emirates Army Aviation Task Force 14 pilots flew an AH-64D Apache Longbow helicopter, and pilots from Troop A, Task Force Palehorse, 7th Squadron, 17th Cavalry Regiment, flew an OH-58D Kiowa Warrior helicopter over mountainous terrain in a combined effort to destroy insurgent communication towers.
The towers, which resemble radio antennas, were strategically placed along mountainsides for maximum reception and were difficult to see from a distance.
“We were able to locate the repeaters through deliberate reconnaissance and other forms of intelligence gathering,” said Maj. Matthew Chambers, the fire support officer for Task Force Thunder.
A repeater is a tower that collects information sent to it from one radio and sends the information to another radio, allowing a flow of long-range communication.

Mit anderen Worten: die Taliban haben offensichtlich in Teilen Afghanistans ein eigenes Kommunikationsnetzwerk aufgebaut – über Funk, mit Verstärker-Stationen. Es kommt mir komisch vor, aber davon habe ich noch nichts gehört bisher. Weiß jemand von meinen Lesern mehr?

Luftwaffe nach Libyen

Oh pardon, die Überschrift ist natürlich missverständlich. Nein, es geht nicht darum, dass sich die Bundeswehr nun doch an der NATO-Operation Unified Protector gegen Libyen beteiligt. Sondern schlicht um logistische Unterstützung, wie ein Rundschreiben des Afrika-Vereins der Deutschen Wirtschaft zeigt:

Mit der Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie ist es uns gelungen, mit einer Bundeswehr-Transall exklusiv nach Bengasi reisen zu können. Der direkte Hinflug ist für den xxx.xxx vormittags ab Köln/Bonn (Militärflughafen) nach Bengasi und der direkte Rückflug für den xxx.xx nachmittags zurück nach Köln/Bonn vorgesehen.

(Die Flugdaten habe ich natürlich aus Sicherheitsgründen entfernt.)

Nun könnte man fast glauben, die Delegation aus Ministerialbeamten und Wirtschaftsvertretern wolle nach Libyen reisen, um mit dem Nationalen Übergangsrat schon mal Geschäfte anzubahnen (was übrigens nichts Verwerfliches ist). Aber weit gefehlt:

Ziel der Reise ist es, Humanitäre Hilfe zu leisten und insbesondere den Mitarbeitern und Partnern der deutschen Unternehmen vor Ort Unterstützung zukommen zu lassen. Zu diesem Zweck werden wir ca 2 Tonnen medizinische Hilfsgüter mitbringen, die das Auswärtige Amt bereitgestellt hat. Weitere Hilfsgüter können von den Delegationsteilnehmern evtl. mitbefördert werden.

Hm. Es gibt nettere Reisemöglichkeiten, als mit einer Transall von Köln nach Bengasi zu fliegen (wer einmal mit der Trall die erheblich kürzere Strecke von Penzing in den Kosovo mitgemacht hat, weiss, was ich meine). Billig ist es auch nicht gerade: für Mitglieder des Vereins gibt es Hin- und Rückflug zum Vorzugspreis von 9.500 Euro, Nicht-Mitglieder (wenn sie einen Platz kriegen) zahlen 14.000 Euro.

Die Reise gehört vermutlich in die Reihe der Roadshows, die das Wirtschaftsministerium auch für andere arabische Staaten im Umbruch organisiert (hat). Sind die da auch überall mit der Trall hingeflogen? Oder, andersrum: sind die Wirtschaftsvertreter Beiladung zur humanitären Hilfslieferung oder umgekehrt?